Zum Relaxen – die Nordwestküste von Madagaskar

26.9. – 17.10.2026

Nach der sehr anstrengenden und anspruchsvollen Passage rund um die Nordspitze von Madagaskar erhoffen wir uns für die nächsten Tage und Wochen ein etwas geruhsameres Segeln in der Umgebung von Nosy Be.

Wir nehmen dich in diesem Bericht mit zu einer abwechslungsreichen Segeltour in der näheren Umgebung der Insel Nosy Be. Im Vordergrund stehen das Entspannen und vor allem der Austausch mit der lokalen Bevölkerung, sowie das Erleben der Natur.
Der erste Schlag nach dem Einklarieren in Hell-Ville führt uns zum Crater Ankerplatz. Es wären nur etwa 5 Seemeilen, also ein Katzensprung, da der Wind aber auf die Nase bläst, kreuzen wir auf. Es hat zum Glück fast keine Wellen, und es wird ein schöner Segeltag. Crater ist der wohl beliebteste Ankerplatz in der ganzen Gegend. Es gibt hier sogar eine kleine Marina und die Möglichkeit, ein Segelboot zu mieten. Im Bild der einzige Anlegesteg der Marina und im Hintergrund das grosse Ankerfeld.
Die Differenz zwischen Ebbe und Flut beträgt je nach Mondphase bis zu 3 Metern. So lassen sich leicht Arbeiten am Schiff durchführen, ohne es auswassern zu müssen. Dazu wird es einfach an der Hafenmauer festgemacht und lässt man es auf dem Kiel trockenfallen. So hat man bis zu sechs Stunden Zeit, trockenen Fusses notwenige Arbeiten am Unterwasserschiff durchzuführen.
Die Gegend von Crater ist vor allem bekannt für die schönen Strände. Mit seinem internationalen Flughafen gilt Nosy Be als der Touristen Hot-Spot von Madagaskar.
Es ist ein sanfter Tourismus, der sich hier entwickelt hat, mit vielen kleinen Pensionen und schmucken Restaurants. Richtig schön!

Als wir in Australien Pia’s Schulkameradin, Esther Lanz besuchten, hat diese uns geraten, dass wir uns wieder melden sollen bei ihr, wenn wir in Madagaskar sind: «ich kenne da jemanden!». Das machen wir, und Esther gibt uns die Kontaktdaten von Edy, einem ausgewanderten Österreicher

Edy und seine madagassische Frau Beza betreiben hier seit vielen Jahren eine kleine Pension, die «Villa Autriche». Es ist eine sehr herzliche und interessante Begegnung mit den Beiden. Wir verabreden uns für ein gemeinsames Mittagessen in den nächsten Tagen.
Weit verbreitetes Last-Transportmittel in Madagaskar: vom Zebu gezogene Karren. Wir sind sehr beeindruckt, wie entspannt und friedlich die Menschen umgehen mit dem Aufeinanderprallen vom Leben unter einfachsten Verhältnissen und dem Luxus. 80 Prozent der Madagassen leben von weniger als 2 Franken Einkommen pro Tag!
Das häufigste Transportmittel für Menschen ist eindeutig das Tuk-Tuk, nebst Rikscha, Fahrrad und Mopeds. Wir probieren das Tuk-Tuk gleich mal aus. Eine kurze Fahrt kostet umgerechnet etwas mehr als 20 Rappen, eine längere Fahrt knapp 2 Franken pro Person.
Am Sonntag treffen wir uns dann wie verabredet mit Edy und Beza (rechts im Bild) zum gemeinsamen Mittagessen. Sie bringen noch ihre langjährigen Freunde (er ebenfalls Österreicher und sie Madagassin) mit. Alles einheimische Kost – lecker, kann ich euch sagen.
Edy ist ein begeisterter Zuckerbäcker, und backt gerne Süsses. Er bringt den Kindern der Restaurant Angestellten jeweils etwas Süsses mit. Kein Wunder freuen sie sich jeweils auf den sonntäglichen Besucher.
Wir verlegen vom Crater Ankerplatz auf Nosy Be zu einer kleinen, vorgelagerten Insel, Nosy Sakatia. Unsere Lupina liegt hier sicher und stabil in ruhigem Gewässer.
Ein typisches Last-Transportschiff in dieser Gegend. Flach und stabil, aus Holz gebaut. Am kurzen Mast kann bei Wind sogar ein grosses Segel angebracht werden.
Nosy Sakatia: Endlich können wir mal wieder auf Berge steigen und uns die Welt von oben ansehen. Lupina, ganz für sich alleine, ist noch ganz knapp zu erkennen neben dem letzten Landvorsprung.
Der Wanderweg ist gut markiert. Zum Glück, denn er verläuft recht abenteuerlich durch Sumpfgebiet und dann steil bergan.
Unterwegs immer wieder eine typische Hütten-Siedlung der Bauern. Die Häuser sind 100% aus Naturprodukten gefertigt.
Auf der Nordseite von Nosy Sakatia angelangt, erwartet uns ein weiterer traumhafter Bilderbuchstrand. Die Boote im Hintergrund gehören zu einem kleinen, perfekt in die Natur eingebetteten Resort. Es ist einfach herrlich: wer hier Ferien macht, der ist voll mit der Natur verbunden.
Am nächsten Tag verlegen wir in den Süden von Nosy Sakatia. Hier hat es ein kleines Dorf mit einer Schule. Die Kinder der ganzen Insel kommen hier zur Schule. Auf dem Pausenplatz wird, wie bei uns früher auch, intensiv Fussball gespielt. Ich muss einfach staunen, wie die Kinder meist barfüssig flink umherrennen und ohne Zögern kräftig auf die steinharte Lederkugel dreschen. Ich würde mir wohl beim ersten Ballkontakt alle Zehen brechen.
Etwas weiter im Dorf treffen wir einen Mann, der sein Haus und die Umgebung perfekt gepflegt hat. Wir kommen mit ihm ins Gespräch. Sein Traum ist, dass er es schafft, im Leben etwas weiter zu kommen. Da er vom Resort auf der anderen Inselseite weiss, dass die Gäste gerne ab und zu mal eine Massage geniessen, will er in diesem Bereich aktiv werden. Stolz zeigt er uns, wie er die Liege dafür selber zusammen schreinert.
Auch hier machen wir eine Wanderung quer über die Insel, von Süd nach Nord und zurück, rund 5 Kilometer ein Weg. Der Pfad führt über ein rund 150 Meter hohes Gebirge. Je weiter wir vom Ufer weg sind, umso einfacher und spartanischer werden die Hütten. Hier wird einfache Landwirtschaft betrieben, alles von Hand, Maschinen gibt es keine. Die Menschen sind Selbstversorger und ernähren sich nebst Reis hauptsächlich von Hühnern, Ziegen, Zebus (eine Art von Kühen), Früchten (wie Bananen, Mango, Ananas, …) und Gemüse (Bohnen, Kartoffeln, Tomaten, …).
Die Erde ist sehr mineralienreich. Dort wo der Mensch den Wald gerodet hat, tritt der farbenprächtige Untergrund zu Tage.
Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich – ein Genuss für das Auge.
Nur ein paar Schritte weiter auf dem Pfad präsentiert sich das Landschaftsbild wieder ganz anders.
Zurück von der anstrengenden aber wunderschönen Wanderung geniessen wir den Strand vor unserem Ankerplatz. Es gibt hier eine Handvoll einheimische Restaurants, immer hübsch hergerichtet. Nicht ungewöhnlich für Madagaskar: die Liebe zum Detail erfreut uns immer wieder.
Das feine Mittagessen an dieser schönen Lage, bestehend aus grilliertem Fisch, Kokos-Reis und Mango/Tomaten Salat, mundet vorzüglich und füllt unseren Energiespeicher wieder auf.
Zum Abschluss des Essens ein Digestive («Verdauerli»). Alles Rum mit verschiedenen Geschmäckern und Zutaten wie Vanille, Mango, Banane, Crevetten und vieles mehr. Zum Glück haben wir es nicht weit bis nach Hause – es schwimmt am linken Seitenrand des Bildes und wartet auf seine beschwipste Crew.
Eine rührende Nebengeschichte: unser Dinghi lag am anderen Ende des Strandes, weit draussen, weil die Ebbe eingesetzt hatte, als wir die Wanderung begonnen haben. Nun, 6 Stunden später, beginnt das Wasser wieder zu steigen und das Personal des Restaurants bemerkt, dass wir uns um unser Dinghi kümmern wollen. Sie beschwichtigen uns: «no problem!». Zwei kräftige Jungs signalisieren uns, dass sie unser Dinghi aus rund 500 Metern Entfernung vor das Restaurant holen werden. Was für wunderbare Menschen!
Ein paar Tage später auf der südlichen Nachbarinsel von Nosy Be: Nosy Komba. Nur eine kurze Distanz, aber wieder ein ganz anderes Bild. Die Insel wird gerne von Tagestouristen aus Resorts in der Umgebung besucht. Die Einwohner leben hauptsächlich vom Tourismus. Das gibt ihnen ein kleines Einkommen und verschafft ihnen etwas Luxus, wie zum Beispiel Lebensmittel, die sie mit dem Geld kaufen können, oder Kleider. Dieser Junge trägt aus gekauftem Stoff selbst genähte Kleider. Sein Spielzeug ist aus einer alten Motorölflasche, Kanister Deckeln und Holzstäbchen selber zusammengebastelt.
Eine ungewöhnliche, aber hier übliche Technik, die Wäsche schnell zu trocknen: sie wird auf den heissen Sand gelegt.
Bisher haben wir noch wenig von der einheimischen Tierwelt gesehen, die für Madagaskar so einzigartig ist. Hier, auf der Insel Nosy Komba, haben wir hautnahen Kontakt mit Lemuren, die fast ausschliesslich nur in Madagaskar vorkommen. Lemuren sind Primaten, gehören also zu den Affen, was aber nicht so offensichtlich ist. Ihr Aussehen ist eher marder- oder katzenartig, dennoch teilen sie auf Grund ihrer Anatomie (wie den Greifhänden) eine gemeinsame Abstammung mit den Primaten. Früher wurden sie oft als «Halbaffen» bezeichnet, heute lautet die wissenschaftliche Einordnung «Feuchtnasenprimaten», weil ihre Nase feucht ist (wie zum Beispiel auch beim Hund) im Gegensatz zu den Affen, wo die Nase trocken ist (wie auch beim Menschen).
Es gibt unheimlich viele Kinder in Madagaskar. Sie sind die Altersvorsorge für ihre Eltern und Grosseltern. An den Kleidern dieser fröhlichen Jungs zeigt sich, dass der Tourismus doch etwas Wohlstand zu den Menschen bringt.
Ein zweiter Ankerplatz auf Nosy Komba, weiter im Südosten. Nur etwa 3 Seemeilen, und schon sind wir wieder im Gebiet, wohin kaum Touristen kommen. Lupina im Hintergrund hat ihren Ankerplatz ganz alleine für sich, nur ein paar Fischerboote schaukeln ihr vom Ufer her zu, während ein Fischer sein Netz wieder vorbereitet für nächsten Fischfang.
Schöne Begegnungen mit herzlich guten Menschen. Gut kann die Frau französisch (bei weitem nicht alle Madagassen verstehen Französisch, die Amtssprache von Madagaskar), so können wir sie fragen, was sie hier macht. Die Frau zermalmt getrocknete Kokosnuss zu Mehl, um daraus Gebäck und Brot zu backen. Wer meint, das sei leichte Arbeit – weit gefehlt! Der Mörser, der Holzstab, den sie zum Stampfen verwendet, ist aus robustem Hartholz, gute 8 Kilogramm schwer.
Unser nächster Ankerplatz liegt an einem sehr gut vor Wind und Wellen geschützten Plätzchen vor der Insel Mamoko. Das Wasser ist hier sehr klar und endlich ist wieder mal Schnorcheln angesagt.
Wir fragen die vorbeifahrenden Fischer, ob wir das Dorf besuchen dürfen. Und wieder finden wir offene, herzensgute Menschen. Dieser Mann zeigt uns, wie er mit einem zu einem Meissel flach geschmiedeten Nagel und einem Hammer aus Hartholz die Verstrebungen für sein neues Dach bearbeitet. Später am Abend kommt er noch mit Früchten bei unserem Schiff vorbei. Jetzt trägt er stolz eine neue Cap von uns – uns war aufgefallen, dass diejenige, welche er auf dem Bild trägt, schon etwas ins Alter gekommen ist.
Kaum haben wir das Dorf betreten, eilt dieser Junge auf Pia zu, ergreift vorsichtig ihre Hand und weicht die ganze Zeit nicht mehr von ihr. Rührend!
Und hier sehen wir sie wieder: Lemure – ganz aus der Nähe!
Hautnah! Lemure mögen Bananen. Damit kann man die wilden Tiere, die keine grosse Scheu vor Menschen zeigen, anlocken. Ohne Zögern springt mir dieser auf die Schulter und klettert dann mit seinen überraschend samtigen Händen und Füssen auf meinen Arm, um sich die leckere Nahrung zu holen.
Immer mehr Kinder folgen uns auf unserem Streifzug durchs Dorf
Der Mann im hellblauen T-Shirt (leider haben wir seinen Namen vergessen) führt uns durchs Dorf, beantwortet unsere Fragen und zeigt uns ein paar ausserordentliche Dinge. Unter anderem 2 Riesenschildkröten, die sein Grossvater hierhergebracht hat, als er das Dorf gründete. Da sie damals noch klein waren, ging das problemlos im Auslegerkanu. Die Tiere kommen sofort aus ihrem schattigen Plätzchen hervor, als unser Führer mit einer Banane winkt. Die Kinder und die Schildkröten scheinen sich gut zu verstehen 😉
Wir sehen unseren ersten Baobab Baum aus der Nähe. Madagaskar gilt als die Urheimat des Baobabs (auch Affenbrotbaum genannt). Hier ist die Vielfalt am grössten. Sieben der weltweit total acht Arten wachsen auf der Insel. Sechs davon sind komplett endemisch, existieren also nirgendwo sonst auf der Erde.
Wir segeln etwas weiter nordwestlich der Küste entlang und ankern mitten in einem Krater, dessen Rand auf einer Seite gänzlich eingefallen ist und daher der Zugang vom Meer möglich ist. Das einzige Dörfchen auf dieser Kraterinsel, Nosy Ambararata, leuchtet in der Abendsonne.
Kaum ist der Anker eingefahren, erhalten wir Besuch von zwei einheimischen Frauen. Ausser einem Kleinkind haben sie nichts dabei. Sie fragen uns, ob wir etwas für sie hätten. Wir fragen zurück: «Was habt ihr für uns?». Erstaunt über unsere Frage blicken sie sich an. Wir helfen auf die Sprünge und schlagen vor: Bananen, Kokosnüsse, Mango. Sie diskutieren kurz, lachen dann erfreut und bedeuten uns, dass sie uns Kokosnüsse holen wollen. Kurz darauf sind sie mit drei grossen Trink-Kokosnüssen zurück. Wir bedanken uns mit T-Shirts, Milchpulver für das Kleinkind, Rohrzucker und einer Trainerjacke von Pia. Von nun an ist die Damenriege Wölflinswil auch auf Madagaskar vertreten 😊
Am nächsten Tag besuchen wir das Dorf. Wir hatten die beiden Frauen vom Vorabend gefragt, ob sie uns das Dorf zeigen würden. «Ja, natürlich!» war die spontane Antwort.
Es hat zwar ein paar wenige Mangobäume und Kokospalmen, der Boden ist aber zu karg für einen Garten. Das Dorf lebt vom Fischfang. Jede Familie hat irgendwo eine Fläche, wo Fische getrocknet werden. Im Gegensatz zu anderen Gegenden, ist das Fischvorkommen hier enorm. Mit eigenen Augen sehen wir, wie Fischer um unsere Lupina herum im Minutentakt grosse Fische, 30-50cm lang, aus dem Wasser ziehen.
Drei Generationen auf einem Bild: die Grossmutter, auf der Treppe sitzend, ist kaum älter als 40 Jahre. Zum Glück hat Pia vorher noch diverse Geschenke in ihren Rucksack gepackt, und wir können allen Familienangehörigen damit grosse Freude bereiten. Es ist unser Dank für die Führung durchs Dorf. An Geld sind sie nicht interessiert, denn hier draussen können sie sich nichts kaufen dafür. Sie haben ja so wenig! Da ist alles, was sie irgendwie brauchen können, etwas sehr Wertvolles. Tolle Begegnungen!
Während wir uns an Land das Dorf zeigen lassen, liegt Lupina absolut ruhig mitten im Kratersee
Nach 2 Tagen verlassen wir den Kratersee und segeln zu unserer nächsten Station, in die Russian Bay. Von anderen Seglern hatten wir erfahren, dass es hier schöne Wanderungen zu machen gibt. Es wurde uns auch geraten, einen lokalen Führer zu engagieren, da die Pfade auf keiner Karte zu finden sind. Diesen Ratschlag befolgen wir gerne. Pauline, eine gut französisch- und englischsprechende, junge Frau, führt uns rund 4 Stunden lang durch eine sehr interessante Natur. Sie ist hier aufgewachsen und kann uns viel über die Geologie, Tierwelt und Pflanzen erzählen.
Fernsicht Richtung Südafrika
Blick über die Russian Bay mit unserer Lupina, zweites Schiff von links.
Der Name der Bucht hat eine interessante Geschichte. Im Jahre 1904, während des Russisch-Japanischen Krieges, schickte Russland eine Kriegsflotte von der Ostsee um die halbe Welt, um ihre dort von den Japanern stark unter Druck gesetzte Flotte zu unterstützen. Auf dem Weg dorthin legte ein Teil der Flotte einen zweimonatigen Zwischenstopp an der Westküste von Madagaskar ein, in unserer Bucht. Als der Befehl zum Aufbruch kam, weigerte sich ein Teil der Besatzung, das tropische Paradies wieder zu verlassen und in den Krieg zu ziehen. Sie desertierten mit einem der Schiffe. Dieses versteckten sie tief in den Seitenarmen der Bucht, wo es ein paar Jahre später schliesslich versank. Die desertierten Soldaten blieben auf Madagaskar, bauten Beziehungen auf zur einheimischen Bevölkerung und verbrachten den Rest ihres Lebens hier. Der letzte russisches Seemann dieser Flotte verstarb im Jahre 1936.
Etwas Tolles in ganz Madagaskar: es gibt keine giftigen und für den Menschen lebensgefährlichen Tiere – ausser einer Froschart vielleicht, die man aber mit der Zunge ablecken müsste. Dennoch ist die Tierwelt spannend und interessant. Auf unserer Wanderung versucht sich eine fast 2 Meter lange Madagaskarboa (sehr eng verwandt mit der in Mittel- und Südamerika beheimateten Boa Constrictor) vor uns zu verstecken. Pauline hat aber ein wachsames Auge und entdeckt sie für uns.
Grosser Madagaskar-Taggecko. Er zeichnet sich durch seine leuchtend neongrüne Farbe und die charakteristischen roten Punkte auf dem Rücken aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gecko Arten sind Taggeckos – wie der Name schon sagt – tagaktiv.
Wir haben die Wanderung früh um 7 Uhr begonnen. Jetzt, 4 Stunden später, brennt die Sonne fast senkrecht vom Himmel. Jedes Schattenplätzchen ist willkommen.
Zum Abschluss unserer anstrengenden, aber wunderschönen Wanderung, und zum Abschluss unseres Segeltörns rund um Nosy Be lassen wir es uns noch einmal richtig gut gehen mit einem feinen, lokalen Essen: Salat aus Randen, Gurken und Tomaten, lokalen Fisch vom Grill, äusserst leckerer Gemüseeintopf (Bohnen, Karotten, Kartoffeln, Aubergine und viele Gewürze) und natürlich Reis, viel Reis. Hmm – einfach köstlich!

In der Russian Bay drehen wir nun um und kehren zurück nach Hell-Ville auf Nosy Be. Morgen Sonntag sind wir noch von unseren neuen Bekannten, Beza und Edy, zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Am Montag früh klarieren wir dann aus und beginnen unsere Fahrt nach Südafrika. Der Mozambique Kanal und die Küstengewässer von Südafrika zählen zu den schwierigsten und gefährlichsten Passagen weltweit. Der Agulhas-Strom mit seinen gefürchteten Wirbeln und starker Strömung, die extrem schnellen Wetterwechsel und unberechenbare Wellen lassen jeden Segler nervös werden. Auch wir haben grossen Respekt vor diesem Abschnitt unserer Reise. Entsprechend haben wir einschlägige Literatur studiert und beobachten seit einiger Zeit andere Schiffe bei ihrer Passage sehr intensiv. Auch haben wir uns die Dienste eines mit diesen Gewässern vertrauten Wetter-Routers gesichert. Dieser wird uns aus der Distanz helfen, die beste Route und den idealen Zeitpunkt für die Fahrt zu bestimmen.

Lupina ist bereit – wir auch! Am Montag, 19.10.2026, geht es los. Zunächst noch in Tagesetappen der Westküste von Madagaskar entlang südwärts, dann, im Bereich der engsten Stelle, über den Mozambique Kanal und anschliessend der afrikanische Küste entlang in den ersten Hafen von Südafrika: Richards Bay.

Komm, steig ein und verfolge unsere Reise. Mit diesem Link Noforeignland kannst du den Fortschritt unserer Reise zeitnah verfolgen.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Umrundung der Nordspitze von Madagaskar

11. – 25.9.2026

Im vorliegenden Bericht nehmen wir dich mit auf die Umrundung der Nordspitze von Madagaskar. Es erwartet uns eine raue See mit hohen Wellen und viel Wind. Wir planen, zunächst noch den Schutz von Nosy Sainte-Marie zu nutzen, danach die Bucht «Baie d’ Antongil» zu überqueren und dann in einer Distanz von 5-10 Meilen vor der Küste bis nach Antsiranana zu segeln. Dort wollen wir ein gutes Wetterfenster abwarten für die Umrundung der Nordspitze, bevor es dann auf der Leeseite von Madagaskar gemütlich wieder gegen Süden geht. So der Plan. Wie immer, kommt es anders – aber der Reihe nach.
Am 11.9.2026 heisst es «Anker auf» und los geht die Reise. Zunächst in gemütlicher Fahrt auf der Leeseite von Nosy Sainte-Marie entlang nordwärts. Kaum sind wir aus der Abdeckung der Insel heraus, kommt ein grosser Schwell schräg von hinten auf unsere Lupina zu. Da auch der Wind von achterlich bläst, haben wir eine schlechte Seitenführung. Ein starkes Rollen ist die Folge. Ansonsten: herrliches Segeln.
Je weiter nördlich wir kommen, desto stärker werden Wind und Welle. Das gemütliche Segeln wandelt sich langsam in ein nasses Segeln. Von allen Seiten spritzt Wasser-Gischt über das Deck.
Wir konsultieren laufend das Wetter im Bereich des Nordens. Die von uns geplante Passage führt durch ein Gebiet starker, mitlaufender Strömung (rechtes Bild, die Strömung kann bis zu 4 Knoten erreichen). Da wäre es wünschenswert, wenn der Wind nicht auch noch allzu stark ist. Auf dem linken Bild sehen wir, dass jetzt an der Nordspitze gerade zwischen 20 bis 25 Knoten blasen. Gemäss Vorhersagen wird der Wind dort in den nächsten Tagen auf weit über 30 Knoten zunehmen, und dann mindestens eine Woche so stark bleiben. Nach einer kurzen Lagebesprechung entscheiden wir, auf den Stopp bei Antsiranana zu verzichten und in einer Nachtfahrt direkt ans Cap d’ Ambre zu segeln.
Unser Leebett leistet uns bei solch unruhiger Fahrt einen grossen Dienst. Das vorne an der Bettkante befestigte und dann hochgebundene Tuch verhindert, dass die schlafende Person ungewollt aus der Koje kullert.
Die Fahrt zum nördlichsten Punkt von Madagaskar, Cap d’Ambre verläuft weiterhin sehr rollig.
Einmal kippt bei einer Welle in einem Schrank eine frisch geöffnete Sirup Flasche um. Leider ist der Deckel nicht ganz dicht, und die süsse, klebrige Masse suchte sich ihren Weg in den Schiffsbauch. Bis wir das Unglück bemerken, ist schon die halbe Flasche leer. Die Reinigungsequipe Brem nimmt sich rasch und gekonnt der Sache an. Bald schwindet der Ärger und weicht der Freude darüber, dass nun auch die Bilge wieder mal gründlich geputzt ist.
Nach der Nachtfahrt erscheint am nächsten Morgen der Leuchtturm am Cap d’Ambre. Wir halten uns eng an die Küste. Von mit dem Gebiet gut vertrauten Seglern wissen wir, dass Strömung und Wellen nahe am Land viel geringer sind. Es gibt hier auch keine gefährlichen Untiefen, die man fürchten muss.
Kaum liegt der Leuchtturm querab, reduzieren sich die Wellen kontinuierlich, und das heftige Rollen weicht einem sanften hin und her Wiegeln. Wir sind erstaunt und gleichzeitig erleichtert, dass die Rundung der Nordspitze so problemlos und elegant verläuft.
Zügig und nun fast ohne Rollen geht die Fahrt rund 8 Seemeilen auf der Westseite südlich weiter. In einer tief eingeschnittenen und weit verästelten Bucht finden wir unseren ersten Ankerplatz, seit wir in Nosy Sainte-Marie aufgebrochen sind.
Herrlicher Sonnenuntergang bei wolkenlosem Himmel. Wir gönnen uns einen ausgiebigen Ankertrunk und geniessen eine Nacht ohne jegliche künstlichen Lichter – die Gegend ist menschenleer und total einsam.
Der angesagte Starkwind erreicht zu unserem Erstaunen auch die Westseite der Insel – obwohl die Wetterkarten das nicht so abbilden. Wir entscheiden, zügig weiter südlich zu segeln, in der Hoffnung, dass dort die breitere Landmasse von Madagaskar den Wind etwas aufhalten kann.
Sehr starke Wind im Bereich 45-50 Knoten zerren eine halbe Stunde lang heftig am Rigg und dem Bimini. Unglaublich, was das Schiff aushalten muss. Wir sind froh über unser gut schützendes Mittelcockpit.
Unterwegs treffen wir einheimische Fischer an, die offensichtlich an solche Verhältnisse gewohnt sind. Zu beachten das Segel! Ein ausgemustertes Segel einer Segelyacht dient den Fischern noch lange als Antrieb für ihr Holzboot.
Die Ankerbuchten gleichen sich. Der Landbereich ist sehr karg und trocken. Es erinnert uns stark an die Inseln in Griechenland. Der Ankergrund ist eine Mischung aus Sand und Schlick und hält unseren Anker jeweils bombenfest. Das Negative bei solchem Ankergrund: der Dreck bleibt an der Kette hängen und versaut uns Winch und Deck. Früher haben wir das immer sofort runter gewaschen. Heute lassen wir es aber zuerst an der Sonne trocknen und kehren es dann einfach weg.
Ein weiterer fantastischer Sonnenuntergang
Leider folgt uns auch der Wind. Das Bild zeigt die über eine Stunde aufgezeichneten Winddaten am Ankerplatz. Während der linke Teil die Windrichtung angibt (TWD = true wind direction, wahre Windrichtung), zeigt der rechte Ausschnitt die Windstärke (TWS = true wind speed, wahre Windgeschwindigkeit). Man sieht, es gibt Böen bis zu 50 Knoten. Der Mittelwert der Windgeschwindigkeit über eine Stunde gemessen beträgt 32.2 Knoten. Für den Laien: bis 15 Knoten Wind sind die Bedingungen am Anker angenehm. Darüber wird es ungemütlich. Ab 30 Knoten wird es heftig.
Wir versuchen, dem Wind weiter zu entfliehen. Mit minimalen Segeln (im Bild das Kutter Segel) stechen wir auch bei diesen heftigen Winden in See. Da wir uns auf der Leeseite der Insel befinden, sind die Wellen zum Glück recht flach.
Endlich beginnt der starke Wind nachzulassen. Dafür gelangen wir in eine Zone, wo die thermischen Winde überwiegen. Das bedeutet, dass tagsüber der Wind eher vom Meer in Richtung Land weht, in der Nacht dann umgekehrt vom Land aufs Meer hinaus. Eine Herausforderung für das sichere Ankern. Pia sucht hier gerade ein ideales Ankerplätzchen.
Überall, wo es in der Nähe des Ankerplatzes Bewohner hat, müssen wir damit rechnen, dass wir Besuch erhalten. Die Einheimischen nutzen die Gunst der Stunde, vielleicht etwas von dem vor Anker liegenden Schiff zu erhaschen. Meist sind es Seile, Taucherbrillen, Flossen oder Köder zum Fischen, worauf sie scharf sind. Meist bringen sie irgendwelche Früchte oder Kokosnüsse mit, um diese einzutauschen. Wir haben immer irgendwelches Material bereit, dass wir nicht mehr brauchen, für die Leute aber noch sehr viel Wert hat.
Auf der Insel Nosy Mitsio können wir erstmals unter normalen, sprich Winde unter 20 Knoten, Bedingungen ankern. Die Einfahrt in die weite Ankerbucht wird durch viele kleine Felsinsel abgeschirmt, so dass praktisch kein Schwell einlaufen kann.
Das Land auf der Insel Nosy Mitsio ist sehr trocken. Die Hügel sind zu flach, als dass sie Regen aus dem Himmel kitzeln könnten, wie es auf der Hauptinsel etwa 20 Seemeilen weiter östlich der Fall ist. Im Schatten der Palmen und hohen Mangobäume verstecken sich etwa zwei Dutzend kleine mit Palm- oder Pandanus Blättern bedeckte Holzhütten.
Lupina (ganz weit hinten im Hintergrund knapp ersichtlich) hat die ganze Bucht für sich alleine. Nur ein paar Fischerboote am Ufer leisten ihr Gesellschaft.
Man glaubt es kaum, aber dies ist ein völlig intaktes, gebrauchsfähiges Fischerboot. Angetrieben wird es mit einem primitiven Segel, das mit Hilfe eines kurzen Mastes, einer langen Bambus-Stange und diversen Leinen gesetzt wird. Der äusserst konstante Wind hilft den Fischern bei ihrer täglichen Arbeit: am Morgen weht er aufs Meer hinaus, um die Mittagszeit schläft er ein, dreht seine Richtung und baut sich am Nachmittag in Richtung Land wieder auf. Jeden Tag.
An der Südwestspitze von Nosy Mitsio erhaschen wir auf der Weiterfahrt ein kleines Naturphänomen: Basaltsäulen. Diese entstehen durch das Abkühlen und Zusammenziehen von heißer Lavaschmelze unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Sind diese Bedingungen ganz optimal, können sich mehrere Meter lange «Orgel-Pfeifen», wie die Säulen auch oft genannt werden, formieren.
Die Orgel-Pfeifen etwas näher. Bei der Gestaltung der Säulen wählt die Natur den energetisch günstigsten Weg. Um den Raum optimal zu nutzen und die Spannung gleichmäßig zu verteilen, entstehen meist fünf- oder sechseckige Muster Je langsamer und gleichmäßiger die Lava abkühlt, desto perfekter und länger werden die Säulen.
Die nächste Insel auf unserer Fahrt: Tsara Bajina. Wir sind nun endgültig wieder im Gebiet der weissen Sandstrände und des türkisfarbenen Wassers angelangt. Leider ist der Ankerplatz gegen Osten offen, und wird nach dem regelmässigen Winddreher sehr rollig. Wir bleiben nur eine Nacht.
Tsara Bajina: ein wunderschön farbiger Sonnenuntergang entschädigt uns für das Rollen, das uns in der Nacht erwartet. Der Rauch vom Abbrennen der Zuckerrohrfelder auf der entfernten Hauptinsel ist für die Farbenpracht verantwortlich.
Am nächsten Tag sind wir bei Sonnenaufgang bereits unterwegs. Unser Ziel: Nosy Be, die Ferieninsel. Da der Wind gegen Mittag abstellen soll, wir die ganzen 30 Seemeilen aber segeln wollen, ist ein frühe Start angesagt.
Hell-Ville, die Hauptstadt auf Nosy Be, ist eine Hafenstadt. Hier müssen wir uns intern wieder anmelden. Der Gang zu den Behörden ist reine Formsache und es geht hauptsächlich um das Bezahlen von Gebühren. Im ersten Moment sind wir etwas geschockt über den schlechten Zustand der Infrastruktur und der Gebäude. Offensichtlich war das früher einmal anders. Heute wirkt alles etwas runtergekommen aus.
Das Leben findet auf der Strasse statt. Hier wird gekocht, Geschirr gewaschen, und der täglichen Arbeit nachgegangen.
Einem alten Renault R4 wird neues Leben eingehaucht. Ob es wohl gelingt?
Unsere Bordvorräte an frischen Früchten und Gemüse konnten seit unserem Aufbruch von Nosy Sainte-Marie nicht mehr gross ergänzt werden. Einmal konnten wir unterwegs ein altes Seil gegen ein paar Bananen umtauschen, aber die sind mittlerweile auch schon wieder weggefuttert. Höchste Zeit für Nachschub. Den finden wir am sehr guten und reichlich bestückten Markt in Hell-Ville.
Üblich auf solchen Märkten: dinge wie Reis, Hirse, Getreide oder Bohnen werden offen verkauft.
Getrockneter Fisch – nicht unbedingt unser Ding 😉
Dass sich in dieser Gegend der Wind nach der Tageszeit richtet, wurde bereits erwähnt. Wir beobachten, dass immer zur selben Zeit, am späteren Nachmittag, schwer beladene Schiffe unter Segel von der Hauptinsel zur Nosy Be segeln. Geladen sind sie mit Sand, Kies, Backsteinen und anderen Baumaterialien. Das Löschen der Schiffe ist schwerste Handarbeit.
Am Ufer dann die Baustoffhändler.
Es ist nicht einfach, für unser Dinghi einen guten und sicheren Anlandeplatz zu finden. Irgendwie haben wir kein gutes Gefühl, unser Transportmittel irgendwo unbewacht stehen zu lassen. Wir haben Glück? Francois (Bild) bietet sich an, für umgerechnet 2 Franken auf unser Dinghi aufzupassen. Der Betrag scheint auf den ersten Blick für lokale Verhältnisse sehr hoch. Aber sein Job ist streng. Er muss unser Beiboot regelmässig um parkieren, um Platz für die Fähren und Taxis zu schaffen. Wir machen sicherheitshalber ein Bild von Francois, damit wir beim Empfang des Dinghis nicht einen falschen Mann bezahlen.

In den letzten 14 Tage haben wir reichlich Seemeilen zurückgelegt. Über 500 sind es geworden, und dies zum Teil unter sehr widrigen Umständen. Nun wollen wir es etwas gemütlicher angehen und in den nächsten Wochen die Ankerplätze in der Umgebung von Nosy Be erkunden. Auch wollen wir versuchen, noch mehr über Land und Leute zu erfahren. Madagaskar soll ja angeblich das Land des Pfeffers und der Vanille sein. Zudem gibt es viele exotische Tiere, die nur hier vorkommen, wie etwa das Chamäleon.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Auf zur Pirateninsel – Nosy Sainte-Marie (Madagaskar)

29.8. – 10.10.2026

Der Monat August neigt sich langsam dem Ende zu. Wir sind gut im Zeitplan, den wir uns vorgenommen haben, um die beste Wettersituation für die Passage von Madagaskar über den berüchtigten Mozambique Channel nach Südafrika zu nutzen. Im November beginnt über Madagaskar die Zyklon Zeit. Spätestens dann müssen wir weg sein. Aber kurzfristig will das Wetter nicht so richtig mitmachen. Eigentlich wären wir reisefertig, aber eine Front aus dem Süden veranlasst uns, noch ein paar Tage in der sicheren Marina zu bleiben.

Dieses Bild zeigt Wind (linke 2 Bilder) und Wellenhöhe (rechte 2 Bilder). Der Ausschnitt ganz links zeigt den Wind für den Freitag, 28.8. Der rote Bereich ist eine Starkwind Front, die sich von Süden Richtung Norden, also genau über uns hinweg, bewegt. Wir wollen die mit dem Pfeil markierte Strecke segeln. Schon am Montag, 31.8., ist die Lage entspannt. Was uns mehr Sorgen bereitet und uns schlussendlich zum Warten überzeugt, ist die Wellenhöhe, die auf dem Meer zu erwarten ist. Am Samstag, 29.8., ist grossflächig mit sehr hohen Wellen zwischen 5 und 6 Metern zu rechnen (roter Bereich auf den Wellenbildern). Bis am Montag, 31.8. sollten diese aber bei La Réunion auf rund 3 Meter zurück gegangen sein. Wir verschieben unsere Abfahrt auf den Montag, 31.8.2026
Die Verzögerung der Abreise um 3-4 Tage verschafft uns die Gelegenheit, wieder einmal unsere Kontakte zu anderen Seglern zu pflegen. Diesen hier, den Einhandsegler Martin von der Segelyacht Comeback, verfolgen wir schon länger auf seinen Blogs. Dass wir ihn in La Réunion treffen, ist für ihn ein Glücksfall. Auf seiner Fahrt gegen Wind und Welle in Richtung Australien ereilt ihn ein Schaden an einem Segel. Er entscheidet, nach La Réunion abzubiegen, um es dort reparieren zu lassen. Unterwegs erkrankt er sehr schwer, er vermutet eine Lebensmittelvergiftung. Angekommen in der Marina, rappelt er sich auf, um sich etwas Essbares zu besorgen. Da treffen wir ihn. Wir merken, etwas stimmt nicht mit ihm. Er ist total geschwächt und hat starke Bauchschmerzen. Wir helfen ihm zurück auf sein Boot- Am nächsten Tag ist sein Zustand schlimmer. Das Bild stammt aus der Notaufnahme des Spitals. Pia hat Martin, der kein Französisch spricht, als Dolmetscherin dorthin begleitet. Diagnose: Gallensteine mit starker Gallenblasenentzündung – Operation am nächsten Tag. Noch 2 Tage länger auf See und es wäre für ihn sehr kritisch geworden. Martin – gute Besserung!!
Während Pia für Martin die Krankenschwester und Dolmetscherin spielt, mach ich auf Bootsdoktor und unterziehe Lupina einem gründlichen Gesundheits-Check. Alles gut, bis auf diese schon stark durchgescheuerte Aushole-Leine des Fock-Furlers.
Gut ist der Verschleiss rechtzeitig erkannt: Schnell ist der Furler zerlegt und die Fehlstelle an der Leine beseitigt.
Wir haben es bereits erwähnt: wir geniessen die Zeit auch, um Kontakte zu pflegen und neue Leute kennen zu lernen. Uwe und seine Partnerin Nathalie sind mit ihrer 60 Fuss Amel SY Artemis auf Weltumrundung. Leider rauschen sie wohl an uns vorbei und wir können ihr Tempo nicht ganz halten. Aber man weiss ja nie! Unsere WhatsApp Gruppe haben wir jedenfalls in «Final Hamburg», der Zielhafen der Beiden, umbenannt.
Ein paar Tage unsere Bootsnachbarn in der Marina: Wolf (stehend) und Rolf mit ihrem Alu-Schiff SY Boaty McBoatface. Auch sie wollen zügig weiter in Richtung Heimatland: Deutschland.
Und dann, am Tag vor unserer Abreise, fliegt Anke, die Partnerin vom inzwischen erfolgreich operierten aber immer noch hospitalisierten Martin, aus Deutschland ein.
Und zum Abschluss unseres Aufenthaltes noch ein rührendes Erlebnis. Es gibt da eine Kneipe mit dem Namen «Le Boucanier», zu Deutsch der Seeräuber. Schön als Piratenschiff dekoriert. Natürlich sind wir mit den Besitzern ins Gespräch gekommen. Er war nach seiner Boxer-Karriere für längere Zeit in der Marine tätig und hat sich so nach und nach eine grössere Sammlung von Schiffsutensilien angelegt. Das meiste davon liegt und hängt nun schön angeordnet in ihrer Bar. Als sie erfahren, dass wir schon 8 Jahre lang mit einem Segelboot die Welt bereisen, sind sie begeistert. Als wir uns von ihnen nach fast 3 Wochen verabschieden wollen, ist er kurz hinter der Theke verschwunden und mit diesem mit Antirutschmaterial beschichteten Servierbrett zurückgekommen. Nun haben wir auf der Lupina zum Kredenzen des feinen La Réunion Rums der Marke «Charrette» eine geeignete Unterlage. Merci beaucoup à vous deux!
Dann, endlich geht’s los! Nach einer kurzen, speditiven Zollinspektion kriegen wir die Ausklarierungspapiere in die Hand gedrückt, und los geht’s Richtung Madagaskar. Wir rechnen für die Distanz von rund 400 Seemeilen mit rund 3 Tagen. Die Fahrt führt uns in nordwestliche Richtung, unser Ziel eine der Hauptinsel Madagaskar vorgelagerte, kleine Insel mit dem schönen Namen Nosy Sainte-Marie
Vor dem Lösen der Leinen zuerst ein kurzer Adrenalinschub beim Skipper Wie immer, wenn wir in einer Marina los fahren, prüfe ich zuerst die Funktion des Propellers, indem ich kurz den Rückwärtsgang und danach den Vorwärtsgang einlege. Diesmal merke ich, der Propeller öffnet die Flügel nicht richtig. Er macht einen höllischen Lärm aber erzeugt keinen Schub. Da gibt’s nur eins: ins Wasser mit einem Schraubenzieher bewaffnet, und die Müschelchen, welche sich in den Zahnrädern eingenistet haben, herauskratzen. Nach einer Viertelstunde ist es dann aber soweit, es kann los gehen. Wie auf Grund von Wettervorhersagen zu erwarten, empfangen uns schon kurz nach der Hafenausfahrt ruppige Wellen, die in den ersten Stunden noch bis gegen 4 Meter zunehmen. Es ist ungemütlich auf der Lupina.
Erstaunlicherweise hat Pia diesmal kein Problem mit den Wellen und lacht mich nach der ersten Nachtschicht beim Zubereiten des Frühstücks unternehmungslustig an.
Nach der zweiten Nacht auf See lichtet sich endlich auch die dichte Wolkendecke und die Sonne kündet sich mit einem spektakulären Farbenspiel am Horizont an. Die Wellen sind mittlerweile auf unter 3 Meter gesunken.
Nach ziemlich genau 3 Tagen erreichen wir die Landesgrenze von Madagaskar.
Am frühen Vormittag des 3.9.2026 fällt der Anker vor dem Hauptort der Insel Sainte-Marie. In lokaler Sprache heisst sie eigentlich «Nosy Boraha» und auf Französisch «Ìle Sainte-Marie». Kurzerhand wird sie heute «Nosy Sainte-Marie» genannt. Wir sind noch nicht fertig mit dem Ankermanöver, da rauscht ein Boot der lokalen Marinebehörde heran und fordert uns freundlich auf, doch bitteschön zum Einklarieren an Land anzulegen. Also wieder Anker hoch, um dann nur ein paar hundert Meter weiter seitwärts an den schon daliegenden Schiffen festzumachen. Das Manöver klappt, dank vielen helfenden Händen, problemlos.
Nacheinander erhalten wir Besuch von 5 Behörden, alle sehr freundlich und zuvorkommend. Nach knapp einer Stunde sind wir einklariert – bis auf das Tourist-Visa. Das müssen wir uns bei der Police National, welche auch die Funktion der Einwanderungsbehörden wahrnimmt, in der Stadt besorgen.
Beim Gang in die Stadt wird uns schnell klar, dass wir hier nach den letzten Inseln mit eher moderneren Standards wieder in eine Welt eintauchen, wie wir sie auch etwa in Vanuatu kennen gelernt haben. Die Leute leben in sehr einfachen Verhältnissen.
Handgeschnitzte Einbaum Kanus – ein wichtiges Arbeitsmittel der lokalen Fischer
Wasserleitungen in Häuser gibt es nur für modernere Gebäude in der Stadt. In einfacheren Gegenden decken sich die Menschen an diesen Brunnstellen mit dem kostbaren Gut Wasser ein.
Zwei Dinge zeigt dieses Bild: es gibt offenbar eine lokale Radiostation und für Sammler von Oldtimer Autos ist unsere erste Station in Madagaskar eine wahre Fundgrube. Vor allem alte französische Marken, wie dieser Renault R4, der mindestens 50 Jahre alt sein dürfte – und noch läuft!
Feierlicher Akt im Kommissariat der Police National: wir bekommen unsere Visa
Kurz danach ein paar Gehminuten weiter setzt mir die freundliche Mitarbeiterin eines lokalen Telefonanbieters eine SIM-Karte ein – wir sind wieder mit dem Rest der Welt verbunden.
Angekommen!!
Während wir uns einen Ankommens-Drink gönnen, geniesst Lupina das ruhige Wasser ihres Ankerplatzes.
Nosy Sainte-Marie war einst beliebt unter Piraten und gefürchtet von Handelsschiffen. Während des goldenen Zeitalters der Seeräuberei – besonders zwischen 1680 – 1720 galt es als das berüchtigtste Piratennest der Welt. Zu Spitzenzeiten lebten über 1’000 Piraten dauerhaft auf dem Eiland. Wir besuchen hier den Friedhof aus dieser Zeitepoche.
Wir werden fündig! Diverse Grabsteine tragen das stolze Zeichen der Piraten. Vor allem Kapitäne und andere höherrangige Crewmitglieder fanden hier ihre letzte Ruhe. Auch heute noch können sie die Handelsschiffe vorbeifahren sehen, wie früher, zu ihrer Zeit, als die ersten Handelsflotten die lukrative Handelsroute im Indischen Ozean in ihre Fahrpläne aufgenommen haben. Gut möglich, dass noch einiges von ihrer reichen Beute von damals hier irgendwo versteckt ist und auf seine Entdeckung wartet.
Einst ein wunderschönes Haus aus der Zeit der französischen Kolonie (1896 – 1960) – nun nagt der Zahn der Zeit daran.
Die Häuser in der Hauptstadt mit dem kaum auszusprechenden Namen Ambodifototra haben kaum höheren Standard wie diejenigen auf dem Land. Was uns sehr angenehm auffällt: die Sauberkeit in den Strassen, auf den Grundstücken – und auch am Strand.
Möbelfabrik auf Nosy Sainte-Marie – einfachste Werkzeuge und geschickte Hände.
Modernes Möbelhaus mit Ausstellungsraum.
Und so sieht das Möbelstück dann im Einsatz aus!
Autos gibt es auf der Insel nur ganz wenige. Wer ein Auto besitz, ist entweder Ausländer oder hat mit der Touristenbranche zu tun. Die wichtigsten Transportmittel sind Fahrräder, Rikschas und das Tuk-Tuk.
Spielplatz der Kinder. Ach, wie wohltuend zu sehen, wie sie auch ohne viel teures Spielzeug, wie es bei uns zu Hause vermeintlich nicht mehr wegzudenken ist, ihre wahre Freude haben miteinander.
Wenn wir schon bei Spielzeugen sind – auch ich finde eines! 😊 Wir mieten uns für einen Tag ein Motorrad (Preis für einen ganzen Tag gerade mal umgerechnet 12 CHF), um die Insel zu erkunden.
Auf Nosy Sainte-Marie gibt es nur eine Strasse (rote Linie), die durchgehend geteert ist. Sie führt im Wesentlichen der Westküste entlang, wo die Mehrheit der rund 30’000 Einwohner wohnt. Rund die Hälfte der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Ambodifototra. An der viel raueren, dem ständigen Passatwind ausgesetzten Ostküste, gibt es nur wenige Siedlungen.
Erst als wir die Verkehrszeichen beachten müssen, fällt uns auf: die sind alle von Hand gefertigt! Pfosten und Schilder sind betoniert, und das Verkehrssignal von Hand aufgepinselt. Überhaupt treffen wir sehr viele Dinge an, die von Hand gefertigt und vor allem hier in Madagaskar hergestellt werden. Ein Zollstreit, wie er gegenwärtig fast weltweit stattfindet, kann hier niemandem etwas anhaben.
Eine schöne Insel hat auch schöne Strände! Das trifft auf der rund 50 Kilometer langen und maximal 7 Kilometer breiten Insel völlig zu. Vor allem auf der windgeschützten Westküste finden sich viele verträumte Sandstrände.
Reis ist das Hauptnahrungsmittel. Sogar zum Frühstück wird Reis gegessen. Viele Menschen leben von Eigenversorgung. Irgendwo haben sie ein Reisfeld (Bild), einen Gemüsegarten und Bananenstauden. Der Boden ist fruchtbar und das Klima erlaubt es, das ganze Jahr über zu produzieren und ernten. Einfuhr von Nahrungsmitteln ist nicht notwendig.
Auf der Fahrt quer über die Insel an die Nordostküste durchqueren wir hügelige Weidelandschaft mit einfachsten Unterkünften für die Hirten. Die Wäsche wird zum Trocknen am Boden ausgelegt oder über Sträucher gehängt.
Nordosten von Nosy Sainte-Marie. Obwohl die Kokospalme heute das Landschaftsbild vieler madagassischer Küsten prägt, gehört sie zu den eingeführten Nutzpflanzen. Sie stammt ursprünglich aus der Südsee und wurde erst durch australische und melanesische Seefahrer aus dem Raum Melanesien eingeführt.
Die wilde Ostküste. Hier peitscht der starke Passatwind unaufhörlich hohe Wellen ans Ufer. Baden ist in den meisten Gebieten zu gefährlich – ausser in «Piscines Naturelles»: natürlich geformte Pools, die durch solch vorgelagerte Felsenbänder vor der Brandung abgeschirmt werden.
Immer wieder entdecken wir etwas, dass uns einen ein Rückblick in die Vergangenheit erlaubt. Hier ein Steinbrecher, der von Hand mit einem Hammer grosse Steine zerkleinert zu Kies einer bestimmten Grösse. Diesen Kies kann er dann zur Herstellung von Beton verkaufen und so ein kleines Einkommen generieren.
Besuch beim Coiffeur.
Et voilà – es darf gelacht werden 😊 Aber: ich erfahre, ich sei mit meiner neuen Frisur voll im Trend – ein klassischer Undercut.
Vor einer Woche sind wir auf Nosy Sainte-Marie, der Pirateninsel, angekommen. Ein wunderbarer Einstieg in eine uns völlig unbekannte Welt, Madagaskar. Ein weiteres Mal beeindrucken uns die Menschen. Sie leben mit Wenig, machen das Beste daraus und sind glücklich. Neid und Missgunst, Habgier und andere schlechte Eigenschaften kennen sie nicht. Sie sind offen und ehrlich, der Kontakt zu ihnen einfach und immer sehr herzlich.

Nun sind wir gespannt, wie wir die Menschen auf der Hauptinsel erleben. Das Wetterfenster für eine Weiterfahrt an die Nordostspitze von Madagaskar ist gut. Heute Nachmittag haben wir von der Hafen- und Schifffahrtsbehörde (APMF) die notwendigen Papiere abgeholt, welche uns erlauben, zum nächsten Hafen weiter zu fahren. Ein etwas bürokratischer Prozess – aber das sind halt die Regeln. Morgen Freitag, 11.9.2026, brechen wir auf. Wir haben etwa 320 Seemeilen vor uns, die es vor allem im letzten Bereich in sich haben. Es warten Winde bis 30 Knoten auf uns.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

La Réunion – Europa im Indischen Ozean

9.8. – 28.8.2026

Die letzten Tage auf Mauritius verbringen wir hauptsächlich mit Flanieren, Büroarbeiten (die Anträge für die Einreisebewilligungen in Madagaskar müssen gestellt werden) und Putzen. Ja, der Liegeplatz direkt am Stadtquai ist zwar super bequem. Mit jedem kräftigen Windstoss fliegen aber Staub, Strassendreck und Sandkörner auf unser Deck. Unser Staubsauger ist fast im Dauereinsatz.

Am 11.8.2026 passt dann das Wetter und es heisst wieder einmal «Leinen los!». Zuerst müssen wir aber noch ausklarieren. Freundlicherweise erlauben uns die Behörden (Immigration und Zoll) ohne Schiff bei ihnen vorbei zu kommen. Wir sind froh darüber, denn es herrscht gerade Spring-Ebbe, das heisst, der Wasserstand ist infolge des Mondstandes (Neumond) besonders niedrig. Es wäre am Zollsteg sehr knapp geworden. Kurz vor 10 Uhr sind wir klar und können unsere Lupina aus dem engen Parkfeld manövrieren (Bild verdankt an SY Pajé).
Pia räumt noch die letzten Leinen und Fender weg, während Lupina sich durch die Hafeneinfahrt schlängelt und sich auf das offene Meer freut (Bild verdankt an SY Artemis)
Letzter Blick zurück auf Mauritius.

Es liegen rund 135 Seemeilen vor uns. Gemäss Wetterprognose haben wir anfänglich sehr schwachen Wind, der dann in den ersten Stunden etwas zunehmen und dann bis 20 Meilen vor dem Ziel konstant bleiben soll. In der Realität stimmt es dann in etwa so. Zum Glück ist der Wind sogar leicht stärker, als angesagt. Von der Küste weg, noch ohne Wellen, ist die Lupina ab 5 Knoten Wind schräg achterlich gerade noch segelbar. Mit Wellen würden die Segel zu stark schlagen. Je weiter wir von Mauritius wegkommen, umso mehr frischt der Wind auf (10-12 Knoten), leider aber auch die Wellen. Da kurz und steil sind diese überraschend aggressiv. Es dauert nicht lange, meldet sich bei Pia eine leichte Übelkeit an, insbesondere als bei einem heftigen Squall (kurzes Gewitter) noch ein wenig Anspannung ins Spiel kommt. Da wir nur einen Tag unterwegs sind, beeinträchtigt uns das nicht. Für mich als Nachtmensch ist eine verlängerte Nachtschicht eh kein Problem.

Anfahrt von La Réunion in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages.
Beim Setzen von Gastlandflagge und Q-Fahne kann Pia schon wieder lachen. Ja, du siehst richtig: wir setzen die französische Fahne, die offizielle Flagge von La Réunion.
Später erfahren wir, dass es sehr wohl eine lokale Flagge gibt. Sie zeigt einen roten Vulkan mit 5 Sonnenstrahlen auf blauem Grund. An Land bekommen wir ein Exemplar mit der Zahl 974. Es ist die offizielle französische Postleitzahlen-Kennung und Nummer des Übersee-Départements. Jetzt trägt Lupina stolz die Flagge von La Réunion.
Wir sind noch etwas zu früh. Die Küstenwache hat uns per Funk mitgeteilt, dass wir erst ab 8:30 Uhr ins Hafenbecken einfahren dürfen. Also rollen wir einfach alle Segel weg, lassen uns treiben und geniessen ein kräftigendes Frühstück. Um 8 Uhr starten wir dann den Motor und legen die letzten 4 Meilen unter Maschine zurück. Genügend Zeit, um Festmacherleinen und Fender vorzubereiten.
Marina Pointe de Galets, Le Port: Das professionellste und speditivste Einklarieren, das wir bisher erlebt haben. Ein Mitarbeiter der Marina und sein Helfer nehmen unsere Leinen in Empfang und machen diese fachkundig fest. Kaum ist der Motor aus, wird mir, dem Skipper, ein Willkommenspaket in die Hand gedrückt, das unter anderem auch einen Stadtplan, eine WiFi Karte und Zugangsschlüssen beinhaltet. Kaum ist der Marinero mit seiner Begrüssung fertig stehen die Behörden am Steg, stellen ein paar Fragen und keine 15 Minuten nach der Einfahrt in die Marina sind wir vollständig einklariert – ohne einen einzigen Gang in irgendein Büro! Wow!!
Da alles so schnell erledigt ist, haben wir den ganzen Tag Zeit für erste Entdeckungen. Mit dem Stadtplan der Marina bewaffnet machen wir uns auf den Weg. Uns ist nach Grün, Natur und Park zu Mute. Im Parc Boise sind wir auch schnell im grössten Park der Stadt, merken hier aber schnell: er trifft nicht unbedingt den Geschmack der Bewohner von Le Port – der Park ist fast menschenleer.

Die Stadt Le Port ist sehr industriell geprägt und hat als wirtschaftliches Herzstück und einziger Industrie- und Handelshafen der Insel enorme Bedeutung. Im Gegensatz zu den touristischen Badeorten an der Westküste ist Le Port eine reine Arbeiter- und Industriestadt, die am Reissbrett geplant wurde. Die Stadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts gezielt rund um den Hafenbau gegründet. Heute wickelt der Hafen (Grand Port Maritime) fast den gesamten Warenverkehr der Insel ab.

Ein Haus aus der Anfangszeit der Stadt. Strassenkünstler haben in den letzten Jahren etwas Farbe in die Stadt gebracht.
Was wir vorher nicht wussten: wir sind in der EU, in Frankreich! Die Währung ist der Euro, die Flaggen an öffentlichen Gebäuden ist die Trikolore, Autos laufen unter französischen Nummernschildern (Bild), gesprochen wird ausschliesslich Französisch, manchmal etwas Kreolisch aber fast kein Englisch. La Réunion zählt als eine eigene Region von Frankreich, ist voll in den französischen Staat integriert und das Staatsoberhaupt ist der französische Präsident.
Einen grossen Unterschied zu Frankreich stellen wir aber schnell fest: die Restaurants und Bars, am Vormittag und über Mittag jeweils rege besucht (Bild), schliessen bereits am frühen Nachmittag. Ab 14 Uhr erscheint die Stadt menschenleer. Erst gegen Abend öffnen vereinzelt Lokale für eine kurze Zeit.
Es ist deutlich kälter geworden. Temperaturen am Morgen unter 20 Grad sind keine Seltenheit. Trotzdem frühstücken wir wie immer im offenen Cockpit. Gut eingepackt stört uns das ganz offensichtlich nicht.

Die Vulkaninsel La Réunion entstand vor rund 3 Millionen Jahren im Indischen Ozean. Im Gegensatz zu den meisten Vulkanen der Erde liegt die Insel nicht an den Grenzen von tektonischen Platten, sondern entstand mitten auf der Afrikanischen Platte. Vor etwa 2 Millionen Jahren wuchs der Vulkan so hoch, dass er die Meeresoberfläche durchbrach und als Insel sichtbar wurde.

Aussicht von Cap Noir (Dos d’Âne): Das heutige Erscheinungsbild von La Réunion wurde durch zwei riesige Schildvulkane geprägt. Einer davon ist der Piton des Neiges, mit 3.070 Metern der höchste Berg im Indischen Ozean. Er ist der ältere Vulkan und baute den gesamten Nordwesten der Insel auf. Seine Aktivität endete vor rund 12’000 Jahren. Nach dem Einsturz seiner riesigen Magmakammern und durch starke Erosion entstanden tiefe Talkessel, wie derjenige von Mafate (Bild).
Um die Insel zu bereisen mieten wir uns für 5 Tage ein Auto. Schon am ersten Tag, beim Parkieren zu unserer ersten Wanderung bei Cap Noir, passiert ein Missgeschick: der Parkplatz ist voll und ich will, wie andere Autos auch schon, in die Grasnarbe parkieren. Eine abgesägte metallische Halterung eines Schildes, die im 10 Zentimeter hohen Gras versteckt ist, sehe ich nicht. Als es laut zischt ist es zu spät: der rechte Vorderreifen ist hin, an seiner Aussenwand klafft ein grosser Riss.
Kurzes Stossgebet (oder so etwas Ähnliches) gegen Himmel und der Entscheid, jetzt zuerst die Wanderung zu machen, sorgen dafür, dass die gute Laune schnell wieder Oberhand gewinnt. Der abenteuerliche, spannende Aufstieg zum Aussichtspunkt lässt den Frust über den platten Reifen definitiv vergessen.
Aufstieg nach Cap Noir: Im Hintergrund der Indische Ozean und die Stadt Le Port, im Vordergrund Pia bei Kraxeln.
Blick von Cap Noir über das Gebiet von Mafate: eine tief zerklüftete Caldera-Landschaft
Der Wanderweg führt teilweise spektakulär auf dem Kamm der Abbruchkante entlang.
Moralisch und seelisch gestärkt von der herrlichen Wanderung und den fantastisch schönen Eindrücken, klappt das Wechseln des Rades mit Links. Gelernt ist gelernt 😊
Das defekte Rad ist nun im Kofferraum verstaut. Es ist Wochenende und wir wollen niemanden mit dem Ersatz des Pneus belästigen. Von der Autovermietungsfirma haben wir telefonisch 2 Garagen genannt bekommen, wo wir den Pneu ersetzen können. Für den Moment alles gut also. Da bei uns in Le Port das Nachtleben nicht zu existieren scheint, fahren wir in die nahe gelegene Touristenstadt Saint Denis. Im Stadtzentrum werden wir schnell fündig.
Am nächsten Tag fahren wir an die Westküste der Insel. Wie üblich bei Schichtvulkanen finden sich der Küste entlang immer wieder Stellen, wo die flüssige Lava ins Meer geflossen ist, wie hier das Trou de Cuisinier bei Saint-Paul. Meist bleiben an den Abbruchkanten die Fliesskanäle der Lava als Höhlen mit glatten Innenwänden zurück.
Ausflug zu einem anderen spektakulären Aussichtspunkt, nach Maido. Allein die Anfahrt über eine gut ausgebaute, äusserst kurvenreiche Bergstrasse ist die Reise wert. Je höher wir kommen, umso mehr dominiert ein Strauch mit gelben Blüten: der Europäischen Stechginster. Die Sträucher tragen wunderschöne, leuchtend gelbe Blüten, die in der warmen Sonne intensiv nach Kokosnuss duften. Die Zweige sind jedoch mit extrem spitzen, harten Dornen übersät. Ein schönes Landschaftsbild – denken wir, lesen aber später auf «Wikipedia»: Die Pflanze wurde um 1850 von europäischen Siedlern als natürlicher Weidezaun für das Vieh eingeführt. In den Höhenlagen hat sie sich jedoch zu einer hochinvasiven Art entwickelt, welche die langmütige, heimische Flora regelrecht erstickt.
Der Piton Maido ist einer der spektakulärsten und meistbesuchten Aussichtspunkte auf La Réunion. Er liegt auf rund 2.200 Metern Höhe im Westen der Insel und wird wegen seiner atemberaubenden Kulisse oft als der „Balkon von La Réunion“ bezeichnet. Er bietet ein fantastisches Zwei-Seiten-Panorama.
Blickt man gegen Westen, breiten sich vor einem die sanft abfallenden Hänge der Westküste aus, die bis hin zu den weissen Sandstränden und Korallenriffen des Indischen Ozeans reichen.
Dreht man sich um, öffnet sich einem der tiefe, stark zerklüftete Vulkankessel des Piton des Neiges.
Von einer hölzernen Aussichtsplateau blickt man senkrecht an einer fast 1.000 Meter tiefen Steilwand hinab in den isolierten Talkessel Mafate. Man sieht die winzigen, abgelegenen Dörfer (Inselchen oder Ìlets genannt), die wie Vogelnester auf engen Hochebenen ihren Platz gefunden haben.
Am Montag früh stehen wir vor dem Pneu-Haus und lassen den defekten Pneu ersetzen. Da sie dieselbe Pneu Marke nicht vorrätig haben, müssen wir in den sauren Apfel beissen und auch den noch guten Pneu auf der Vorderachse ersetzen. Die ist eine gesetzliche Bestimmung und betrifft die Sicherheit – auch in der Schweiz.

Die Geschichte mit den Pneus sollte dann noch weiter gehen, unschön, und bis jetzt noch ohne Ende: Die Mietwagenfirma will einen Vorteil aus der Situation ziehen, indem sie darauf besteht, dass die beiden Reifen auf die ursprüngliche Marke zu wechseln sind. Dafür haben sie 400 Euro von der Kaution zurückbehalten. All dies erst nach der Fahrzeug Rückgabe. Bei der wurde uns nämlich noch schriftlich bestätigt, dass mit dem Fahrzeug alles in Ordnung sei. Erst spät in der Nacht kam dann das Schreiben wegen der «falschen» Marke – gleich zusammen mit der Rechnung. Wir haben dann noch telefonisch versucht, eine Einigung zu erzielen. Fruchtlos.

Der Gang zur lokalen Polizei und ein gepfeffertes Telefonat des zuständigen Beamten mit den Betrügern sorgte dann kurzfristig für Hoffnung bei uns. Grand merci à la Police National!! Leider aber hat die Autovermietung die 400 Euro bis heute noch nicht zurückerstattet. Wir bleiben dran!
Mit neuen Vorderpneus geht es weiter, diesmal in den Süden, ins Gebiet des zweiten Vulkanes. Der Piton de la Fournaise ist noch aktiv. Er entstand vor etwa 500’000 Jahren im Südosten der Insel auf den Ausläufern des Piton des Neiges. Er gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde und bricht fast jedes Jahr aus, letztmals im Februar 2026. Da das Wetter schlecht ist, entscheiden wir uns für eine Fahrt ins Gebiet des stark zerklüfteten Vulkankessels, der in Richtung Südosten ausläuft. Hier sind die Talhänge besonders steil und die Gegend ist bekannt für ihre unzähligen Wasserfälle, die manchmal direkt irgendwo aus der Felswand sprudeln, wie hier im Gebiet Cascades de Takamaka.
Einer von vielen wunderschönen Wasserfällen
17. August 2026 – ein Tag zum Feiern: 3’000 Tage unterwegs mit der SY Lupina, 6. Hochzeitstag
Wir versuchen es noch einmal mit dem Piton de la Fournaise. Der Tag bricht gerade an, als wir von der Lupina losfahren. Nicht das kleinste Wölklein ist am bereits stahlblauen Himmel zu finden. Perfekte Bedingungen also, den aktiven Vulkan zu besuchen.
Aber genau als wir von der Hauptstrasse auf die Zufahrtsstrasse zum Vulkan abbiegen, schiebt sich vom Meer her eine dünnen Wolkenschicht in unsere Richtung. Wir sind noch nicht ganz oben angelangt, befinden wir uns in dichtem Nebel, aus dem es sogar leicht regnet.
Vulkanstrasse. Bei solchen Löchern im Belag geht es nur noch im Schritttempo
Wir befinden uns auf 2’200 Metern mitten in der Wolkendecke. Es ist mittlerweile kalt geworden, gerade mal 10 Grad! Keine Aussichten auf Besserung. Nebel ist also alles, was wir vom Vulkan zu sehen bekommen ☹
So könnte es bei schönem Wetter aussehen (Google-Bild)
Mittlerweile regnet es über der ganzen Insel. Stört uns nicht! Gerne würden wir davon etwas in die Schweiz schicken, von wo wir traurige Bilder erhalten. Sainte-Rose an der Ostküste zieht uns wegen seiner Geschichte an. Ein Denkmal (auf der Anhöhe hinter der Marina) erinnert hier an die koloniale Rivalität zwischen Frankreich und Grossbritannien zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Im August 1809 unternahm die britische Marine mit einer Fregatte und zwei Korvetten den Versuch, die damals französische Île Bonaparte (heute La Réunion) über den Hafen von Sainte-Rose zu überfallen und zu besetzen. Der Angriff wurde erfolgreich zurückgeschlagen.
Bei jedem Vulkanausbruch fliesst Lava über die Hänge hinunter und überzieht alles, was darunter liegt, mit einer über 1’200 Grad heissen, glühenden Teigmasse, die, wenn sie abgekühlt ist, alles unter einem schwarzen, harten Steinmantel versteckt. Wie ein Wunder ist diese Kirche bei einem Ausbruch im April 1977 zwar von Lava umflossen worden, aber ihre Steinmauern hielten dem Druck stand. Einzig die fest verriegelte Holztüre verkohlte, und eine geringe Menge der Lava konnte in die Kirche gelangen. Der angerichtete Schaden blieb aber sehr gering.
Weiter im Süden, nahe der Küstenstrasse, erneut Wasserfälle, die scheinbar aus den Felsen fliessen. Das stille Rauschen des Wassers und das wohltuende Grün wirken sehr beruhigend und erzeugen positive Gefühle.
An der Südostküste vergrössert sich La Réunion auch heute noch. Bei jedem neuen Vulkanausbruch lassen erkaltende Lavaströme die Landmasse stetig weiter in den Ozean hineinwachsen. Auch entlang der Südküste existieren viele Stellen, wo sich Lava und Meer getroffen haben. Kannst du dir vorstellen, wie es dabei zischt und dampft? Wie sich durch das schockartig gekühlte Gestein klirrend und knallend Risse bilden? Ein Kampf Wasser gegen Stein – wer gewinnt?
Die Stelle, wo die Lava beim neuesten Ausbruch im Februar 2026 über die Küstenstrasse floss. Die Strasse wurde erst wieder vor ein paar Wochen repariert und über den entstandenen Steinteppich gebaut. Die Oberfläche sieht jetzt noch glatt aus, wie eine Teigmasse. Dieses Material ist sehr porös und wird schnell verwittern. Die enthaltenen Mineralien sorgen für einen nährreichen Boden. Schon nach nur 3 Jahren werden die ersten Pflanzen darauf wachsen können und nach 30 Jahren wird alles schon übergrünt sein.
Während wir uns auf der Insel erkunden, liegt unsere Lupina sicher in der Marina.
Zurzeit hat es keinen Wind – das Meer ist spiegelglatt – vorerst werden wir also noch einige Tage in La Réunion bleiben.
Nach dieser Aufnahme mit der Drohne eine Schrecksekunde für mich …
… zum 2. Mal passiert es mir nun, dass die Steuerkonsole (graues Teil) ihren Geist aufgibt. Vor etwas mehr als einem Jahr, nach einem Software-Update, als ich die Drohne starten wollte – plötzlich kein Strom mehr auf dem Gerät. Jetzt mit einer anderen Konsole, die ich seit knapp einem Jahr in Betrieb habe, passiert das Gleiche, aber diesmal im Flug! Maximaler Adrenalinausstoss: wie krieg ich die Drohne wieder heil aufs Schiff? Zum Glück ist sie so programmiert, dass sie zum Startpunkt zurückkehrt. Nur gibt es auf dem Schiff keinen wirklich geeigneten Landeplatz und viele Hindernisse. Mit einem Fischernetz bewaffnet gelingt es mir, die Drohne rechtzeitig abzufangen, bevor sie mit dem Rigg kollidiert.
Sollte zufällig jemand mitlesen, der sich mit DJI-Drohnen auskennt: ich brauche eine neue Steuerung, die mit einer Mavic Air 2 zusammen funktioniert. Jeder Tipp ist willkommen.
Den Frust über den Ausfall der Drohnen-Steuerung spülen wir in einer unserer zwei Lieblingsbars runter. Ja, richtig gelesen: mittlerweile haben wir Lokale gefunden, die nicht schon am Mittag Luken dicht machen 😉 Dieses passt besonders gut zu uns, «Le Boucanier» oder zu Deutsch: der Seeräuber.
Wir sind nun bereits 2 Wochen auf La Réunion, und so langsam steigt die Reiselust wieder. Das merke ich vor allem dann, wenn Pia Kochpläne schmiedet und beginnt Frischwaren, für eine Überfahrt zu bunkern. Was feine Früchte und frisches Gemüse anbelangt, ist La Réunion ein Schlaraffenland. Am jeweils Mitte der Woche stattfindenden Markt können wir uns üppig eindecken.
Auch auf La Réunion gibt’s den Sankt Nikolaus 😉
Unser nächstes Ziel ist Madagaskar. Wir warten noch die uns passenden Windverhältnisse und vor allem Wellenhöhe ab. Auf dieses Wochenende ist eine Front angesagt, die 6 Meter hohe Wellen aus dem Süden zu uns schickt. Das wollen wir uns nicht zumuten. Aber sobald die Verhältnisse für uns stimmen, heisst es wieder: «Leinen los und auf zu neuen Ufern!» Bis dahin pflegen wir noch Seglerfreundschaften (diese Woche sind 3 uns bekannte Schiffe eingetroffen) und geniessen einfach das Leben auf der Insel mit dem so wohlklingenden Namen «La Réunion»

Rodrigues und Mauritius – zwei Perlen im Indischen Ozean

17.7. – 8.8.2026

Am Tag der Ankunft am 16.7.2026 lassen wir es noch ruhig angehen und entspannen uns nach dem Einklarieren auf der Lupina. Es liegen noch drei weitere Segelyachten im Hafenbecken, aber es hat genügend Platz für alle.
Das Bild zeigt in grüner Farbe die bereits gefahrene Strecke, gelb die Strecke, die in diesem Bericht geschildert wird und rot die weitere Planung.

Rodrigues ist eine zu Mauritius gehörige Insel, 580 km östlich davon im Indischen Ozean gelegen. Die Hauptstadt des 109 km2 grossen Eilandes ist Port Mathurin die Hauptsprache ist, wie auf Mauritius auch, Französisch. Umgangssprache ist ein französisches Kreolisch, ein Mix aus Französisch, Englisch und Afrikanisch. Amtssprache ist Englisch. Die Insel ist Teil der Inselkette der Maskarenen und ihrerseits von mehreren kleinen Inseln umgeben. Die Insel zählt heute etwa 45’000 Einwohner, die, abgesehen von kleinen europäischen und tamilischen Minderheiten, afrikanischer Herkunft sind.

Die bis im 17. Jahrhundert unbewohnte Insel war schon den Arabern bekannt, aber die Seefahrer, die an ihr auf dem Weg nach Indien vorbeifuhren, zeigten wenig Interesse daran, sich hier niederzulassen. 1691 versuchte eine Gruppe aus Frankreich geflohener Hugenotten eine protestantische Republik namens «Eden» auf Rodrigues zu errichten. Wegen Kämpfen mit den Holländern erreichten aber nur acht Männer, unter der Führung von François Leguat, die Bucht von Mathurin. Die Insel hatte nun erstmals Bewohner, die sich auf der fruchtbaren Insel auch gut ernähren konnten. Nach zwei Jahren gaben sie jedoch aufgrund des Mangels an Frauen auf und setzten mit einer selbstgebauten Barkasse nach Mauritius über. Dort wurden sie von den Holländern als der Spionage verdächtig inhaftiert. Die Männer wurden auf der kleinen vorgelagerten Insel Île aux Fouquets ausgesetzt, starben aber, inselerfahren wie sie waren, nicht wie erwartet. Daraufhin wurden sie nach Batavia (heute Jakarta) gebracht und nach einem kurzen Prozess nach Frankreich abgeschoben. 1708 veröffentlichte Leguat eine Beschreibung seiner insgesamt siebenjährigen Reise mit detaillierten naturkundlichen Beobachtungen. Diese Erzählungen inspirierten die Franzosen 1725 zu einem erneuten Kolonisierungsversuch. Die Kolonisten fingen tausende Riesenschildkröten und verkauften sie vorbeifahrenden Schiffen als Reiseproviant. 1735 entstand die erste feste Ansiedlung, Port Mathurin. (Quelle Wikipedia)

Der Tourismus ist auf Rodrigues noch ganz spärlich vorhanden. Die Hauptattraktion ist die Natur. Kunstwerke, wie diese in Schiffsform gestaltete Kirche, sind rar.
Rodrigues ist vulkanischen Ursprungs und auf allen Seiten von einer weitläufigen Lagune umgeben. Das Korallenriff, das die Lagune umgrenzt, ist unterschiedlich weit von der Küste entfernt und bietet nur wenige schmale Durchlässe für die Schifffahrt.
Wir besuchen die Riesenschildkröten im François Leguat Reservat. Durch unkontrollierte Brandrodungen und Jagd wurden sie bis ungefähr 1800 komplett ausgerottet. Dank Leguat’s akribischen Aufzeichnungen 1691 und in den folgenden Jahren, sind die damals vorhandenen Pflanzen und Tiere sehr gut bekannt. Die Riesenschildkröten spielen eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem der Insel. So gibt es Pflanzen, deren Samen erst austreiben können, wenn sie durch den Verdauungstrakt einer Schildkröte gewandert sind. Nach jahrhundertelanger, hemmungsloser Zerstörung der Natur fand Ende des 20. Jahrhunderts ein Umdenken statt. Heute ist man bestrebt, die vom Aussterben bedrohte ursprünglichen Flora und Fauna zu retten. Da Schildkröten dabei eine entscheidende Rolle spielen, wurde im Jahre 2006 begonnen, den ausgerotteten, ursprünglichen Tieren genetisch Ähnliche von den Seychellen (Aldabra-Riesenschildkröten, Bild) und von Madagaskar (Strahlenschildkröten) einzuführen und zu züchten.
Strahlenschildkröten im François Leguat Reservat
Die Aufzucht der Schildkröten ist sehr erfolgreich. Bis heute ist die Population der Aldabra Riesenschildkröten auf über 3000 Exemplare angestiegen. Ihr Einfluss auf die Vegetation ist sehr positiv. Sie fressen das Unterholz, halten Grasflächen kurz, trampeln Pfade frei und verbreiten über ihren Kot die Samen seltener, einheimischer Bäume, die ohne die Verdauung im Schildkrötenmagen kaum noch keimen würden. Ihre Diät ist offenbar gesund! Wie die Galapagos-Riesenschildkröten gehören sie zu den langlebigsten Kreaturen der Erde. Ein Alter von über 100 bis 150 Jahren ist in freier Wildbahn normal. Einzelne Tiere in Gefangenschaft knackten nachweislich die 200-Jahre-Marke. Männliche Tiere wiegen im Schnitt 150-250 Kilogramm. Weibchen sind etwas kleiner.
Eine weitere Attraktion im François Leguat Reservat: die Grande Caverne (die grosse Höhle)
Auf Rodrigues wurden bisher 9 Höhlensysteme entdeckt. Die Grande Caverne ist die bekannteste und am besten ausgebaute Kalksteinhöhle. Der für Besucher zugängliche Bereich erstreckt sich über rund 500 Meter in einer Tiefe bis zu 50 Metern. Die Grande Caverne ist die einzige elektrifizierte Schauhöhle im südwestlichen Indischen Ozean
Die höchste Erhebung der Insel, der Mont Limon, hat eine Höhe von 398 Metern. Da wollen wir rauf!
Mont Limon, 360 Grad Rundumblick. Gut zu sehen die Kante der vorgelagerten Riffplatte, wo sich die Wellen des tiefen Ozeanes brechen.
Ein weiteres Highlight: Besuch des Grande Montagne Ökologischen Naturreservates. Unter der kundigen Führung des sehr engagierten Leiters des Reservates lernen wir viel über die Natur auf Rodrigues und deren Entwicklung über die letzten Jahrhunderte. In Zusammenarbeit mit verschiedenen internationalen Umweltorganisationen ist hier ein kleines Juwel entstanden. Seit der Gründung im Jahre 2016 ist es gelungen, mit beachtlichem Erfolg invasive Pflanzen zurückzudrängen und die vom Aussterben bedrohten einheimischen, teils endemischen (nur hier vorkommenden) Pflanzen wieder zu fördern. Auch hier spielen Riesenschildkröten eine mittragende Rolle.
Kurzer Schreck beim Blick nach oben – aber unbegründet. Diese Riesenspinnen (Afrikanische Seidenspinnen) schaffen es, ein mehrere Quadratmeter grosses Netz über unseren Köpfen in die Baumwipfel zu spannen. Die grossen Spinnen sind Weibchen, die kleinen die Männchen.
Die Afrikanische Seidenspinne ist ungefährlich für Menschen. Dieses Exemplar hat eine Körperlänge von etwa 3 Zentimetern und Beinspannweite von 10 Zentimetern.
In Rodrigues fällt uns schnell auf, dass das Leben am Morgen stattfindet. Nach dem Mittagessen beginnen die meisten Läden und Geschäfte schon früh mit dem Aufräumen. Spätestens um 16 Uhr ist praktisch alles zu und die Trottoirs leer. Auswärts Abend Essen, das gibt es hier offenbar nicht. Es ist echt schwierig, ein nettes Lokal für unseren Sundowner zu finden. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht trotzdem etwas finden – auch wenn es jeweils 30 Minuten Fussmarsch bedarf.
Der Markt im Zentrum von Port Mathurin bietet tolle Waren an.
Markt in Port Mathurin
Wir sehen öfter in der prallen Sonne aufgehängte Würste. Eine Art Salami, die auf diese Weise getrocknet und haltbar gemacht werden.
Am Markt ergattern wir eine Pampelmuse – eine der Sorte, wie wir sie in Französisch-Polynesien kennen und lieben gelernt hatten. Wir haben auch später auf unserer Weiterreise Pampelmusen gefunden, aber viel kleiner in der Grösse und eher sauer im Geschmack.
Unsere Vorfreude wird enttäuscht! Der Inhalt ist dann schon sehr unter der Erwartung – und geschmacklich kommt sie einer Zitrone verdächtig nahe.
Nun, wir überstehen die saure Pampelmuse und geniessen unseren ruhigen Liegeplatz im Hafen von Port Mathurin.
Nach und nach fühlen wir uns heimisch auf der kleinen Insel, finden sogar ein Lokal, wo auch Abendessen serviert wird. Aber …
… es warten über 350 Seemeilen auf uns. Wir haben schon länger den Wind beobachtet und eine genügend lange Phase mit gutem Wind gesucht. Seit wir in Rodrigues angekommen sind, gab es diese nie. Aber jetzt, am 27. Juli, ist es soweit. Nicht ganz ideal zwar, es hat auch Flaute dazwischen, aber doch einigermassen segelbar. Kurz vor 11 Uhr heisst es: «Anker hoch!», und Lupina schaukelt schön langsam aus dem Hafen uns offene Meer – weiter westwärts der Sonne entgegen.
Kaum geht unterwegs vor uns jeweils die Sonnen unter, erhebt sich hinter uns der Mond. Heute ist Vollmond – die Nacht wird fast zum Tag. Es ist herrlich, nachts zu segeln, wenn man etwas sieht.
Wir erreichen Mauritius morgens um 5 Uhr, es ist noch Nacht. Die Küstenwache hat uns informiert, dass wir nicht bei Tageslicht einfahren dürfen. Wir ankern direkt vor der Hafeneinfahrt und legen uns 2 Stunden schlafen. Bei Sonnenaufgang dann die übliche Zeremonie, die diesmal ganz anders ist: normalerweise setzt Pia in einem neuen Land jeweils die Gastlandflagge und den gelbe Quarantäne Wimpel. Diesmal kann sie die Gastlandflagge hängen lassen, denn Rodrigues und Mauritius haben die gleiche Fahne. Aber obwohl zum gleichen Land gehörend, muss auf beiden Inseln jeweils unabhängig voneinander ein- und ausklariert werden.
Anfahrt zum Hafen von Port Louis, Mauritius.
Im Hafen müssen wir zuerst an den Zoll Steg. Dieser erweist sich als sehr unpraktisch zum Anlanden, da sich keine Poller oder Klampen finden. Aber dank der Hilfe von Passanten gelingt es, Lupina fest zu machen. Auch für die Behörden erweist sich der Platz offenbar als sehr unpraktisch: keiner der Offiziellen übersteigt das feste Geländer und will an Bord kommen, der Gesundheitsbeamte erscheint schon gar nicht! Uns soll es recht sein 😊
Nach dem erfolgreichen Einklarieren verlegen wir in die nahe gelegene Marina. «Marina» scheint in diesem Fall recht übertrieben, denn es handelt sich eigentlich um einen alten Frachtumschlagsplatz. Stege gibt es keine, wir legen längsseits an der Quai Mauer an. Das Schöne: wir treffen hier auf Nathalie und Uwe aus Deutschland. Wir verfolgen unsere Reise gegenseitig schon lange und treffen die Beiden mit ihrer SY Artemis, einer 60 Fuss grossen Amel, zum ersten Mal. Sie liegen schon länger hier und haben uns ein Plätzchen direkt hinter ihnen freigehalten.
Das Tolle an einem Stadthafen: wir liegen mitten im Geschehen!!
Port Louis vom Hausberg aus gesehen. Der rote Kreis markiert unseren Liegeplatz.
Die Wanderung auf den Hausberg erweist sich als sehr kurzweilig und auf dem geteerten Pfad mit konstanter Steigung als sehr mühelos. Einzig die brennende Sonne sticht, aber der Wind trocknet den Schweiss gleich wieder weg. Auf unserer App (MAPS.ME) sehen wir, dass wir vom Aussichtspunkt der Bergkrete entlang rückwärts wandern können und dann einem Flusslauf entlang wieder runter ins Tal gelangen. Eine perfekte Rundwanderung! Auf halbem Weg (Bild) sind wir noch guten Mutes und unternehmungslustig. Auch der Wanderweg ist noch ein Wanderweg.
Das sollte sich aber ein paar Kilometer weiter ändern. Lange finden wir die roten Punkte der Wegmarkierung zwar noch, der Weg selber hat sich aber schon länger verflüchtigt. Rund 2 Kilometer vor dem nächsten brauchbaren Weg hat auch der Wegmarkierer aufgegeben: wir müssen uns Schritt für Schritt durch von hohem Gras überwachsene Gerölllandschaft ins Tal kämpfen. Dorngestrüpp, spitze Agavenblätter und andere stachelige Gewächse finden gefallen an unseren Füssen und Beinen. Verkratzt und mit Dornen bespickt kommen wir entkräftet unten an.
Meine Wanderschuhe haben nach dieser strengen Wanderung auch genug!
Wie üblich mieten wir uns auch auf Mauritius ein Auto und erfahren die Insel. Im Südwesten erhebt sich dieser alleinstehende Koloss, der 556 hohe «Le Morne Brabant». Er gehört zu den Wahrzeichen und schönsten Postkartenmotiven der Insel. Neben seiner natürlichen Schönheit besitzt er eine tiefe und tragische historische Bedeutung. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert diente der schwer zugängliche Berg als Versteck für entflohene Sklaven. Die Legende besagt, dass sich nach der Abschaffung der Sklaverei Soldaten dem Berg näherten, um den Menschen ihre Freiheit zu verkünden. Aus Angst vor erneuter Gefangennahme stürzten sich viele Sklaven voller Verzweiflung vom Berg in den Tod. Mit einem Monument, das wir hier besuchen, wird an diese Tragödie erinnert.
Nicht unser Ding, gehört aber auf Mauritius dazu: Touristenstrände.
Im Süden, bei St. Aubin, finden wir ein sehr schön erhaltenes Plantagenhaus aus der Koloniezeit. Das «Colonial House», das einstige Wohnhaus des Plantagebesitzers, wird heute als Restaurationsbetrieb geführt inmitten einer schönen Parklandschaft, umgeben von weiten Zuckerrohrfeldern.
Der «Eden Garden Culture & Entertainment Square» am nördlichen Stadtrand von Port Louis. Ein sehr markantes Gebäude. Es ist Teil eines grossen, von chinesischen Investoren finanziertes «Smart City» Projektes und wurde als Kultur- und Unterhaltungszentrum konzipiert. Der Bau fand zwischen 2016 und 2018 statt. Da der Innenausbau aus finanziellen Gründen bis heute nicht fertiggestellt ist, steht das ganze Gebäude und seine Umgebung bis zum heutigen Tag leer.
Die Mangal Mahadev Statue am Eingang zum Grand Bassin, einem heiligen Kratersee im Süden von Mauritius. Mit 33 Metern das höchste Monument des Inselstaates. Die Statue zeigt Shiva mit seinem Dreizack. Der heilige Kratersee ist ein Pilgerort, der jährlich anlässlich des Maha Shivaratri Festes (übersetzt die grosse Nacht von Shiva) von mehreren Hunderttausend Hindus besucht wird, die hier heiliges Wasser für Shiva aus dem See schöpfen.
Das Grand Bassin (in lokaler Sprache «Ganga Talao») wird von den Gläubigen als verlängerter Arm des heiligen Flusses Ganges angesehen. An seinem Ufer befinden sich unzählige kleine Tempel und Statuen, welche jede für sich wieder ihre Bedeutung hat.
Ausserhalb des Maha Shivaratri Festes (das abhängig vom Vollmond im Monat Februar oder März stattfindet) pilgern das ganze Jahr über gläubige Hindus zum Kratersee, um bei von ihnen ausgewählten Statuen Opfergaben zu deponieren.
Die ursprünglichen Urwälder auf Mauritius sind längst verschwunden. Die grosse Bevölkerungsdichte (über 640 Einwohner pro Quadratkilometer – die Schweiz hat gerade mal etwas mehr als 230) hat in der Vergangenheit zu grossen Abholzungen geführt. Heute versucht man mit grossem Aufwand in Reservaten und Naturparks, wieder ein Stück der so wichtigen ursprünglichen Natur zurückzuholen.
Der Chamaral-Wasserfall – mit einer Fallhöhe von knapp 100 Metern der höchste einstufige Wasserfall auf Mauritius. Er stürzt spektakulär über eine Kante aus Jahrmillionen altem, vulkanischem Gestein inmitten eines dichten Urwalds in eine bewaldete Schlucht.
Die «Siebenfarbige Erde» – ein seltsames Naturphänomen erstreckt sich über eine Fläche von 7’500 m2. Es ist das Ergebnis eines natürlichen, geologischen Prozesses, der mit der vergangenen vulkanischen Aktivität der Insel und der fortschreitenden Verwitterung des Basaltbodens zusammenhängt. Es sind vorwiegend Eisen- und Aluminiumoxide, welche für die verschiedenen Farben im lockeren, tonhaltigen Gestein an der Erdoberfläche sorgen.
Im Jahre 1598 landeten 5 holländische Schiffe auf der damals herrenlosen und unbewohnten Insel. Zu Ehren ihres damaligen Prinzen nannten sie die Insel nach seinem Namen «Mauritius». Die Holländer versuchten hier an dieser Stelle im Südosten der Insel Fuss zu fassen. Sie richteten hier 1638 einen Hafen ein, heute «Vieux Grand Port» genannt. Diesen schützten sie gegen äussere und innere Feinde (es gab mehrere Sklavenrevolten in dieser Zeit) mit einer Festung, Fort Frederik-Hendrik. Es soll das älteste Gebäude auf der Insel sein.

Die Holländer waren mit ihren Besiedelungsversuchen nicht erfolgreich und zogen 1710 wieder ab. Die Festung und eingeschleppte Sklaven liessen sie zurück. 12 Jahre später, 1722, kamen die Franzosen und begannen mit der Entwicklung zuerst auch an dieser Stelle. Sie merkten aber bald, dass ein anderes Gebiet um die heutige Hauptstadt Port Louis besser geeignet war. Danach ist die Geschichte von Mauritius geprägt durch den Wechsel verschiedener europäischen Kolonialmächte, und die Insel entwickelte sich zur multikulturellen Nation. Geprägt durch Sklaverei, den Anbau von Zuckerrohr und die Einwanderung indischer Vertragsarbeiter erreichte Mauritius im Jahr 1968 seine Unabhängigkeit.

Mauritius hat geologisch betrachtet rein vulkanischen Ursprung. Seine Entstehung begann vor rund 8 Millionen Jahren und lief in 3 Phasen ab. Die letzte Phase endete vor etwa 25’000 Jahren. Dabei bedeckte ein Spaltenvulkan fast 70% der Insel mit einer dünnen Schicht aus sehr flüssiger Basaltlava. Der sanft abfallende Norden sowie markante, flache Krater, wie der «Trou aux Cerfs» (Bild), blieben davon als Zeugen zurück.
Der markante Berg «Trois Mamelles» ist Zeitzeugen aus der ersten Phase der Entstehung von Mauritius. In dieser Phase bildete sich ein riesiger Schildvulkan mit einem Durchmesser von über 40 Kilometern. Ein massiver Einsturz der Magmakammer schuf eine gigantische Caldera. Die heutigen Bergketten sind die Überreste dieses ursprünglich imposanten Kraterrandes.
Und jetzt wird es spannend! Ein auf dem Dach liegendes Haus? Ein Sturmschaden?? Nein, es ist das «verhexte Haus»! Wir sind mutig und statten ihm einen Besuch ab.
Der Beuch ist absolut lohnenswert. Nichts ist so, wie es scheint – und nichts sieht so aus, wie es ist.
Der Spieltrieb ist geweckt – die Phantasien angeregt.
Zum Abschied von Mauritius eine schöne Überraschung. Bei unseren treuen Leserinnen und Lesern ist mittlerweile bekannt, dass wir bei Überfahrten jeweils die erduldeten Strapazen täglich mit einem Ragusa belohnen. Eine uns unbekannte Freundin vom Genfer Seglerpaar Jocelyne und Roland (SY Croix Du Sud) wohnt zeitweise auf Mauritius. Sie wurde von unseren Freunden, die sich gerade in Fiji aufhalten, gebeten, uns eine Stange der leckeren Schokolade zu bringen. Merci beaucoup!! Merci beaucoup, Christiane, de l’avoir livré !!

Die Reise geht bald weiter! Die nächste Insel ruft: La Réunion. Seit gestern beobachten wir das Wetter und suchen ein gutes Fenster für die Fahrt zur rund 135 Seemeilen westwärts gelegenen Insel. Im Laufe der kommenden Woche ist es soweit.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Tempofahrt über den Indischen Ozean

4.7. – 16.7.2026

Im Moment befindet sich unsere Lupina im Langfahrten Modus. Und bisher meistert sie das sehr gut. Bereits befinden wir uns 1’135 Seemeilen von Indonesien weg im Indischen Ozean. In den nächsten Tagen wartet nun die Königsetappe auf uns: 2’020 Seemeilen von Cocos Keeling nach Rodrigues (gelbe Strecke). Es wird ein Verschleisskampf für Material und Mensch, denn dieser Teil des Indischen Ozeanes ist bekannt für starke Winde und vor allem für seine aggressiven Wellen. Es herrscht ein dauernder Grundschwell von 3-4 Metern aus der Antarktik im Süden. Dieser trifft fast im rechten Winkel auf die normalen Windwellen, die mit 2-3 Meter auch nicht gerade gering sind. Ein richtiges Sprudelbad wartet auf uns.
Am 4.7.2026 gehen wir Anker hoch. Über Tage haben wir das Wetterfenster beobachtet und eine Windphase abgewartet, wo es beim Start nicht allzu stark bläst, so dass wir nicht gerade vom Start weg im Kampfmodus beginnen müssen. Danach erwartet uns für eine Woche kräftiger Wind aus Südost, was sehr gut ist, leider aber auch viel Regen. Aber da müssen wir halt durch.
Wir sind den auch kaum aus dem Atoll draussen, haben Segel gesetzt und den Kurs aufgenommen, als sich die ersten düsteren Regenwolken am Horizont aufbauen.
Es dauert nicht lange, sieht es aus unserem Cockpit Fenster so aus. Wir sind zum wiederholten Mal richtig froh um unser festes Cockpit: es schützt uns einfach wirklich sehr gut vor Wind und Nässe.
Dauerregen und starker Wind fegen über uns hinweg.
Zusätzlich zum schlechten Wetter kommt in der ersten Nacht ein Problem dazu! Wie immer mache ich vor Tagesende einen Kontrollrundgang und finde im Motorraum viel Wasser am Boden, auch die Wände sind verspritzt. Ein Geschmackstest auf der Zunge bestätigt: Salzwasser. Ich bin für den Moment geschockt. Nach intensiver aber vergeblicher Suche will ich den Motorraum schon wieder verlassen, als es bei einer starken Welle von der Decke spritzt. Schnell ist die Ursache, und zum Glück auch eine Lösung gefunden. Die starken Wellen und vor allem die schnelle Fahrt erzeugen im Wellenrohr einen hohen Wasserdruck. Die in Singapur eingebaute neue Wellendichtung meistert das problemlos. Über die Entlüftungsleitung der Dichtung wird aber bei diesem starken Druck Wasser bis an die Decke hochgedrückt. Mit einem Holzzapfen schliesse ich die Leitung. Problem vorerst gelöst!
Endlich: nach 2 Tagen Licht am Horizont – oder zumindest mal wieder die Sonne. Leider nur gerade in den frühen Morgenstunden.
Auch am 3. Tag auf See: viele Wolken am Himmel. Aber: der Wind bleibt konstant hoch und wir machen schnelle Fahrt.
Um unsere Flagge vor Verschleiss zu schützen bleibt sie während der ganzen Fahrt weggebunden.
Die Wellen bleiben hoch und ungemütlich. Allerdings werden sie allmählich etwas länger und damit weniger aggressiv. Trotzdem müssen wir uns immer gut verkeilen, um nicht von der Sitzbank zu fliegen. Als Pia ziemlich am Anfang unserer Reise helfen wollte, die Kuchenbude zu installieren, hat sie den Halt verloren und ist rückwärts mit dem Rücken an die Kante des Cockpits geschleudert worden. Dabei hat sie sich eine schmerzhafte Prellung und eine angerissene Rippe (wie ein Röntgenbild nach unserer Ankunft auf Rodrigues zeigen sollte) zugezogen. Also absolut verständlich, wirkt hier ihr Lachen etwas gequält. Aber sie schlägt sich für den Rest der Reise sehr tapfer!
Abendrot am 5. Tag auf See. Die Zonen mit Schlechtwetter werden kürzer und der Himmel klart allmählich auf. Immer noch schiebt der Wind uns kräftig voran. Wir haben jetzt eine stabile Lage und wir brauchen fast keine Anpassung der Segelstellung vorzunehmen.
Auch wir können es nun etwas gemütlicher angehen und kommen viel zum Ruhen.
Das Schaukeln und Rollen begleitet uns aber fast über die ganze Strecke, wie das Bild des Wasserstrahles in der Küche gut zeigt.
Unsere häufigste Segelstellung bei der Querung des Indischen Ozeanes. Bei Winden von hinten bis etwa 120 Grad schräg auf die Backbordseite (linke Seite des Schiffes) segeln wir mit der sogenannten Schmetterling-Segelstellung. Dabei zeigt das Grosssegel nach Steuerbord und des Genua Segel nach Backbord.
Dreht der Wind weiter zu Seite oder gar nach vorne wird die Genua auf die gleiche Seite geschiftet wie das Grosssegel. In dieser Segelstellung machen wir die schnellste Fahrt. Auch liegt die Lupina so am stabilsten im Wasser.
Ein Snapshot unserer Fahrt bei Wind aus südlicher Richtung. Er trifft mit über 21 Knoten aus etwa 90-100 Grad auf die Backbordseite des Schiffes (linkes Anzeigeinstrument). Zum Zeitpunkt des Bildes saust die Lupina gerade mit 12 Knoten (rechte Anzeige) eine Welle hinunter. Auf flachem Wasser würden wir bei diesem Wind etwa 8 Knoten machen, was auch sehr schnell ist für ein Schiff unserer Grösse.
Nach nicht ganz 6 Tagen haben wir die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Bergpreis – das muss gefeiert werden! Wir haben uns extra dafür 2 Bunda»berg» aufgespart – alkoholfreies Gingerbier aus Australien.
Bei einer Distanzfahrt sind meine Sinne immer besonders angespannt. Jedes unbekannte Geräusch oder dessen Veränderung kann bedeuten, dass irgendwo ein Verschleiss oder sogar ein Defekt eingetreten ist. Je früher man dies erkennt, umso grösser sind die Chancen, noch grössere Probleme abzuwenden. Während der schnellen Fahrt nehme ich immer wieder ein lautes Knarren aus dem Heckbereich wahr. Da befindet sich das Ruder! Also muss ich nachschauen. Unter erschwerten Bedingungen – es rollt und stampft im Dauerbetrieb – grabe ich mich im Heckbereich unter unsere Kojen, um zu kontrollieren, ob ich irgendetwas erkennen kann. Zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass an der Lagerung des Ruders und an seinem Verstellmechanismus alles in Ordnung ist. Das Knarren rührt von den Holzverstrebungen im Rumpf des Bootes. Diese unterliegen bei dieser Belastung natürlich grösseren elastischen Bewegungen, was das Knarren erklärt. Entwarnung also!
Ein vielleicht historisches Bild unserer Weltreise: am 11. Juli 2026 legen wir innerhalb 24 Stunden eine Distanz von 201.1 Seemeilen (373 Kilometer) zurück. Eine solche Distanz innerhalb 24 Stunden hat Lupina noch nie zurückgelegt. Obwohl die Bedingungen nicht gerade komfortabel sind, braust Lupina ungestüm Richtung Westen. Wind, Wellen und eine uns gutgesinnte Strömung unterstützen sie dabei. An diesem Tag beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit 8.4 Knoten (15.6 km/h) und einmal waren wir sogar 14.3 Knoten (26.5 km/h) schnell, vermutlich bei einer sehr hohen Welle.
Das Wetter bessert sich immer weiter auf, wir haben in dieser Phase nun kaum noch Regen. Auch der Wind reduziert sich etwas.
Leider fällt der Wind dann fast einen Tag lang so weit zusammen, dass unsere Segel immer wieder stark schlagen, wenn uns eine grosse Welle hin und her wirft. Unser Sportlerherz weigert sich, die Segel einzurollen und den Motor zu starten.
Solche Perioden mit schwachem Wind sind immer gefährlich, denn es gibt dabei sehr viel Bewegungen im Rigg. Regelmässig steige ich auf Deck, um nachzuprüfen ob alle Leinen noch fest sind, oder ob das Segel irgendwo scheuert.
Bei schlechtem Wetter bleiben wir konsequent im Cockpit und steigen nur bei Bedarf an Deck. Nun hat sich das Wetter so weit gebessert, dass «Ausflüge» auch ohne besonderen Grund möglich werden.
Sogar für ausgiebige Körperpflege sind die Bedingungen gut genug.
Der letzte Sonnenaufgang auf hoher See.
Wie immer feiern wir eine erfolgreiche Nachtfahrt mit …? Ja mit was denn??
Ja, natürlich: mit einem RAGUSA!!

Es liegen jetzt noch etwas mehr als 120 Seemeilen vor uns. Wir vermeiden normalerweise eine Ankunft bei Nacht, aus Gründen der Sicherheit. Von anderen Seglern haben wir aber Wegpunkte erhalten und die Anfahrt zum Ankerplatz ist frei von gefährlichen Hindernissen. Wenn alles gut läuft, dann liegen wir also beim nächsten Sonnenaufgang bereits vor Anker.

Und es läuft gut – sehr gut sogar: 11 Tage und 18 Stunden nach der Abfahrt in Cocos Keeling liegt Lupina sicher auf Rodrigues vor Anker. Genau 2’023 Seemeilen (3’747 Kilometer) liegen hinter uns, welche unsere Lupina mit durchschnittlich 7.1 Knoten (13.1 km/h) durchpflügt hat. Nun hat sie Ruhe verdient. Obwohl 5 Uhr früh Bordzeit (3 Uhr lokale Zeit) lassen wir es uns nicht nehmen, vor der verdienten Bettruhe noch einen Ankertrunk zu geniessen.
Normalerweise setzen wir Gastlandfahne und Q-Flagge, sobald wir ins Hoheitsgewässer eines neuen Land einfahren. Das wäre in der Nacht gewesen. Da traditionsgemäss immer Pia die Ehre zufällt, die Flaggen zu setzen, haben wir die Zeremonie auf die frühen Morgenstunden am Ankerplatz verschoben. Hier hat es keine Wellen und es ist somit sicher für Pia’s angeschlagene Rippe.
Kurz nach Sonnenaufgang werden wir per Funk von der Coast Guard aufgerufen und gebeten, mit dem Schiff an die Hafenmauer zu kommen, um dort die Einklarierung vorzunehmen. Der Reihe nach kommen alle Behörden zu uns aufs Schiff: Gesundheitsbehörde, Coast Guard (Bild), Zoll und Immigration. 2 Stunden später sind wir einklariert und legal im Land.
Nun liegt Lupina sehr gut geschützt im inneren Hafenbecken von Port Mathurin. Es ist aussergewöhnlich, dass ein Segelschiff so nahe beim Hafen ankern darf. Die Behörden sind diesbezüglich sehr entspannt. Sie informieren uns bloss, dass wir kurz Platz machen müssen, wenn ein Frachtschiff anlegen oder abfahren will. Das passiert alle 1-2 Wochen einmal.

Die nächsten 1-2 Wochen wollen wir nun Rodrigues erkunden und Lupina pflegen, bevor es dann weiter geht nach Mauritius. Mehr dazu im nächsten Bericht.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Cocos Keeling – vom Winde verweht

22.6. – 4.7.2026

Nach einer Woche Paradies auf Christmas Island zieht es uns weiter. Der Wind ist gut und unter Schmetterling Segeln geht es weiter westwärts. Unser Ziel: das letzte australische Fleckchen Erde: Cocos Keeling
Cocos Keeling ist, wie ebenfalls Christmas Island, ein Aussenposten von Australien. Es liegt rund 535 Seemeilen südwestlich von Christmas Island. Das Meer ist in diesem Bereich zwischen 4’000-5’000 Meter tief und frei von Gefahrenstellen. Allerdings erzeugen die schmalen, hohen Türme, die vom tiefen Meeresgrund bis ein paar hundert Meter an die Wasseroberfläche reichen (erkennbar an den hellen Flecken auf dem Satellitenbild), ein paar verwirrende Strömungen.
Schönes Wetter ist angesagt mit wunderschönen Sonnen Auf- und Untergängen. Die ersten gut Zweidrittel der 535 Seemeilen langen Strecke sind wir schnell unterwegs. Dann, wir haben schon mit der Ankunft am selben Tag gerechnet, bricht der Wind fast komplett ein.
Squalls (Regenwolken) beginnen uns zu verfolgen. Es wird ungemütlich.
Das Wetter ist wohl auch für diesen gefiederten Freund (Rotfüssiger Tölpel) etwas zu öde, vor allem wird ihm der Wind gefehlt haben. Jedenfalls hat er sich eine ganze Nacht lang auf unserem Dinghi wohl gefühlt.
Am Morgen des 4. Tages auf See, am 26. Juni 2026, erreichen wir Cocos Keeling. Same Procedure as always! Zuerst die Hoheitsflagge (auch die gelbe Quarantäne Flagge natürlich, aber nicht sichtbar auf dem Bild) …
… dann die Kontrolle durch die Behörden. Alles sehr schnell und unbürokratisch.
Wir liegen an einem wunderschönen Ankerplatz hinter der schmalen «Direction Island». Wellenschutz ja, Windschutz leider nein: es sind für die nächsten Tage Windstärken von 20-25 Knoten angesagt.
Anders als Christmas Island, das aus einer grossen, hohen Insel besteht, ähnelt Cocos Keeling eher den Atollen in den Tuamotus im Pazifik. Auch hier ist der Ursprung vulkanisch, aber durch langsames Absinken und Erodieren des vulkanischen Sockels hat sich ein Atoll gebildet mit einem ringförmigen Aussenriff und einer geschützten flachen Innenbucht.

Auf Cocos Keeling leben rund 600 Menschen, die sich auf die beiden bewohnten Inseln Home Island (500 Einwohner) und West Island (100 Einwohner) verteilen. Die Geschichte von Cocos ist geprägt von einer feudalen Herrschaft, der Entstehung einer malayischen Kultur und strategischer Bedeutung in den beiden Weltkriegen. Namensgebend war auch hier der Entdecker im Jahre 1609, der britische Kapitän William Keeling, der sich nicht scheute, dem unbewohnten Atoll seinen Namen zu geben. Cocos bleibt lange unbewohnt. Erst 1826 gründete ein Britischer Händler die erste Siedlung mit Sklaven aus Malaysia für seine Copra Plantagen, die er aufzubauen begann. Das Atoll blieb aber auf der Weltkarte lange unbedeutend.

Das änderte sich schlagartig zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als weltweit eine Revolution in der Kommunikation einsetzte. Es war die Zeit, als man begann, Telegraphenleitungen in den Weltmeeren auszulegen, um entlegene Länder mit dieser neuen Technologie miteinander zu verbinden. Im Jahre 1901 wurde auf der unbewohnten Direction Island im Cocos Keeling Atoll eine Verbindungsstation errichtet und Seekabel verlegt. Cocos Keeling war ab diesem Zeitpunkt ein wichtiger Knotenpunkt, welcher Australien mit dem Rest der Welt verband. 10 Jahre später wurde zusätzlich eine Funkantenne errichtet, die es erlaubte, mit vorbeifahrenden Schiffen bis auf eine Distanz von 450km zu kommunizieren. So konnten wichtige Informationen, die über das Kabel weltweit nach Cocos gelangten, zu den vorbeifahrenden Schiffen übermittelt werden.

Auf Direction Island lebten zu Spitzenzeiten rund etwa 50 Leute, die alle für die Übermittlungsstation arbeiteten. Sie mussten sich selber ernähren, denn nur alle paar Monate kam ein Versorgungsschiff vorbei. Die beiden bewohnten Inseln, Home Island und West Island, durften sie nicht betreten oder nur zu speziellen Anlässen. Der sehr dominante und herrschsüchtige Plantagenbesitzer wollte nicht, dass es zu Kontakten kommt mit seinen Arbeitern.

Cocos Keeling spielte in beiden Weltkriegen eine wichtige Rolle:

– Im ersten Weltkrieg wurde hier ein deutsches Kriegsschiff, die SMS Emden, abgefangen, das damals die ganze Seefahrt in diesem Bereich des Indischen Ozeans verunsicherte. In den ersten 12 Wochen des 1. Weltkrieges eroberte oder versenkte die Emden 26 Handels- und Kriegsschiffe. Der Kapitän der Emden wollte die Übermittlungsstation zerstören und schlich sich bei Dunkelheit an. Eine von der Station aufgeschnappte Funkkommunikation zwischen der Emden und einem ihrer Begleitboote warnte die Leute an Land. Es gelang ihnen noch, über die Kabelleitung die Alliierten zu informieren und über die starke Funkantenne ein Kriegsschiff der Australischen Navy um Hilfe zu rufen. Nun, die Funkstation konnte von der deutschen Besatzung der Emden zerstört werden (es gab dabei aber keine Toten!), aber bis die Emden wieder losfahren konnte, war der australische Zerstörer HMAS Sydney vor Ort. Während dem nun folgenden, kurzen Kanonengefecht wurde die Emden so stark beschädigt, dass der Kapitän entschied, zur Rettung von Menschenleben das Schiff am Ufer auf Grund laufen zu lassen. Das war das Ende der berüchtigten SMS Emden – nicht aber der Übermittlungsstation: das Stationspersonal war bestens vorbereitet. In aller Eile hatten sie die wichtigsten Geräte und alle Ersatzteile im Wald versteckt. Innert kürzester Zeit war die Station wieder funktionsbereit.

– Im 2. Weltkrieg waren es die Japaner, die ihre Krallen nach der Insel ausstreckten. Auch diesmal gelang es der Besatzung der Anlage, die Einrichtung mit einer List zu retten: nach einem ersten Angriff japanischer Flugzeuge, deren Bomben ihre Ziele weit verfehlt hatten, mahlten die Leute Bombeneinschlage und Zerstörung auf Tücher und legten diese über die Dächer. Gleichzeitig übermittelten sie uncodiert nach Java, dass die ganze Anlage zerstört und nicht mehr einsatzfähig sei. Die Japaner schnappten diese Fake News (ja, es gab sie damals schon 😊!) ab, und glaubten das Märchen. Bis sie merkten, dass Cocos Keeling immer noch funktionierte, war der Krieg schon bald vorbei. Die Station überlebte auch diesen Weltkrieg.

Die Übertragungsstation musste im Verlaufe der Zeit moderner, drahtloser Übermittlung weichen. Heute dient Direction Island vor allem als Übungscamp für das australische Militär und als Naherholungsgebiet für die Einheimischen. Das erklärt diesen massiven Anlegesteg. Zwei Mal pro Woche gibt es eine Fähre, die Leute am Morgen auf die Insel bringt und sie am Abend wieder zurückholt.
Typisch Australien! Du kannst noch so weit weg von der Zivilisation sein: es braucht ein ordentliches WC – inklusive Behinderten gerechtem Zugang. Ob das hier Sinn macht – frag nicht!
Cocos Keeling ist die letzte Insel, bevor es dann westwärts in den offenen Indischen Ozean geht. Viele Segler, die diese sogenannte Südroute wählen (die Nordroute führt über Sri Lanka und die Malediven) legen hier einen Zwischenstopp ein und ruhen sich aus, bevor es in die schwierige Passage Richtung Mauritius geht. Viele verewigen sich mit ihrem Namen – wir finden auch denjenigen der Marisol, einem uns bekannten Schiff, dessen Reise wir regelmässig verfolgen.
Blick von Direction Island südwärts in Richtung Home Island. Es ist gerade Ebbe. Deutlich ist der Durchfluss durch das Riff erkennbar. Meist sind solche Durchflüsse sehr interessant zum Schnorcheln und Tauchen, aber der seit Tagen anhaltende Wind sorgt für eine sehr starke Strömung. Wir müssen es bleiben lassen.
Direction Island – der Strand zur geschützten Lagune – so feinen Sand haben wir selten gesehen.
Pier von Home Island: Hier auf Cocos Keeling wird eine Gebühr erhoben fürs Ankern. Diese Gebühr kann man aber nicht gleich den Behörden bezahlen, die das Einklarieren vornehmen («Es wird nicht gerne gesehen, wenn wir Beamten Geld annehmen!», dies die wortwörtliche Antwort auf Pia’s Frage, ob wir die Gebühr nicht gleich an sie bezahlen können). Bezahlen muss man im Verwaltungsgebäude auf Home Island, rund 25 Franken für eine Woche. Also fahren wir am Montag mit unserem Dinghi die rund 2 Kilometer zur Home Island.
Home Island: sehr zweckmässiges Fortbewegungsmittel der Einheimischen.
Nummernschilder auf Cocos: «C» für Cocos und eine fortlaufende Nummer. Dies ist das 2004. Fahrzeug, seit der Einführung von Fahrzeugen auf Cocos.
«Einkaufszentrum» auf Home Island – mit Apotheke, Supermarkt, Beauty-Salon und Souvenir-Laden. Nicht schlecht für einen Ort mit nur 500 Einwohnern.
Auch auf Home Island finden wir Postkarten Strände vor.
Home Island ist gerade mal 2 Kilometer lang und an seiner breitesten Stelle rund 1 Kilometer weit. Wir umrunden sie zu Fuss. Auf der dem offenen Meer ausgesetzten Seite machen wir einen interessanten Fund: eine von indonesischen Fischern oft benutzte Markierung von Fischfangstellen. Die hat sich offensichtlich losgerissen und ist hier, über 1’000 Seemeilen weiter westlich, gestrandet. Falls du dich fragst, warum Pia eine lange Hose und Blus trägt: aus Respekt vor den Lokalen, welche alle Malayischer Abstammung und somit Moslems sind.
Wir sind gerade mal 3 Tage auf Cocos, hatten am Freitag, unserem Ankunftstag, und am Montag gutes Wetter. Nun, gegen Montagabend nimmt der Wind stark zu und eine Störung schiebt sich über das ganze Gebiet. Es wird ungemütlich – auch am Anker.
Während der nächsten Tage huschen unsere Augen immer wieder über die Windanzeige. Aber der Wind lässt nicht locker und die Zahl bleibt hoch. Fast die ganze Woche sinkt der Wind nie unter 20 Knoten, liegt meist um die 25 Knoten, pfeift aber eine beträchtliche Zeit auch mit mehr als 30 Knoten. Für nicht Segler: bei diesem Wind ist es ungemütlich! Denn mit dem Dinghi grosse Erkundungsfahrten zu unternehmen, macht bei Starkwind keinen grossen Spass. Auch das Schnorcheln bringt bei aufgewühltem Wasser nicht sehr viel. Wir sind tagelang ans Schiff gebunden.
Ist ja eigentlich auch nicht sooo schlimm. Da wäre ja da noch die Fussball WM, und auch sonst gibt es immer viel zu tun. Einzig das Wäsche Trocknen muss unter erschwerten Verhältnissen durchgeführt werden, denn draussen regnet es immer wieder.
Und Bürokram gibt es auch auf einem Schiff zu erledigen 😉
Der Regen hat auch seine schönen Seiten!

Jetzt, für das kommende Wochenende, zeichnet sich eine kurze Wetterbesserung ab. Der Wind fällt unter 20kn und der Himmel soll sich aufhellen. Diese Gelegenheit wollen wir nutzen, um die 2’000 Seemeilen nach Rodrigues (Nachbarinsel von Mauritius), unserem nächsten geplanten Stopp in Angriff zu nehmen. Wir wissen von anderen Seglern und aus diversen Segelbüchern, dass es eine ungemütliche und schwierige Passage sein soll.

Wir werden also morgen Samstag, 4. Juli 2026, Anker hoch gehen und die Reise starten. Diesen Bericht schliesse ich noch vor unserer Abreise ab – ich weiss ja nie ob es von unterwegs klappen wird. Wenn du diese Zeilen also liest, sind wir schon seit ein paar Tagen im Indischen Ozean. Wenn du wissen willst, wie weit wir schon sind:

Unsere Position auf Explore (diese aktualisiert sich, auch wenn wir kein Internet haben)

Unsere Position auf Noforeignland (dazu brauchen wir Internet – wir schalten dieses 2x pro Tag ein)

Es würde uns freuen, wenn du uns auf unserer Reise begleitest. Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Weihnachts-Insel im Indischen Ozean

11. – 21.6.2026

In diesem Bericht nehmen wir dich mit auf die Reise von Bali (Finger) in die Flying Fish Cove auf der Weihnachts-Insel. Im ersten Teil der Strecke erwarten wir noch viele indonesische Fischerboote. Deshalb fahren wir zuerst rund 10 Meilen von der Küste weg südwärts, bevor wir dann direkten Kurs aufnehmen auf unser Ziel. Gemäss Navigationsgerät warten 592.2 Seemeilen (DTD = distance to destination) auf uns.
Bali Gapura Marina, direkt nach dem Frühstück heisst es: Leinen los und Fender hoch. Hier im Hafenbereich weht kein Lüftchen, das Wasser ist spiegelglatt.
Kaum sind wir aus dem Hafen raus, nimmt der Querabwind (also Wind von der Seite) auf angenehme 8-10 Knoten zu, wir können Segel setzen und von der Küste weg südwärts rauschen.
Kurz vor Sonnenuntergang auf unserem nun direkten Kurs Richtung Weihnachts-Insel. Es war ein sehr angenehmer Segel Tag. In der folgenden Nacht sollten uns aber viele indonesische Fischkutter in angespannter Alarmbereitschaft halten.
Am nächsten Morgen ist die Anspannung während der Nacht vergessen. Motiviert und mit Freude bereitet die Lupina Smutje (Schiffskoch) das Frühstück vor.
Im Laufe des Tages wird der Schwell, der nach einem Sturm in antarktischen Gewässern Richtung Norden ausläuft, intensiver. Die seitlichen Wellen sind nun bis zu 3 Metern hoch und bringen die Lupina auf ihrem Vorwind-Kurs arg ins Rollen.
Nach über 8 Jahren auf dem Schiff gefällt uns das Rollen zwar immer noch nicht, aber es hindert uns nicht mehr an den täglichen Routinen, wie zum Beispiel Wetterdaten abzurufen, oder Logbuch Eintragungen am PC vorzunehmen.
Letzter Sonnenuntergang auf unserer Fahrt. Das Meer ist immer noch kabbelig, aber morgen werden wir ankommen.
Traurig – leider passiert es immer wieder: Fliegende Fische landen auf ihren nächtlichen Flügen auf unserem Deck. Wenn wir sie erst Stunden später finden, ist es zu spät für sie.
Die Winde in dieser Gegend bleiben recht stabil. Diese Bild zeigt in 2 Diagrammen die Windrichtung (links) und die Windstärke (rechts). Die jeweiligen Daten werden über 60 Minuten aufgezeichnet. Die gestrichelte Linie stellt den gemittelten Wert dar. Die mittlere Geschwindigkeit über die letzten 60 Minuten beträgt 17.6 Knoten, und der Wind bläst aus rund 100 Grad. Wir fahren einen Kurs von 263 Grad westwärts, was bedeutet, der Wind kommt leicht schräg achterlich. Ein schöner und stabiler Kurs. Sorry, das war jetzt etwas Segeltechnisches! 😊
Am letzten Tag auf See werden wir wiederum von herrlichem Wetter begleitet.
Kurz vor Ankunft: die Flagge von Christmas Island (wie die Weihnachts-Insel in der lokalen Sprache heisst) wird gehisst.
Angekommen im einzigen Hafen der Christmas Island (kurz CI): Flying Fish Cove. Wir machen unsere Lupina direkt vor dem Pier an einem Mooring (Boje) fest. Ankern ist zum Schutz der Korallen nicht erlaubt. Wäre auch sehr schwierig: schon 50 Meter weiter draussen ist das Wasser zu tief für den Anker.
Auf der rechten Seite des Hafenbeckens sehr schön zu sehen: die Verladestation für Phosphat. CI hat sehr grosse Phosphatvorkommen. Dieses wird im Tagebau abgebaut und hauptsächlich nach China. Malaysia, Indonesien, Australien und Neuseeland verschifft zur Herstellung von wertvollem, natürlichem Pflanzendünger. Das australische Küstenwachschiff «MV Ocean Protector» (links im Bild) bewacht die Anlage während unseres ganzen Aufenthaltes. Ob das etwas mit den Querelen Iran/USA zu tun hat? Möglich, denn nebst Erdöl ist auch Dünger durch die Blockaden betroffen.
CI verdankt ihren Namen dem britischen Kapitän W. Mynors, der die abgelegene und damals unbewohnte Insel am 25. Dezember 1643 entdeckt hat. Anlanden konnte er nicht. Er war in anderer Mission unterwegs und die steilen Ufer sowie ungünstiges Wetter hielten ihn von einem Zwischenstopp ab. Es sollte noch viele Jahre dauern, bis die Britische Krone sie 1888 annektierte, nachdem weitere britische Erkundungen Phosphatvorkommen entdeckt hatten. 1958 im Jahre wurde die Souveränität über die Inseln an Australien übertragen.

CI hat vulkanischen Ursprung. Sie ragt wie ein Kamin über 5’000 Meter vom Meeresgrund bis zu 361 Meter über Meer empor. Die Ufer sind extrem steil. Schon 300 Meter im Meer draussen ist das Wasser 1’000 Meter tief. Im Umkreis von 20 Kilometern beträgt die Meerestiefe überall 5’000 Meter oder mehr. Die Einwohnerzahl der 135 Quadratkilometer grossen Insel pendelt irgendwo zwischen 1’500 und 2’000 – so genau weiss das niemand. Für den Abbau von Phosphat wurden von den Briten vor allem Chinesen und Malayen geholt. Diese stellen auch heute die Mehrheit Bevölkerung dar. Phosphat ist die Lebensader der Insel, die über eine solide und gut ausgebaute Infrastruktur verfügt.

Wir sind positiv überrascht von diesem tropischen Naturparadies im Indischen Ozean. Ähnlich wie die Galapagos Inseln im Pazifik verfügt CI über eine einmalige Tierwelt mit vielen Spezien, die es nur hier gibt. Weltberühmt ist die Insel für ihre jährliche Krabbenwanderung. Millionen von roten Landkrabben wandern im Zeitraum Oktober/November aus den Regenwäldern an die Küste, um ihre Eier im Meer abzulegen. Gesteuert wird ihr Verhalten durch den Mond. Es zeigt auch, dass die Herkunft der Landkrabben eigentlich das Meer ist, denn ohne das könnten sie sich nicht vermehren.

Typische Küstenlandschaft im Westen von CI. In dieser Jahreszeit ist das Meer auf dieser Seite der Insel ruhig. Zur Monsun-Zeit tobt hier die See
Die Küste im Norden. Hier brandet das Meer das ganze Jahr in seiner ganzen Heftigkeit auf das Festland. Hier möchtest du als Schiffbrüchiger nicht angespült werden.
Obwohl es nur sehr wenig Tourismus gibt auf der Insel, ist die Infrastruktur dazu vorhanden. Wir finden herrliche, perfekt hergerichtete und gut unterhaltene Wanderwege.
Nur ab und zu öffnet sich eine kleine Bucht mit einladendem Sandstrand. Aber Vorsicht ist angesagt! Die Strömungen um CI sind stark und unberechenbar.
Dieses Strassenschild sehen wir zum ersten Mal. Es warnt die spärlichen Automobilisten vor dem Überfahren der roten Landkrabben. Während der Phase der Krabbenwanderung werden viele Küstenstrassen für den Verkehr komplett gesperrt.
Man braucht nicht danach zu suchen – sie sind einfach überall! Die nur auf CI vorkommenden roten Landkrabben.
CI ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Die Tiere zeigen scheinbar absolut keine Scheu und lassen die Kamera sehr nahe an sich ran. Es gibt 7 Landvogelarten und 3 Seevogelarten, die nur auf CI vorkommen, so wie etwa dieser schwarz gefiederte Tölpel mit blauem Schnabel, der es und gleichtut und mit seinem Küken ebenfalls auf dem Wanderweg spazieren geht.
Wenn wir schon bei Vögeln sind: eine herrliche Vogelperspektive von einem Aussichtspunkt weit über dem Golfplatz. Dieser Platz hat eine dunkle Vergangenheit. Als CI im 2. Weltkrieg von den Japanern besetzt wurde, war der Nachschub von Lebensmitteln nicht mehr gewährleistet. In der Not wurde das Gebiet des heutigen Golfplatzes gerodet, um Gemüse anzubauen. Ein nach dem Krieg entlassener Kriegsgefangener erfüllte sein Versprechen und machte daraus 1955 einen Golfplatz.
Ein Zeitzeuge der Phosphatabbaugeschichte wird von der Natur zurückgeholt. Im letzten Jahrhundert wurde das Phosphat per Eisenbahn zur Verladestation transportiert. Heute erledigen die typischen Trucks, Australien Size, diesen Job. Die Bahnschienen wurden ins Ausland verkauft, der Rest der Bahnanlagen verschwindet im Urwald.
Angeschwemmtes Übel. Dieser Unrat an der Ostseite der Insel stammt sicher nicht von CI, aber er wird hier bleiben, da er nicht mehr aus der Bucht rauskommt. Schlimm zu sehen, wie die Plastikteile durch die Brandung wie in einer Mühle zu Mikropartikeln zermahlen werden.
Am Startpunkt des Pfades zum Strand wird darum gebeten, man soll doch bitte etwas von dem Müll einsammeln und im Dorf ordentlich entsorgen. Machen wir!!
Südküste von CI. Auch diese Küste ist einer starken Brandung ausgesetzt. Seit seiner Entstehung ist CI in mehreren Schüben in die Höhe gedrückt worden. Jede Terrasse war ursprünglich ein Korallenriff unterhalb der Meeresoberfläche. Nun der Sonne, dem Wind und den Gezeiten ausgesetzt, erodieren die toten Korallen langsam, zurück bleibt ein schroffes, messerscharfes Gestein.
Entlang der Südküste gibt es in diesem erodierenden Korallenboden viele Blowholes («Blaslöcher»), aus denen es immer wieder zuerst zischt und faucht, dann mit einem Ausspucken von Gischt und Wasserfontänen endet. Unterirdische Verbindungen zum Meer sorgen dafür, dass die Dynamik der Wellen immer wieder Wasser und Luft durch diese Kanäle an die Oberfläche pumpen kann.
Nebst der berühmten roten Landkrabbe gibt es noch über 20 weitere Krabbenarten. Eine davon ist der «Palmendieb» (birgus latro), die grösste Landkrabbe der Welt. Dies Krabbe kann bis zu 4 Kilo schwer werden und hat eine Lebenserwartung von 50 Jahren. Er ist ein Allesfresser und beseitigt unter anderem auch gerne andere tote Tiere. Wie es sein Name aber erahnen lässt: Lieblingsnahrung sind Kokosnüsse und totes Palmenholz. Im Gegensatz zur agilen, schnellen Roten Landkrabbe ist der Palmendieb eher langsam. Sein Verhalten bei Gefahr: Warten. Auf der Strasse eine gefährliche Strategie! Dieses Exemplar stellt sich uns mutig in den Weg!
Ich bin auch mutig, pack das Tier und trage es an den sicheren Strassenrand. Ihm und mir ist nichts passiert 😊
Christmas Island – CI – eine Perle im Indischen Ozean. Wir sind glücklich, hier auf unserer Reise westwärts einen Zwischenstopp eingelegt zu haben. Nun warten weitere Entdeckungen auf uns. Wir freuen uns darauf!

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Via Lombok nach Bali

16.5. – 10.6.2026

In diesem Bericht nehmen wir dich mit auf die Reise nach Bali, unsere letzte Destination in Indonesien. Die Route führt uns der Nordküste von Lombok entlang nach Westen bis Pelangan, wo wir auf der vorgelagerten Insel Gili Gede in der Marina Del Ray ein paar Tage verweilen. Von da geht es dann weiter westwärts über die Insel Penida nach Denpasar in die neue Bali Gapura Marina.
Auf Lombok treffen wir einen sanften, sehr sympathischen Tourismus an, der sowohl für indonesische Gäste als auch internationale Kundschaft ausgerichtet ist. Die Resorts sind meist komplett in die Natur integriert und mit viel Liebe fürs Detail ausgestaltet. Nach Wochen an einsamen Ankerplätzen geniessen wir diesen Wechsel. Lupina grüsst aus der Distanz (Bild Mitte)
Kulinarisch gibt es nichts zu meckern. Feinste einheimische Kost schmackhaft mit vielen Kräutern zubereitet, angerichtet auf geflochtenen Tellern, die mit einem Bananenblatt ausgekleidet sind. Einfach lecker! Reis ist immer dabei – sogar zum Frühstück!
In Lombok sind wir nun auf einer moderneren Insel. Der Treibstoff für Motorroller wird aber immer noch mittels 1 Liter Glasflaschen vertrieben.
Leider ein Thema, um das man in Indonesien nicht herumkommt: die Vermüllung der Natur! Die luvseitigen Küsten der Inseln sind meist von einem dichten Müllteppich überdeckt. Wind und Strömung verfrachten alles Schwimmbare, was in die zahlreichen Flüsse entsorgt und während der Monsunzeit ins Meer getragen wurde, wieder an Land. Was nicht schwimmt, das landet auf Korallen und auf dem Grund des Meeres, oder schwebt als unbekanntes Objekt irgendwo im Wasser. Echt schrecklich! Die Leute haben noch nicht gemerkt, dass ihr «aus den Augen – aus dem Sinn» Verhalten sie selber mitten in eine Abfallhalde gesetzt hat. Spricht man die Leute darauf an, blickt man in verständnislose Gesichter.
Die kleine aber schmucke Marina Del Ray auf der Insel Gili Gede an der Südwestecke von Lombok. Hier parkieren wir unsere Lupina sicher für ein paar Tage, um Lombok auf dem Landweg mit einem Mietauto zu erforschen.
Zuerst erkunden wir mal «unsere eigene» Insel, Gili Gede, und umrunden sie zu Fuss. Überall, wo sich an Land eine kleine Siedlung entwickelt hat, liegen am Strand davor zahlreiche Outrigger-Kanus, das dominierende Transportmittel. Deutlich zu erkennen: Schäden von Tsunamiwellen nach Erdbeben. Indonesien ist ein riesiges Erdbebengebiet. Fast täglich rumpelt es irgendwo im Untergrund. Beim letzten verheerenden Erdbeben im August 2018 verloren in dieser Gegend Hunderte von Menschen ihr Leben.
Wir mieten uns für 4 Tage ein Auto und machen uns auf, Lombok im Uhrzeigersinn zu umrunden. Die Strasse folgt teilweise direkt der Küste, oder durchquert das gebirgige Hinterland, das in dichten Urwald (Bild) verpackt ist.
Einer dieser Gebirgsübergänge wird Monkey-Pass genannt. Warum der so heisst, ist schnell klar: Hunderte von Makaken-Affen säumen die Strassen und beobachten interessiert den vorbeifahrenden Verkehr.
Die Affen sind sich an Menschen gewohnt und greifen sich ohne Scheu, aber mit einer sanften, vorsichtigen Berührung, die dargebotene Nuss aus Pia’s Hand.

In einem Seitental, weg vom Durchgangsverkehr übernachten wir in einem B&B (bed and breakfast), das wir über die APP «booking.com» gebucht haben. Zu unserem Erstaunen können wir mit der jungen Vermieterin deutsch sprechen. Tatjana, so der Name der deutschen Frau, die zusammen mit ihrem einheimischen Mann das B&B aufgebaut hat, kann uns viel über die lokalen Bräuche und Eigenheiten erzählen. Für den nächsten Morgen organisiert sie uns ihren Mann «Ben», der uns die Umgebung zeigt und uns mit seinem Wissen über Pflanzen und Tiere die Natur seiner Heimat näherbringt.

Man sieht es gut: Ben, rechts im Bild, ist bei der Dorfjugend sehr beliebt. Für ein Bild mit uns unterbricht der Sportlehrer kurz das Training und posiert neben Pia für dieses schöne Bild – ohne dass wir ihn darum gebeten haben.
Hier befinden wir uns auf der Suche nach einem verborgenen Wasserfall. Der abenteuerliche Weg ist nicht ganz einfach und führt über weite Strecken durch das Flussbett.
: Am Ende des Canyons. Die letzten Meter zum Wasserfall müssen wir sogar schwimmen. Ist aber bei Wassertemperaturen von über 25 Grad kein Problem.
Die Weiterfahrt führt uns zunächst an sehr kleinflächig strukturierten Reisfeldern vorbei.
Auf der Anfahrt zum höchsten Vulkan von Lombok, dem Mount Rinjani, passieren wir die riesige Hochebene von Sembalun, die Kaldera eines erloschenen Vulkanes. In ihrem sehr fruchtbaren Boden gedeiht prächtiges Gemüse. Die Gegend ist sehr bekannt für ihre fein schmeckenden, grossen Erdbeeren.
Auf der Weiterfahrt über den Pusuk Sembalun Übergang passieren wir eine Landschaft wie in den Voralpen mit immer wieder schönen Aussichtspunkten. Vom Schichtvulkan Mount Rinjani sehen wir leider nicht viel, er verbirgt sich immer wieder hinter Wolken, anderen Bergen oder Bäumen. Einmal haben wir Glück: auf diesem Bild ist in der Ferne der oberste Kraterrand des 3’726 müM hohen Vulkanes schön zu erkennen.
Auf der Südseite von Lombok machen wir einen Abstecher in ein kleines, verstecktes Tal. Ein Tipp, den wir von Einheimischen bekommen haben. Es soll hier einen schönen Wasserfall geben und Terrassen-Reisfelder. Wir erreichen das letzte Dorf Tetebau im Tal über eine schmale, aber geteerte Strasse. Parkplätze, oder eine Abstellmöglichkeit suchen wir vergebens. Ein Mann am Strassenrand scheint unser Problem zu erkennen, schiebt ein paar Motorräder vor seinem Haus auf die Seite und bietet uns seine Zufahrt zum Parkieren an. Der Mann spricht ordentlich Englisch und wir können uns gut verständigen. Er bietet an, uns zusammen mit seinem Bruder die Umgebung des Dorfes und den Wasserfall zu zeigen. Ein Glücksfall für uns! Beide sind Reisbauern, kennen jedes Pflänzchen und erklären uns ausführlich, wozu bestimmte Gräser und Kräuter gut sind, welche giftig und welche berauschend sind. Herrlich und äusserst interessant, ihnen zuzuhören!
Reisfelder in Terrassenform. Das Land gehört allen, dem ganzen Dorf. Jeder Bauer trägt jedoch die Verantwortung für sein Feld. Alle Felder sind perfekt gepflegt und gut unterhalten. Die Brüder sind stolz darauf zu erwähnen, dass sie im Dorf mehr Reis produzieren, als dass sie selber brauchen. Sie können sogar Reis in die Stadt verkaufen. Das kleine Gebäude im Reisfeld ist ein typischer, mit Dach beschatteter Rastplatz, wo sich die Arbeiter ausruhen können.
Auch wir machen eine Rast. Wir dürfen sogar das von den Frauen der Arbeiter zubereitete Mittagessen probieren.
Von den Reisfeldern geht’s weiter zum Wasserfall. Charmant wird Pia über die grossen Bollersteine geholfen.
Geschafft! Am Ende des Pfades erreichen wir den Wasserfall. Nicht unbedingt der schönste, aber doch einer der erinnerungswürdigsten Wasserfallbesuche, die wir schon gemacht haben.
Direkt auf dem Reisfeld wird das Reis «gedrescht» und die von der Pflanze gelösten Reiskörner aufgehäuft. Früher hat man bei uns das Getreide nach dem Schneiden nach Hause gebracht und dort mit Flegeln gedrescht (ja, wer von euch weiss das noch?).
Auf der Weiterfahrt erreichen wir das Dorf Sade im Süden von Lombok. Es ist eines der ursprünglichsten Dörfer auf Lombok und ein lebendiges Museum der Sasak, der Ureinwohner der Insel. Es gewährt tiefe Einblicke in ihre Kultur, Traditionen und den historischen Alltag. Im Bild sehen wir einen typischen Reis-Speicher. Um Mäuse und andere Kriechtiere fern zu halten steht er auf Holzstelzen und runden Steinplatten, ähnlich wie in den Alpen die «Spycher».
Die typischen Langhäuser werden aus Bambus, Holz, Reisstroh und einem speziellen Boden aus Kuhmist, Ton und Asche errichtet. Diese Mischung wird regelmässig poliert, härtet aus und soll Insekten fernhalten. Ungefähr alle 5-10 Jahre muss ein Haus neu gedeckt werden. Dabei hilft die ganze Bevölkerung mit, danach wird gefestet.
Die Frauen des Dorfes sind bekannt für ihre aufwändigen Webereien. Uns beeindruckt, dass alles vor Ort im Dorf hergestellt wird: die Baumwolle, das Garn, die Farbe und Einfärbung des Garnes und schlussendlich dessen Verwebung zu schönen Kunstwerken. Das typische Klick – Klack der Webstühle hallt überall durchs Dorf. Wir bewundern die Entstehung dieser schönen Stoffe und erwerben von dieser Frau ein Exemplar für unsere Andenken Sammlung.
Die Stadt Kuta im Süden von Lombok gilt als ein Mekka der Wellenreiter. Warum, ist leicht auf diesem Bild zu erkennen: ein langes Riff dehnt sich quer über die Bucht und baut eine grosse Welle auf.
In Kuta verbringen wir die Nacht, gehen auch auswärts essen. Von dieser Auslage dürfen wir uns aussuchen, wonach es uns gelüstet. Bei mir landete der rote Snapper im Teller, bei Pia ein Teil des Mahi-Mahi.
Am nächsten Tag bei der Weiterfahrt der Südküste entlang sehen wir immer wieder schön präsentierte Strassenstände. Bei den Einen ist es Gemüse und Gewürze ….
… bei den Anderen Meeresgetier aller Art.
Weiterfahrt an der Westküste nordwärts mit herrlicher Aussicht Richtung Bali, unserem nächsten Ziel. Die Insel ist noch im Dunst versteckt, jedoch deutlich markiert durch die Wolken über dem Gebirge.
Überraschung, als wir nach 4 Tagen zur Lupina zurückkommen. Unsere Festmacherleinen sind mit bunten Trichtern verziert worden. Alle anderen Schiffe auch! Die Erklärung kommt vom Schiffsnachbarn: offenbar wurden bei zwei anderen Schiffen Ratten an Bord entdeckt. Darauf hat das Personal der Marina Del Ray sofort reagiert und bei allen Schiffen diese Trichter montiert, die sehr effektvoll verhindern, dass Ratten über die Leinen auf ein Schiff klettern können.

Eine Ratte ist doch nicht so schlimm, würde man denken. Dazu muss man jedoch wissen, dass so ein Allesfresser an Bord eines Schiffes verehrende, ja lebensgefährliche Schäden anrichten kann. Ein Kurzschluss in einem angenagten Elektrokabel kann im dümmsten Moment einen Stromausfall bewirken und ein Schiff manövrierunfähig machen. Oder ein dadurch ausgelöster Brand an einer schwer zugänglichen Stelle kann zum Verlust eines Schiffes führen. Deshalb gilt: hat man eine Ratte an Bord, dann hat man ein Riesenproblem und muss alles unternehmen, um sie loszuwerden, bevor ein Schaden angerichtet ist. Nun, glücklicherweise ist auf der Lupina alles in Ordnung. Konsequenz aus dieser Geschichte: wir führen nun eine Rattenfalle mit auf der Lupina.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Kleininsel Lembongan (Nachbarinsel von Nusa Penida) erreichen wir Bali, wo wir gleich von riesigen, eher furchterregenden, statt einladenden Monumenten begrüsst werden.
Das Nächste, was uns erwartet: ein unglaublich dichter Verkehr mit zahlreichen, zumindest für unseren Geschmack, sehr gefährlichen Fahr Stilen. Schnell lernen wir aber: wer vorne ist, der ist im Recht, der hintere muss schauen. So ist es üblich, vom Parkplatz auf die Strasse zu fahren, ohne jemals einen Blick auf den sich nähernden Verkehr zu achten. Augen nach vorne in Fahrtrichtung – und los!
Natürlich ist Bali auch Massentourismus. Die einen freut’s – die anderen fluchen. Vor allem über rücksichtslose und rüde Australier schimpfen die Balinesen. Aber wie es halt so ist: Geld regiert die Welt! Anders als auf den bisherigen Inseln in Indonesien, die wir besucht haben: in Bali steht das Geld der Touristen im Vordergrund.
Jeder Schweizer, der schon mal in Bali war, sollte dieses Auto kennen. Ist vielleicht sogar schon damit chauffiert worden. Wo steht es??
Ja, genau! In Bali’s bekanntestem Touristenviertel, Kuta in Denpasar, vor dem «Swiss Restaurant» des ehemaligen Schweizer Honorarkonsuls Jon Zürcher und seiner Frau Sucie. Jon hat in jungen Jahren seinen Traum war gemacht und ist mit einem VW-Bus auf dem Landweg, so weit möglich, nach Bali gefahren, hat dort seine heutige Frau kennen gelernt und ist seither hiergeblieben. Sie Beide haben wir besucht und sehr viel Interessantes über Bali und das Leben hier erfahren. Danke Jon und Sucie für eure spannenden Geschichten und Informationen.

In Bali tauchen wir in eine neue Kultur ein, die sehr stark von der Religion beeinflusst ist, eine besondere Ausprägung des Hinduismus. Ab dem 1. Jahrhundert brachten indische Händler und Gelehrte hinduistische und später auch buddhistische Lehren ins indonesische Archipel. Die Religion verbreitete sich schnell. Als Folge der Islamisierung Javas im 15 Jahrhundert flohen viele Gelehrte und Künstler nach Bali. Die Insel wurde zum letzten Zufluchtsort dieser Kultur. Auf Bali entwickelte sich ein sehr eigenständiger Hinduismus. Er verbindet indische Lehren mit dem Buddhismus und dem lokalen Ahnen- und Geisterglauben. Über 30’000 Tempel prägen das Bild von Bali. Praktisch jedes Haus hat seinen eigenen Schrein.

Die Balinesen glauben, das Gut und Böse nebeneinander existieren. Der Barong (Bild) ist ein mystisches Wesen, welches die auf der Erde existierenden guten Kräfte repräsentiert. Pia muss also keine Angst haben 😉
In der Nähe von Denpasar, der Hauptstadt von Bali, besuchen wir eine der traditionellen Tanz-Shows. Es gibt unzählig verschieden Tänze, bei denen es immer darum geht, eine Geschichte vom Kampf Gut gegen Böse zu erzählen. Die Tänzer/Tänzerinnen trainieren ihre Kunst über viele Jahre. Die komplexen Fingergesten, anspruchsvolle Schritte, ausdrucksstarke Augen, die kunstvollen Gewänder, Anmut und Beweglichkeit verrücken uns in eine andere Welt.
Erinnerungsbild mit der Tanztruppe des Barong Tanzes
Ubud ist ein Ort am Fusse des Batur Vulkanes, der für seine wunderschönen Tempel und den Königspalast bekannt ist. Im Bild einer der vielen Ruheräume in diesem Palast.
In Ubud sind die Eingänge zu den Tempeln besonders schön und aufwändig gestaltet.
Findet irgendein Fest oder besonderer Anlass statt, werden die Pforten zu den Tempelanlagen blumenreich und bunt geschmückt.
Etwas ganz Spezielles, das wir überall antreffen: diese gänzlich aus pflanzlichem Material hergestellten Opferkörbchen, die mit Blumen und Speisen gefüllt vor jedem Haus, jedem Geschäft, ja sogar auf Gehsteigen hingelegt werden. Sie bedeuten Dank an die Götter und gleichzeitig Einladung an diese, weiterhin Gutes zu tun.
Nicht ganz unproblematisch: auch Ratten lieben die dargebrachten Speisen, wie wir auf nächtlichen Streifzügen persönlich beobachten können.
Auf Bali’s Vulkane, Mount Batukaru (Bild) und Batur, blicken wir nur aus Distanz. Anstelle von Bergsteigen geniessen wir die grünen Parklandschaften und das Gewusel in Denpasar.
Ebenfalls ein wichtiger Teil der Kultur: unzählige Statuen mit für uns eher furchteinflössenden Gesichtern, die jedoch etwas Gutes an sich haben.
Die Makaken-Affen im Monkey Forest sind bekannt dafür, dass sie sehr zutraulich sind. Ebenfalls eilt ihnen der Ruf voraus, dass sie sehr diebisch sein sollen. Deshalb habe ich vorsichtshalber meinen Hut vorher abgelegt und gut versteckt.
Lake Tamblingan, am Fusse des Batukaru Vulkans.
Diese Frau bastelt aus Schilfrohren Angelruten für vor allem einheimische Touristen. Dürfen wir ein Foto machen? Wie fast überall in Indonesien, wo wir waren, kein Problem – gerne sogar! Sie rückt kurz ihre Kleider zurecht und strahlt in die Kamera.
Nun, es wird Zeit für neue Abenteuer! Wir machen uns daran, Lupina wieder seetüchtig zu machen. Unter anderem bekommt sie eine volle Ladung Diesel. Da die Gapura Marina von Bali zwar brandneu, aber noch nicht voll funktionsfähig ist, wird der Treibstoff per Versorgungsschiff zur Lupina gebracht. Es wird überraschend sorgfältig gearbeitet: zuerst wird das Teak Deck mit Wasser getränkt, damit Dieseltropfen keine Flecken erzeugen können, dann mit weissen Saugmatten abgedeckt. Sogar der Steg erhält zum Schutz eine Plastikfolie. Toll, davon könnten noch manche anderen Orte etwas lernen.

Résumé Indonesien:
Bali hat uns gefallen, aber ehrlich gesagt trafen die früheren Destinationen in Indonesien viel mehr unseren Geschmack. Wir durften unberührte, wilde Natur erkunden, seltene, vom Aussterben bedrohte Tiere hautnah erleben, und Menschen begegnen, die in ihrer Offenheit, Redlichkeit und Herzensgüte bei uns unglaublich schöne Erinnerungen hinterlassen werden. Die Menschen erklären uns, dass Respekt und Dankbarkeit gegenüber deinem Nächsten etwas sehr Wichtiges ist. Das lernen sie schon als Kleinkinder von den Eltern und später dann auch in der Schule. Wir werden oft mit «Mama» und «Papa» angesprochen. Das zeigt grossen Respekt vor dem Alter. Auch kennen sie keinen Neid oder Hass. Indonesier sind glücklich mit dem, was sie haben. Aggression gegenüber anderen Menschen kennen sie nicht. (Muslime trinken keinen Alkohol, mag das wohl eine Rolle spielen?). Genau so haben wir die Menschen hier in den letzten acht Monaten erlebt. Wir hoffen für dieses eindrückliche Land, dass diese Einstellung und die Wertschätzung anderen Menschen gegenüber so bleiben werden. Der Tourismus könnte da schon etwas verändern, wie man am Beispiel Bali gut erkennen kann.

Indonesien – das Land des Lachens und der Fröhlichkeit

Dieser Bericht schreiben wir schon auf hoher See. In Bali melden wir uns aus Indonesien ab und stechen in den Indischen Ozean Richtung Südafrika. Das Wetterfenster für unsere Weiterfahrt ist perfekt. Es warten rund 6’000 Seemeilen auf uns, die wir in verschiedene Etappen aufteilen können. Die Erste bis zur Christmas Island (Australisches Hoheitsgebiet) beträgt nur knapp 600 Seemeilen (4-5 Tage) Von da geht es dann weiter via Cocos Keeling, Rodriguez, Mauritius, La Réunion und Madagaskar nach Südafrika, wo wir bis im November eintreffen wollen. Ob alles so klappt?

Du kannst unsere Fahrt live verfolgen:
https://share.garmin.com/EPXFV
Noforeignland

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Von Flores nach Lombok

18.4. – 15.5.2026

Wir schreiben den 18. April 2026. Soeben fliegt ein Flugzeug über uns hinweg, wo die Freunde aus unserem Heimatdorf, die Familie Stadelmann, drinsitzen. Es ist wieder Ruhe eingekehrt auf der Lupina. Erstmals seit Mitte Februar sind wir wieder alleine auf der Lupina. Irgendwie ein komisches Gefühl. Alle wieder weg, auch die Gastautoren unserer letzten Berichte. Damit sind auch die Ferien für den Schreiberling zu Ende und ich darf wieder in die Tasten greifen.

Die Rasselbande hat uns schön auf Trab gehalten. Zuerst Robin auf der Strecke von Batam (bei Singapur) bis Flores, und dann die Stadelmanns (Mandy, Dani und Tochter Tara) in und um Flores herum. Aber es war herrlich, wieder einmal Besucher auf der Lupina gehabt zu haben.
In dieser Zeit haben wir auch Tiere gesehen, die sehr selten sind, wie etwa die Orang-Utans. Wir haben sie schon oft im Zoo gesehen, oder in Dokumentarsendungen am TV. Mit Robin durften wir auf Borneo diese Primaten in freier Wildnis beobachten.
Auf Komodo konnten wir Auge in Auge – ohne Gitter dazwischen – die ebenfalls sehr seltenen Komodo Warane erleben.
Ein weiteres, unvergessliches Highlight: Tauchen und Schwimmen mit den riesigen Manta Rochen. Zum Grössenvergleich bin ich rechts unten im Bild zu sehen. Im Zeitlupentempo schweben diese friedlichen Riesen über uns hinweg und geniessen scheinbar das Kitzeln unserer Luftblasen an ihrem Körper.
Die Zeit vergeht wie im Flug! Bereits sind wir wieder 2 Monate zurück in Indonesien. Unsere Aufenthalts-Bewilligung ist 60 Tage gültig, und wir müssen sie erneuern. Kein Problem, es funktioniert fast alles elektronisch übers Internet – bis auf das Foto. Dazu muss man extra zur Immigration.
Der Schiffsbauch der Lupina ist leergefressen. Wen wunderts, bei den vielen hungrigen Mäulern in den letzten Wochen. Also gilt es nun, uns wieder reisefertig zu machen und entsprechend Proviant zu besorgen. Auf dem Gemüsemarkt in Labuan Bajo erhalten wir alles, was unser Magen begehrt.
Natürlich geniessen wir auch unsere wieder gewonnene Zweisamkeit!
Wir warten auf günstige Winde und verbringen die Zeit mit ausgiebigen Spaziergängen entlang der Küste von Labuan Bajo. Diese ist gut bestückt mit sehr schönen, der Natur angepassten Resorts. Überhaupt: je länger wir hier verweilen, umso beeindruckter sind wir von den vielen Möglichkeiten, die sich für Touristen bieten.
Das Wetter ändert sich zu unseren Gunsten – die letzte Nacht an unserem Ankerplatz vor dem Sylvia Resort in Labuan Bajo. Lupina liegt ganz links.
Unsere Strecke für die nächsten Wochen. Zuerst geht es von Labuan Bajo (Flores) an die Südküste von Komodo. Von da setzen wir rüber auf die uns völlig unbekannte Insel Sumbawa, wo es im Norden grössere Vorkommen von Walhaien geben soll, bevor es dann weiter zur bekannten Insel Lombok geht.
Am 21. April 2026 setzen wir die Segel und kreuzen der Küste von Flores entlang nach Süden. Wir befinden uns gerade in der Übergangsperiode zwischen Regen- und Trockenzeit. Frisches Grün ist immer noch die dominierende Farbe an Land. Der Wind ist schwach, wir haben ihn fast auf die Nase, aber wir kommen gut voran.
Das gute Vorankommen ändert sich dann schlagartig, als wir uns dem Engpass zwischen Flores und der Insel Rinca nähern. Wir haben gelesen, dass die vorherrschende Strömung von Nord nach Süd setzt, also uns helfen sollte. Gezeitenströmungen können aber die Fliessrichtung drehen. Genaue Angaben, wie stark die Strömung ist und in welche Richtung genau, das finden wir nirgends. Was wir dann antreffen, stellt jede Passeinfahrt in den Tuamotus in den Schatten. Ihr müsst das dann unbedingt im Video anschauen: Die Strömung steht gegen uns mit zwischen 5-7 Knoten. Es hat starke Wirbel. Die Segel haben wir wie immer bei heiklen Passagen vorher runtergeholt und laufen nun unter voller Motorkraft gegen an. Manchmal drücken uns Wirbel sogar wieder rückwärts. Immer wieder gelingt es uns aber, Stellen mit schwächerer Strömung zu nutzen, um wieder ein paar Meter vorwärts zu kommen. Der Kampf dauert über eine Stunde, bis wir die Engstelle passiert haben – aber Lupina schafft es!
Müde und erschöpft erreichen wir den ersten Ankerplatz im Süden von Rinca. Sofort fallen uns wilde Tiere am Strand auf: Wildschweine, Affen – und sogar Hirsche!! Von den Letzteren gibt es sehr viele. Sie stammen ursprünglich von den Hauptinseln Java und Bali und wurden in der Antike von Seefahrern und der indigenen Bevölkerung auf die kleineren Inseln Komodo und Rinca im Osten gebracht.
Auf unserer weiteren Reise der Südküste von Rinca und dann später von Komodo entlang ankern wir vor wunderschönen Stränden. Auf Landgänge müssen wir aber leider verzichten, denn wir entdecken immer wieder Komodo Warane auf der Suche nach Nahrung.
Das Ankern ist nicht immer ganz einfach. Oft ist der Ankergrund sehr tief (15 Meter und mehr) oder eng und von scharfen Korallen umgeben. Dieser Ankerplatz im Süden von Komodo bietet beides. Der Anker liegt auf 20 Meter Tiefe und am steil abfallenden Grund befinden sich alte abgestorbene Korallen. Mehrere Winddrehungen in der Nacht sorgen dafür, dass sich die Kette in etwa 15 Meter Tiefe mehrmals um alte Korallen verwickelt hat. Ich muss ins Wasser. Mit der letzten Luft in meiner Lunge gelingt es mir beim vierten Versuch, die Kette von den Steinen zu lösen. Glück gehabt!

Nach dem Schrecken beim Anker Aufholen geht es zunächst unter Motor gegen den Wind um die Südspitze von Komodo herum. Wir passieren gerade eine steile Felswand, da vernehmen wir ein komisches Geräusch unter dem Schiff und die Motordrehzahl geht in die Knie. Ich stürze mich zum Ganghebel und reisse diesen in die neutrale Stellung. Kurz überlegen. Ein Kontrollblick übers Heck ergibt, dass wir ein langes, dickes Seil im Schlepptau haben. Es schein aber nirgends befestigt zu sein, denn Lupina treibt widerstandslos im Wasser vorwärts. Wir steuern das Schiff von der Felswand weg und drehen bei. Mit einem scharfen Messer bewaffnet steige ich ins Wasser – um erleichtert festzustellen, dass sich der Hauptteil des Seiles bereits wieder gelöst hat und nur noch ein kleiner Strang am Propeller hängt. Schnell ist auch das entfernt und erleichtert steige ich wieder an Bord. Zum zweiten Mal heute: Glück gehabt!

Nach den beiden Schreckmomenten am heutigen Segeltag geniessen wir unseren letzten Ankerplatz im Westen von Komodo bei einem genüsslichen Ankerbier und einem wunderbaren Abendhimmel umso mehr.
Die Windvorhersage ist gut! Von Komodo’s Westen setzen wir über an die Ostküste der Insel Sumbawa. Auch in diesem Übergang herrscht eine starke Südströmung. Da diese aber quer zu unserer Fahrtrichtung liegt, verlangsamt sie uns nur wenig. Trotzdem müssen wir die ganzen rund 25 Seemeilen motorsegeln, da der Wind alleine zu schwach ist. Er ist viel schwächer als angesagt. Dafür tröstet uns der Ankerplatz: gut haltender, dunkler Vulkansand mit angenehmer Triefe von 5-10 Metern. So macht Ankern Spass. Am Ufer ein Bauer mit seiner kleinen Herde Wasserbüffel.
An einem der nächsten Ankerplätze im Norden von Sumbawa, ebenfalls wieder gut haltender, dunkler Vulkansand, werden wir gegen Abend von mindestens einem Dutzend kleiner Pirogen umringt. Was wollen die, und wozu hat jede dieser Pirogen einen kleinen Stromgenerator dabei?
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit die Lösung des Rätsels: mit starken Lampen locken die Fischer Garnelen und andere Krabbeltiere an und holen sie mit am Boot fixierten Netzen aus dem Wasser. Nach kurzer Zeit, etwa nach 30 Minuten, ist der ganze Spuk schon wieder vorbei.
Unser nächster Ankerplatz befindet sich auf einer kleinen Vulkaninsel im Norden von Sumbawa: Pulau Satonda.
Wie praktisch alle anderen Inseln hat auch diese einen vulkanischen Ursprung. Das Spezielle an ihr ist ihr grosser Salzwasser-Kratersee. Der Krater wurde ursprünglich von Meerwasser gefüllt und später über Jahrtausende durch organische Sedimente abgedichtet. Da der Meeresspiegel heute tiefer liegt als der Kraterrand, gibt es keinen Austausch mehr. Das ehemalige Meerwasser bleibt im Kratersee gefangen.

Ein Wort zum Tambora Vulkan auf Sumbawa: Letztmals ist dieser im April 1815 ausgebrochen. Die in die Atmosphäre geschleuderte Asche hat damals auf der ganzen Welt im Folgejahr für «das Jahr ohne Sommer» gesorgt, mit entsprechenden Hungerskatastrophen und Krankheiten. Die frei gesetzte Energie wird auf über 170’000-mal die Stärke der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki geschätzt. Vor dem Ausbruch war der Tambora mit geschätzten 4’300 Metern einer der höchsten Berge Indonesiens. Nach dem Kollaps der Magmakammer blieben nur noch 2’850 Meter übrig.

Unsere Weiterfahrt bringt uns in die tief eingeschnittene Saleh Bucht nach Jambu. Von anderen Seglern haben wir erfahren, dass es in dieser Bucht Walhaie geben soll. In Jambu befindet sich eine Walhai Forschungsstation und von hier aus starten auch Expeditionen. Ein weiteres Lebewesen, dass mich schon seit Kindheit fasziniert, ich aber noch nie gesehen habe. Also buchen wir uns einen Platz für den nächsten Morgen.
Die Tour startet unanständig früh! Der Wecker tut seine Arbeit mitten in der Nacht um 3 Uhr 45, und bereits um 4 Uhr werden wir vom Tour Boot abgeholt. Direkt von der Lupina. Mit diesem fahren wir zu Fischerbooten, die weit draussen in der Bucht die ganze Nacht über Garnelen (Krill, Kleinkrebse) fischen und nun kurz vor Sonnenaufgang ihre Garnelennetze hochgezogen haben.
Schon lange ist bekannt, dass sich Walhaie sehr gerne um diese Fischerboote aufhalten, weil immer wieder Krill, Kleinkrebse und andere mitgefangenen kleine Lebewesen, die auf ihrem Speiseplan stehen über Bord gehen. Die Fischer haben sich daraus eine Tugend gemacht und behalten nun mit gezieltem Anfüttern die Walhaie für Touristen in der Nähe ihres Bootes. Sobald aber die Sonne höher steigt, verziehen sich die Haie wieder in tieferes Wasser. Deshalb sind die frühen Morgenstunden die beste Gelegenheit, Walhaie zu beobachten.
Der Walhai ist ein absolut faszinierendes Lebewesen. Entgegen seinem Namen ist er kein Wal (Säugetier), sondern ein Fisch, der grösste Fisch der Welt. Seine durchschnittliche Länge beträgt 6-10 Meter und das Gewicht 12 Tonnen. In der Bucht sind Exemplare von 12 Metern bekannt. Walhaie besitzen mit einer Hautdicke von bis zu 15 Zentimetern die dickste Haut im ganzen Tierreich. Sein Maul (Bild) ist über ein Meter breit und von rund 3000 winzigen Zähnen bestückt. Er ernährt sich ausschliesslich von Plankton, Krill, Algen und kleinen Fischen. Dabei saugt er riesige Wassermassen ein – über 6’000 Liter pro Stunde – und presst sie über die Kiemen wieder heraus.
Schwimmen mit Walhaien. Bei unserem Besuch sind zwei Exemplare anwesend.
Grössenvergleich: Köbi (unten) und Walhai
Mutprobe: Pia flüchtet vor dem Maul des Walhaies
Schon um 10 Uhr sind wir überglücklich und immer noch halb benommen vom Schwimmen mit den Walhaien zurück auf der Lupina. Aber unser Erkundungsdurst ist noch nicht gestillt. Wir fahren an Land und besuchen das kleine Fischerdorf Jambu. Uns fällt auf, dass es eigentlich hinter den Häusern noch viel Platz hat, aber sich alle scheinbar ans Ufer oder gar darüber hinausdrängen. Gut möglich, dass es damit zu tun hat, dass sich verschiedene Gebiete von Indonesien absenken. So versinkt etwa Jakarta, die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, pro Jahr um 10-30 Zentimeter im Meer!
Immer auf unserer Liste: Einkauf von Gemüse und Früchten. In Dörfern von Indonesien fast ausschliesslich aus lokaler Produktion.
Auf Sumbawa leben viele Menschen von Landwirtschaft. Die stark zerklüftete Landschaft und fehlendes Geld erlauben keine riesigen Betriebe. Die Hauptproduktion ist auf Eigenversorgung ausgelegt. Hier trocknen Bauern ihre geernteten Maiskörner …
… und hier werden Reiskörner getrocknet. Wen wunderts, wenn man beim Essen eines Reisgerichtes manchmal das Gefühl hat, als ob man Sand zwischen den Zähnen hätte.
Wir werden als Fremdlinge mit Neugier empfangen. Öfters passiert es uns, dass wir auf offener Strasse von Anwohnern eingeladen werden, uns doch zu ihnen zu setzen und ein wenig zu plaudern. Wäre das umgekehrt bei uns auch so? Einfach eine schöne Erfahrung!
Unsere Reise geht weiter. Vor dem Verlassen der Saleh Bucht ankern wir noch einmal in einer gut geschützten Bucht.
Beim nächsten Ankerplatz, diesmal wieder an der Nordküste von Sumbawa, werden wir am nächsten Tag, wir sind gerade bei der letzten Tasse Kaffee, von der Küstenwache kontrolliert. Die Beamten bestehen darauf, an Bord kommen zu dürfen. Wir haben einiges Unschöne gelesen von wegen Korruption oder Ähnlichem, aber die Kontrolle verläuft einwandfrei und äusserst freundlich.
Nach dem Behördenbesuch, kaum haben wir die Segel gesetzt und sind wieder unterwegs weiter westwärts, erneut Besucher – diesmal der tierischen Art. Eine riesige Schule von Delfinen pfeilt um unser Boot.
Hier ankern wir vor einer kleinen Inselgruppe im Nordwesten von Sumbawa. Die kleinste der Inseln, Pulau Bedil, ist unter Seefahrern bekannt als «Partyinsel». Sowohl Segler als auch die lokalen Touristenboote, die zwischen Lombok und Flores hin und her pendeln, machen gerne einen Zwischenstopp.
Die Insel ist in privatem Besitz, steht aber Besuchern offen.
Sogar einen kleinen Pool gibt es auf der rund 100×100 Meter messenden kleinen Sandinsel. Etwas zu viel des Guten, wenn man sieht, dass die Insel im Osten von wunderschönem, lebendigem Korallenriff umgeben ist.
Und natürlich das Wichtigste für eine «Partyinsel»: tolle Drinks! Wer nun meint, das rosafarbene Getränk sei etwas Künstliches – weit gefehlt! Die Drachenfrucht gibt dem Drink diese intensive, fast unnatürliche Farbe.
Unser letzter Ankerplatz auf Sumbawa, bei der Insel (Pulau) Kenawa. Mit unserer Lupina liegen wir direkt vor einem steil abfallenden Korallenriff. Zum Schnorcheln etwas vom Schönsten, was wir bisher gesehen haben. Bis 50 Meter Sicht unter Wasser. Fantastisch, fast unwirklich.
Auch hier setzen wir unsere Füsse an Land. Es gibt ein paar Warungs (Imbissbuden), denn auch hier ist ein idealer Zwischenstopp für die Touristenboote zwischen Lombok und Flores. Zurzeit sind wir aber die einzigen Fremdlinge hier. Mutter (noch keine 20) und ihr Kind interessieren sich nicht für uns und kümmern sich mehr um ihre Smart-Phones. Essen aus der Tüte – hier hat die moderne Welt bereits Einzug gehalten ☹
Aus der Ferne grüsst Lombok mit seinem 3’726 Meter hohen Vulkan Rinjani. Der Rinjani ist ein noch aktiver Schichtvulkan mit sporadischen Ausbrüchen, letztmals vor 10 Jahren. Jetzt gerade scheint er ruhig zu sein, zumindest steigt kein Rauch auf aus dem Krater.
Seit Dienstag sind wir in Lombok angekommen, dort der Nordküste entlang gesegelt und liegen nun im Nordwesten vor Anker. Die Sicht nach Westen ist offen, und einmal mehr erleben wir herrliche Sonnenuntergänge.

Als nächstes wollen wir die Westküste von Lombok südwärts bis zum südwestlichen Zipfel der Insel segeln. Dort suchen wir für unsere Lupina einen guten und sicheren Liegeplatz, damit wir für ein paar Tage die Insel zu Lande bereisen können. Danach geht’s weiter westwärts nach Bali.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!