Nach der sehr anstrengenden und anspruchsvollen Passage rund um die Nordspitze von Madagaskar erhoffen wir uns für die nächsten Tage und Wochen ein etwas geruhsameres Segeln in der Umgebung von Nosy Be.
Wir nehmen dich in diesem Bericht mit zu einer abwechslungsreichen Segeltour in der näheren Umgebung der Insel Nosy Be. Im Vordergrund stehen das Entspannen und vor allem der Austausch mit der lokalen Bevölkerung, sowie das Erleben der Natur.Der erste Schlag nach dem Einklarieren in Hell-Ville führt uns zum Crater Ankerplatz. Es wären nur etwa 5 Seemeilen, also ein Katzensprung, da der Wind aber auf die Nase bläst, kreuzen wir auf. Es hat zum Glück fast keine Wellen, und es wird ein schöner Segeltag. Crater ist der wohl beliebteste Ankerplatz in der ganzen Gegend. Es gibt hier sogar eine kleine Marina und die Möglichkeit, ein Segelboot zu mieten. Im Bild der einzige Anlegesteg der Marina und im Hintergrund das grosse Ankerfeld.Die Differenz zwischen Ebbe und Flut beträgt je nach Mondphase bis zu 3 Metern. So lassen sich leicht Arbeiten am Schiff durchführen, ohne es auswassern zu müssen. Dazu wird es einfach an der Hafenmauer festgemacht und lässt man es auf dem Kiel trockenfallen. So hat man bis zu sechs Stunden Zeit, trockenen Fusses notwenige Arbeiten am Unterwasserschiff durchzuführen.Die Gegend von Crater ist vor allem bekannt für die schönen Strände. Mit seinem internationalen Flughafen gilt Nosy Be als der Touristen Hot-Spot von Madagaskar. Es ist ein sanfter Tourismus, der sich hier entwickelt hat, mit vielen kleinen Pensionen und schmucken Restaurants. Richtig schön!
Als wir in Australien Pia’s Schulkameradin, Esther Lanz besuchten, hat diese uns geraten, dass wir uns wieder melden sollen bei ihr, wenn wir in Madagaskar sind: «ich kenne da jemanden!». Das machen wir, und Esther gibt uns die Kontaktdaten von Edy, einem ausgewanderten Österreicher
Edy und seine madagassische Frau Beza betreiben hier seit vielen Jahren eine kleine Pension, die «Villa Autriche». Es ist eine sehr herzliche und interessante Begegnung mit den Beiden. Wir verabreden uns für ein gemeinsames Mittagessen in den nächsten Tagen.Weit verbreitetes Last-Transportmittel in Madagaskar: vom Zebu gezogene Karren. Wir sind sehr beeindruckt, wie entspannt und friedlich die Menschen umgehen mit dem Aufeinanderprallen vom Leben unter einfachsten Verhältnissen und dem Luxus. 80 Prozent der Madagassen leben von weniger als 2 Franken Einkommen pro Tag!Das häufigste Transportmittel für Menschen ist eindeutig das Tuk-Tuk, nebst Rikscha, Fahrrad und Mopeds. Wir probieren das Tuk-Tuk gleich mal aus. Eine kurze Fahrt kostet umgerechnet etwas mehr als 20 Rappen, eine längere Fahrt knapp 2 Franken pro Person.Am Sonntag treffen wir uns dann wie verabredet mit Edy und Beza (rechts im Bild) zum gemeinsamen Mittagessen. Sie bringen noch ihre langjährigen Freunde (er ebenfalls Österreicher und sie Madagassin) mit. Alles einheimische Kost – lecker, kann ich euch sagen.Edy ist ein begeisterter Zuckerbäcker, und backt gerne Süsses. Er bringt den Kindern der Restaurant Angestellten jeweils etwas Süsses mit. Kein Wunder freuen sie sich jeweils auf den sonntäglichen Besucher.Wir verlegen vom Crater Ankerplatz auf Nosy Be zu einer kleinen, vorgelagerten Insel, Nosy Sakatia. Unsere Lupina liegt hier sicher und stabil in ruhigem Gewässer.Ein typisches Last-Transportschiff in dieser Gegend. Flach und stabil, aus Holz gebaut. Am kurzen Mast kann bei Wind sogar ein grosses Segel angebracht werden.Nosy Sakatia: Endlich können wir mal wieder auf Berge steigen und uns die Welt von oben ansehen. Lupina, ganz für sich alleine, ist noch ganz knapp zu erkennen neben dem letzten Landvorsprung.Der Wanderweg ist gut markiert. Zum Glück, denn er verläuft recht abenteuerlich durch Sumpfgebiet und dann steil bergan.Unterwegs immer wieder eine typische Hütten-Siedlung der Bauern. Die Häuser sind 100% aus Naturprodukten gefertigt.Auf der Nordseite von Nosy Sakatia angelangt, erwartet uns ein weiterer traumhafter Bilderbuchstrand. Die Boote im Hintergrund gehören zu einem kleinen, perfekt in die Natur eingebetteten Resort. Es ist einfach herrlich: wer hier Ferien macht, der ist voll mit der Natur verbunden.Am nächsten Tag verlegen wir in den Süden von Nosy Sakatia. Hier hat es ein kleines Dorf mit einer Schule. Die Kinder der ganzen Insel kommen hier zur Schule. Auf dem Pausenplatz wird, wie bei uns früher auch, intensiv Fussball gespielt. Ich muss einfach staunen, wie die Kinder meist barfüssig flink umherrennen und ohne Zögern kräftig auf die steinharte Lederkugel dreschen. Ich würde mir wohl beim ersten Ballkontakt alle Zehen brechen.Etwas weiter im Dorf treffen wir einen Mann, der sein Haus und die Umgebung perfekt gepflegt hat. Wir kommen mit ihm ins Gespräch. Sein Traum ist, dass er es schafft, im Leben etwas weiter zu kommen. Da er vom Resort auf der anderen Inselseite weiss, dass die Gäste gerne ab und zu mal eine Massage geniessen, will er in diesem Bereich aktiv werden. Stolz zeigt er uns, wie er die Liege dafür selber zusammen schreinert.Auch hier machen wir eine Wanderung quer über die Insel, von Süd nach Nord und zurück, rund 5 Kilometer ein Weg. Der Pfad führt über ein rund 150 Meter hohes Gebirge. Je weiter wir vom Ufer weg sind, umso einfacher und spartanischer werden die Hütten. Hier wird einfache Landwirtschaft betrieben, alles von Hand, Maschinen gibt es keine. Die Menschen sind Selbstversorger und ernähren sich nebst Reis hauptsächlich von Hühnern, Ziegen, Zebus (eine Art von Kühen), Früchten (wie Bananen, Mango, Ananas, …) und Gemüse (Bohnen, Kartoffeln, Tomaten, …).Die Erde ist sehr mineralienreich. Dort wo der Mensch den Wald gerodet hat, tritt der farbenprächtige Untergrund zu Tage.Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich – ein Genuss für das Auge.Nur ein paar Schritte weiter auf dem Pfad präsentiert sich das Landschaftsbild wieder ganz anders.Zurück von der anstrengenden aber wunderschönen Wanderung geniessen wir den Strand vor unserem Ankerplatz. Es gibt hier eine Handvoll einheimische Restaurants, immer hübsch hergerichtet. Nicht ungewöhnlich für Madagaskar: die Liebe zum Detail erfreut uns immer wieder.Das feine Mittagessen an dieser schönen Lage, bestehend aus grilliertem Fisch, Kokos-Reis und Mango/Tomaten Salat, mundet vorzüglich und füllt unseren Energiespeicher wieder auf.Zum Abschluss des Essens ein Digestive («Verdauerli»). Alles Rum mit verschiedenen Geschmäckern und Zutaten wie Vanille, Mango, Banane, Crevetten und vieles mehr. Zum Glück haben wir es nicht weit bis nach Hause – es schwimmt am linken Seitenrand des Bildes und wartet auf seine beschwipste Crew. Eine rührende Nebengeschichte: unser Dinghi lag am anderen Ende des Strandes, weit draussen, weil die Ebbe eingesetzt hatte, als wir die Wanderung begonnen haben. Nun, 6 Stunden später, beginnt das Wasser wieder zu steigen und das Personal des Restaurants bemerkt, dass wir uns um unser Dinghi kümmern wollen. Sie beschwichtigen uns: «no problem!». Zwei kräftige Jungs signalisieren uns, dass sie unser Dinghi aus rund 500 Metern Entfernung vor das Restaurant holen werden. Was für wunderbare Menschen!Ein paar Tage später auf der südlichen Nachbarinsel von Nosy Be: Nosy Komba. Nur eine kurze Distanz, aber wieder ein ganz anderes Bild. Die Insel wird gerne von Tagestouristen aus Resorts in der Umgebung besucht. Die Einwohner leben hauptsächlich vom Tourismus. Das gibt ihnen ein kleines Einkommen und verschafft ihnen etwas Luxus, wie zum Beispiel Lebensmittel, die sie mit dem Geld kaufen können, oder Kleider. Dieser Junge trägt aus gekauftem Stoff selbst genähte Kleider. Sein Spielzeug ist aus einer alten Motorölflasche, Kanister Deckeln und Holzstäbchen selber zusammengebastelt.Eine ungewöhnliche, aber hier übliche Technik, die Wäsche schnell zu trocknen: sie wird auf den heissen Sand gelegt.Bisher haben wir noch wenig von der einheimischen Tierwelt gesehen, die für Madagaskar so einzigartig ist. Hier, auf der Insel Nosy Komba, haben wir hautnahen Kontakt mit Lemuren, die fast ausschliesslich nur in Madagaskar vorkommen. Lemuren sind Primaten, gehören also zu den Affen, was aber nicht so offensichtlich ist. Ihr Aussehen ist eher marder- oder katzenartig, dennoch teilen sie auf Grund ihrer Anatomie (wie den Greifhänden) eine gemeinsame Abstammung mit den Primaten. Früher wurden sie oft als «Halbaffen» bezeichnet, heute lautet die wissenschaftliche Einordnung «Feuchtnasenprimaten», weil ihre Nase feucht ist (wie zum Beispiel auch beim Hund) im Gegensatz zu den Affen, wo die Nase trocken ist (wie auch beim Menschen).Es gibt unheimlich viele Kinder in Madagaskar. Sie sind die Altersvorsorge für ihre Eltern und Grosseltern. An den Kleidern dieser fröhlichen Jungs zeigt sich, dass der Tourismus doch etwas Wohlstand zu den Menschen bringt.Ein zweiter Ankerplatz auf Nosy Komba, weiter im Südosten. Nur etwa 3 Seemeilen, und schon sind wir wieder im Gebiet, wohin kaum Touristen kommen. Lupina im Hintergrund hat ihren Ankerplatz ganz alleine für sich, nur ein paar Fischerboote schaukeln ihr vom Ufer her zu, während ein Fischer sein Netz wieder vorbereitet für nächsten Fischfang.Schöne Begegnungen mit herzlich guten Menschen. Gut kann die Frau französisch (bei weitem nicht alle Madagassen verstehen Französisch, die Amtssprache von Madagaskar), so können wir sie fragen, was sie hier macht. Die Frau zermalmt getrocknete Kokosnuss zu Mehl, um daraus Gebäck und Brot zu backen. Wer meint, das sei leichte Arbeit – weit gefehlt! Der Mörser, der Holzstab, den sie zum Stampfen verwendet, ist aus robustem Hartholz, gute 8 Kilogramm schwer.Unser nächster Ankerplatz liegt an einem sehr gut vor Wind und Wellen geschützten Plätzchen vor der Insel Mamoko. Das Wasser ist hier sehr klar und endlich ist wieder mal Schnorcheln angesagt.Wir fragen die vorbeifahrenden Fischer, ob wir das Dorf besuchen dürfen. Und wieder finden wir offene, herzensgute Menschen. Dieser Mann zeigt uns, wie er mit einem zu einem Meissel flach geschmiedeten Nagel und einem Hammer aus Hartholz die Verstrebungen für sein neues Dach bearbeitet. Später am Abend kommt er noch mit Früchten bei unserem Schiff vorbei. Jetzt trägt er stolz eine neue Cap von uns – uns war aufgefallen, dass diejenige, welche er auf dem Bild trägt, schon etwas ins Alter gekommen ist.Kaum haben wir das Dorf betreten, eilt dieser Junge auf Pia zu, ergreift vorsichtig ihre Hand und weicht die ganze Zeit nicht mehr von ihr. Rührend!Und hier sehen wir sie wieder: Lemure – ganz aus der Nähe!Hautnah! Lemure mögen Bananen. Damit kann man die wilden Tiere, die keine grosse Scheu vor Menschen zeigen, anlocken. Ohne Zögern springt mir dieser auf die Schulter und klettert dann mit seinen überraschend samtigen Händen und Füssen auf meinen Arm, um sich die leckere Nahrung zu holen.Immer mehr Kinder folgen uns auf unserem Streifzug durchs DorfDer Mann im hellblauen T-Shirt (leider haben wir seinen Namen vergessen) führt uns durchs Dorf, beantwortet unsere Fragen und zeigt uns ein paar ausserordentliche Dinge. Unter anderem 2 Riesenschildkröten, die sein Grossvater hierhergebracht hat, als er das Dorf gründete. Da sie damals noch klein waren, ging das problemlos im Auslegerkanu. Die Tiere kommen sofort aus ihrem schattigen Plätzchen hervor, als unser Führer mit einer Banane winkt. Die Kinder und die Schildkröten scheinen sich gut zu verstehen 😉Wir sehen unseren ersten Baobab Baum aus der Nähe. Madagaskar gilt als die Urheimat des Baobabs (auch Affenbrotbaum genannt). Hier ist die Vielfalt am grössten. Sieben der weltweit total acht Arten wachsen auf der Insel. Sechs davon sind komplett endemisch, existieren also nirgendwo sonst auf der Erde.Wir segeln etwas weiter nordwestlich der Küste entlang und ankern mitten in einem Krater, dessen Rand auf einer Seite gänzlich eingefallen ist und daher der Zugang vom Meer möglich ist. Das einzige Dörfchen auf dieser Kraterinsel, Nosy Ambararata, leuchtet in der Abendsonne.Kaum ist der Anker eingefahren, erhalten wir Besuch von zwei einheimischen Frauen. Ausser einem Kleinkind haben sie nichts dabei. Sie fragen uns, ob wir etwas für sie hätten. Wir fragen zurück: «Was habt ihr für uns?». Erstaunt über unsere Frage blicken sie sich an. Wir helfen auf die Sprünge und schlagen vor: Bananen, Kokosnüsse, Mango. Sie diskutieren kurz, lachen dann erfreut und bedeuten uns, dass sie uns Kokosnüsse holen wollen. Kurz darauf sind sie mit drei grossen Trink-Kokosnüssen zurück. Wir bedanken uns mit T-Shirts, Milchpulver für das Kleinkind, Rohrzucker und einer Trainerjacke von Pia. Von nun an ist die Damenriege Wölflinswil auch auf Madagaskar vertreten 😊Am nächsten Tag besuchen wir das Dorf. Wir hatten die beiden Frauen vom Vorabend gefragt, ob sie uns das Dorf zeigen würden. «Ja, natürlich!» war die spontane Antwort.Es hat zwar ein paar wenige Mangobäume und Kokospalmen, der Boden ist aber zu karg für einen Garten. Das Dorf lebt vom Fischfang. Jede Familie hat irgendwo eine Fläche, wo Fische getrocknet werden. Im Gegensatz zu anderen Gegenden, ist das Fischvorkommen hier enorm. Mit eigenen Augen sehen wir, wie Fischer um unsere Lupina herum im Minutentakt grosse Fische, 30-50cm lang, aus dem Wasser ziehen.Drei Generationen auf einem Bild: die Grossmutter, auf der Treppe sitzend, ist kaum älter als 40 Jahre. Zum Glück hat Pia vorher noch diverse Geschenke in ihren Rucksack gepackt, und wir können allen Familienangehörigen damit grosse Freude bereiten. Es ist unser Dank für die Führung durchs Dorf. An Geld sind sie nicht interessiert, denn hier draussen können sie sich nichts kaufen dafür. Sie haben ja so wenig! Da ist alles, was sie irgendwie brauchen können, etwas sehr Wertvolles. Tolle Begegnungen!Während wir uns an Land das Dorf zeigen lassen, liegt Lupina absolut ruhig mitten im KraterseeNach 2 Tagen verlassen wir den Kratersee und segeln zu unserer nächsten Station, in die Russian Bay. Von anderen Seglern hatten wir erfahren, dass es hier schöne Wanderungen zu machen gibt. Es wurde uns auch geraten, einen lokalen Führer zu engagieren, da die Pfade auf keiner Karte zu finden sind. Diesen Ratschlag befolgen wir gerne. Pauline, eine gut französisch- und englischsprechende, junge Frau, führt uns rund 4 Stunden lang durch eine sehr interessante Natur. Sie ist hier aufgewachsen und kann uns viel über die Geologie, Tierwelt und Pflanzen erzählen.Fernsicht Richtung SüdafrikaBlick über die Russian Bay mit unserer Lupina, zweites Schiff von links. Der Name der Bucht hat eine interessante Geschichte. Im Jahre 1904, während des Russisch-Japanischen Krieges, schickte Russland eine Kriegsflotte von der Ostsee um die halbe Welt, um ihre dort von den Japanern stark unter Druck gesetzte Flotte zu unterstützen. Auf dem Weg dorthin legte ein Teil der Flotte einen zweimonatigen Zwischenstopp an der Westküste von Madagaskar ein, in unserer Bucht. Als der Befehl zum Aufbruch kam, weigerte sich ein Teil der Besatzung, das tropische Paradies wieder zu verlassen und in den Krieg zu ziehen. Sie desertierten mit einem der Schiffe. Dieses versteckten sie tief in den Seitenarmen der Bucht, wo es ein paar Jahre später schliesslich versank. Die desertierten Soldaten blieben auf Madagaskar, bauten Beziehungen auf zur einheimischen Bevölkerung und verbrachten den Rest ihres Lebens hier. Der letzte russisches Seemann dieser Flotte verstarb im Jahre 1936.Etwas Tolles in ganz Madagaskar: es gibt keine giftigen und für den Menschen lebensgefährlichen Tiere – ausser einer Froschart vielleicht, die man aber mit der Zunge ablecken müsste. Dennoch ist die Tierwelt spannend und interessant. Auf unserer Wanderung versucht sich eine fast 2 Meter lange Madagaskarboa (sehr eng verwandt mit der in Mittel- und Südamerika beheimateten Boa Constrictor) vor uns zu verstecken. Pauline hat aber ein wachsames Auge und entdeckt sie für uns.Grosser Madagaskar-Taggecko. Er zeichnet sich durch seine leuchtend neongrüne Farbe und die charakteristischen roten Punkte auf dem Rücken aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gecko Arten sind Taggeckos – wie der Name schon sagt – tagaktiv.Wir haben die Wanderung früh um 7 Uhr begonnen. Jetzt, 4 Stunden später, brennt die Sonne fast senkrecht vom Himmel. Jedes Schattenplätzchen ist willkommen.Zum Abschluss unserer anstrengenden, aber wunderschönen Wanderung, und zum Abschluss unseres Segeltörns rund um Nosy Be lassen wir es uns noch einmal richtig gut gehen mit einem feinen, lokalen Essen: Salat aus Randen, Gurken und Tomaten, lokalen Fisch vom Grill, äusserst leckerer Gemüseeintopf (Bohnen, Karotten, Kartoffeln, Aubergine und viele Gewürze) und natürlich Reis, viel Reis. Hmm – einfach köstlich!
In der Russian Bay drehen wir nun um und kehren zurück nach Hell-Ville auf Nosy Be. Morgen Sonntag sind wir noch von unseren neuen Bekannten, Beza und Edy, zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Am Montag früh klarieren wir dann aus und beginnen unsere Fahrt nach Südafrika. Der Mozambique Kanal und die Küstengewässer von Südafrika zählen zu den schwierigsten und gefährlichsten Passagen weltweit. Der Agulhas-Strom mit seinen gefürchteten Wirbeln und starker Strömung, die extrem schnellen Wetterwechsel und unberechenbare Wellen lassen jeden Segler nervös werden. Auch wir haben grossen Respekt vor diesem Abschnitt unserer Reise. Entsprechend haben wir einschlägige Literatur studiert und beobachten seit einiger Zeit andere Schiffe bei ihrer Passage sehr intensiv. Auch haben wir uns die Dienste eines mit diesen Gewässern vertrauten Wetter-Routers gesichert. Dieser wird uns aus der Distanz helfen, die beste Route und den idealen Zeitpunkt für die Fahrt zu bestimmen.
Lupina ist bereit – wir auch! Am Montag, 19.10.2026, geht es los. Zunächst noch in Tagesetappen der Westküste von Madagaskar entlang südwärts, dann, im Bereich der engsten Stelle, über den Mozambique Kanal und anschliessend der afrikanische Küste entlang in den ersten Hafen von Südafrika: Richards Bay.
Komm, steig ein und verfolge unsere Reise. Mit diesem Link Noforeignland kannst du den Fortschritt unserer Reise zeitnah verfolgen.
Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!
Bevor wir Nagar Ujong westwärts verlassen, erkundigen wir uns im Internet und auf einer WhatsApp Gruppe, wo wir unser Problem mit der undichten Wellenabdichtung gelöst bekommen können. Um die Dichtung zu ersetzen, muss das Schiff aus dem Wasser genommen werden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir gleich noch andere periodische Unterhaltsarbeiten, wie etwa ein neues Antifouling (Anstrich des Unterwasserschiffes) und Ersatz einzelner in die Jahre gekommene Borddurchlässe ausführen. Wir schreiben 2 Volvo Vertreter in Jakarta und 2 in Singapore an. Volvo deshalb, weil es der Hersteller der Wellendichtung ist und auch der Motor mal wieder eine Wellnesskur verdient hat. Beide Vertretungen aus Singapore melden sich umgehend, von Jakarta niemand. Schlechte Referenz für Jakarta. Wir hoffen immer noch, dass es in Jakarta klappen könnte, und fahren in Nagar Ujong zusammen mit unserem befreundeten Boot SY Kama los entlang der Nordküste von Flores westwärts.
Der erste Teil der Reise wird zum Tageshüpfen entlang von Flores. Wir freuen uns auf Komodo und Lombok. In Lombok hätten wir nach ursprünglicher Planung das Schiff über Weihnachte stehen lassen und wären in die Schweiz gereist. Wegen dem Wassereinbruch wird nun nichts daraus. Die neue Planung sieht nun vor, zügig in Richtung Jakarta, oder, wenn sich da niemand meldet, der uns helfen kann, direkt weiter nach Singapore zu fahren.Uns fällt positiv auf, dass in vielen Teilen von Indonesien die Fischer ihr Handwerk nach alten Traditionen ausüben. Das war leider nicht immer so, denn es gab Zeiten, da wurde in Indonesien die Natur mit Dynamit und industrieller Grundfischerei systematisch zerstört. Das scheint nun aber Geschichte zu sein. Je nach Region sind die Boote anders gebaut. Dieses hier hat auf beiden Seiten Ausleger, die in der Schiffsachse an Stangen aufgehängt sind. Aus der Distanz könnte man meinen, es laufe eine Spinne übers Wasser.Auf der kleinen, vorgelagerten Insel Bampa Barat ankern wir für eine Nacht und geniessen mal wieder einen Spaziergang an einem einsamen Strand mit anschliessendem Schnorcheln zurück auf das Schiff.Anders als in Australien kann man hier gefahrenlos auch bei Sonnenuntergang um das Schiff schwimmen. Herrlich!Die Nordküste von Flores ist touristisch praktisch nicht entwickelt. Einzig der westliche Bereich ist vor allem bei einheimischen Touristen als Ausgangspunkt für eine Tour zur benachbarten Komodo Insel sehr beliebt. Auch hier, im bekanntesten Ort der Gegend, Labuan Bajo, findet man aber keine protzigen Hotelbauten, sondern sanften Tourismus. Die Ausflugsschiffe, die zum Teil auch mehrtägige Touren unternehmen, sind praktisch alle noch aus Holz gebaut. Ein Werkstoff, der vor Ort wächst, und den die Einheimischen noch sehr gut zu verarbeiten wissen – ein seit Generationen überliefertes Handwerk.In den Strassen von Labuan Bajo herrscht ein wuseliges Treiben. Wir erfahren, dass immer noch viel im Tauschhandel funktioniert. So zum Beispiel wird hinter diesen Fischständen in einem gemeinschaftlich betriebenen Restaurant direkt gegessen, was Fischer in der Nacht gefangen und Landwirte auf dem Feld geerntet haben. Jeder trägt auf diese Weise etwas zum üppigen Abendessen bei.Hier fasziniert uns einerseits die Strassenbautechnik, aber am meisten bestaunen wir die Sonnenhüte der Bauarbeiter!Nicht unsere Idee! Die Kinder sind uns nachgerannt und wollten, dass wir ein Bild machen von ihnen – fröhliche, unbeschwerte Jugend!Natürlich geniessen wir auch immer wieder die leckere einheimische Kost: hier frittierte Calamari und Fisch.Abendstimmung in Labuan Bajo. An vielen Orten ist dem Ufer ein Korallengarten vorgelagert. Damit trotzdem Schiffe anlanden können, haben Hotels und Resorts lange Landestege ins Meer hinaus gebaut. Dieser ist deutlich über hundert Meter lang und sehr robust gebaut.Von Jakarta haben wir 1 Woche nach unserer letzten Anfrage immer noch keine Antwort erhalten. Wir beschliessen deshalb, von Labuan Bajo aus möglichst zügig durch die Flores See in Richtung Java See zu segeln. Es ist nun der 1. November, und es sind ab jetzt bereits die ersten Monsun Einflüsse zu erwarten. Würden wir länger hierbleiben und müssten dann tatsächlich direkt bis Singapore durchsegeln, hätten wir sowohl starke Winde wie grosse Strömung gegen uns. Die ersten Tage der Weiterfahrt sind sehr angenehm, da es fast keine Wellen hat und einigermassen genug Wind zum Segeln. Das Grosssegel bleibt immer auf Backbordseite, die Genua wechseln wir öfter hin und her zwischen ebenfalls Backbordseite oder dann Steuerbordseite mit Spi-Baum.Nach ein paar Tagen kündet sich ein Wetterwechsel an. Der Wind dreht und kommt nun aus westlicher Richtung, am Horizont künden sich schwere Regenwolken an – typisches Monsun Wetter.Es geht nicht lange und wir erleben die ersten Gewitter. Diese beginnen meist mit sich riesig auftürmenden, dunklen Wolken, dann mit einem raschen, heftigen Windanstieg. Am Tag ist das weniger ein Problem, da warnen einem die weissen Schaumkronen auf den Wellen und man kann rechtzeitig reffen. In der Nacht hilft uns das neue Radar, die Regenzellen zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Kurz nachdem dann der Regen einsetzt, fällt der Wind zusammen und nach einer halben Stunde ist der ganze Zauber wieder vorbei. Leider sind die Unwetter in dieser Gegend immer öfter von heftigem Blitz und Donner begleitet. Da würden wir gerne unseren 20 Meter hohen Mast einziehen können. Leider geht das nicht, und es bleibt uns effektiv nicht viel anderes übrig, als auf unser Glück zu vertrauen. Blitzeinschläge sind von Seglern sehr gefürchtet, weil es keine nachweislich brauchbaren, zuverlässigen Blitzableiter gibt.Mit dem Einsetzen der ersten Monsun Ausläufer beginnt eine anspruchsvolle Phase. Die Hauptströmung im Meer fliesst nun von Nordwest nach Südost. Das Bild vom Wetter App «Windy» zeigt die Strömung in der Java See. Der blaue Punkt stellt unsere aktuelle Position dar. In diesem Bereich haben wir mit rund 2 Knoten Gegenstrom zu rechnen.Bei wenig Wind oder gar Gegenwind wird das Vorankommen in einer Gegenströmung schwer. Wir versuchen in die schwächere Strömung nahe der Küste entlang auszuweichen, um beim Aufkreuzen einigermassen gute Wendewinkel zu erzielen. Wir kommen nur langsam vorwärts. Zum Glück lässt die Strömung im 6 Stunden Takt jeweils nach oder dreht sogar um, das hilft uns mindestens zeitweise beim Vorwärtskommen.Je näher wir uns im Küstenbereich aufhalten, umso häufiger treffen wir Fischerboote an. Diese sind vor allem nachts von den Seglern gefürchtet, weil sie auf Radar schlecht oder gar nicht zu erkennen sind, weil sie immer wieder unerwartete Richtungswechsel durchführen, und weil sie manchmal mehrere hundert Meter lange Netze hinter sich herziehen.Dies Typen von Fischerbooten sind sehr schnell. Gefährlich sind sie vor allem, weil man sie auch bei Tageslicht nur schlecht sieht und sie lange Schleppleinen hinter sich herziehen.Diese kleinen Fischerboote machen uns weniger Sorgen.Im Kampf gegen Wind und Strom brauchen wir unseren Motor viel häufiger, als geplant. Das letzte Mal haben wir in Australien Diesel gebunkert. Ein Schiff aufzutanken ist in Indonesien recht schwierig. Zum Glück haben wir seit Australien nun auch Starlink an Bord und können vom Schiff aus ins Internet. Dort finden wir heraus, dass wir angeblich auf der Insel Bawean Treibstoff kriegen können. Am 8. November erreichen wir die kleine Insel in der Java See und ankern direkt neben diesen schön bunten Fischerbooten.Bereits am nächsten Morgen liefert uns Bung Dj Gaul – kurz «Dj» genannt – mit seinen 3 Helfern 400 Liter Treibstoff. Es ist kein Diesel, wie wir ihn kennen, sondern ein aus alten Pneus durch chemische Zersetzung hergestellter Treibstoff, hier «Bio Solar» genannt. Wir waren sehr skeptisch und hatten uns vorher über Internet Foren erkundigt, ob dieser Brennstoff von unserem Motor verwertbar ist. Die Informationen waren durchwegs positiv, jedoch müsse man sehr auf die Sauberkeit achten. Nun, ich lache zwar auf dem Bild, aber 2 Kanister (insgesamt 75 Liter) muss ich schlussendlich zurückweisen, weil es nach meinem Dafürhalten zu viel Dreck und Wasser in der Flüssigkeit hat.Bei Dj (Mann im Bild) buchen wir für den nächsten Tag eine eintägige Tour. Das Ganze kostet uns umgerechnet 35 Schweizer Franken und beinhaltet ihn als Führer, Auto, Fahrer, Mittag- und Abendessen. Dj ist auf Bawean aufgewachsen und weiss uns viel zu erklären. Es gibt viele Moscheen in Indonesien. Uns fällt aber auf, dass nicht überall der islamische Gebetsruf gleich oft und in der gleichen Intensität vom Minarett aus über die Dächer schallt. Dj erklärt uns, dass in einigen Gegenden die Gläubigen sehr viel Rücksicht nehmen aufeinander, andersgläubige Menschen respektieren. Hier in Bawean erinnern die Muezzins mit ihrem Aufruf zum Gebet nur bei Tageslicht, und nicht auch noch in späten Abendstunden und mitten in der Nacht. Ihr Gebetsgesang tönt auch viel schöner und harmonischer als andernorts.Baugerüst auf indonesische Art. Bambus ist zwar sehr stabil und tragfähig, trotzdem scheint uns das etwas wackelig.Das Leben auf dem Land ist sehr einfach.Nicht ganz SUVA konform: Reparatur einer elektrischen Leitung über einem Bachbett.Der Ausflug führt uns zu einem bei den Einheimischen als spiritueller Ort bekannten Wasserfall (Gherujhukan Laccar).Mittagessen beim Wasserfall bestehend aus gebratenem Hühnchen, Reis und Gemüse. Gegessen wird traditionell auf einer Holzbühne, die man überall vor Häusern, in Parks und an Ausflugszielen antrifft. Auf dem Bild unser Fahrer (vorne rechts) und Dj.Das Leben mag noch so einfach sein – die Indonesier sind sehr sauber.Die Reisfelder werden sehr sorgsam gepflegt und unterhaltenUnser Abendessen (oder eigentlich ist es ein spätes Nachmittagsessen) hat Dj an unserem letzten Ausflugsziel, einem See, eingeplant. Ganz nach indonesischer Gepflogenheit besorgt er unser Essen in einem Restaurant am Strassenrand. Eigentlich ist es ein Imbissstand mit spartanischer Küche, aus der aber sehr schmackhafte Grillade (in unserem Fall Fisch) gezaubert wird.Die Besitzerin des Restaurants möchte ein Bild machen mit uns – dafür zieht sie sich extra ein Kopftuch über.Unser letztes Ausflugsziel, der Lake Danau Kastoba, ein über hundert Meter tiefer Kratersee.Zum Abschluss möchte uns Dj noch sein Haus und seine Familie zeigen. Wir spüren förmlich, dass es ihm sehr wichtig ist, dass wir seiner Einladung Folge leisten. Sein aus Stein und Beton gebautes Haus ist relativ neu. Möbel gibt es noch keine, dazu hat das Geld bisher nicht gereicht. Die grüne Wolldecke wird extra für uns auf dem Boden ausgebreitet, denn nach indonesischer Sitte gebührt einem Besucher der beste Platz im Haus. Ein bewegender Moment: Dj’s Frau ergreift die Hand von Pia und sucht die Nähe zu ihr.
Noch auf Bawean entscheiden wir, dass wir die Reparatur der undichten Welle und die geplanten Unterhaltsarbeiten nicht in Jakarta, sondern definitiv in Singapur durchführen wollen. Jakarta wäre uns zwar lieber gewesen, da näher und wohl billiger, aber die fehlende Reaktion auf unsere Anfragen lässt uns daran zweifeln, dass es dort klappen würde. Das bedeutet für uns, statt nur noch 350 Seemeilen westwärts bis Jakarta mit einem gut segelbaren Am-Wind Kurs, doppelt so viele Seemeilen genau gegen Wind und Strömung. Also viel Motoren! Noch vor der Weiterfahrt wissen wir, dass wir unterwegs vermutlich nochmals einen Stopp einlegen müssen, um weiteren Treibstoff zu bunkern.
Proviant haben wir genügend an Bord – und dank flacher See fällt Pia auch das Brotbacken unterwegs nicht so schwer.Für den zweiten Tankstopp auf der ungeplanten Reise nach Singapore wählen wir eine Insel direkt auf unserer Strecke aus: Belitung, eine für die Bewohner der Grossstädte auf Java beliebte Feriendestination.Belitung ist bekannt für seine grossen Granitfelsen, die überall wie Skulpturen aus dem Meer ragen.Findige und geschäftstüchtige Einheimische haben erkannt, dass viele ausländische Yachten auf ihrer Weltumsegelung hier vorbeikommen und einen Zwischenhalt einlegen. Kurzerhand haben sie eine Yacht-Club gegründet und bieten ihre Unterstützung und Dienste an. Für uns organisieren die beiden «Unternehmer» Erwan und Eddie zum Beispiel Diesel in bester Qualität, direkt aufs Schiff geliefert. Wir werden gebeten, uns auf ihrer Besucherwand zu verewigen, was wir gerne machen.Eddie ist ganz stolz auf ein Bild mit Pia
Das Ausklarieren aus Indonesien nach Singapore haben wir in Batam, einer Nachbarinsel zu Singapore geplant. Bei einer Anfrage dort erfahren wir, dass die lokalen Behörden auf den Beizug von «Agenten» bestehen, die ihre «Unterstützung» anbieten zu einer unanständig hohen Geldsumme, die etwa 2 Monatslöhnen eines durchschnittlichen Arbeiters entspricht. Das ist reine Korruption, denn gemäss offiziellen Informationen der Regierung ist der Beizug von Agenten zum Ein- oder Ausklarieren nicht erforderlich. Wir lassen es die Behörden von Batam wissen, dass wir ihr Handeln als illegal betrachten. Wir entscheiden uns, bereits in Belitung auszuklarieren. Ein perfekter Entscheid!
Mit Hilfe eines von Eddie gemieteten Motorrollers klappern wir alle 4 erforderlichen Ämter (Gesundheit, Zoll, Immigration und Hafenmeister) ab.Beim Zoll werden wir sogar mit einem frisch gebrühten indonesischen Kaffee verwöhnt, während wir auf die Dokumente warten.Soeben sind wir zum Belitung Yachtclub zurückgekehrt, ausklariert und bereit für das letzte Teilstück nach Singapur. 350 anstrengende und anspruchsvolle Seemeilen warten auf uns – aber die Moral der Crew ist gut!Die Strecke nach Singapore (schwarze Linie) verläuft entlang der Ostküste von Sumatra durch die Natuna See. Hier erwarten uns starke Strömungen und flaches Wasser mit vielen Untiefen und Inseln. Das Bild zeigt die Strömung in diesem Gebiet zu einer bestimmten Zeit, wobei Grün leichte Strömung, Gelb mittlere und Rot starke Strömung bedeuten. Mit Gezeiten und Windstärke verändern sich deren Richtung und Stärke. Wir wissen: die meiste Zeit ist die Strömung gegen uns, der Wind ist es in dieser Jahreszeit immer. Aber: da der Wind eher schwach ist dürften die Wellen nicht zu hoch sein. Immerhin etwas!Je mehr wir uns Singapore nähern, umso intensiver wird der Schiffsverkehr. Die grossen Frachter bereiten uns keine Sorgen. Mühsamer sind da eher die Fischerboote aus Holz, die man auf dem Radar nicht erkennen kann, oder dann diese Schleppverbände: ein relativ kleiner Schlepper, der in einem Abstand von ungefähr 500 Metern ein riesiges Floss hinter sich herzieht. Geraten wir da mit unserem Segelboot dazwischen – dann wird’s lebensgefährlich.Nebst den oben beschriebenen Herausforderungen plagen uns auch immer wieder heftige Gewitter, die für diese Region in dieser Jahreszeit ganz normal sind. Unsere Aufmerksamkeit wird stark beansprucht.Ein kleiner Nebeneffekt unserer unplanmässigen Reise nach Singapore: wir haben keine Gastlandflagge an Bord. Kurzerhand schnappt sich Pia eine andere an Bord befindliche Flagge, schnippelt da den blauen Teil weg, so dass nur noch die rote und weisse Fläche übrigbleiben, und näht dann darauf aus weissen Stofffetzen Mond und Sterne, welche die Singapore Fahne zieren.Am 27. November 2021 haben wir auf dem Weg von Panama nach Galapagos den Äquator von Norden nach Süden überquert. Seither haben wir uns auf der Südhalbkugel aufgehalten. Nach ziemlich genau 4 Jahren, am 18. November 2025, überfahren wir den Äquator erneut, diesmal von Süd nach Nord – wir sind zurück auf der Nordhalbkugel. Der Pfeil zeigt den Moment, wo wir bei 104 Grad und 12.656 Minuten östliche Länge über die Nulllinie fahren.Letzter Sonnenuntergang, die letzte Nacht auf See beginnt. Die Fahrt von Belitung nach Singapore verläuft absolut problemfrei, und trotzdem wird sie eingehen in eine unserer unbeliebtesten Fahrten, denn praktisch die ganze Zeit brauchen wir den Motor. Ohne dessen eisernen Schub würden wir uns jetzt noch mit Aufkreuzen abmühen. Einmal mehr sind wir uns bewusst, welche enormen Leistungen die Segler vor der Motorisierung vollbracht haben.Bei Tagesanbruch legen wir vor der Einfahrt in die sehr stark befahrenen Verkehrsgebiete von Singapore einen kurzen Zwischenstopp ein und lassen uns treiben: die Gastlandflagge von Singapore und die gelbe Q Flagge (Quarantäne) wollen gesetzt werden.Am 19.11.2025, um 9 Uhr, erreichen wir nach fast 70 Stunden Motorfahrt den Hafen von Singapore. Das Bild zeigt den markanten Leuchtturm der Raffles Marina mit der malaysischen Stadt Johar im Hintergrund.Während wir die Arbeiten für unsere Lupina und die Flüge für unsere Weihnachtspause in der Schweiz organisieren, bleibt uns genügend Zeit, die Infrastruktur einer der berühmtesten Marinas zu geniessen.
Ursprünglich wollten wir das Schiff gleich nach unserer Ankunft aus dem Wasser holen. Die Leckage an der Welle hat sich aber in den letzten Tagen deutlich reduziert, und die automatische Bilgen Pumpe fördert das eindringende Wasser mühelos und zuverlässig aus dem Schiffsbauch. Hauptgrund für die Planänderung ist aber eine blockierte Bankzahlung. Verständlicherweise verlangen Unternehmen in der Schifffahrtsbranche eine Anzahlung, bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen. Diese haben wir via Bankzahlung auch getätigt, aber das Geld ist nicht beim Unternehmen eingetroffen. Unsere Nachforschung ergibt, dass eine bankinterne KI-Software unsere Zahlung als mögliche Umgehung eines Embargos gegen Syrien identifiziert hat, da die Buchstaben SY nebst Segel Yacht auch als Abkürzung für Syrien stehen. Die Amerika hörige Grossbank UBS lässt grüssen – bis heute ist es uns nicht gelungen, die Zahlung frei zu bekommen.
Lupina bleibt bis zu unserer Rückkehr Mitte Januar 2026 in der Raffles Marina, Singapore. Erst dann wird sie aus dem Wasser geholt für die Reparatur der Wellendichtung und den geplanten Unterhalt.
An dieser Stelle schliessen wir das Segeljahr 2025 ab und freuen uns auf ein paar Wochen mit unseren Familien und Freunden in der Schweiz. Euch allen wünschen wir einen schönen Rest des Jahres und freuen uns darauf, euch auch im kommenden Jahr mit an Bord nehmen zu dürfen. Als kleines Geschenk an euch werden wir in der Festtagszeit das bisher nicht veröffentlichte Video unserer Landreise ins Herz von Australien hochschalten.
Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!
In diesem Bericht führt die Reise von Townsville weiter der australischen Ostküste nordwärts nach Cairns und weiter zu den Low Islets, wo wir aktuell an einer Mooring liegen.Für die Reparatur unseres defekten Genua-Furlers verlegen wir von Magnetic Island in die riesige Breakwater Marina im nahe gelegene Townsville.Die beiden neuen Motoren für den Furler und ein neuer Zahnriemen (rotes Teil im Bild) sind vom Hersteller in Schweden innerhalb von 2 Wochen pünktlich eingetroffen. Ich hatte vorher schon alles zerlegt und gereinigt, und die Montage der neuen Teile durch einen Markenvertreter funktioniert tadellos.Wir wollen in der Marina auch noch unser Unterwasserschiff reinigen lassen. Bisher haben wir das selber gemacht, aber hier in Australien mit den vielen gefährlichen Tieren im Wasser getrauen wir uns nicht. Eines Morgens finden wir vor den Eingängen in die Marina dieses Schild, das informiert, dass in den letzten Tagen ein Krokodil in der Marina gesehen wurde. Das zerstört auch diesen Plan: wir finden keinen Taucher, der sich in dieser Situation ins Wasser wagt – verständlich!Direkt hinter unserer Marina ragt ein imposanter Berg empor. Der «Castle Hill» ist einer der markantesten Berge entlang der Küste von Nord-Queensland. Er ist offiziell 286 Meter hoch, genau 14 Meter zu wenig, um als «Mountain» (Berg) anerkannt zu werden. Im Juli 1980 haben Schüler einer lokalen High School eine drei Meter hohe Pyramide gebaut, um den «Hill» zum «Mountain» zu machen. Wohl keine gute Referenz für ihren Mathematiklehrer! Uns ist das egal: wir wollen da rauf!Castle Hill: eine herrliche Aussicht auf Townsville mit dem Mount Cleveland im Hintergrund, der durch eine breite, flache Landzunge mit dem Festland verbunden ist. Townsville war um die 1850 eine kleine Siedlung, die hauptsächlich als Zentrum für Vieh- und Schafzucht in der Umgebung diente. Goldfunde im Hinterland führte zu einem dramatischen Aufschwung der Stadt. Um 1900 war Townsville eine der wichtigsten Hafenstädte in Nord Queensland.Die Natur und die Tiere – immer wieder spannend beim Reisen: nach langer Suche im Internet identifiziert: Blue Faced Honeyeater oder Blauohr-Honigfresser, er kommt hauptsächlich in Nord und Ostaustralien vor.Nebst Unterhalts- und Putzarbeiten am Schiff sowie Ausflügen in der Umgebung geniessen wir auch wieder mal das Nachtleben in Townsville. Hier eine Brauerei …… oder hier eine Taverne mit Livemusik. Davon gibt es in Queensland übrigens sehr viel. Fast jedes Pub oder jede Bar, die etwas auf sich hält, hat am Wochenende Livemusik. Diese Band hier hat richtig markigen Rock im Programm: von ZZ-Top über AC-DC bis Queen – super Sound!Nach einer Woche verlassen wir Townsville und setzen Segel Richtung Palm Islands. Es herrscht perfektes Segelwetter. Das Wasser ist flach und der Wind stark genug, dass uns die Genua reicht.Happy wife – happy life! Was will Mann mehr?!Unterwegs erspähen wir immer wieder Buckelwale, die jetzt in dieser Jahreszeit vom kalten Süden in den warmen Norden migrieren, um hier ihre Jungen zu gebären. Leider bekommen wir sie nur immer kurz und in grosser Distanz vor die Linse.Sonnenuntergang auf Great Palm IslandAuch auf den nächsten Etappen der Küste entlang ständige Begleiter – die riesig grossen BuckelwaleIn kurzen Tagesetappen geht es gemächlich nordwärts. Wir wählen unsere Tagesziele immer so, dass wir noch genügend Zeit haben, die Umgebung des Ankerplatzes etwas zu erkunden. Dies ist jedoch nicht immer möglich, weil es manchmal das Wetter nicht erlaubt, oder die Insel nicht zugänglich ist. Auf Goold Island finden wir aber ideale Verhältnisse vor für einen Landgang.Goold Island läuft im Südwesten in einer langen Sandbank aus. Im Hintergrund grüssen die hohen Berge des Festlandes.Auch unser Lupinchen geniesst den Strand. Und ihr gut erkennen könnt, es ist weit und breit kein anderes Schiff zu sehen. Wir sind meistens alleine.Wie fast alle Inseln im Great Barrier Reef Gürtel ist auch Goold Island Teil des Nationalparkes. Auch hier gibt es vom Staat unterhaltene, öffentliche Camping-Plätze, die rege benutzt werden. Aber halt! Da ist doch ein gelbes Warnschild!Es scheint, die Australier sind mit Krokodilen gross geworden, oder sie sind halt einfach ein bisschen verrückt. Nur so können wir es uns erklären, dass sie überhaupt auf die Idee kommen, in einem Gebiet, wo Krokodile leben, im Freien campieren zu wollen. Wir sind froh, haben wir die Lupina! An der beisst sich ein Krokodil die Zähne aus.Lupina an einer öffentlichen Mooring (Boje) vor Dunk Island.Auf Dunk Island gab es früher ein sehr gut besuchtes Resort, das aber im Jahre 2011 durch Zyklon Yasi zerstört wurde. Der Besitzer nahm das Geld von der Versicherung und verschwand über alle Berge. Heute, fast 15 Jahre später, versucht ein neuer Besitzer der Insel wieder Leben einzuhauchen. Eine Fähre vom nahen Festland bringt Tagesbesucher, was aber sehr wetterabhängig ist. Wir finden schönstes Wetter vor und geniessen einen gut markierten und bestens unterhaltenen Wanderweg, der rund 10 Kilometer um die Insel führt.Falls ich es noch nicht erwähnt habe: wir sind mittlerweile wieder in den Tropen angekommen. Auf Dunk Island fantastisch zu erleben. Je nach Hanglage und Ausrichtung verändert sich das Bild. Einmal ist der Wald locker bewachsen und mit vielen Bäumen, manchmal dann eher trocken und licht, oder sehr düster und dunkel und nur ein paar Schritte weiter wie hier, üppig und scheinbar undurchdringbar.Wir sind erstaunt über den gut ausgebauten Wanderweg. Ganz oben bei der Aussichtsplattform können wir an einem Schild nachlesen, warum das so ist: Wie auf vielen vorgelagerten Inseln wurde während des 2. Weltkrieges auch auf Dunk Island eine Radarstation errichtet zum Zwecke, sich annähernde feindliche Flugzeuge oder Schiffe früh zu erkennen und die Häfen am Festland vorzuwarnen. Der Pfad wurde damals von Soldaten gebaut. Heute hat man von der Stellung der ehemaligen Radarstation eine wunderschöne Aussicht zum Festland und den vorgelagerten Inseln.Dieser Baum hat Zyklon Yasi 2011 erfolgreich getrotztAuch diese Palmen haben überlebt. Sie sind zwar im Sturm gekippt, wachsen nun aber wieder in die Höhe.Die Australier sind erfinderisch und haben Geld. Bei rund 2-3 Meter Gezeitenunterschied in dieser Gegend und flachen Lagunen ist so ein mit elektrisch angetriebenen Rädern ausgestattetes Boot schon praktisch.Und schon geht es wieder weiter auf unserer Reise – die ich übrigens ganz vorschriftsgemäss von Hand in ein Logbuch dokumentiere.Nach ein paar weiteren Tagesstopps laufen wir am 21.7.2025 in die Marlin Marina von Cairns ein (Bildquelle: Marlin Marina)In Cairns treffen wir unsere neuen Freunde Margrit und Ernst von der SY Kama wieder an. Mit ihnen zusammen unternehmen wir einen Ausflug per Auto nach Port Douglas, wo dieses Bild entstanden ist.Wie Townsville im Norden war auch Port Douglas das Gold der Treiber für die Entwicklung der Stadt. Auf der Suche nach einem geeigneten und vor Krokodilen gut zu schützenden Ort für eine Stadt mit Hafen, wurde 1877 hier der Grundstein für Port Douglas gelegt. Der Strand von Port Douglas (Bild) ist 4 Meilen lang. Die Stadt selber liegt leicht erhöht auf einem Hügelzug, der durch die umliegenden Mangrovensümpfe zum Festland reicht.Mit dem Auto fahren wir von Port Douglas ins Landesinnere und gelangen ins Einzugsgebiet des Barron Rivers. Hier finden wir zahlreiche Wandermöglichkeiten, einige davon sehr schön angelegt als Boardwalks durch den Regenwald.Ein sehr bekanntes und viel besuchtes Ausflugsziel: die Barron Falls. Hier überwindet das Wasser rund 280 Höhenmeter in kurzer Distanz. Bei unserem Besuch fliesst nur wenig Wasser. Man kann sich gut vorstellen, was hier abläuft in der Regenzeit. Um 1930 wurden oberhalb des Wasserfalles Staumauern errichtet und ein Teil des Flusswassers über Druckleitungen in ein Hydrokraftwerk geleitet. Heute befindet sich die Staumauer etwas weiter weg vom Wasserfall. Der hier erzeugte Strom versorgt die ganze Region um Cairns mit Energie.Ein stolzes Australbusch-Huhn (Australian Brush-Turkey) beäugt uns neugierigBoulder Gorge, etwas nördlich von Cairns – schaurig schön!! Schaurig deshalb, weil in den letzten 20 Jahren über ein Dutzend Personen darin ihr nasses Grab fanden, weil sie versuchten, im Fluss zu baden.Üppig grüner UrwaldIn Australien ist vieles grösser als normal. Üppiger Goldkelch (Solandra Maxima) in voller BlüteAuch diese Spinne ist gross, grösser als es scheint: Körper und Beine sind filigran, aber lang. Leider habe ich trotz aufwändiger Suche nicht herausgefunden, um was für eine Spinne es sich handelt. Kann mir jemand helfen? Nachtrag am 2.8.2025: es scheint eine Unterart der Goldenen Radnetzspinne (Golden Silk Orb-Weaver, Seidenspinne) zu sein. Ihre Faden ist besonders strapazierfähig und wird von der Wissenschaft intensiv analysiert. Vielen Dank, Sabine Willner , SY Atanga, für die kompetente Rückmeldung!Im Faltengebirge, das westlich von Cairns der Küste folgt, hat es tausende von Wasserfällen. Den Fall von Millaa Millaa finden wir besonders schön.Stille Wasser, die sind tief: Der Lake Eacham ist ein Kratersee mit tief abfallenden Ufern. Auch hier treffen wir auf ein Tier, dass es nur in Australien gibt:Die Sägezahn-Panzer Schildkröte. Hast du gewusst, dass es Tiere gibt, die durch den After atmen? Sie kann es! Diese Schildkröte hat verschieden Systeme, wie sie zu Sauerstoff gelangt: einmal die normale Atmung, dann aber, ähnlich wie Fische über Kiemen, kann sie aus dem Wasser Sauerstoff über ihre Darmoberfläche im Afterbereich aufnehmen. Das hilft ihr, länger unter Wasser bleiben zu können. Leider haben die beiden Tiere, die wir entdecken, kein Verständnis für den Fotografen gezeigt und sind immer unten geblieben.Wenn wir schon bei speziellen Tieren sind, auch dieses ist speziell und kommt nur in Australien vor. Das Schnabeltier (Platypus) – eine Mischung aus Ente, Otter und Bieber – ist ein Säugetier, das Eier legt. Das Bild habe ich von Wikipedia (wo noch viel Interessantes über dieses seltsame Wesen zu lesen ist), weil das Exemplar, das wir beobachtet haben, so eifrig bei der Nahrungssuche war, dass ich es nicht richtig ablichten konnte. Im Video, das bald folgen wird, ist es aber gut zu erkennen.Hinter dem Faltgebirge folgen die «Tablelands», das Tafelland. Wie der Name es erahnen lässt, ist dieses Hochplateau flach und bestens geeignet für Landwirtschaft. Die Dörfer und kleinen Städte scheinen in der Zeit stehen geblieben zu sein und haben ihren wunderschönen, ursprünglichen Charakter erfolgreich bewahrt.Nicht nur hier, aber hier besonders, können wir richtig gut gegrilltes Fleisch oder Fisch geniessen.Wir gönnen uns einen Tag «Verwöhnprogramm» mit dem berühmten historischen Zug nach Kuranda. Die alte Diesel Lokomotive ist mit Zeichen und Farben der ursprünglichen Landbesitzer, einem Stamm der Aborigines, bemalt.Wenn wir von Verwöhnen schreiben, dann meinen wir das auch so! Wir reisen in der «Gold Class», mit weichen Polstersesseln, einzeln natürlich, dazu köstlicher Schaumwein oder andere feine Getränke und Snacks à discrétion. Wir geniessen die zweistündige Fahrt in vollen Zügen. Das ist durchaus wörtlich gemeint: der Zug ist bis auf den letzten Platz ausgebucht.Der Bau der Bahn nach Kuranda begann 1887 und bereits 4 Jahre später wurde sie eingeweiht und in Betrieb genommen. Sie führt von Cairns dem Barron River entlang über die Berge ins Tableland. Vom Meeresniveau klettert die Bahn durch 15 in harter Handarbeit in die Felsen gehauene Tunnels und über 55 windige Brücken 327 Meter in die Höhe.Von Kuranda aus schweben wir über dichtem Urwald mit einer Luftseilbahn langsam ans Meer zurück …… und geniessen dabei herrliche Einblicke in das tief unten eingeschnittene Bett des Barron Rivers.In Cairns können wir nachholen, was leider in Townsville wegen Krokodilgefahr nicht möglich war. Wir engagieren eine Taucherin (ja, richtig gelesen, ich war auch überrascht als eine Frau vor der Lupina stand) und sie macht einen wirklich guten Job. Auch eine abgenutzte Anode am Propeller ersetzt sie für uns (Ersatz hatten wir an Bord).Nach einer Woche in der Marlin Marina, Cairns, geht es wieder raus aufs Wasser. Nun ist das Great Barrier Reef unser Ziel. Die erste Destination ist Green Island. Da hier tagsüber sehr viele Touristen Schiffe aus Cairns ihre Gäste ausschütten, fühlen wir uns auch sicher und verbringen seit langem wieder viel Zeit mit Schnorcheln im glasklaren Wasser. Die Korallen sind grossflächig und wir können viele für uns neue Fische beobachten.Unser nächster Ankerplatz im Great Barrier Reef liegt scheinbar im Nirgendwo, auf der Korallenbank Vlasoff Cay. Bloss eine kleine Sandinsel – sonst nichts. In der Nacht sind wir mutterseelen alleine, weit draussen im Meer. Ein spezielles Erlebnis.Gestern sind wir nun nicht weit von Port Douglas, auf der Woody Island, einer hauptsächlich aus Mangrovenwald bestehenden Insel der Low Islets Gruppe, angelangt. Hier wettern wir eine Störung mit starken Südwinden ab, bevor wir weiter nordwärts ziehen.
Planänderung: wir hatten beabsichtig, relativ zügig bis ganz in den Norden von Australien zu segeln und dann noch im August über die Torres-Strasse nach Indonesien zu fahren. Das war vor der Nachricht, dass Navionics, die Firma von der wir unsere elektronischen Seekarten beziehen, momentan keine Karten von Indonesien mehr vertreiben darf. Es geht dabei um irgendwelche Urheberrechtsverletzungen, gegen die der indonesische Staat nun rechtlich vorgeht. Navionics hat der Segelgemeinschaft zugesichert, die Sache bis spätestens im September zu regeln. Das ist uns zu unsicher. Deshalb haben wir entschieden, der australischen Küste weiter westwärts bis Darwin zu folgen, und erst von da nach Indonesien abzubiegen. So gewinnen wir Zeit und brauchen die Karten erst gegen Anfang Oktober.
Die ursprünglich geplante Route in grüner Farbe, und rot die neue Planung.
Hoffentlich klappt es!
Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!