Im Moment befindet sich unsere Lupina im Langfahrten Modus. Und bisher meistert sie das sehr gut. Bereits befinden wir uns 1’135 Seemeilen von Indonesien weg im Indischen Ozean. In den nächsten Tagen wartet nun die Königsetappe auf uns: 2’020 Seemeilen von Cocos Keeling nach Rodrigues (gelbe Strecke). Es wird ein Verschleisskampf für Material und Mensch, denn dieser Teil des Indischen Ozeanes ist bekannt für starke Winde und vor allem für seine aggressiven Wellen. Es herrscht ein dauernder Grundschwell von 3-4 Metern aus der Antarktik im Süden. Dieser trifft fast im rechten Winkel auf die normalen Windwellen, die mit 2-3 Meter auch nicht gerade gering sind. Ein richtiges Sprudelbad wartet auf uns.Am 4.7.2026 gehen wir Anker hoch. Über Tage haben wir das Wetterfenster beobachtet und eine Windphase abgewartet, wo es beim Start nicht allzu stark bläst, so dass wir nicht gerade vom Start weg im Kampfmodus beginnen müssen. Danach erwartet uns für eine Woche kräftiger Wind aus Südost, was sehr gut ist, leider aber auch viel Regen. Aber da müssen wir halt durch.Wir sind den auch kaum aus dem Atoll draussen, haben Segel gesetzt und den Kurs aufgenommen, als sich die ersten düsteren Regenwolken am Horizont aufbauen.Es dauert nicht lange, sieht es aus unserem Cockpit Fenster so aus. Wir sind zum wiederholten Mal richtig froh um unser festes Cockpit: es schützt uns einfach wirklich sehr gut vor Wind und Nässe.Dauerregen und starker Wind fegen über uns hinweg.Zusätzlich zum schlechten Wetter kommt in der ersten Nacht ein Problem dazu! Wie immer mache ich vor Tagesende einen Kontrollrundgang und finde im Motorraum viel Wasser am Boden, auch die Wände sind verspritzt. Ein Geschmackstest auf der Zunge bestätigt: Salzwasser. Ich bin für den Moment geschockt. Nach intensiver aber vergeblicher Suche will ich den Motorraum schon wieder verlassen, als es bei einer starken Welle von der Decke spritzt. Schnell ist die Ursache, und zum Glück auch eine Lösung gefunden. Die starken Wellen und vor allem die schnelle Fahrt erzeugen im Wellenrohr einen hohen Wasserdruck. Die in Singapur eingebaute neue Wellendichtung meistert das problemlos. Über die Entlüftungsleitung der Dichtung wird aber bei diesem starken Druck Wasser bis an die Decke hochgedrückt. Mit einem Holzzapfen schliesse ich die Leitung. Problem vorerst gelöst! Endlich: nach 2 Tagen Licht am Horizont – oder zumindest mal wieder die Sonne. Leider nur gerade in den frühen Morgenstunden.Auch am 3. Tag auf See: viele Wolken am Himmel. Aber: der Wind bleibt konstant hoch und wir machen schnelle Fahrt.Um unsere Flagge vor Verschleiss zu schützen bleibt sie während der ganzen Fahrt weggebunden.Die Wellen bleiben hoch und ungemütlich. Allerdings werden sie allmählich etwas länger und damit weniger aggressiv. Trotzdem müssen wir uns immer gut verkeilen, um nicht von der Sitzbank zu fliegen. Als Pia ziemlich am Anfang unserer Reise helfen wollte, die Kuchenbude zu installieren, hat sie den Halt verloren und ist rückwärts mit dem Rücken an die Kante des Cockpits geschleudert worden. Dabei hat sie sich eine schmerzhafte Prellung und eine angerissene Rippe (wie ein Röntgenbild nach unserer Ankunft auf Rodrigues zeigen sollte) zugezogen. Also absolut verständlich, wirkt hier ihr Lachen etwas gequält. Aber sie schlägt sich für den Rest der Reise sehr tapfer!Abendrot am 5. Tag auf See. Die Zonen mit Schlechtwetter werden kürzer und der Himmel klart allmählich auf. Immer noch schiebt der Wind uns kräftig voran. Wir haben jetzt eine stabile Lage und wir brauchen fast keine Anpassung der Segelstellung vorzunehmen.Auch wir können es nun etwas gemütlicher angehen und kommen viel zum Ruhen.Das Schaukeln und Rollen begleitet uns aber fast über die ganze Strecke, wie das Bild des Wasserstrahles in der Küche gut zeigt.Unsere häufigste Segelstellung bei der Querung des Indischen Ozeanes. Bei Winden von hinten bis etwa 120 Grad schräg auf die Backbordseite (linke Seite des Schiffes) segeln wir mit der sogenannten Schmetterling-Segelstellung. Dabei zeigt das Grosssegel nach Steuerbord und des Genua Segel nach Backbord.Dreht der Wind weiter zu Seite oder gar nach vorne wird die Genua auf die gleiche Seite geschiftet wie das Grosssegel. In dieser Segelstellung machen wir die schnellste Fahrt. Auch liegt die Lupina so am stabilsten im Wasser.Ein Snapshot unserer Fahrt bei Wind aus südlicher Richtung. Er trifft mit über 21 Knoten aus etwa 90-100 Grad auf die Backbordseite des Schiffes (linkes Anzeigeinstrument). Zum Zeitpunkt des Bildes saust die Lupina gerade mit 12 Knoten (rechte Anzeige) eine Welle hinunter. Auf flachem Wasser würden wir bei diesem Wind etwa 8 Knoten machen, was auch sehr schnell ist für ein Schiff unserer Grösse.Nach nicht ganz 6 Tagen haben wir die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Bergpreis – das muss gefeiert werden! Wir haben uns extra dafür 2 Bunda»berg» aufgespart – alkoholfreies Gingerbier aus Australien.Bei einer Distanzfahrt sind meine Sinne immer besonders angespannt. Jedes unbekannte Geräusch oder dessen Veränderung kann bedeuten, dass irgendwo ein Verschleiss oder sogar ein Defekt eingetreten ist. Je früher man dies erkennt, umso grösser sind die Chancen, noch grössere Probleme abzuwenden. Während der schnellen Fahrt nehme ich immer wieder ein lautes Knarren aus dem Heckbereich wahr. Da befindet sich das Ruder! Also muss ich nachschauen. Unter erschwerten Bedingungen – es rollt und stampft im Dauerbetrieb – grabe ich mich im Heckbereich unter unsere Kojen, um zu kontrollieren, ob ich irgendetwas erkennen kann. Zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass an der Lagerung des Ruders und an seinem Verstellmechanismus alles in Ordnung ist. Das Knarren rührt von den Holzverstrebungen im Rumpf des Bootes. Diese unterliegen bei dieser Belastung natürlich grösseren elastischen Bewegungen, was das Knarren erklärt. Entwarnung also!Ein vielleicht historisches Bild unserer Weltreise: am 11. Juli 2026 legen wir innerhalb 24 Stunden eine Distanz von 201.1 Seemeilen (373 Kilometer) zurück. Eine solche Distanz innerhalb 24 Stunden hat Lupina noch nie zurückgelegt. Obwohl die Bedingungen nicht gerade komfortabel sind, braust Lupina ungestüm Richtung Westen. Wind, Wellen und eine uns gutgesinnte Strömung unterstützen sie dabei. An diesem Tag beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit 8.4 Knoten (15.6 km/h) und einmal waren wir sogar 14.3 Knoten (26.5 km/h) schnell, vermutlich bei einer sehr hohen Welle.Das Wetter bessert sich immer weiter auf, wir haben in dieser Phase nun kaum noch Regen. Auch der Wind reduziert sich etwas.Leider fällt der Wind dann fast einen Tag lang so weit zusammen, dass unsere Segel immer wieder stark schlagen, wenn uns eine grosse Welle hin und her wirft. Unser Sportlerherz weigert sich, die Segel einzurollen und den Motor zu starten.Solche Perioden mit schwachem Wind sind immer gefährlich, denn es gibt dabei sehr viel Bewegungen im Rigg. Regelmässig steige ich auf Deck, um nachzuprüfen ob alle Leinen noch fest sind, oder ob das Segel irgendwo scheuert.Bei schlechtem Wetter bleiben wir konsequent im Cockpit und steigen nur bei Bedarf an Deck. Nun hat sich das Wetter so weit gebessert, dass «Ausflüge» auch ohne besonderen Grund möglich werden.Sogar für ausgiebige Körperpflege sind die Bedingungen gut genug.Der letzte Sonnenaufgang auf hoher See.Wie immer feiern wir eine erfolgreiche Nachtfahrt mit …? Ja mit was denn?? Ja, natürlich: mit einem RAGUSA!!
Es liegen jetzt noch etwas mehr als 120 Seemeilen vor uns. Wir vermeiden normalerweise eine Ankunft bei Nacht, aus Gründen der Sicherheit. Von anderen Seglern haben wir aber Wegpunkte erhalten und die Anfahrt zum Ankerplatz ist frei von gefährlichen Hindernissen. Wenn alles gut läuft, dann liegen wir also beim nächsten Sonnenaufgang bereits vor Anker.
Und es läuft gut – sehr gut sogar: 11 Tage und 18 Stunden nach der Abfahrt in Cocos Keeling liegt Lupina sicher auf Rodrigues vor Anker. Genau 2’023 Seemeilen (3’747 Kilometer) liegen hinter uns, welche unsere Lupina mit durchschnittlich 7.1 Knoten (13.1 km/h) durchpflügt hat. Nun hat sie Ruhe verdient. Obwohl 5 Uhr früh Bordzeit (3 Uhr lokale Zeit) lassen wir es uns nicht nehmen, vor der verdienten Bettruhe noch einen Ankertrunk zu geniessen.Normalerweise setzen wir Gastlandfahne und Q-Flagge, sobald wir ins Hoheitsgewässer eines neuen Land einfahren. Das wäre in der Nacht gewesen. Da traditionsgemäss immer Pia die Ehre zufällt, die Flaggen zu setzen, haben wir die Zeremonie auf die frühen Morgenstunden am Ankerplatz verschoben. Hier hat es keine Wellen und es ist somit sicher für Pia’s angeschlagene Rippe.Kurz nach Sonnenaufgang werden wir per Funk von der Coast Guard aufgerufen und gebeten, mit dem Schiff an die Hafenmauer zu kommen, um dort die Einklarierung vorzunehmen. Der Reihe nach kommen alle Behörden zu uns aufs Schiff: Gesundheitsbehörde, Coast Guard (Bild), Zoll und Immigration. 2 Stunden später sind wir einklariert und legal im Land.Nun liegt Lupina sehr gut geschützt im inneren Hafenbecken von Port Mathurin. Es ist aussergewöhnlich, dass ein Segelschiff so nahe beim Hafen ankern darf. Die Behörden sind diesbezüglich sehr entspannt. Sie informieren uns bloss, dass wir kurz Platz machen müssen, wenn ein Frachtschiff anlegen oder abfahren will. Das passiert alle 1-2 Wochen einmal.
Die nächsten 1-2 Wochen wollen wir nun Rodrigues erkunden und Lupina pflegen, bevor es dann weiter geht nach Mauritius. Mehr dazu im nächsten Bericht.
Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!
Nach einer Woche Paradies auf Christmas Island zieht es uns weiter. Der Wind ist gut und unter Schmetterling Segeln geht es weiter westwärts. Unser Ziel: das letzte australische Fleckchen Erde: Cocos KeelingCocos Keeling ist, wie ebenfalls Christmas Island, ein Aussenposten von Australien. Es liegt rund 535 Seemeilen südwestlich von Christmas Island. Das Meer ist in diesem Bereich zwischen 4’000-5’000 Meter tief und frei von Gefahrenstellen. Allerdings erzeugen die schmalen, hohen Türme, die vom tiefen Meeresgrund bis ein paar hundert Meter an die Wasseroberfläche reichen (erkennbar an den hellen Flecken auf dem Satellitenbild), ein paar verwirrende Strömungen.Schönes Wetter ist angesagt mit wunderschönen Sonnen Auf- und Untergängen. Die ersten gut Zweidrittel der 535 Seemeilen langen Strecke sind wir schnell unterwegs. Dann, wir haben schon mit der Ankunft am selben Tag gerechnet, bricht der Wind fast komplett ein.Squalls (Regenwolken) beginnen uns zu verfolgen. Es wird ungemütlich.Das Wetter ist wohl auch für diesen gefiederten Freund (Rotfüssiger Tölpel) etwas zu öde, vor allem wird ihm der Wind gefehlt haben. Jedenfalls hat er sich eine ganze Nacht lang auf unserem Dinghi wohl gefühlt.Am Morgen des 4. Tages auf See, am 26. Juni 2026, erreichen wir Cocos Keeling. Same Procedure as always! Zuerst die Hoheitsflagge (auch die gelbe Quarantäne Flagge natürlich, aber nicht sichtbar auf dem Bild) …… dann die Kontrolle durch die Behörden. Alles sehr schnell und unbürokratisch.Wir liegen an einem wunderschönen Ankerplatz hinter der schmalen «Direction Island». Wellenschutz ja, Windschutz leider nein: es sind für die nächsten Tage Windstärken von 20-25 Knoten angesagt.Anders als Christmas Island, das aus einer grossen, hohen Insel besteht, ähnelt Cocos Keeling eher den Atollen in den Tuamotus im Pazifik. Auch hier ist der Ursprung vulkanisch, aber durch langsames Absinken und Erodieren des vulkanischen Sockels hat sich ein Atoll gebildet mit einem ringförmigen Aussenriff und einer geschützten flachen Innenbucht.
Auf Cocos Keeling leben rund 600 Menschen, die sich auf die beiden bewohnten Inseln Home Island (500 Einwohner) und West Island (100 Einwohner) verteilen. Die Geschichte von Cocos ist geprägt von einer feudalen Herrschaft, der Entstehung einer malayischen Kultur und strategischer Bedeutung in den beiden Weltkriegen. Namensgebend war auch hier der Entdecker im Jahre 1609, der britische Kapitän William Keeling, der sich nicht scheute, dem unbewohnten Atoll seinen Namen zu geben. Cocos bleibt lange unbewohnt. Erst 1826 gründete ein Britischer Händler die erste Siedlung mit Sklaven aus Malaysia für seine Copra Plantagen, die er aufzubauen begann. Das Atoll blieb aber auf der Weltkarte lange unbedeutend.
Das änderte sich schlagartig zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als weltweit eine Revolution in der Kommunikation einsetzte. Es war die Zeit, als man begann, Telegraphenleitungen in den Weltmeeren auszulegen, um entlegene Länder mit dieser neuen Technologie miteinander zu verbinden. Im Jahre 1901 wurde auf der unbewohnten Direction Island im Cocos Keeling Atoll eine Verbindungsstation errichtet und Seekabel verlegt. Cocos Keeling war ab diesem Zeitpunkt ein wichtiger Knotenpunkt, welcher Australien mit dem Rest der Welt verband. 10 Jahre später wurde zusätzlich eine Funkantenne errichtet, die es erlaubte, mit vorbeifahrenden Schiffen bis auf eine Distanz von 450km zu kommunizieren. So konnten wichtige Informationen, die über das Kabel weltweit nach Cocos gelangten, zu den vorbeifahrenden Schiffen übermittelt werden.
Auf Direction Island lebten zu Spitzenzeiten rund etwa 50 Leute, die alle für die Übermittlungsstation arbeiteten. Sie mussten sich selber ernähren, denn nur alle paar Monate kam ein Versorgungsschiff vorbei. Die beiden bewohnten Inseln, Home Island und West Island, durften sie nicht betreten oder nur zu speziellen Anlässen. Der sehr dominante und herrschsüchtige Plantagenbesitzer wollte nicht, dass es zu Kontakten kommt mit seinen Arbeitern.
Cocos Keeling spielte in beiden Weltkriegen eine wichtige Rolle:
– Im ersten Weltkrieg wurde hier ein deutsches Kriegsschiff, die SMS Emden, abgefangen, das damals die ganze Seefahrt in diesem Bereich des Indischen Ozeans verunsicherte. In den ersten 12 Wochen des 1. Weltkrieges eroberte oder versenkte die Emden 26 Handels- und Kriegsschiffe. Der Kapitän der Emden wollte die Übermittlungsstation zerstören und schlich sich bei Dunkelheit an. Eine von der Station aufgeschnappte Funkkommunikation zwischen der Emden und einem ihrer Begleitboote warnte die Leute an Land. Es gelang ihnen noch, über die Kabelleitung die Alliierten zu informieren und über die starke Funkantenne ein Kriegsschiff der Australischen Navy um Hilfe zu rufen. Nun, die Funkstation konnte von der deutschen Besatzung der Emden zerstört werden (es gab dabei aber keine Toten!), aber bis die Emden wieder losfahren konnte, war der australische Zerstörer HMAS Sydney vor Ort. Während dem nun folgenden, kurzen Kanonengefecht wurde die Emden so stark beschädigt, dass der Kapitän entschied, zur Rettung von Menschenleben das Schiff am Ufer auf Grund laufen zu lassen. Das war das Ende der berüchtigten SMS Emden – nicht aber der Übermittlungsstation: das Stationspersonal war bestens vorbereitet. In aller Eile hatten sie die wichtigsten Geräte und alle Ersatzteile im Wald versteckt. Innert kürzester Zeit war die Station wieder funktionsbereit.
– Im 2. Weltkrieg waren es die Japaner, die ihre Krallen nach der Insel ausstreckten. Auch diesmal gelang es der Besatzung der Anlage, die Einrichtung mit einer List zu retten: nach einem ersten Angriff japanischer Flugzeuge, deren Bomben ihre Ziele weit verfehlt hatten, mahlten die Leute Bombeneinschlage und Zerstörung auf Tücher und legten diese über die Dächer. Gleichzeitig übermittelten sie uncodiert nach Java, dass die ganze Anlage zerstört und nicht mehr einsatzfähig sei. Die Japaner schnappten diese Fake News (ja, es gab sie damals schon 😊!) ab, und glaubten das Märchen. Bis sie merkten, dass Cocos Keeling immer noch funktionierte, war der Krieg schon bald vorbei. Die Station überlebte auch diesen Weltkrieg.
Die Übertragungsstation musste im Verlaufe der Zeit moderner, drahtloser Übermittlung weichen. Heute dient Direction Island vor allem als Übungscamp für das australische Militär und als Naherholungsgebiet für die Einheimischen. Das erklärt diesen massiven Anlegesteg. Zwei Mal pro Woche gibt es eine Fähre, die Leute am Morgen auf die Insel bringt und sie am Abend wieder zurückholt.Typisch Australien! Du kannst noch so weit weg von der Zivilisation sein: es braucht ein ordentliches WC – inklusive Behinderten gerechtem Zugang. Ob das hier Sinn macht – frag nicht!Cocos Keeling ist die letzte Insel, bevor es dann westwärts in den offenen Indischen Ozean geht. Viele Segler, die diese sogenannte Südroute wählen (die Nordroute führt über Sri Lanka und die Malediven) legen hier einen Zwischenstopp ein und ruhen sich aus, bevor es in die schwierige Passage Richtung Mauritius geht. Viele verewigen sich mit ihrem Namen – wir finden auch denjenigen der Marisol, einem uns bekannten Schiff, dessen Reise wir regelmässig verfolgen.Blick von Direction Island südwärts in Richtung Home Island. Es ist gerade Ebbe. Deutlich ist der Durchfluss durch das Riff erkennbar. Meist sind solche Durchflüsse sehr interessant zum Schnorcheln und Tauchen, aber der seit Tagen anhaltende Wind sorgt für eine sehr starke Strömung. Wir müssen es bleiben lassen.Direction Island – der Strand zur geschützten Lagune – so feinen Sand haben wir selten gesehen.Pier von Home Island: Hier auf Cocos Keeling wird eine Gebühr erhoben fürs Ankern. Diese Gebühr kann man aber nicht gleich den Behörden bezahlen, die das Einklarieren vornehmen («Es wird nicht gerne gesehen, wenn wir Beamten Geld annehmen!», dies die wortwörtliche Antwort auf Pia’s Frage, ob wir die Gebühr nicht gleich an sie bezahlen können). Bezahlen muss man im Verwaltungsgebäude auf Home Island, rund 25 Franken für eine Woche. Also fahren wir am Montag mit unserem Dinghi die rund 2 Kilometer zur Home Island.Home Island: sehr zweckmässiges Fortbewegungsmittel der Einheimischen.Nummernschilder auf Cocos: «C» für Cocos und eine fortlaufende Nummer. Dies ist das 2004. Fahrzeug, seit der Einführung von Fahrzeugen auf Cocos. «Einkaufszentrum» auf Home Island – mit Apotheke, Supermarkt, Beauty-Salon und Souvenir-Laden. Nicht schlecht für einen Ort mit nur 500 Einwohnern. Auch auf Home Island finden wir Postkarten Strände vor.Home Island ist gerade mal 2 Kilometer lang und an seiner breitesten Stelle rund 1 Kilometer weit. Wir umrunden sie zu Fuss. Auf der dem offenen Meer ausgesetzten Seite machen wir einen interessanten Fund: eine von indonesischen Fischern oft benutzte Markierung von Fischfangstellen. Die hat sich offensichtlich losgerissen und ist hier, über 1’000 Seemeilen weiter westlich, gestrandet. Falls du dich fragst, warum Pia eine lange Hose und Blus trägt: aus Respekt vor den Lokalen, welche alle Malayischer Abstammung und somit Moslems sind.Wir sind gerade mal 3 Tage auf Cocos, hatten am Freitag, unserem Ankunftstag, und am Montag gutes Wetter. Nun, gegen Montagabend nimmt der Wind stark zu und eine Störung schiebt sich über das ganze Gebiet. Es wird ungemütlich – auch am Anker.Während der nächsten Tage huschen unsere Augen immer wieder über die Windanzeige. Aber der Wind lässt nicht locker und die Zahl bleibt hoch. Fast die ganze Woche sinkt der Wind nie unter 20 Knoten, liegt meist um die 25 Knoten, pfeift aber eine beträchtliche Zeit auch mit mehr als 30 Knoten. Für nicht Segler: bei diesem Wind ist es ungemütlich! Denn mit dem Dinghi grosse Erkundungsfahrten zu unternehmen, macht bei Starkwind keinen grossen Spass. Auch das Schnorcheln bringt bei aufgewühltem Wasser nicht sehr viel. Wir sind tagelang ans Schiff gebunden.Ist ja eigentlich auch nicht sooo schlimm. Da wäre ja da noch die Fussball WM, und auch sonst gibt es immer viel zu tun. Einzig das Wäsche Trocknen muss unter erschwerten Verhältnissen durchgeführt werden, denn draussen regnet es immer wieder.Und Bürokram gibt es auch auf einem Schiff zu erledigen 😉Der Regen hat auch seine schönen Seiten!
Jetzt, für das kommende Wochenende, zeichnet sich eine kurze Wetterbesserung ab. Der Wind fällt unter 20kn und der Himmel soll sich aufhellen. Diese Gelegenheit wollen wir nutzen, um die 2’000 Seemeilen nach Rodrigues (Nachbarinsel von Mauritius), unserem nächsten geplanten Stopp in Angriff zu nehmen. Wir wissen von anderen Seglern und aus diversen Segelbüchern, dass es eine ungemütliche und schwierige Passage sein soll.
Wir werden also morgen Samstag, 4. Juli 2026, Anker hoch gehen und die Reise starten. Diesen Bericht schliesse ich noch vor unserer Abreise ab – ich weiss ja nie ob es von unterwegs klappen wird. Wenn du diese Zeilen also liest, sind wir schon seit ein paar Tagen im Indischen Ozean. Wenn du wissen willst, wie weit wir schon sind:
Unsere Position auf Explore (diese aktualisiert sich, auch wenn wir kein Internet haben)
Unsere Position auf Noforeignland (dazu brauchen wir Internet – wir schalten dieses 2x pro Tag ein)
Es würde uns freuen, wenn du uns auf unserer Reise begleitest. Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!