Von Borneo nach Flores

Das Reiselogbuch des «Kepiting Batu» (auch bekannt als Robin Locher)
18.3. – 4.4.2026

Nach zehn erlebnisreichen Tagen an Land sind wir wieder auf See. Hinter uns wird die Südküste Borneos langsam blasser und verschwindet schlussendlich ganz. Gelegentlich umkreisen uns ein paar Möwen auf der Suche nach einem gemütlichen Rastplatz – ansonsten wird es ruhig auf der Lupina. Wir setzen Kurs auf eine Ansammlung kleiner, abgelegener Inselgruppen, entlang derer wir gegen Südosten segeln wollen. Strecke und gemütliches Inselhüpfen in einem, soweit der Plan.
Pulau Matasiri, der erste Inselstopp, hält nicht zurück mit Postkartenromantik. Zwei Nächte ankern wir in einer malerischen Bucht in der Nähe eines Fischerdorfes. Das Wasser aber ist sehr trüb, die Sicht beträgt etwa 3m. Ohne Erwartungen wage ich eine Schnorchelei und siehe da, das Glück ist mir hold! Direkt unter der Lupina kreist gemächlich ein riesiger Schwarm Fische mit Exemplaren bis zu 80cm. Ich denke, es ist ein Schwarm junger Gelbflossen-Barracudas. Sie scheinen sich im Schatten der Lupina auszuruhen. Entlang der Ankerkette klettere ich soweit mir möglich runter und lasse mich dann zurück an die Oberfläche treiben – mitten hindurch durch den Schwarm. In der Luft über uns kreisen zwei Seeadler.
Am dritten Tag verlegen wir den Anker an einen wunderschönen Flecken an der Nordspitze von Matasiri. Diesen abgeschiedenen Strand hatten wir bereits bei der Ankunft angesteuert, wurden aber von lokalen Fischern weiter in die Bucht gelotst. «Nicht gut» hatten sie signalisiert. Heute wollen wir es trotzdem versuchen. Das Ankern gelingt und wir schnorcheln ausgiebig die naheliegenden Korallenköpfe ab. Pia schwimmt unterdessen zum Strand. Dort entdeckt sie seltsame Schleifspuren, vom Wasser bis ins Unterholz, wo sie prompt einen etwa 1.5m langen Drachen erspäht: einen Waran!
Strandputz: Bewaffnet mit einer Kühltasche voll Bier setzen wir etwas später zum Strand über – in grösstmöglicher Distanz zum Drachen (der sich nicht mehr blicken lässt), versteht sich. Gelegentlich und an wirklich abgelegenen Orten machen Pia und Köbi ein Feuer am Strand und widmen sich dem grossen Elefanten im Raum, der auf Ferienfotos nie aufzutauchen scheint: dem schier endlos anwachsenden Berg aus Plastikmüll, der sich unaufhörlich über den ganzen Erdball verteilt. Auf einem Teilstück des Strandes sammeln wir das Schwemmgut ein und übergeben es unserem möglichst heissen Lagerfeuer. Es ist eine Art privates Ritual der Beiden und unweigerlich beginnen wir zu diskutieren. Was soll man tun? Welches ist besser, wilde Verbrennung oder Mikroplastik? Wo sind die grossen Hebel, Produktion oder Entsorgung? Bei wem liegt die Verantwortung?
Laut Wetterbericht sollte der Wind stimmen. Damit wir zu geeigneter Zeit an der nächsten Station ankommen, wird es erneut eine Nachtfahrt. Nach kurzer, guter Fahrt fällt der Wind aber arg zusammen. Gemeldet waren bis 13 Knoten Windstärke, bei uns kommt aber gerade mal ein laues Lüftchen mit 4 Knoten an. Mit knapp gefüllten und schlagenden Segeln schaukeln wir in die Nacht hinein. Aber es wird nicht besser. Zu allen Seiten reihen sich Gewitterzellen am Horizont und der Wind beginnt beliebig die Richtung zu wechseln. Der Regen hat uns eingeholt und die Windanzeige (der Verklickerer) dreht sich nun im Kreis, wie die Zeiger einer Uhr im Zeitraffer. Die Strömung treibt uns vom Kurs ab und wir haben zu wenig Fahrt um Gegensteuer zu geben: Die Lupina kommt ins Trudeln. Nach Mitternacht muss für ein paar Stunden der Motor ran.
Pulau Masalima erreichen wir gegen Mittag. Die flache Insel ist rundherum von flachgründigen Riffen umgeben und die Seekarte ist uns keine Hilfe. Köbi konsultiert die Satellitenbilder und findet einen traumhaften Ankerplatz auf einer knappen Sandbank. Jetzt erst mal ein Ankerbier mit gebratenen Reisplätzli à la Chabischopf.
Das Schnorcheln vor Masalima ist der helle Wahnsinn! Nach aussen hin steil abfallende, blendend weisse Sandbänke vor ausgedehnten Riffen. Wir sehen duzende bunter Fischarten, graue Rochen, Rochen gepunktet wie ein Gepard in schwarz-weiss, eine stattliche Moräne, Steinfische (sehr giftige Stacheln – Lebensgefahr!), einen farbwechselnden Tintenfisch und zum Abschluss noch eine Geigenroche (wie ein Haifisch, der den Kopf in den Sand steckt). Selbstverständlich haben wir heute keine GoPro dabei, also bekommt ihr hier eine spätere Aufnahme von diesen seltsamen farbigen «Meeressocken» serviert. Auch nicht übel, schliesslich sind wir hier nicht bei Netznatur!
Bis hier hin lief alles einigermassen nach Plan. Damit ist nun Schluss. Nach Masalima steuern wir Pulau Tobotobo an. Unterwegs kommen aber Zweifel auf und wir lassen die Insel links liegen: zu schwierig scheint der Ankergrund, zu gering die Windabdeckung durch die Insel (Stichwort Seegang).
Wir stellen uns auf eine weitere Nachtfahrt ein und gegen zehn Uhr morgens des Folgetages erreichen wir Pulau Jailamu, eine Mini-Insel am Nordende der Sabalana Inseln. Köbi führt das Logbuch nach, Pia lädt den aktuellen Wetterbericht runter und sucht nach geeigneten Ankerplätzen für die kommenden Tage. Rollende Planung.
Die Insel Jailamu erhebt sich steil aus der Javasee. Eine starke Meeresströmung umfliesst das Eiland und formt auf der abgewandten Seite eine lange Sandbank. Hinter dieser suchen wir Schutz vor dem Schwell. Erst einmal sieht alles rosig aus. Etwa 4.5 Meter über feinstem Sandboden lassen wir den Anker fallen. Dieser schlägt mit einer Staubwolke auf Grund auf, so klar ist das Wasser!
Aber zu früh gefreut. Gegen Abend steigt das Wasser mit der Flut und schwappt über unsere schützende Sandbank. Rechts im Bild sieht man die mittlerweile überspülte Sandbank. Die Strömung wird immer stärker und Gewitter mit Sturmböen ziehen auf. Die Ankerwache (ein Programm, das die Bewegung des Schiffes am Anker aufzeichnet) erzeugt Pirouetten um den Anker und gibt Alarm. Wir driften samt Anker. Fluchtartig verlassen wir Jailamu und setzen die Segel für eine dritte Nachtfahrt in Folge. Neues Ziel: Südsulawesi.
Langsam gehen die frischen Nahrungsmittel aus, höchste Zeit für die Angelrute. Tatsächlich beisst bald ein richtiger Brocken an – ein stattlicher Barracuda. Aufgrund des Risikos einer Ciguatera-Vergiftung durch Algentoxine, die sich in diesen Fischen am Ende der Nahrungskette anreichern, wird vom Verzehr grösserer, tropischer Barracudas abgeraten. Leider hat sich unser Fisch im Überlebenskampf aber den Kiefer derart verletzt, dass wir ihn dennoch mit Schnaps betäuben, töten und bei der Gelegenheit auch filetieren. Wir lesen, dass in Bali der Barracuda eine Delikatesse ist, sofern der Fisch nicht zu gross ist. Unser Fang ist sehr gross. Nach einigem Abwägen entscheiden wir uns gegen den Verzehr – eine allfällige Vergiftung weit abgeschieden auf hoher See käme höchst ungelegen.
Zwischen zwei bewaldeten Inseln vor der Westküste von Pulau Jampea (Selayar Inselgruppe) finden wir einen traumhaften Ankerplatz. Nach unserer Ankunft stoppt der Wind für mehrere Tage und das Meer wird spiegelglatt.
Allabendlich beschert uns die Sonne einen Untergang, bei dem kein Auge trocken bleibt. Wir rehydrieren mit dem obligaten «Sundowner» und Salznüsschen. Zeit um die Seele baumeln zu lassen.
Im Indonesischen Heidiland: Die hügeligen Inseln sind unwegsam und stark bewaldet. Hie und da nestelt sich ein Fischerdörfchen in eine Bucht. Im Uferbereich wechseln sich Mangroven mit felsigen Abschnitten ab, manchmal ist das Wasser trüb, manchmal klar. Auf unserer Entdeckungsfahrt mit dem Dingi halte ich heimlich nach Krokodilen Ausschau … würden diese bis zur Lupina hinausschwimmen und mir beim Schnorcheln zuschauen?
Bei den Anlegestellen zwischen den Mangroven sehen wir mehrmals Bambuszäune und im Unterholz finden wir sauber abgegraste Stellen: Waldweiden mit Bambuskoppeln zum Verladen von Kleinvieh – Weidwechsel per Boot! Später erspähen wir tatsächlich eine kleine Ziegenherde, samt Glöcklein. Das beruhigt mich: wohl keine Krokodile hier!
Bei glatter See verlegen wir den Anker weiter hinaus auf eine vorgelagerte Sandbank in etwa sechs Metern Tiefe.
Sozusagen auf offener See schnorcheln wir tagsüber ausgiebig die umliegenden Riffe ab. Abends geniessen wir das Lichtschauspiel am Horizont. Dabei funkeln erst einmal die Augen, dann die Sterne.
In den schönen Unterwasserlandschaften rund um die Lupina treffen wir auf Seegurken, Riffhaie, Papillionfische und viele bunte Korallen.
Wir erspähen einen riesigen Steinfisch von einem guten halben Meter Länge und hinter dem nächsten massiven Korallenkopf schwimmen wir beinahe in eine riesige Meeresschildkröte! Minutenlang beobachten wir sie aus nächster Nähe beim Arbeiten, bevor sie uns entdeckt und unverzüglich davonzischt. Leider, wie oft in solchen Momenten, ist die Kamera nicht dabei. Der geneigte Leser wird sich auch hier mit einer Roche zufriedengeben.
Das Brettspiel «Brändidog» gehört auf der Lupina seit Jahren fix zum Abendprogramm. Käpt’n Köbi und Herausforderer Kepiting Batu in verbissener Zuversicht. Aber gute Karten sind noch nicht alles!
Schön war’s in Sulawesi! Ein neuerlicher Abschied, morgen geht’s weiter.
Wieder unterwegs, diesmal von Sulawesi nach Flores. Im Gegensatz zur flachgründigen Javasee fällt die Floressee an den tiefsten Stellen bis zu 5’000 Meter ab. Hier könnte man «z Horu» (Matterhorn) komplett versenken und in der Hörnlihütte müssten die Lampen auch tagsüber brennen!
Die «Mattini» (Zermatter) im Publikum haben jetzt bestimmt grösste Mühe, sich etwas derartig blasphemisches bildlich vorzustellen. Voila, in etwa so würde das aussehen. Einfach immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel, wa’?!
Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichen wir die Insel Flores. Köbi dreht bei und erst einmal gibt’s eine Tasse Kaffee. Wir haben es geschafft! Gemächlich tuckern wir die letzten Meilen entlang der Küste Richtung Labuan Bajo.
Labuan Bajo ist ein umtriebiges Städtchen an der Westküste von Flores. Der Tourismus hat Einzug gehalten. Im Hafenquartier reihen sich die Tauchschulen an Reisebüros, welche vorrangig Exkursionen ins famose Naturschutzgebiet Komodo organisieren. Entlang der Küstenpromenade bringen Fischer ihren Fang zu den Marktständen, welche zugleich auch immer Imbissbuden sind. Markt hinten, vorne zum Meer hin Tische und Bänke.
Ahoi Kammeraden …
Kepiting, der alte Pirat, hat Lupina’s Schiffsbauch regelrecht leergefuttert! Jetzt heisst es: Neues Futter bunkern! Dazu gibt es keinen besseren Ort als den lokalen Frischwarenmarkt.
«Das sollte doch reichen!» meint dieser Händler.
Wir verbringen unsere letzten gemeinsamen Tage vor Anker bei einem kleinen Resort, nördlich von Labuan Bajo.

In wenigen Tagen muss ich mir wieder Landbeine zulegen! Kepiting Batu verabschiedet sich vom Lupina-Blog und übergibt an die neuen Gäste aus der Schweiz. Ihr dürft euch also auf baldige Abenteuer aus Flores und Komodo freuen: Traumhafte Inseln, hinreissende Tauchplätze und urzeitliche Drachen mit der SY Lupina!

Überblick über die Strecke, die wir während den letzten drei Berichten zurückgelegt haben.
Liebe Pia, lieber Köbi. Tausend Dank für die unvergesslichen gemeinsamen Erlebnisse, die ihr mir geschenkt habt. Möget ihr noch unzählige Meilen mit der Lupina segeln, die Nase im Wind, den Versprechen neuer Kontinente entgegen. Hin zu weiteren Begegnungen mit unbekannten Gewässern und sicheren Ankerplätzen, die unser Leben bereichern. Merci!!

Nachtfahrten, Hominiden, gemeine Fischernetze und ein schwimmender Markt auf Borneo (Kalimantan)

Das Reiselogbuch des «Kepiting Batu» (auch bekannt unter Robin Locher)
7.3. – 17.3.2026

Die Insel Borneo hat es in sich. In zehn kurzen Tagen haben wir eine üppige Vielzahl unterschiedlichster Eindrücke eingesammelt. Ich hoffe nun, der Leser möge sich für unsere Erlebnisse in Kalimantan (indonesischer Teil von Borneo) ebenso begeistern wie wir, auch wenn dieser Bericht etwas länger ausgefallen ist.

Die Miniinsel Ayam, unser letzter Stopp in Küstennähe von Belitung. Hier beginnt die zweite Etappe meiner Reise auf der Segelyacht Lupina. Zwei Tage und zwei Nächte soll die nächste Fahrt dauern – meine erste Doppelnachtfahrt. Im Dämmerlicht verwandelt sich unsere liebliche Insel mit ihren hohen Kokospalmen in ein «Krokodil auf Stelzen», das uns den Weg in die Javasee weist, Richtung Borneo. Welch ein sinniger Abschied!
Die Javasee zeigt sich erst einmal von ihrer unruhigen Seite. Lange Zeit bläst der Wind mit über 20 Knoten, am Wind Kurs 60° aufs Schiff. Wir hissen das die Fock, das Segel für starke Winde. Bei Manövern auf Deck sichert sich Köbi mit Schwimmweste und Leine.
Am Tag darauf erreichen wir die Südküste Borneos. Die Windabdeckung durch die Landmasse im Norden schenkt uns eine total ruhige See. Beinahe ohne Wind sind nur noch kleine Kringel auf der Wasseroberfläche zu sehen. Ein Gefühl des Schwebens stellt sich ein, bei glattem Meer. Doldrums, Doldrums, Doldrums. Streckenweise gleiten wir unter Motor durch das diesige Licht, welches die Horizontlinie rund um uns verschwimmen lässt.
Unser erstes Ziel in Kalimantan ist die Stadt Kumai, von wo aus wir eine drei tägige Bootsexkursion in den Tanjung Puting Nationalpark unternehmen wollen. Von der Meeresmündung fahren wir etwa 15 Meilen den breiten Kumai-Fluss hinauf, vorbei an malerischen Frachtern, bis vor die Stadt.
Majid, unser Tourorganisator und Urheber dieses Bildes, offeriert uns ein Nachtessen in seinem Hotel. Wir nehmen gerne an, es mundet vorzüglich. Zum selber Googeln: Hotel Majid, Kumai.
Das Ankern im Fluss hat seine Tücken: Bei Flut ändert sich die Fliessrichtung und das Meerwasser drückt hoch in den Flusslauf und kurz nach unserer Ankunft rupft ein Gewitter mit 30 Knoten Wind an der Lupina. Nach einer ersten Nacht sind wir zuversichtlich, dass der Anker hält. Atman, hier im Bild, wird während unserer Abwesenheit auf der Lupina Wache halten, sollte doch etwas schiefgehen. Merci Adi, für den sagenhaften Tropenexkursionshut! 😉
Los geht der Spass! Eine Handvoll Flussboote verlässt heute mit uns den Kumai-Fluss und biegt in einen Zubringer, der uns zu den drei Orang-Utan-Futterstellen im Nationalpark bringen soll. Nördlich des Zubringers breiten sich weite Palmölplantagen aus, weiter oben am Fluss werden Goldminen betrieben und auf der Südseite erstreckt sich der Tanjung Puting Nationalpark bis hinunter ans Kapp. In unseren drei Tagen und zwei Nächten auf dem Fluss bekommen wir nur den nördlichsten Rand des Schutzgebietes zu Gesicht.
Ein paar erlesene Fakten zum Naturpark.
Die Flussboote (Klotoks) sehen je nach Tourenanbieter ein bisschen anders aus, der Service scheint aber bei allen derselbe zu sein. Unser Tourguide und Übersetzer Arya bemerkt, dass zu Spitzentagen bis zu 50 Boote auf die Stecke gehen. In der Nebensaison ist es wunderbar ruhig. Ab und zu winken wir einem vorbeiziehenden Boot. Unser Kapitän zeigt keine Eile.
Majid hat uns mit themengerechten T-Shirts ausgerüstet. Sie zeigen eine 500-Rupia-Note mit Orang-Utan-Emblem. Heutzutage ist die Note nicht mehr im Gebrauch – aufgrund der Entwertung ausgestorben, sozusagen. Wir freuen uns tierisch auf die Menschenaffen (Fachausdruck: Hominide)!
Und da sind sie, die Waldmenschen (Indonesisch: orang = Mann, hutan = Wald)! Sie kennen die Fütterungszeiten und erwarten uns. Zügig aber elegant wandern sie über unseren Köpfen von Ast zu Ast, von Baum zu Baum. Die Orang-Utans springen nicht, wie ihre kleineren Verwandten, sie schaukeln sich an einem Ast oder Baum solange hin und her, bis sie den Nächsten zu greifen bekommen.
Ein Weibchen mit Nachwuchs: Die Verbindung Mutter-Kind ist äusserst ausgeprägt. Das Junge bleibt die ersten beiden Lebensjahre stets bei seiner Mutter und lässt sich überallhin tragen. Für bis zu sieben Jahre wird es von der Mutter in den Lebenstechniken unterwiesen, sei es bei der Futterbeschaffung, der medizinalen Wirkung von Pflanzenteilen, bis hin zum Nestbau für die Nacht.
Das Alpha-Männchen, territorial, lebt meist solitär und kümmert sich nicht um die Kindererziehung. Die bezeichnenden Gesichtswülste und Halslappen entwickeln sich erst beim Erwachsenwerden, etwa ums 18. Lebensjahr. Mächtige Beisser haben sie auch!
Disclaimer: Jegliche Ähnlichkeit mit (euch) bekannten Personen, haben sich diese selbst zuzuschreiben.
Pondok Tanggui ist eine von mehreren Futterstationen.
Warum werden die Orang-Utans überhaupt gefüttert, und warum mit Bananen, Maiskolben oder anderen Kulturpflanzen? An diesen Stellen wurden zur Arterhaltung Orang-Utans aus Zoobeständen ausgewildert. Um ihnen den Einstieg in die Wildnis zu erleichtern und ihre Entwicklung zu beobachten, wurden sie anfänglich gefüttert. Die Population hat sich gut entwickelt und die Fütterungen wären nicht mehr nötig. Unser Tourführer Arya ergänzt, dass die tägliche Fütterung um 15 Uhr vor allem aus touristischen Gründen weitergeführt wird. Nicht von ungefähr ist der Tanjung Puting Nationalpark Kalimantans berühmteste Touristendestination (laut Lonely Planet).
Ein Alpha-Männchen besetzt das Buffet. Arya erklärt weiter, dass die spezifische Weise, wie die ausgewilderten Orang-Utans eine Banane zu vertilgen pflegen, in den Rehabilitierungszentren erlernt wurde. Seither lernen es die Jüngeren von der vorangehenden Generation.
Vorhang auf im Camp Leakey! Das Ganze hat etwas von einer Impro-Theater-Aufführung. Weder Schauspieler noch Zuschauer wissen, was noch alles passiert. Zu den Stars der Manege gesellt sich hier ein kleinerer, flinker Gibbon-Affe (er sitzt oben im Baum, leider schwerlich zu erkennen) und mischt die Szenerie auf!
Zurück auf dem Klotok geht’s weiter zum nächsten Posten. Unser Kapitän Yon ist der Stimmungsgarant auf dem Boot. Good vibes, Yon!
Das Küchenteam Rossi und Ruby: Sie zaubern uns 3x täglich ein Kunstwerk. Schnippeln direkt über dem Motor, wo es laut und heiss ist. Kein Zuckerschlecken!
Selbstverständlich geht es bei der Flussfahrt nicht nur um die Orang-Utans. Rudi hält Ausschau nach Krokodilen, Nasenaffen, Makaken, Kingfisher, Uhus, Wasserschlangen, Anlegestellen und Gewitterwolken.
Während unser Klotok weiter den Sekonyer-Fluss hinauftuckert, wird unter Deck gewerkelt und gekocht. Rudi und Arya machen das Boot mit zwei Leinen an einem Büschel Pandanus-Sträucher fest und wir werden zum Znacht mit Kerzenlicht gerufen.
Auf einer Nachtexkursion finden wir Fledermäuse, Insekten, Riesenameisen, Glühwürmchen und Baumpilze, deren Sporen wie dicke Rauchschwaden aus dem Dickicht aufsteigen. Hier ein Kingfisher, erstarrt zur Salzsäule im Blendelicht unserer Taschenlampen.
Am Morgen darauf ist Köbi wieder früh auf. Die Sonne ist noch mild, die Fauna auf allen Seiten aktiv und das Licht stimmt für das erste von tausend täglichen Fotos…
Unser Dschungeltour neigt sich dem Ende zu – leider viel zu schnell. Pia mit Rossi und Ruby auf dem unteren Deck. Die anfängliche Zurückhaltung ist einer Herzlichkeit gewichen. Am letzten Morgen hockt sich die Crew zu uns aufs Touristendeck und wir führen radebrechend Gespräche über die Arbeit, den Ramadan, das Leben in Kumai und den Schnee in der Schweiz, halt so gut wie’s geht. Endlich kann ich wieder jemandem mit meinen ach so spannenden Fotos meiner Trockenmauerprojekte zu Leibe rücken. Ich bin in Hochstimmung!
Von links nach rechts: Pia, Chef Ruby, Kapitän Yon, Assistenz Rudi, Köbi und Robin, Guide Arya. Vielen Dank für alles! Bei Interesse: Majid Hotel in Kumai
Zurück in Kumai: am späteren Nachmittag ist mächtig was los, die Leute erledigen ihre Besorgungen und die Warungs (kleine Restaurants) bereiten die Abendmahlzeiten vor. Es ist noch immer Ramadan, zwischen 4 Uhr morgens und 18 Uhr wird nicht gegessen!
Eine Momentaufnahme: der kleine Frachter wird beladen und ein heimgekehrter Fischer reinigt seine Utensilien.
Wir wollen uns für die nächste Doppelnachtfahrt mit dem Nötigsten eindecken. In der Nähe des Fährhafens finden wir den Lebensmittelmarkt. Eine Familie hat ihren eigenen, mobilen Stand vor der Markthalle aufgestellt.
In der Fischabteilung der Markthalle wird der heutige Fang ausgenommen und feilgeboten.
Pia und Köbi in der Fruchtabteilung. Zahlenbeträge werden mittels Taschenrechneranzeige kommuniziert. Ich freue mich aufs obligate Müesli morgen früh.
Handtasche von Gutschi oder Luis Wuiton? Indonesien mit seinen gut 285 Mio. Einwohnern (viert grösstes Land der Welt) verfügt über einen riesigen Binnenmarkt. Uns fällt auf, dass wir – ausser dem allgegenwärtigen Coca-Cola – selten ausländische Produkte sehen, vieles scheint in Eigenmarke produziert zu werden. Apropos: Hat jemand schon mal Zigaretten mit Colageschmack probiert? Gibt’s hier.
Am darauffolgenden Tag sind wir wieder unterwegs, den Kumai Fluss runter bei Ebbe, dann südwärts entlang der Küste des Nationalparkes. Eine starke Gewitterbildung über der Landmasse beschert uns einen Wind aus dem Südwesten, wir müssen aufkreuzen. Pia und Köbi beim Znacht vor dem Eindunkeln. Die Schichten für die Nachtwache sind eingeteilt und wir sind bereit für die erste von zwei Nächten unter Segeln.

Im Fischnetz gefangen

Mittlerweilen ist es dunkel geworden und plötzlich ist der südliche Horizont vor uns erleuchtet von den Bootslampen der lokalen Fischer. Das Meer ist hier viel flacher als auf der Seekarte vermerkt. Seit einer Weile messen wir nur noch 4.5 bis 5m Wassertiefe und unser Kiel braucht gut zwei Meter. Der Boden ist zwar topfeben und sandig, aber wir sind beunruhigt und behalten die Tiefenanzeige konstant im Auge.

Gegen 19:30 Uhr passiert’s! Ein schabendes Geräusch am Unterwasserschiff lässt uns aufschrecken. Wir verlieren an Fahrt und es ist sofort klar, dass wir etwas eingefangen haben. Schnellstmöglich nehmen wir die Segel runter!

Mit unseren Lampen zünden wir ins mondlose Dunkel und entdecken eine nicht endende Reihe weisser Styropor-Schwimmer mit welchen die Netze der Fischer in der Schwebe gehalten werden. Offensichtlich hat sich das Netz im Ruder oder gar an der Schiffsschraube verhakt. Was kann passieren? Im schlimmsten Fall und bei hohem Seegang kann ein Netz das Ruder abreissen (beschädigen) oder das Heck des Schiffes wird vom Netz soweit hinuntergezogen, dass die Wellen aufs Boot und in den Schiffsbauch laufen können. Ich bemerke, dass ich plötzlich an die Erzählungen über Hunde denken muss, die angeblich bei Stress unverzüglich in einen tiefen Schlaf fallen, also in den «Freeze-Modus» wechseln… wie gern würde ich jetzt unter Deck in meiner Koje liegen und mich weit wegträumen! In geändertem Aggregatszustand hin zu Orten, wo mich keine unbekannten Netze in die dunklen Tiefen einer unruhigen See ziehen!

Zum guten Glück sind Wind und Wetter nicht allzu garstig. Als erstes: Schwimmwesten an! Wir versuchen das Netz mit dem Bootshaken zu greifen. Die tragenden Seile am Netz sind straff gespannt und die Strömung treibt uns weiterhin ins Netz. Einfach Motor an und rückwärts raus ist keine Option. Wir wissen nicht, ob die Schiffsschraube frei ist. Wir werfen den Anker. Die Dunkelheit, die Strömung, die fehlende Fahrt und der Zug des Netzes: Ich habe Mühe mich zu orientieren. Drehen wir uns? Verheddern wir uns weiter? Löst uns eine glückliche Welle oder Strömung aus dem Netz? Leider nicht.

Mit den Lampen versuchen wir uns bei den Schiffen in der Umgebung bemerkbar zu machen. Diese sind nur schwach beleuchtet und bei Nacht ist es schwierig, ihre Entfernung einzuschätzen. Ein Fischerboot antwortet und nimmt Kurs auf uns. Wir entscheiden zuzuwarten, bevor wir uns am Netz zu schaffen machen, schreiben eilig ein paar nützliche Wörter aus dem Indonesisch-Diktionäre heraus, um uns bestmöglich verständigen zu können (musste reichen: tolong = Hilfe, tali = Seil, di bawah = unten, lagi = noch immer und sauh = Anker). Langsam holt das Fischerboot sein Netz ein. Als wir in Rufdistanz sind, signalisieren sie uns, das Netz durchzuschneiden. Darauf haben wir gewartet! Köbi hat bereits alles vorbereitet – bei dem Wellengang ist es trotzdem eine Herausforderung. Das Netz und die Seile rupfen und ziehen, sind schwer zu bändigen. Schliesslich gelingt es uns, dass Netz zu kappen, aber immer noch hängt es ums Ruder fest.

Unterdessen ist ein junger Fischer über die Verbindungsleine zu uns herübergeklettert und hilft dabei, die verhedderten Resten loszuwerden. Am Heck hängend versucht er das Netz am Ruder entlang mit seinen Füssen runter zu strampeln. Das hilft, bald sind wir frei und wir können die verbleibenden Resten losschneiden. Köbi taucht zur Sichtkontrolle mit Schnorchel und Brille unters Schiff und ich zünde von oben her, damit er was sieht.
Ruder und Schraube sind endlich wieder frei und nach drei Stunden etwa um 22:30 Uhr haben wir die Segel wieder gehisst. Was für ein Glück, was für eine Erleichterung – aber nee, aus diesem Seemannsgarn knüpf’ ich mir bestimmt keinen Traumfänger!
Der folgende Tag sowie die zweite Nachfahrt ziehen – zu unserer Erleichterung – ereignislos an uns vorüber. Wir nähern uns der Mündung des Barito-Flusses und werden Zeugen eines Naturspektakels: kilometerweit strömen das dunkle Meerwasser und das braune Flusswasser einander entlang, ohne sich zu verwirbeln.
Ein Spektakel der etwas anderen Art erwartet uns wenig später, näher an der Mündung des Barito Rivers. Der Plotter am Pilotentisch zeigt eine wollknäuelartige Anhäufung grosser Frachter, Schlepper und Barges (nicht-motorisierter Lastkahn). Ein logistischer Knotenpunkt, der selbst den Gewässern vor Singapur Konkurrenz macht! Eine Skyline der Kohlefrachter, wie wir später herausfinden. Hier müssen wir durchzirkeln.
Banjarmasin, die Stadt am Barito, liegt wieder einige Meilen flussaufwärts. Wir biegen in die Mündung und reihen uns ein zwischen den Schleppern mit ihren leeren Bargen, die weiter oben am Fluss ihre neue Fracht abholen.
Wie überall bisher auf unserer Reise, werden wir von vielen freundlich winkenden Bootfahrern willkommen geheissen
Wir ankern auf Höhe des Hafens, wo die Kontainerfrachten gelöscht werden. Ein in der Flussmitte liegendes, halbversunkenes Schiffwrack dient uns als Schutz vor den grösseren, vorbeiziehenden Brummern.
Frühmorgens um viertel vor vier holt uns Tailah – unser Tourguide für den Tag – per Holzboot direkt bei der Lupina ab. Der alte Kahn hat schon unzählige Anstriche bekommen und wieder verloren. Er ist bunt wie die Schwanzfedern eines Hahnes und sein Motor knattert wie eine Royal Enfield auf Steroiden. Einzig Pia, als echter Reiseroutinier, denkt frühmorgens daran, die Ohrenstöpsel einzupacken. Nach indonesischer Manier geht’s ohne grosses Halli-Hallo gleich los, gut zwei Stunden durch die Kanäle des nächtliche Banjarmasin, hinaus ins Hinterland. Wir besuchen einen schwimmenden Markt.
Der schwimmende Markt von Pasar Terapung Lok Baintan: Täglich verkaufen Kleinbäuerinnen ihre Produkte direkt ab Kanu an Händler und Marktfahrer aus der Stadt. Die meisten Deals laufen noch vor Sonnenaufgang. Bei unserem Eintreffen ist die Stimmung unter den Verkäuferinnen entspannt.
Tanggui, der grosse Blätterhut mit Überzug, ist Sonnen- und Regenschutz in einem. Wir decken uns ein mit Eiern, Gemüse und Früchten für die kommenden Tage auf See.
Pia und ich kriegen je eine für Touristen obligate, persönliche Kanurundfahrt bei zwei der Marktfahrerinnen. «Jalan-jalan!» (spazieren gehen) und rein ins Gewimmel. Der spitze Bug des Kanus fädelt sich ein ins schaukelnde Gewebe aus Rufen in fremder Sprache, Gerüchen reifer Früchte und Feilschereien um Bananenchips. Am Ende war die kleine Spazierfahrt natürlich nicht ganz gratis.
Köbi übt sich unterdessen in Kommunikation mit der lokalen Jugend.
Mittlerweilen ist die Welt zum Leben erwacht. Ob die Landstrasse ebenso belebt ist wie der Fluss?
Zurück in Banjarmasin biegen wir ein ins «Venedig von Kalimantan».
Die meisten Häuser stehen auf Pfählen aus sogenanntem «Ironwood». Vorne grenzen sie meist an eine Strasse. Tailah meint, die reinen Baukosten für so ein Haus belaufen sich auf etwa 30 Mio. Rupiah (1’500 CHF!) – sofern ich ihn richtig verstanden habe. Die traditionelle und günstigere Variante ist das schwimmende Haus auf Bambusflossen. Die Bambusunterlage muss etwa alle 5 Jahre erneuert werden.
Viele Eindrücke nach wenigen Stunden Schlaf! Die beiden scheinen glücklich und zufrieden. Otto der Fuhrmann ebenso.
Zurück auf der Lupina reinigen wir unsere neuen Vorräte von Ameisen und sonstigem Gefläuche. Ich freue mich auf Kürbissuppe und das morgendliche Müesli mit Papaya und Banane! Der Blätterhut «Topi purun» wird zu meinem täglichen Begleiter. Entschuldige Adi.
Zum Abschluss bekommen unsere Tourguides noch eine Tour durch die Lupina. Otto kommt ins Schwärmen für die weichen Sofapolster. Von links: Fuhrmann Otto, Guide Tailah und Kollege Yusuf. Merci für den Einblick, das war spannend!
Mit der Gezeitenänderung ändert sich die Flussrichtung des Barito wieder zu unseren Gunsten. Unsere Zeit in Kalimantan kommt zu einem Ende und wir starten flussabwärts, vorbei an schwer beladenen Kohleschleppern. Der grösste Teil der indonesischen Kohle wird auf Borneo gescheffelt. Von den Minen im Landesinnern wird sie per Lastwagen zum Flussterminal gefahren, auf die Bargen umgeladen und zum Meer transportiert.

Wer sich zum Thema Kohleabbau im Einzugsgebiet des Barito schlau machen möchte: Public Eye, 2023, «Die schmutzigen Methoden einer Zuger Rohstoffgruppe auf Borneo».

Draussen vor der Flussmündung wird die Kohle auf die Frachter umgeladen. Dies geschieht mittels speziellen schwimmenden Kran-Plattformen (Bild) oder mit Kränen, die direkt auf den Frachtern montiert sind. Richtig grosse Bulldozer stossen das lose Frachtgut auf den Bargen immer wieder flott zusammen, damit ordentlich geräumt werden kann. Von hier aus geht die Kohle auf Weltreise, vor allem nach China, Indien und Thailand.

Wer sich für die Verbindungen der Schweiz mit Indonesien interessiert, findet einen guten Einstieg auf der Seite des CDE der Universität Bern. Stichwort: Handelsabkommen EFTA-Indonesien.

Grüsse an alle die es bis hierhin geschafft haben! Kepiting Batu schliesst sein Logbuch für heute. Die nächste Etappe führt uns weiter ‘gen Südosten: zu abgelegenen Inseln, bunten Unterwasserwelten, über die Javasee nach Südsulawesi und über die Flores-See bis nach Labuan Bajo auf der Insel Flores.

Ahoi Kameradis!

Einstieg ins Seglerleben – von Batam bis Belitung (Indonesien)

Das Reiselogbuch des «Kepiting Batu» / 18.2. – 6.3.2026

Ich war noch nie auf einem Segelboot. Als mich die positive Antwort von Pia & Köbi erreicht, freue ich mich riesig. Ich hatte über die letzten 8 Jahre ihrer Segelreise immer mal wieder etwas über die Beiden und ihre Reiseroute vernommen. Nun planen sie von Singapur zurück nach Labuan Bajo zu segeln und laden mich dazu ein – für einen Bergler eine Traumvorstellung! Ich soll in Batam, Indonesien an Bord.

Rasch versuche ich mein Büro auf den Stand zu bringen, verschiebe die betroffenen Aufträge und bin weg, hoch in den Lüften Richtung Osten. Winter und Schnee lasse ich hinter mir, tausche die Wollmütze gegen einen tropischen Exkursionshut.

Pia & Köbi bereiten meine Ankunft vor, inklusive offizielle Anmeldung des neuen Crewmitglieds, und treffen mich am Fährhafen. Über Golfplätze und ramponierte Betonstege, entlang einer wildschönen Küste wandern wir zusammen zur Nongsa Point Marina, zur Lupina. Frisch angekommen, willkommen in Indonesien!
Die Marina liegt in unmittelbarer Nähe von zwei schicken Resorts. Diese werden vornehmlich von Gästen aus Malaysia oder Singapur besucht, bieten wunderschöne Jettys (ein Steg hinaus ins Meer) inkl. Bar, Schwimmbecken, Restaurants und jeweils eine eigene Band zur musikalischen Unterhaltung. Am Horizont kann man noch die riesenhaften Frachter vor Singapur ausmachen.
Der letzte Abend bevor wir in See stechen wird etwas länger als erwartet. Nach einem feinen Nachtessen im Restaurant lädt uns der Manager der Marina auf einen Schlummertrunk an die Bar: Jägermeister mit Redbull. Ganz im Sinne des kulturellen Austausches auf Augenhöhe versuche ich mich als Barmixer mit «Flämmli a la Orangenlikör». Abgerundet wird das Ganze in lokaler Manier mit einer mitternächtlichen Ochsenschwanzsuppe. Wer will es einem übel nehmen, dass der Frischling am ersten Morgen an Deck noch etwas «kopflos» im Mast rumhängt?
Pia und Köbi sind wunderbare Gastgeber auf der Lupina. Sie zeigen mir die grundlegenden Abläufe auf der Lupina, weisen mich in die ersten Seglerbegriffe und Kniffe ein, sind aufgestellt und machen lecker’ Frühstück! Ich freue mich, so herzlich willkommen geheissen zu werden.
Pia und Köbi äussern ihr dringliches Anliegen, dieses Bild in den Bericht zu nehmen. Jedes Gasti* auf der Lupina ist demnach sanftenst angehalten ein paar Stängel Ragusa mitzubringen – für die Nachtfahrten 😉
* dieser Abschnitt wurde entgendert nach Phettberg
Das Zusammenleben auf einer Yacht und in einer Alphütte ähnelt sich doch sehr. Man lebt und funktioniert zusammen, bringt sich ein und nimmt sich zurück, gibt von sich Preis und hört zu, formuliert Regeln und versucht, gemeinsam frei zu sein.
Singapur war ein gewichtiger Stopp für die SY Lupina. Feststoffhaltig war anscheinend auch die dortige Luft, denn die Tage in der Grossstadt hinterlassen eine dunkle Schicht auf allen Oberflächen, selbst auf den «Unterflächen»! Was mich betrifft: So wäscht man sich rein ins Vergnügen. Hand gegen Koje.
In Tagesetappen von rund 30 Seemeilen segeln wir die nächsten Tage in Richtung Südwesten. Wir ankern an vor Wind und Wellen geschützten Stellen und schlafen mit offenen Luken. Von den umliegenden Moscheen wehen lautsprecherverstärkte Abendgesänge zu uns herüber. Gelegentlich sind es bis zu einem halben Duzend gleichzeitig. Der Ramadan hat begonnen und das Wetter ist uns hold.
Die Seglersprache klingt für Laien wie Kauderwelsch mit sieben Siegeln. In diesen ersten Tagen muss ich oft die Ohren gut dicht nehmen, will ich nicht andauernd die Lernkurve reffen müssen. Jedenfalls zeigt mir Köbi hier, wie man das Genoa ausbaumt …
Gemäss ehrwürdiger Seemannstradition wird nicht einfach mir nichts dir nichts der Äquator überquert: der Neuling muss getauft werden. Hier sieht man «meine» Äquatorinsel mit dem klingenden Namen Belading. Ich schreibe sie künftig mit doppeltem L.
Die Äquatortaufe. Jedes Ritual kennt eine genaue Form. Bei dieser Zeremonie schlüpfen die erfahrenen Seeleute in die Rollen von Neptun und Tethis. Der Neuling – die Kaulquappe – wird von Neptun mit Reis bestreut und mit Wasser getauft. Aus einer Kaulquappe wird «die Steinkrabbe»!
Tethis kleidet den Frischgetauften neu ein. Das Piratentuch leistet mir seither wunderbare Dienste, besonders als Kopfbedeckung beim Schnorcheln. Die Augenklappe erlaubt es mir bei langen Überfahrten heimlich auf einer Seite zu dösen! Fertig ist der Pirat Kepiting Batu (Kepiting = Krabbe / Batu = Stein, in indonesischer Sprache)
Von der Insel Lingga machen wir eine Nachtfahrt bis Belitung. Die Distanz ist zu gross, als dass sie an einem Tag gefahren werden könnte. Pia macht die erste Schicht bis Mitternacht, Köbi die zweite bis zum Morgen. Die aufgehende Sonne taucht alles ringsum in weiches Licht.
Eine Nachtfahrt ist eine spannende Sache. Als Seglerneuling staune ich über die technischen Möglichkeiten der Lupina. Die menschliche Nachtblindheit wird kompensiert. Mit Hilfe von Segelkarten und Radar schauen wir meilenweit voraus und das AIS (Automatic Identification System) versorgt uns mit Informationen, unter anderem zu Position, Fahrtgeschwindigkeit, Typ und Namen der registrierten Schiffe im Umkreis. Schwierig wird es bei den kleinen, hölzernen Fischerbooten. Oftmals sind sie schwach beleuchtet und hier hilft uns nur das Auge. Die Nacht wird immer tiefer, ab und zu ändern wir kurzzeitig den Kurs, um einer möglichen Kollision vorzubeugen. Einmal funkt uns ein Schleppschiffkapitän netterweise gar an: «Lupina Lupina!! Passing starboard to starboard!» Wir bedanken uns und wünschen eine gute Fahrt. So geht das!
Belitung begrüsst uns am nordwestlichen Zipfel mit markanten Formationen verwitterter Steine, wie Fabelwesen aus einer imaginären Urzeit, welche sich in die Gegenwart retten konnten. Prominent positioniert sich dieser «Adlerstein» (Batu Garuda) am nordwestlichen Zipfel der Insel. Für mich sieht er eher nach einer «Spitznasenschildkröte» aus. Urteile selbst.
Steine ragen wie (etwas abgeschliffene) Haifischzähne aus dem Meer, als sollte jeder unachtsame Segler verschlungen werden. Der zugeneigte Leser möge mir eine etwas tierische Metaphorik nicht übelnehmen, denn als frischgetaufte Steinkrabbe steht mir dies sicherlich zu. Ist es nicht so, dass diese Felsen gleich den Zahnreihen eines Meeresjägers immer plötzlich, immer unerwartet auftauchen? Und in diesen Gewässern sogar oft ohne auf einer Seekarte vermerkt zu sein!
Wie jeder verwegene Seefahrer weiss, wird die Gefahr oft von einer äusserst anziehenden Ästhetik begleitet: die Strände sind weiss, das Wasser klar und die Riffe in Schnorcheldistanz! Unweit von unserem Ankerplatz, im Schutze der Steinschildkröte finden wir weitläufige Schnorchelplätze mit Korallen, Schwärmen kleiner bunter Fische, riesigen Seeigel, Anemonen mit drolligen Clownfischen in angenehm tauchbarer Tiefe. Am Dritten und letzten Tag erspähe ich sogar eine Roche, die flink unter den Korallen verschwindet.
Unsere Bucht beherbergt duzende bunter Holzschiffe mit Sonnendach, welche manchmal zum nächtlichen Fischen vor der Küste und manchmal bei Schnorchelausflügen oder sogenanntem Inselhüpfen für die meist inländischen Touristen verwendet werden.
Landgang: Die Bucht bietet malerische Ausblicke. Hier mit der geankerten Lupina.
Aber auch wir scheinen beliebte Fotosujets zu sein. Oft werden wir zu Gruppenfotos eingeladen. Auf diese Weise lernt man spielend von Drei rückwärts zu zählen, und zwar auf Indonesisch. In Sachen Fotos scheinen die Leute hier keine Scheu zu kennen. Gut für meinen Bericht!
Neben dem Anlegesteg entlang der Küste reihen sich etliche kleine Verschläge mit Restaurants und schattigen Sitzgelegenheiten. Aber sie warten auf Gäste. Zurzeit sind wir beinahe die einzigen Besucher, wahrscheinlich liegt das am Fastenmonat Ramadan. Keine Ahnung, was die beiden Frauen zubereiten. Aber sieht lecker aus.
Die typischen, hölzernen Fischerboote werden in Handarbeit vor Ort gebaut. Die Holzelemente werden genagelt, manchmal kommen auch Holzdübel zur Anwendung. Zwischen die Bretter des Schiffrumpfs wird zur Dichtung ein knautschbares Kunststoffband gelegt.
Für die Unterhaltsarbeiten werden die Boote trockengelegt. Hierfür wir das Boot mit jeweils zwei gebundenen Stämmen in der Waage gehalten – einer quer über das Deck und der andere parallel dazu unter dem Rumpf. Hier sehen wir eine Spielart ebendieser Methode.
Muss der Rumpf neu bepinselt werden, wird vorerst mit Gasfeuer abgeflammt und mit dem Spachtel die alte Farbe abgeschabt. Dieses Boot wird neben der Fischerei auch als Touristentaxi eingesetzt, man beachte das Sonnendach.
Anfänglich wollten wir von hier aus – dem Nordzipfel der Insel Belitung – mit zwei Nachtfahrten direkt nach Kalimantan übersetzen, doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir beschliessen einen Umweg einzulegen, was uns erlaubt Belitungs West- und Südküste zu erkunden. Die Gewitterwolken auf Borneo sollen sich ohne uns ausregnen.
ROT: die Route von Singapur bis zur Insel Belitung. GELB: die anfänglich geplante Route bis Kumai auf Kalimantan. GRÜN: die angepasste Route entlang der Westküste von Belitung, inklusive Ankerplätze.
Nach mehreren Stationen entlang der West- und Südküste von Belitung rückt die Überfahrt nach Kalimantan immer näher. Wir nehmen Abschied von dieser schönen und wahrlich steinreichen Region. Beim Ankertrunk besprechen wir jeweils den vergangenen Segeltag, üben Manöverkritik, schmieden Pläne, studieren die Wetter- und Windvorhersagen und sammeln uns für den folgenden Tag.
Für den letzten Ankerplatz vor der Überfahrt finden Pia und Köbi einen idyllischen Ankerplatz neben der klitzekleinen Insel namens Ayam. Wir verweilen einen Tag und nutzen die Zeit zum Schreiben, Vorkochen, Putzen, Berichtschreiben, die Route zu planen, etc… Ich packe die Chance beim Schopf, meine Hängematte erstmals auf einer einsamen Insel zwischen Kokospalmen baumeln zu lassen.
Köbi zeigt mir, wie man eine Kokosnuss simpel und effizient schält, aufspaltet und das Fruchtfleisch löst. Der Keim, der sich bei reifen Nüssen aus dem Fruchtfleisch bilden kann, ist ein besonderer Schmaus: Fluffig in der Konsistenz, mit einem sanften Kokosaroma.
Der neue, alte Bootsjunge liegt mit vollem Pansen flach auf Deck und erträumt sich fantastische Abenteuer, welche in den nächsten knapp vier Wochen noch auf ihn zukommen mögen. Wie es uns Dreien auf Kalimantan ergeht, erfährt ihr im nächsten Bericht der SY Lupina!

Ahoi Kameraden!

Von Singapur zurück nach Indonesien

2. – 27.2.2026

Unser Schiff ist nun schon fast 2 Wochen in der Werft. Die Arbeiten machen gute Fortschritte. Wir sind mit dem Yard sehr zufrieden. Alles läuft nach Plan und wie vereinbart. Weniger Freude haben wir an der Volvo Vertretung «Pamarine», die uns falsche Teile liefert und viel zu hohe Arbeitskosten verrechnen will. So müssen wir kurzerhand umdisponieren und die Werft mit dem Ersatz der Wellendichtung und der Motorfundamente beauftragen. Diese macht dann auch einen ausgezeichneten Job in weniger als der halben Zeit, wie «Pamarine» veranschlagt hatte.

Singapur, Marina Bay Sands und Bayfront by Night. Der gute Service der Werft ermöglicht es uns, viel Zeit in der Stadt zu verbringen und Singapur weiter zu erkunden.
Mit den Silentblöcken (Motorfundamente, roter Kreis auf dem Bild), die extra von Volvo in Schweden bestellt werden mussten, haben wir Glück. In weniger als einer Woche erreichen sie die Werft und können von dieser umgehend eingebaut werden, noch vor den einwöchigen Betriebsferien anlässlich des chinesischen neuen Jahres am 17. Februar.
Wir nutzen die Gelegenheit, um Sachen zu reparieren oder zu ersetzen, die schon länger auf unserer Projektliste stehen. So haben wir zum Beispiel in Fiji wegen Mangels an Ersatzteilen die Endkappe unseres Auspuffwassersammlers (am Boden liegend), welche total verrostet war, reparieren müssen. Wir haben dann bei unserem nächsten Urlaub in der Schweiz einen neuen Wassersammler besorgt, und führen diesen seither auf dem Schiff mit. Nun wird der Neue eingebaut.
Die Reparatur der Endkappe in Fiji hat 2 Jahre gehalten. Dass es nun aber höchste Zeit wurde für den Austausch, zeigt dieses Bild: die Korrosion ist deutlich fortgeschritten.
Wir lassen uns von der Werft dazu überreden, unseren Propeller mit einem speziellen Lack zu beschichten, welcher den Bewuchs von Muscheln und anderen Lebewesen verhindern soll. Wäre super, wenn es funktioniert!
Seit wir unsere Lupina besitzen, hat die manuelle Bilgenpumpe nicht richtig funktioniert. Bisher haben wir diesem Problem kein grosses Augenmerk geschenkt, da sie einerseits sehr eng verbaut ist und andererseits ja noch eine automatische Pumpe vorhanden ist. Zudem ist unsere Bilge eigentlich immer trocken und die Pumpe kommt fast nie zum Einsatz. Das Problem mit der tropfenden Wellendichtung hat uns aber gezeigt, dass es schon noch gut wäre, wenn auch die Handpumpe funktionieren würde. Ich nutze also die Gelegenheit in der Werft, baue das Ding aus und zerlege es.
Eine kleine Überraschung: die Austrittsklappe der Pumpe ist verkehrt herum eingebaut. Ich drehe sie um, so dass die flache Seite richtig abdichten kann. Siehe da, das Teil funktioniert jetzt einwandfrei.
Eine Woche früher als geplant sind alle Arbeiten bis auf den hydraulischen Achterstag-Spanner in der Werft erledigt. Unsere Lupina wird in die Hebegurten des Liftes gehängt und für die Fahrt ins Wasser vorbereitet.
Das Einwassern des Schiffes ist immer ein kitzliger Moment: ist alles dicht? Der Chauffeur des Travel-Liftes scheint sehr zuversichtlich zu sein.
Lupina auf dem Weg ins Wasser. Alles dicht! Auch der darauffolgende Seatrial (Probefahrt) verläuft positiv. Lupina ist bis auf den oben erwähnten Achterstag-Spanner wieder reisefertig. Dieser braucht neue Dichtungen und ist von der Werft an eine auf hydraulische Geräte spezialisierte Firma vergeben worden. Kein Problem, wir haben ja die Marina noch für eine Woche gebucht, und das Teil kann auch eingebaut werden, wenn das Schiff am Steg schwimmt.
Das Einwassern der Lupina kommt gerade rechtzeitig zu Pia’s Geburtstag.

Nach einer gründlichen Reinigung des Schiffes zügeln wir vom Hotel wieder auf die Lupina. Kurz vor dem Wochenende wird auch der revidierte hydraulische Achterstag-Spanner angeliefert. Böse Überraschung: er funktioniert nicht mehr richtig, es kann kein Druck aufgebaut werden. Das Handbuch meint für diesen Fall: Luft im System oder zu wenig Öl. Kein Problem, meint der Spezialist und nimmt ihn wieder mit. Er verspricht, ihn Anfangs der folgenden Woche wieder zu bringen. Wir sind zuversichtlich.

Nach getaner Arbeit, das Vergnügen. Erneut fahren wir in die Stadt, diesmal zu den Gärten an der Bay, «Gardens by the Bay». Das Bild zeigt den Libellen Teich mit einer der vielen Skulpturen, im Hintergrund das Marina Bay Sands Gebäude
Ein weiteres Wahrzeichen von Singapur: die künstlichen Bäume. Im Wald der Super Bäume (Supertree Grove) steigen wir in die Baumkronen und besuchen das Observatorium.
Teil des Parks sind die beiden riesigen Gewächshäuser «Cloud Forest» und «Flower Dome». Wir entscheiden uns für den Ersten, insbesondere auch, weil hier kürzlich der Jurassic Park Einzug gehalten hat. Eine riesige, geschlossene Glaskuppel überspannt einen Berg, der von Pflanzen aus dem tropischen Regenwald bewachsen ist. Der Zugang auf den Berg und in sein Inneres erfolgt über kühn geschwungene Brücken und Rampen. Echte Wasserfälle, künstliche Wolken und sich bewegende Saurier versetzen einem in eine andere Welt.
Diverse Saurier entrücken uns mitten in den Jurassic Park. Wir sind froh, ist dieser T-Rex zwar naturgetreu, aber nicht echt.
Nach dem Bummel durch die Natur zieht es uns ins moderne Singapur. Die Hotel Lobby des Marina Bay Sands Hotel ist gewaltig.
Die «Helix Brücke» – eine Fussgängerbrücke – hat die Form einer DNA Doppelhelix, inspiriert von der genetischen Struktur des Lebens selbst.
Der Merlion – Singapurs Wahrzeichen. Die Statue mit dem Kopf eines Löwen und dem Körper eines Fisches steht an der Marina Bay und spritz Wasser aus ihrem Mund. Der Name Merlion kommt von Meerjungfrau (Mermaid) und Löwe (Lion). Der Löwe signalisiert Stärke und Mut und passt als Symbol perfekt zu Singapur, der Löwenstadt (Singha = Löwe, Pura = Stadt). Der Legende nach ist Singapur zu ihrem Namen gekommen, als ein indonesischer Prinz hier einen der seltenen Löwen gesehen haben will. Er sei von der Begegnung so beeindruckt gewesen, dass er in der Folge den Ort Singapur nannte.
Chinatown: Der Bazar wird dominiert vom chinesischen neuen Jahr. Ins Auge stechen einem dabei die Farbe Rot und der Mandarinenbaum. Rot ist die Glücksfarbe schlechthin im chinesischen Kulturkreis. Der Mandarinenbaum verkörpert Wohlstand und Reichtum. Die Früchte symbolisieren mit ihrer runden Form Vollkommenheit und Einheit in der Familie. Sie stehen für Frische und einen guten Start ins neue Jahr.
Chinatown: yummie!! Leckeres chinesisches Essen. Und schau dir mal die Preise an!! (1 Singapur Dollar entspricht etwa 0.6 Schweizer Franken)
Singapur – eine Stadt der Gegensätze: hier eine top moderne Shopping Mall mit allen namhaften Marken ….
… und direkt um die Ecke ein einfacher Schuhmacher, der mit Arbeit gut ausgelastet ist.
Hochzeit im «The Fullerton Bay Hotel». Ich geb’s ja zu: die Autos haben mich mehr beeindruckt als die Braut😊

Unsere Marina liegt am westlichen Rand von Singapur. Direkt vor dem Marina Gelände befindet sich die Endstation der Ost-West Bahn. Der öffentliche Verkehr ist effizient und sehr preiswert. Wir nehmen die rund einstündige Fahrt ins Stadtzentrum jeweils gerne in Kauf. Da unsere Pendenzen auf der Lupina bis auf den Achterstag-Spanner erledigt sind, können wir die Tage unbeschwert geniessen. Aber ….

… auch nach dem 5. Versuch, das Gerät richtig zu entlüften und mit Hydraulik Öl zu befüllen: es funktioniert nicht mehr. Beim 6. und letzten Versuch bin ich persönlich dabei und beobachte jeden Schritt. Wir bekommen es nicht hin! Ich vermute, irgendwo ist ein der neu eingesetzten Dichtungen falsch oder fehlerhaft.
Da unsere Visa ablaufen, beschliessen wir, das Achterstag mit Gewindestangen zu sichern. Zur Sicherheit kommt noch ein Spannset dazu. Das nun defekte Gerät nehmen wir an Bord und lassen es bei nächster Gelegenheit von einem anderen Fachspezialisten nochmals prüfen.
Letzter Ausflug in die City. Wunderbare Abendstimmung über das Business Center.
Den letzten Tag vor unserer Abreise sind wir mit Bunkern von Frischwaren (Gemüse / Früchte) beschäftigt. Den Sonnenuntergang über der malaysischen Stadt Kampung geniessen wir vom Pier der Raffles Marina.
Am Valentinstag (14. Februar) klarieren wir aus und verlassen Singapur in Richtung Indonesien. Dabei müssen wir eine der am dichtest befahrenen Seestrassen der Welt, die Singapur Strait, überqueren. Spannend! Alles läuft ohne Probleme. Der Blick in Richtung unseres Kielwassers zeigt einen regen Schiffsverkehr.
Wir sind glücklich! Nach rund 3 Monaten in Singapur sind wir endlich wieder unterwegs.
Am 16. Februar klarieren wir in der Nongsa Point Marina in Batam (Indonesien) ein. Wie immer übernimmt Pia die Aufgabe, Gastlandflagge und gelben Quarantänewimpel zu setzen.
Da der Marina Besitzer ein Chinese ist, wird auch hier das chinesische neue Jahr gefeiert. Ideales Timing für uns: am Vorabend des neuen Jahres findet bei uns auf der Marina Pier (Bild) ein grosses Fest mit Buffet statt …
… und am Neujahrestag, dem 17. Februar, findet ein ähnliches Fest mit traditionellem Löwentanz (Bild) in einem rund fünf Gehminuten entfernten Resort statt, das ebenfalls dem Besitzer der Marina gehört.
Einer unserer Lieblingsplätze in Batam: die Turi Island Bar verwöhnt uns mit ihren Happy Hour Drinks.
Am 18. Februar heissen wir Robin (rechts im Bild), den Sohn von guten Walliser Freunden, auf unserer Lupina willkommen. Er heuert für die nächsten rund 8 Wochen als Crewmitglied auf der Lupina an. Die ersten Fahrten hat er hinter sich und er scheint Freude daran zu haben.

Für die Weiterreise ab Batam haben wir einen Törn über Borneo (wir hoffen, dort eine Expedition zu den Orang-Utans machen zu können) und Sulawesi nach Flores vorgesehen. Unser neues Crewmitglied, Robin, scheint seetauglich zu sein. Die Fahrt südwärts durch die Chinese Sea bis zur Insel Belitung hat er bereits erfolgreich absolviert. Ist er auch seefest über die ungemütliche Java See? Wir werden es bald aus seiner eigenen Feder erfahren. Ich darf als Schreiberling nun für die nächsten Wochen Pause machen 😊

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!