Bequia – «Jede bruucht sy Insle»

Wir sind nun in den Grenadinen angelangt. Dies sind die vielen kleinen Inseln zwischen Grenada und St. Vincent. Die Erste, die wir ansteuern, ist mit ihren nur 18 Quadratkilometern gleich die Grösste von allen. 5’000 Einwohner leben hier. Ihr Ursprung ist vulkanisch und sie besteht im Grunde aus einem langen, schon stark erodierten Bergzug, der von Nordost nach Südwest läuft. Die Bevölkerung ist eine interessante Mischung aus vorwiegend ehemaligen Afrikanischen Sklaven, alten Europäischen Kolonialisten (Franzosen und Engländer) und Walfischern aus New Bedford (USA), welche im 19. Jahrhundert zum Walfischen hierher kamen und den einheimischen Fischern das Handwerk des Walfischens beibrachten. Dieses Handwerk ist bis heute überliefert worden, da es durch einen IWC Beschluss immer noch erlaubt ist, hier Walfische zu fangen. Bedingung ist jedoch, dass der Fang aus reiner Muskelkraft (keine Motorboote, Harpune muss von Hand geschleudert werden) stattfindet. Fast jede Fischerfamilie hat irgendwo eines dieser charakteristischen Walfischboote (Segelboot aus Holz mit spitzem Bug und Heck, sehr bunt bemalt) am Strand stehen, immer startklar und jederzeit bereit, falls in der Küstennähe ein Wal gesichtet wird. So lange wir in Bequia Gewässern sind, sehen wir zum Glück keinen dieser Meeressäuger. Auch eine Rückfrage bei den Fischern erleichtert uns: es ist schon einige Zeit her, seit der letzte Fang gelungen ist. Damit die Männer trotzdem motiviert und in Übung bleiben, findet jedes Jahr an Ostern die weit herum bekannte Oster-Regatta statt.

Man merkt gut, dass die Leute hier mit dem Meer und alles was damit zu tun hat, verbunden sind. Die Bootsbaukunst mit lokalen Materialien wird immer noch gepflegt, wenn auch mehr und mehr Modellschiffe die richtigen Schiffe ablösen. Gegenüber fremden Besuchern sind die Leute sehr aufgeschlossen und im Vergleich zu anderen Inseln haben sie erkannt, dass es für sie eine Chance bedeutet, gute Ankerbuchten für Segelboote zu haben. Mit der Admiralty Bay haben sie eine der schönsten und best geschützten Buchten der Grenadinen. Bei unserer Ankunft am Sonntag, 24.3.2019, liegen sicher über 100 Boote in dieser sehr grossen und flachen Bucht, die gegen Westen offen und gegen alle anderen Richtungen (der Wind bläst hier meist aus Osten) sehr gut abgedeckt ist.

Admiralty Bay auf Bequia (Blick Richtung Westen): kaum am Anker zieht eine schwarze Wolke gefolgt von einem kurzen, heftigen Regenschauer über uns hinweg. Boot und Crew geniessen die kühlenden Tropfen und frisch geduscht geht’s mit dem Dinghy an Land
Admiralty Bay Richtung Norden: lagen am Sonntag noch über hundert Schiffe in der Bay sind am Montag Morgen die meisten der Charterschiffe weg und die Reihen haben sich deutlich gelichtet
Admiralty Bay Südufer: Der «Belmont Walkway» verbindet die Strände im Südwesten der Bucht mit der Hauptstadt Port Elizabeth. Entlang dieses Fusspfades hat es mehrere feine Bars und Restaurants. Köbi meint: „es müssen alle unterstützt werden!“, und das heisst für Pia: Kurzurlaub von der Küche
Einkaufsstrasse und Flaniermeile in Port Elisabeth
Die einheimischen Fischer haben für die vorbeikommenden Yachten einen willkommenen Versorgungsservice aufgezogen. Sie fahren mit ihren Versorgungsschiffen durch die Bay, und wenn man etwas braucht, dann winkt man oder pfeift ganz einfach. Die meisten können sogar über Funk aufgerufen werden. Dieser hier liefert Treibstoff, Wasser und Eis …
… das grüne Schiff bringt ebenfalls Eis und Wasser (hier wird das Wasser gerade ins Schiff gepumpt) und bietet zusätzlich noch Wäschewaschdienst an. Das blaue Schiff links bringt Wasser und holt Abfall ab. Alles recht wichtige Dinge für Yachten. Da es in diesem Teil der Welt fast keine Landestege gibt, wäre das Besorgen von Trinkwasser und Treibstoff, oder das korrekte Entsorgen von Abfall, eine recht aufwändige und mühselige Angelegenheit. Und da die wenigsten Schiffe über eine Waschmaschine verfügen, sind viele sogar sehr froh, wenn sie nicht alles mit ihrem Dinghy selbst an Land schippern und dort mühsam eine Waschmöglichkeit suchen müssen
Abfall-Recycling: Dieser Mann sucht aus den Mülltonnen gezielt nach bestimmten PET-Flaschen, macht eine Sichtkontrolle und spült sie dann im Eimer vor sich mit Wasser. Die so als gut befundenen Flaschen sammelt er in einem Sack. Es erinnert Köbi stark an eine Geschichte in Indonesien, als er an einem Verkaufsstand eine Colaflasche (damals aber noch aus Glas und mit Blechdeckel) kaufte und erst beim Trinken merkte, dass die Cola etwas wenig Kohlensäure hatte. In der darauffolgenden Nacht hat er mindestens 3 Kilo abgenommen 😊
Apropos «Abnehmen»: hier ein fast unmöglicher Vorsatz! Es gibt so viel Leckeres zum Probieren! Pia wagt sich hier an einen Lobster. Wenn man nicht weiss, wie etwas zu essen ist: die immer sehr zuvorkommende und freundliche Bedienung erklärt uns das gerne mit einem fröhlichen Lachen auf dem Gesicht
Die Restaurants um die Admiralty Bay herum sind gut organisiert. In einem wöchentlichen Infoblatt künden sie an, welches Restaurant wann Livemusik hat. Diese Gelegenheiten nutzen wir gerne und oft. Hier ein begnadeter Steeldrum Spieler, der uns einen ganzen Abend lang zu faszinieren vermag
Aber es wird nicht nur geschlemmt! Auch körperliche Aktivität ist angesagt. Nicht ganz einfach bei 35 Grad, einer Luftfeuchtigkeit von über 80% und einer Topografie, die von der Bay zuerst einmal einfach steil aufwärts geht
Von ihm gibt’s beim Bergauf kein Bild 😉 aber diese wunderbare Aussicht lässt alle Mühsal vergessen. Blick vom «Holler Point» (auch «Spring View genannt») Richtung Norden zur Nachbarinsel St. Vincent im Hintergrund
Anderer Tag, anderes Ziel: Fort Hamilton im Nordwesten der Admiralty Bay. Gemäss einer Sage soll von hier aus einst ein Fehlschuss dazu geführt haben, dass Big Cay und West Cay (2 kleine Inseln ganz im Westen von Bequia) durch die verirrte Kanonenkugel von der Hauptinsel abgetrennt wurden. Kein Wunder hat der Kanonier mit dieser Kimme und Korn nicht getroffen 😊😊
Pneu-Recycling auf Bequia. Wer bei diesem Bild entsetzt oder gar entrüstet reagiert – es ist noch nicht lange her, wurde dies zu Hause auch so gemacht
Paget Farm im Süden der Insel. Das eigentliche Zentrum der Walfänger. Hier machen sie gerade ihre Boote hübsch und startklar für die Regatta, die immer an Ostern stattfindet. Pia steht vor dem Kieferknochen eines vor vielen Jahren hier erlegten Walfisches
Whaleboner Bar am Belmont Walkway: Walfischknochen haben es hier auf den Barhocker geschafft! Wir auch 😉
Herrliche Natur im Süden – bei diesem Ausblick möchte man gerne zur Weide gehen
Hier nehmen wir Teil an einer interessanten Führung durch die «Firefly Plantage». Früher eine Plantage für Zuckerrohr findet man heute eine Sammlung aller auf den Grenadinen vorkommenden Fruchtbäume. Auf der Führung lernen wir viel über deren Herkunft und die heutige Verwendung der Früchte. Auch probieren dürfen wir viele der hier wachsenden Köstlichkeiten. Die Raupe im Bild hat uns besonders fasziniert. Sie hat sich auf eine ganz bestimmte Pflanze spezialisiert und frisst deren Blätter (innerhalb 1 Minute ist ein Blatt weg!). Dadurch wird der Baum angeregt, neue Blätter zu produzieren. Die richtige Balance von Anzahl Raupen und Blattproduktion macht es aus, dass der Baum viele gute Früchte trägt
Vor Anker auf Petit Nevis – eine Insel direkt vor der Friendship Bay. Hierhin haben die Walfischer jeweils ihren Fang gezogen und dann geschlachtet. Anlegestelle und Gebäude sind schon länger ausser Betrieb. Wir sind das einzige Schiff in der Bucht – eine Insel ganz für uns alleine!
Natürlich «entern» wir diese verlassene Insel …
… und geniessen eine phantastische Natur. Wir sind einfach nur glücklich und verbringen den ganzen Tag mit Schnorcheln in den Korallen, Lesen und Faulenzen auf der Lupina. Am Abend spielt sich am Himmel einmal mehr ein buntes Farbenspektakel ab. Bei einem wunderbaren Sonnenuntergang läuft im CD Player dazu passend Peter Räber’s Lied «Jede bruucht sy Insle»
Blick über die Friendship Bay im Süden von Bequia. Gestern Samstag haben wir nun in diese Bucht verlegt und ankern zur Zeit hier
Bei der Einfahrt ist gute Navigation erforderlich, weil ein Teilbereich der Einfahrt durch ein Korallenriff versperrt ist. Im Bild der Blick über die Friendship Bay in Richtung Südost mit dem Riff in der Einfahrt (erkennbar an den sich brechenden Wellen). Im Hintergrund unser nächstes Ziel, das wir am kommenden Montag oder Dienstag ansteuern werden, die Insel Mustique

Beim Setzen des Ankers in der Bucht hilft Köbi am Ruder wie ab und zu mit dem Bugstrahlruder nach, um das Wegkippen des Buges im Wind zu verhindern. Plötzlich ein komischer Ton! Pia meint, es stimme was mit der Ankerwinde nicht – aber die läuft ganz normal weiter und die Kette rauscht in die Tiefe, so wie sie soll. Aber der Bug zeigt keine Reaktion auf die Bedienung des Bugstrahlruders. Es summt zwar etwas da vorne, aber keine Reaktion des Schiffes. Was ist da los?? Ein schrecklicher Verdacht kommt auf. Nachdem das Ankermanöver abgeschlossen ist, greift Köbi noch vor dem Ankertrunk sofort zu Flossen und Taucherbrille, springt ins Wasser, schwimmt zum Bug des Schiffes …

… und findet das hier: ein Bugstrahlruder ohne Propeller! Offensichtlich hat sich die Sicherungsmutter gelöst und das Rad sich im Betrieb in die Tiefen des Ozeans verabschiedet. Ohne Rad – kein Bugstrahlruder! 🙁

Wir ankern in nur etwa 5 Meter Wassertiefe, aber das Wasser ist durch den starken Wind, der die Wellen am nahen Strand den Sand aufwirbeln lässt, sehr trüb. Ein Blick mit der Taucherbrille nach unten lässt gerade den Boden schwach erkennen. Köbi schwimmt die Umgebung des Schiffes ab und sucht nach dem verlorenen Rad. Keine Chance! Er will es heute nochmals versuchen, in der Hoffnung, das Wasser wird etwas klarer, und sonst halt mit der Taucherausrüstung.

Warum kann sich die Schraube lösen? Finden wir den Propeller? Es bleibt spannend auf der Lupina!

St. Vincent – Regenwald bis ans Meer

Am Montag, 18. März 2019, setzen wir Segel in Richtung St. Vincent, eine Insel rund 30 Seemeilen südlich von St. Lucia. St. Vincent wurde 1493 von Kolumbus entdeckt, doch die kämpferischen Ureinwohner verhinderten zunächst eine dauerhafte Besiedelung von europäischer Seite. 1675 erlitt ein niederländisches Schiff mit Siedlern und afrikanischen Sklaven vor der Insel Schiffsbruch. Die Sklaven nutzten die Gelegenheit, die ihnen das Schicksal bot, und machten kurzen Prozess mit ihren weissen Herren. In der Folge gelang es den überlebenden Sklaven, auf der Insel Fuss zu fassen und sie mischten sich unter die Kariben. Viele der heute rund 110’000 Einwohner der Insel stammen von diesen Sklaven ab.

Lange Zeit wetteiferten auch hier Franzosen und Engländer um den Besitz der Insel, bis sie 1783 im Vertrag von Versailles endgültig den Engländern zugesprochen wurde. 1902 brach im Norden der Insel der Vulkan Soufrière aus und begrub 2’000 Menschen unter sich. Er ist immer noch aktiv. Die letzte Eruption fand 1979 statt. Genau in jenem Jahr wurde St. Vincent in die Unabhängigkeit entlassen. Englisch ist die Hauptsprache, aber viele Leute reden einen kreolischen Dialekt.

Bevor wir uns von St. Lucia verabschieden, treffen wir uns noch mit Moondance und seiner herzlich sympathischen Crew Fione und André. Wir haben uns erstmals in Las Palmas getroffen, wo unsere Boote fast 3 Wochen nebeneinander lagen. Fione und André leben wie wir seit Mai 2018 auf ihrem eigenen Boot und haben das gleiche Ziel: westwärts so lange es uns gefällt und Spass macht
Pia hat es streng, fast bei jeder Fahrt muss sie eine neue Flagge hiessen. Die Flagge für St. Vincent gilt für die Insel selbst und einige der im Süden anschliessenden Grenadinen Inseln. Die aus rund 30 Inseln bestehende Inselgruppe der Grenadinen wurde einst von der Britischen Kolonialmacht willkürlich unterteilt. Die nördlichen Grenadinen werden heute von St. Vincent verwaltet, während die kleinere südliche Gruppe Grenada untersteht
Empfangskomitee an unserem ersten Ankerplatz, die Bucht von Chateaubelair. Er trägt eine Mütze von Zermatt – die Welt ist ja so klein!
In Chateaubelair wollen/müssen wir einklarieren. Aber wo ist hier wohl Zoll und Immigration?? Kein Problem: jeder im Dorf weiss Bescheid, und schnell haben wir das Gebäude gefunden. Am Montag ist aber der Zöllner jeweils auf seiner Dienstrunde und nicht im Büro. Der zuvorkommende und freundliche Immigrationsbeamte erledigt aber den Immigrations-Teil und bittet uns, einfach in der nächsten Bucht, wo es einen Zoll hat, die entsprechenden Stempel in die Papiere machen zu lassen. Machen wir!
Fischer in der Bucht von Chateaubelair. Wir haben viel Negatives über diese Bucht gelesen und viele Segler meiden sie aus Angst vor Diebstahl oder Überfällen. Diese Berichte sind aber meist älteren Datums, werden gerne aber immer wieder weitergegeben. Wir teilen diese Erfahrung nicht! Die Leute hier versuchen, Geschäfte zu machen. Würden wir ja auch an ihrer Stelle! Sie wollen nicht, dass durch ein schlechtes Image Touristen weg bleiben. Deshalb sorgen sie auch dafür, dass es keine Probleme gibt
Der Regenwald um die Bucht von Chateaubelair. Das Klima in diesem Teil der Welt ist tropisch, es regnet fast jeden Tag einmal kurz und heftig. Die Böden sind vulkanisch und daher sehr mineralhaltig und fruchtbar
Wir machen eine Wanderung zu den „Dark View“ Wasserfällen. Das Überqueren der schwankenden Bambus-Hängebrücke braucht etwas Gleichgewicht und Mut
Der Lohn für die zweistündige Wanderung: eine kühle Dusche unter dem oberen der beiden Wasserfälle
Üppige Pflanzenvegetation
Waschtag bei den Einheimischen. Meist werden die Kleider von Hand gewaschen und zum Trocknen auf Steine oder, wie hier, auf’s Blechdach an die Sonne gelegt

Um die Einklarierungsformalitäten abzuschliessen, verlegen wir uns der Küste entlang südlich in die nächste Bucht mit einem Zollbüro, Wallilabou. Schon vor der Einfahrt in die Bucht kommt uns ein Ruderboot entgegen und der Mann darin bietet uns seine Hilfe an. Kamen in St. Lucia die Helfer noch mit starken Motorbooten auf uns zugerast, brauchen die Leute hier meist noch ihre Muskelkraft. Sehr sympathisch, finden wir. Die Bucht ist eng und die Schiffe am Anker müssen zusätzlich mit einer Landleine am Schwojen (= freies Drehen um den Anker) gehindert werden. Gerne nehmen wir seine Hilfe an und geben ihm ein entsprechendes Entgelt (aus Berichten haben wir gelesen, dass 20 EC$, rund 6 CHF, hier die Norm ist). Noch nicht mal ganz festgemacht, werden wir von mindestens vier anderen Ruderbooten «umzingelt», das jedes irgendetwas, meist Früchte, Schmuck oder Fisch, feil zu bieten hat. Da wir noch am Festmachen sind, schicken wir sie energisch wieder weg, sie sollen später kommen. Kurz darauf kommt ein anderes Segelboot rein – und schon sind wir vergessen 😊

Unser Nachbarschiff in der Wallilabou Bay: noch nicht fest gemacht wird es, wie wir kurz vorher, von «Geschäftsleuten» geentert
Alles, was irgendwie noch schwimmt, dient als Geschäftsfahrzeug
Die angebotene Wahre ist einwandfrei! Garantiert biologisch, tagesfrisch, unheimlich schmackhaft und aromatisch. Preis ist Verhandlungssache. Um sicher keine ungebetenen Insekten oder deren Eier auf das Schiff zu importieren, wird alles von Pia umgehend gründlich gewaschen
So werden wir bei unserem ersten Landgang begrüsst! Uih – wo sind wir hier gelandet?? Ein mulmiges Gefühl kommt auf …
… aber hier kommt schon die Antwort! Die Bucht von Wallilabou hat als Drehort für «Pirates of the Caribbean» gedient. Die Gebäude rund um den Landesteg wurden für die Dreharbeiten entsprechend dekoriert. Die Dekoration hat man bis heute belassen, denn die Leute haben schnell gemerkt, dass es Touristen anlockt
Wallilabou, Drehort von «Pirates of the Caribbean. Im Bild der kleine Landesteg mit der im Film vorkommenden Hafenkulisse. Das Zollbüro, und den Beamten, haben wir übrigens in einem der kleinen, grauen Gebäude links angetroffen und unsere Einreise formal erledigt
Was von den Drehkulissen übrig geblieben ist (Pia gehört aber nicht dazu 😉)
Wallilabou: Einkaufsläden gibt es hier keine. Eingekauft wird direkt von den Schiffen, oder von sich durch lautes Hupen bemerkbar machenden Verkaufswagen. Hier kauft Köbi Brot vom Bäcker, der seine Wahre ofenfrisch in den Dörfern verteilt
In der Wallilabou Bay treffen wir ein anderes Schweizer Boot an: «Jolly Jumper» und seine Crew. Alina und Christoph haben ihre Zelte in der Schweiz abgebrochen und sind mit ihren beiden kleinen Mädchen, Dalia und Alexa, ebenfalls daran, die Weltmeere zu besegeln. Spontan kommen sie mit ihrem Dinghi auf einen Besuch vorbei. Dalia geniesst dann ihren persönlichen Privatchauffeur zurück auf den «Jolly Jumper»
Unterwegs auf dem Leeward-Highway – Personentransport auf St. Vincent …
… und nochmals: Personentransport auf St. Vincent
Unterwegs nach Süden von St. Vincent. Wir machen einen Bade- und Schnorchelhalt in der kleinen aber sehr schönen Petit Byahaut Bay (vielen Dank an die Invia für diesen Tipp!)
Die «Blue Lagoon», ganz im Süden von St. Vincent, gilt als einer der sichersten Liegepatze der Insel. Die Lagune ist gegen das Meer hin durch Korallenbänke abgedeckt. Es gibt aber nur zwei kleine, enge Passagen, die hineinführen. Die gut markierte Einfahrt im Westen ist für unser Boot zu seicht. Wir müssen die gefährliche Einfahrt im Süden nehmen, diese ist etwas tiefer. In unserem Reisebuch steht dazu: «this is definitely only recommended for very experienced sailors and in calm seas, otherwise at your own risk». Mit Hilfe von Pia auf der Bugspitze und GPS Navigation schaffen wir es ohne Bodenberührung heil in die Blaue Lagune
«Gut gemacht!» meinen auch die beiden Jungs, die uns eine Boje verkaufen wollen. Eine Quittung gibt es keine. Wir machen ein Bild von ihnen, damit wir allenfalls beweisen können, dass schon jemand da war und Geld eingezogen hat. Das machen wir immer so, ist fast so gut wie eine Quittung und schützt uns vor Betrug
Blick durch die einstigen Wohnzimmerfenster auf die Blaue Lagune. Unsere Lupina ist im linken Fenster
Ausflug in den ältesten Botanischen Garten der westlichen Hemisphäre: Kingstown Botanic Garden, eröffnet 1765. Andere Segler haben uns empfohlen, einen Führer zu nehmen. Das machen wir und es war ein guter Entscheid. Wir erfahren viel Neues und Interessantes. So erklärt er uns zum Beispiel, dass der Brotfruchtbaum durch den bekannten Captain Bligh (berühmt geworden von der Meuterei auf der Bounty) auf Befehl des Englischen Königs aus der Südsee in die Karibik gebracht wurde. Die Früchte des Baumes sollten der hungernden Bevölkerung als wertvolle Nahrung dienen. 1793 brachte Captain Bligh 500 junge Pflanzen nach Kingstown, wo sie im Botanischen Garten hochgezogen, und schlussendlich in der ganzen Region verteilt wurden. Im Bild zeigt uns der Führer eine kleine Blüte, die aussieht wie ein Clowngesicht
Diese Blume ist eine Schmarotzerpflanze. Sie wächst auf anderen Pflanzen und nutzt deren Versorgungssystem. Sie macht jeden Tag neue Blüten, die wunderbar riechen, aber nach einem Tag bereits wieder abfallen
Ein «Wurstbaum». Die Früchte dieses Baumes sehen aus wie unsere Rauchwürste. Die Frucht ist innen glasig und hart. Die Kinder brechen sie auf und benutzen sie wegen ihrem süssen Geschmack gerne als Schleckstengel
Am Tage vor unserem Besuch hat Prinz Charles diese neue Pflanze im Park gesetzt. Etwas mickrig, finden wir, aber vielleicht gedeiht ja doch einmal etwas Gutes aus dem königlichen Haus 😉😉
Der St. Vincent Papagei gilt seit der Unabhängigkeit von 1979 als das Nationaltier von St. Vincent und den Grenadinen. Seine bunten Federfarben haben als Vorgabe für die Staatsflagge gedient
Auf dieses Bild sind wir stolz: bei sengender Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit sind wir in rund 1.5 Stunden von Kingstown zum Fort Charlotte hochgelaufen. Eine schweisstreibende und durstmachende Angelegenheit!
Regewolken im Anzug über einer sattgrünen Vegetation
Letzter Kurz-Ausflug, bevor es weiter südwärts geht: mit der Fähre vom Villa Beach direkt neben unserer Bucht auf die Privatinsel Young Island. Die Insel gehört einem Hotelresort. Die Fahrt ist kostenlos, wenn man in der Beach-Bar etwas konsumiert. Da mussten wir halt etwas trinken 😊😊
Essen tun wir oft in lokalen, einheimischen Restaurants mit wunderbar feiner, sehr reichhaltigen, lokalen Kost. Diverse Gemüse und gekochte Früchte, von denen wir kaum eine Ahnung haben, wie das alles heisst. Getränke sind selber zubereitet aus Ingwer und Zitrusfrüchten – sehr erfrischend und gesund!

Auf St. Vinzent haben wir für einmal kein Auto gemietet. Die Insel hat im Grunde nur zwei Strassen: den Leeward Highway, welcher die Westküste erschliesst, und den Windward Highway auf der Ostseite. Auf beiden Highways verkehren lokale Vans, die wir rege benutzen, um die Insel zu erkunden. Diesmal also mit Chauffeur – einige davon würde man wohl besser mit «Raser» bezeichnen, so schnell und mit quietschenden Rädern gings um die Kurven! Die Musik im Van ist meist so laut wie in einer Disco. Die Fahrgäste reden/schreien dann auch entsprechend laut. Für uns, die eine sehr lange Strecke mitfahren, eine zum Teil ermüdende Angelegenheit.

Nächstes Ziel auf unserer Reise ist nun die grösste der Grenadinen Inseln, die nur einen kurzen Hupf (rund 8 Seemeilen) südlich von St. Vincent liegt. Heute Nachmittag haben wir wieder die gefährliche Ausfahrt aus der Blue Lagoon passiert und liegen nun in der Admiralty Bay von Bequia vor Anker. Definitiv ab jetzt machen wir Bade-Segeln, also bitte nicht traurig sein, wenn uns die Zeit zum Schreiben fehlt 😉

Saint Lucia – oder: Willkommen im Paradies

Um es gleich vorweg zu nehmen: Saint Lucia hat unseren ersten Eindruck, den wir in Barbados über die Karibik gewonnen haben, deutlich verbessert. Die Einheimischen hier begrüssen Besucher regelmässig mit «welcome to paradise», und das ist gar nicht so viel daneben. Aber der Reihe nach:

Am Montag, 4. März, abends kurz vor dem Sonnenuntergang, setzen wir in Barbados Segel in Richtung Saint Lucia. Es sind rund 100 Seemeilen bis zu unserem Ziel. Diese Distanz schaffen wir nicht in einem Tagestörn, und deshalb haben wir entschieden, bei Tageslicht zu starten und alles perfekt zu trimmen, in der Nacht durch zu segeln um dann am Vormittag in Saint Lucia anzulegen. Geht alles perfekt auf, wir müssen sogar etwas «bremsen» (= Segel reffen) um nicht zu früh in der Rodney Bay Marina einzulaufen. Rodney Bay ist eines der Zentren für Yachtsport in der Karibik und liegt am nördlichen Ende der Insel. Hier wurde in den frühen 1980-er Jahren durch einen Amerikanischen Investor die seichte Lagune zu einer Full-Service-Marina ausgebaggert. Seit 1990 ist diese Marina auch der Zielhafen der jährlich stattfindenden ARC (Atlantic Rally for Cruisers)

In der unter Seglerkreisen berühmten Rodney Bay (hier legen fast alle Atlantiküberquerer einmal an), hisst Pia morgens um 8 Uhr die Fahne von Saint Lucia und die gelbe «Quarantäne» Flagge, bevor wir in die Marina einlaufen

In dieser Jahreszeit hat es genügend Platz in der Marina und auch das Einklarieren bei Immigration und Zoll, die beide direkt neben dem Marina Office ihre Büros haben, verläuft sehr speditiv, freundlich und entspannt. Noch vor dem Mittag sind alle Formalitäten erledigt und wir können die nähere Umgebung zu Fuss erkunden.

Obst und Gemüsehändler kommen direkt ans Boot. Die Auswahl und Qualität ist meist sehr gut. Für die Preisverhandlung ist es von Vorteil, wenn man die üblichen Ladenpreise kennt
Pia ist wirklich gut im «Verhandeln» und benutzt diese «frei Haus» gelieferten Angebote sehr rege. So lange der Preis einigermassen stimmt, sind wir gerne bereit, etwas mehr für diesen sympatischen Lieferdienst zu bezahlen

Wie immer bleiben wir während der ersten Tage auf einer neuen Insel mit unserem Schiff im gleichen Hafen und erkundigen das Hinterland zu Fuss und mit einem Mietauto. Diesmal stand bei der Autoübernahme nicht das bestellte Kleinauto bereit, sondern ein 7 plätziger Minivan. Die Erklärung: am Auto, das für uns vorgesehen war, waren die Bremsen defekt! Gut haben sie es vorher bemerkt, die Strassen hier sind zum Teil sehr steil und kurvenreich!

Regelmässig erleben wir kurze heftige Regenschauer, die gleich wieder von Sonnenschein abgelöst werden. Wasser im Überfluss für die Vegetation!
Nicht nur Köbi’s Hemd ist knallbunt: die unheimlich artenreiche Vegetation leuchtet in allen Farben
Verstecken Spielen im Dschungel (wo ist Pia versteckt, und wo ist Köbi?)

Die vulkanische Insel Saint Lucia wird geprägt durch eine wunderschöne Landschaft, sie trägt nicht umsonst den Beinamen «Helena der Karibik». Das spektakuläre Inselinnere ist bedeckt von dichten Regenwäldern. Verstreut ragen aus dem saftig grünen Teppich vulkanische Zuckerhutkegel steil zwischen 500-700 Meter in den Himmel empor.

Es leben rund 160’000 Leute auf Saint Lucia. Die meisten von ihnen stammen von afrikanischen Sklaven ab, die einst hierher gebracht wurden, um auf Zuckerrohrplantagen zu arbeiten. Die Amtssprache ist Englisch, aber viele Menschen sprechen einen französischen Dialekt. Ob die Insel tatsächlich im 15./16. Jahrhundert durch Europäische Seefahrer entdeckt wurde, bleibt bis heute ungeklärt. Sicher jedoch ist, dass sich Franzosen und Engländer gegenseitig die Insel strittig machten, und diese rund 14 Mal die Hand änderte, bevor es ab 1814 Britische Kolonie wurde. 1967 wurde die Insel autonom und seit 1979 ist sie ein eigener, unabhängiger Staat.

Eine unserer Wanderungen führt uns zum «Diamond» Wasserfall. Auf unserem Wanderweg durch den Urwald stossen wir auf einen Bach, der grau eingetrübtes Wasser aufweist. Umweltverschmutzung?? Nein! Saint Lucia ist eine Vulkaninsel, die Quelle dieses Baches ist im Bereich eines Vulkankraters und spült stark mineralhaltiges Quellwasser aus dem Gestein
Diamond Wasserfall: das mineralhaltige Quellwasser (enthält vor allem Schwefel, Eisen, Kupfer und Magnesium) gibt dem Gestein hinter dem Wasserfall eine leuchtend bunte Färbung
Waldarbeiter, der den Hiking-Trail regelmässig freischneiden muss. Am Ende seiner Stange ist eine scharfe Sichel fixiert, mit welcher Äste und Blätter abgeschnitten werden
Die Hauptstadt «Castries» zählt rund 50’000 Einwohner. Die früher fast ausschliesslich aus Holz gebauten Häuser der Stadt wurden mehrmals durch Stadtbrände zerstört, letztmals 1948. Heute ist die gut geschützte, grosse und tiefe Bucht Anlaufstelle für die Mega-Passagierschiffe. Hier liegen gerade 3 dieser Riesenpötte vor Anker und überschwemmen Stadt und Insel mit 5-6000 Leuten
Links «Mein Schiff 5» der Reederei TUI: 295 Meter lang, 2’534 Passagiere
Castries: das Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 5» mitten in der Stadt (in der Mitte des Bildes – sieht fast aus wie ein normaler Häuserblock)
Hausbau auf Saint Lucia. Uns fällt auf, dass viele Häuser auf Betonstelzen gebaut sind. Egal ob im Flachen oder am Hang. Irgendwie hinterlässt diese windige Konstruktion beim Ingenieur keinen allzu soliden Eindruck. Ein Augenschein auf einer Baustelle, wo gerade solche Pfeiler aus Beton und drei Armierungseisen aufgebaut wurden, hat unser Bedenken nur noch verstärkt
Auch immer wichtig bei unseren Exkursionen: Barkunde! Das «Happy New Year» gilt hier wohl für das ganze Jahr, ebenso wie das immer freundliche und fröhliche Lachen in den Gesichtern der Leute. In jeder Bar gibt es mehr Rumsorten als Bier. Bier gibt’s meist nur in kleinen Dosen oder Flaschen zu 250ml. Mit Glück gibt’s das einheimische Bier, «Piton», in der „grossen“ 330ml Dose. Rum hingegen gibt’s fast in allen Grössen bis zur 3 Liter Flasche
Typische Strassenszene: bunte Farbe an Häusern und Kleidern. Überall kleine Bars, wo die Leute meist irgend ein Getränk mit Rum zu sich nehmen
Kleider- und Stoffladen im kleinen Küstenort Anse La Raye
Auch im Paradies kann es unangenehme Überraschungen geben: eine zu üppige Ladung verstopft unser WC – der Sanitärinstallateur muss ran! Eine halbe Stunde später ist alles wieder geduscht, parfümiert 😊, sauber und das wichtigste: WC entstopft und wieder funktionstauglich!

Sehr oft fühlen wir uns angezogen vom Unbekannten und Neuem. So ist es hier der Regenwald, von dem wir fasziniert sind. Es gibt verschiedene Hiking-Trails, die der Staat speziell für Touristen und Besucher von Saint Lucia hergerichtet hat und unterhält. Wir suchen uns einen aus, der nicht so am Durchgangsverkehr liegt und etwas abenteuerlich zu finden ist. Ohne GPS und Navigationshilfen hätten wir den Trail bei Forestiere um den Piton Flore nicht gefunden. Aber wir sind erfolgreich! Die Strasse wird immer enger und schmaler und endet an einem kleinen Wendeplatz mitten im dichten Regenwald. Kaum sind wir aus dem Auto gestiegen, kommt ein muskulöser Einheimischer mit einer langen, furchteinflössender Machete in der Hand aus dem Dickicht heraus auf uns zu. Seine Hautfarbe ist so dunkel, man kann die Gesichtszüge gar nicht erkennen. «High – welcome to paradise – how are you doing today? What can I do good for you?», ruft er uns entgegen. Unsere vorsichtige Skeptik ist schlagartig verschwunden, und wir verbringen mit Adam, wie er sich uns vorstellt, eine der interessantesten uns spannendsten Urwaldführung, die wir bisher erleben durften.

Über einen feuchten, glitschigen Pfad geht es in den Urwald hinein. Der Bereich, in dem wir uns befinden (bei Forestiere), gehört zum Naturpark von Saint Lucia und ein Zugang ist nur mit Bewilligung und Führer möglich. Wir finden das gut so und zahlen die rund 10-12 CHF p.P. Eintritt mit Führung gerne. Was wir dafür erhalten, ist einfach wunderschön!
Zum Glück sind wir mit Führer unterwegs – wir hätten es nicht gesehen: ein Süsswasserkrebs direkt auf dem Wanderpfad. Geschickt ergreift Adam das Tier und vermittelt uns interessante Informationen und Erklärungen dazu. Später im Verlauf der Wanderungen werden wir Dank seinen Tipps geübter und erkennen die Krebse unter Steinen und Wurzeln mit eigenen Augen
Adam stammt aus einer Familie, die seit Urgrossvaterzeiten im Wald und mit dem Wald gelebt hat. Heute ist er vom Staat angestellt und sorgt mit 7 anderen Kollegen im Naturparkgebiet für gut unterhaltenen Wanderwege und leitet Führungen. Wir sind sehr beeindruckt von seinem Wissen über die unterschiedlichen Pflanzen. Zu allen unseren Fragen hat er eine fundierte Antwort, die er uns so erklären kann, dass wir sie verstehen. Hier im Bild zeigt er uns eine Pflanze, deren Harz extrem leicht brennt, aber auch mühelos wieder mit einem kurzen Blasen ausgelöscht werden kann. Das brennende Harz wird flüssig. Adam lässt es auf ein Blatt tropfen. Wir sind verblüfft: das erkaltete Harz bedeckt das Blatt wie ein dünner Klarlack. Die Fischer haben sich diese Eigenschaften früher zu eigen gemacht und mit diesem Harz ihre Boote abgedichtet und versiegelt. Besser als jedes moderne Antifouling!

Die Tour mit Adam hätte noch viel länger dauern dürfen, aber die Zeit war wie im Flug vorbei. Es ist unheimlich, wie viele Wunder sich in der Natur verstecken, die früher bekannt und genutzt wurden, und heute in Vergessenheit geraten. So gibt es hochgiftige Pflanzen (zum Beispiel den Wunderbaum (engl. Castor Oil Tree), dessen aus Samen gewonnenes Pulver früher von Militär und Geheimdiensten gerne als Mordwaffe verwendet wurde. Einmal will Köbi eine Schale vom Boden aufheben, die aussieht wie eine Kastanienschale. Adam stoppt ihn mit lautem Ruf, ergreift die Schale vorsichtig mit zwei Fingern und erklärt, das das Regenwasser darin zu einer aggressiven Säure geworden ist, die Verbrennungen auf der Haut erzeugen kann. Spannend – unheimlich spannend war dieser Hike!!

Der Weg zurück in die Zivilisation. Uns fällt auf, dass die Leute hier noch nicht wissen, was mit alten Autos anzufangen ist. Wie bei uns halt vor 50 Jahren. Wir haben aber erfahren, dass die Regierung begonnen hat, solche Autoleichen wegzuräumen, und durch drastische Bussen dafür sorgt, dass es keine Neuen mehr geben wird. Auch Abfalltrennung und Recycling scheinen hier auf Saint Lucia Einzug zu halten
Das Dorfzentrum von Canaries an der Westküste: Im Vordergrund der zentrale Brunnen des Dorfes. Erst wenige Häuser verfügen über einen eigenen Wasseranschluss. Die meisten versorgen sich hier am Wasserhahn
Strasse in Canaries: wie fast überall sind die meisten Häuser aus Holz gebaut und meist nur einstöckig. Innen gibt es nur einen grossen Raum, der Wohnraum und Schlafzimmer zusammen ist. Gekocht wird meist draussen. Gegen die Strasse hin werden die Wände oft mit Blechtafeln (Wellblech oder flach gehämmertes Blech von Fässern) verkleidet, vermutlich als Schutz gegen das Spritzwasser vom Regen
Fischer beim flicken seines Netzes. Man beachte die Haartracht: viele Männer lassen ihre Haare einfach wachsen und stopfen dann ihre Haartracht in diese Rasta-Mützen aus Wolle
Ausflug zu den Sulphur Springs. Diese werden als «einziger befahrbarer aktiver Vulkankrater» beworben. Von Weitem schon riechen wir den Schwefelgeruch. Das Besondere daran ist, dass hier die noch heisse Lavaschicht nur etwa 2’000m tief liegt. Das Meerwasser sickert von aussen in den Vulkan hinein, wird aufgeheizt und kommt in der einseitig offenen Kaldera als sehr mineralhaltiges Heisswasser wieder zum Vorschein. Schwefelgas und heisse Dämpfe verhindern eine Vegetation, und es sieht aus wie in einem Steinbruch
Sulphur Springs aus sicherer Distanz von oben
Zurück in der Rodney Bay Marina. Jeden Freitag Abend öffnen die Bewohner im nahen Dorf (Gros Islet Village) ihre Häuser und verlagern ihre Küche auf die Strasse. «Jump-Up» nennen sie das. Ein Traum für jeden Nachtschwärmer!! Eine wilde und hemmungslose Atmosphäre, geschwängert mit dem lauten, sonoren Bass und dem schrillen Steeldrum der Reggea-Musik
Am Morgen nach dem Jump-Up: Cockpit unseres Nachbarschiffs mit vier soliden Englischen Herren. Offenbar hatten sie nach dem Jump-Up noch mehr Durst. Wir sehen nur noch die Flaschen …
… denn wir laufen aus, bevor die verkaterten Engländer 😊 den Kopf aus dem Niedergang strecken
Nachdem wir das Land gesehen haben, wollen wir auch die Küste vom Wasser her geniessen. Unser erster Stopp ist in der berühmten Marigot Bay. Wunderschön gelegen hat sie schon für viele Kinofilme als Aussendrehort gedient. Der innere Teil wird «Hurricane Hole» genannt, weil man hier sogar bei einem Hurrikan geschützt sein soll – wir wollen es lieber nicht ausprobieren
Marigot Bay: Glasklares Wasser, 27 Grad (sowohl Wasser wie Luft) umrundet von üppiger Vegetation – welcome to paradise!
Begrüssungs und Empfangskomitee in der Marigot Bay 😊😊
Marigot Bay: Blick vom inneren Bereich in Richtung Ozean. Hier drinnen hat sich angeblich während der Napoleonischen Kriege eine komplette Britische Marinestaffel vor dem Feind versteckt und konnte danach unversehrt entkommen
Eine der vielen Beach-Bars in der Marigot Bay. So lässt sich unser Dinghy einfach bewachen 😊 Es soll an dieser Stelle noch erwähnt sein, dass wir nie auf Probleme mit Diebstahl oder Entwendungen gestossen sind. Wir fühlen uns jederzeit sicher und wohl auf Saint Lucia, obwohl wir diverse andere Meldungen und Berichte gelesen haben. Einmal mehr zeigt sich: man muss es selber sehen und erleben
Marigot Bay – Sonnenuntergang
Unterwegs – von einem Paradies zum anderen
Bay von Soufrière mit den beiden Wahrzeichen von Saint Lucia: Petit Piton (Mitte) und Gros Piton (rechts). Diese beiden unverkennbaren Zuckerhutkegel ragen rund 700 Meter steil aus dem Meer, direkt davor ist das Meer ebenfalls rund 800 Meter tief. Ankermöglichkeiten gibt es keine, da das Ufer zu steil oder von geschützten Korallenbänken vorgelagert ist. Um diese Korallen zu schützen hat die Regierung von Saint Lucia mehrere Bojen platziert, an denen das Schiff sicher festgemacht werden kann
Fischer fahren Restaurants und Yachten an und bieten ihren Fang an. Speziell: uns ist aufgefallen, dass die Männer in diesen wackligen Booten fast immer stehen. Meist sitzt nur derjenige, der das Boot steuert

Bei Soufrière machen wir (unwissend) an einer Boje an, die einem Fischer gehört und von diesem vermarktet wird. Da er gleich viel verlangt, wie die Behörde an den offiziellen Bojen, bleiben wir bei ihm. Seine Boje ist sehr nahe am Steg für die Dinghys und deshalb für uns sehr angenehm und praktisch. Wir hatten eigentlich beabsichtigt, auf einen der beiden Pitons zu steigen. Als wir dann aber erfahren, dass man auf beide Berge einen Führer haben muss und zudem noch happige «Eintrittspreise» winken, vergeht uns die Lust. Unser Plan B, auf eigene Faust einen Aussichtspunkt zwischen den beiden Pitons zu erklimmen, erweist sich als ein mindestens ebenbürtiges Erlebnis. Mit öffentlichem Verkehr (Van, 2.25 EC$ Pro Person  = ca. 0.80 CHF) fahren wir zum Ausgangspunkt der Wanderung und gelangen von da, in rund einer Stunde zuerst der Strasse entlang, zu Fuss zum Ted Paul Nature Trail.

Unterwegs zum Ted Paul Nature Trail: Pia will von einer Frau wissen, was das für Bäume und Früchte sind. Spontan hackt diese eine Frucht vom Baum ab, öffnet sie und gibt uns zum Probieren. Es ist eine Kakao Frucht (komischerweise nennen sie diese Frucht aber „cocoa“ also gerade vertauschte Vokale)
Auch das wird probiert: Fischkuchen! Sehr fein und lecker von der Openair-Küche!!
Und dann – der Stairway to Heaven …
… der uns nicht ins Paradies, aber zu einem phantastischen 360 Grad Aussichtspunkt führt
Der Gros Piton, genau dahin wollten wir zuerst – aber auf dem Ted Paul Aussichtspunkt ist es gerade so schön 😊
Gestern nun haben wir in die Bucht verlegt, die genau zwischen den beiden berühmten Pitons liegt (2 Bilder zurück sieht man sie am Fusse des Petit Pitons): Anse Petit Piton. Wiederum eine traumhaft schöne Bucht. Einfach aus dem Boot springen, sich mit Schnorchel und Flossen versehen ins Wasser legen und mit den Augen die Welt unter der Wasseroberfläche aufsaugen. Ein Traum! Nur diese kleine 😉 Jacht (rund 100m lang, sie trägt das Emblem ML) steht uns vor der Sonne. Ich glaub, heut Abend fahr‘ ich mal rüber und beschwere mich 😊

Hier in der Bucht Anse Petit Piton bleiben wir bis und mit Montag. Am Dienstag 17.3. segeln wir weiter auf die nächste Insel, Saint Vincent. Für heute späteren Nachmittag erwarten wir Moondance, eine Yacht, die wir in Las Palmas angetroffen haben. Fione und André, die Crew der Yacht, haben ähnliche Reisepläne wie wir und wir freuen uns, sie wiederzusehen und Erfahrungen und Pläne miteinander zu tauschen.

Nachtrag zur Kuchenbude: im letzten Bericht habe ich mich gefragt, warum die Kuchenbude so heisst: Es hat tatsächlich mit dem Gebäck zu tun! Hier die Erklärung, die ich gleich von zwei voneinander unabhängigen Seemännern mit Hamburger Wurzeln erhalten habe (an dieser Stelle vielen Dank an Thomas und Holger):
Der Begriff Kuchenbude ist durch Bootseigner geprägt, die ihr Boot hauptsächlich im Hafen nutzen und dann mit der Familie zum Kaffeetrinken an Bord gehen. Damit dann alle auch bei Wind und Regen gut unterkommen und Hafenkino beobachten können, setzt man sich in die Kuchenbude.
Nun sind wir gespannt, warum die linke Seite des Schiffes Backbord heisst 😉

Angekommen in der Karibik

Angekommen in der Karibik – Barbados: Wassertemperatur 26 Grad, Lufttemperatur 26-28 Grad (dank dem ständig wehenden Wind fühlt sich das nicht heiss an). Keine Moskitos, keine verwilderten, abgemagerten Katzen und keine streunenden Hunde 😊

Bevor wir uns aber nach der fast 12 tägigen Überfahrt im angenehm warmen Wasser erfrischen können, müssen wir zuerst einklarieren und alle Formalitäten erledigen. Erst dann dürfen wir die gelbe «Q» Flagge entfernen und können uns frei bewegen. Wir werden vom Hafenmeister an den Zoll Pier beordert, wo wir seit der Abfahrt von Fogo erstmals wieder Landkontakt haben. Innerhalb von rund 2 Stunden hat Köbi (dies muss immer der Skipper erledigen) den ganzen Einklarierungsprozess erledigt und dabei nacheinander Gesundheitsbüro, Immigration, Zoll und nochmals Immigration durchlaufen. Alles läuft ruhig, gelassen, freundlich und sehr zuvorkommende ab.

Der Zoll Pier in Bridgetown, Barbados: da dieser Pier für grosse Kreuzfahrtschiffe ausgelegt ist und entsprechend grosse Dämpfer an der Hafenmauer hervorstehen, kann man ein Segelschiff nur sehr schlecht festmachen. Zudem herrscht ein grosser Schwell der Lupina ganz ordentlich an den Festmacherleinen zerren lässt. Das an Land Kommen erfordert eine recht sportliche Kletterübung. Pia darf noch nicht an Land, sie muss warten, bis das Einklarieren abgeschlossen ist
Das ist unser gesamter Abfall, der auf der Überfahrt angefallen ist. Einer der Hafenmitarbeiter will unseren Abfall für 25 USD entsorgen. Als wir ihm aber den kleinen Sack zeigen, reduziert er seine „Gebühr“ auf 10 USD. Wir winken dankend ab. Am nächsten Tag wird der Müll von uns eigenhändig ganz konform und ordnungsgemäss in einer Abfalltonne entsorgt
Carlisle Bay, Bridgetown: Nach dem Einklarieren verlegen wir in diese wunderschöne Bucht
Lupina haben wir von der Strandbar aus bestens unter Kontrolle. Das Internetsignal der Bar reicht sogar bis auf’s Schiff
Eine der ersten Aktionen von Pia: Wäsche waschen. Da es nichts zu reparieren gibt 😊 kann Köbi derweil die Ankunft locker geniessen …
… bis dieses Schiff sich gefährlich nahe auf uns zu bewegt. Es ist nach uns rein gekommen und hatte viel weiter vorne seinen Anker geworfen, aber viel zu wenig Kette gesteckt. Der konstant starke Wind hat den Anker losgerissen und es trieb langsam aber unaufhörlich in unsere Richtung. Erst unser lautes Pfeifen und Rufen hat die Französische Crew, die unter Deck am Ausschlafen war, noch rechtzeitig alarmiert

Barbados ist als östlichste Insel der kleinen Antillen der erste mögliche Landfall nach einer Atlantiküberquerung. Die Infrastruktur für Segelschiffe ist sehr rudimentär, da ausser den paar Atlantiküberfahrern nur wenige Segelschiffe den mühsamen Weg gegen den Wind von den kleinen Antillen ostwärts nach Barbados auf sich nehmen. Barbados war über drei Jahrhunderte lang eine Britische Kolonie, bis es 1966 die Unabhängigkeit erlangte. Land und Leute sind aber auch heute noch «very Britisch». Heute leben rund 290’000 Einwohner hier. Die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus Leuten afrikanischer (95%) und europäischer Herkunft (5%) zusammen.

Der erste Eindruck für uns, die wir von den Kapverden kommen, ist ein kleiner Kulturschock: mit Autos überfüllte Strassen, heruntergewirtschaftete Häuser und Umgebung, überall Abfall und Schmutz. Die ersten beiden Tage in Bridgetown, immerhin Hauptstadt der Insel, haben dieses Bild nicht verbessern können. Immerhin einige alte Kolonialgebäude versucht die heutige Regierung zu erhalten und diese touristisch zu nutzen. Ein eigentliches Stadtzentrum mit Park oder Einkaufsmeile, gemütliche Strassenbeizen oder Ähnliches, das zum Flanieren einlädt, haben wir nicht gefunden.

Stadtzentrum von Bridgetown mit Parlamentsgebäude und Museum, zwei der wenigen erhaltenen alten Gebäuden
Schön erhaltenes Gebäude aus der Kolonialzeit (rot) und daneben der Versuch, alt mit neu zu verbinden
Eine der schöneren Gegenden von Bridgetown: das alte Hafengelände, das heute vor allem Schiffe für Schnorchel- und Tauchausflüge, sowie zum Sportfischen beherbergt
Daneben viele verkommene und verwahrloste Gebäude …
…und das mitten in der Stadt…
… sogar richtig hübsche Häuser vergammeln nach und nach
Zufahrt zu einem der drei Busterminals, gesäumt von Verkaufsbuden und Unrat
Auch der Barbados Cruising Club, zugänglich nur für elitäre Members, vermag unser Bild nicht zu verbessern. Beschädigte Eingangstore, verrottete Jollen, rostige Anhänger mit platten Reifen, offene Elektrokasten mit Sicherungen, die mit Drähten überbrückt sind. Mehr Hinterhof- als Vorzeige-Club
Da vermag uns dieses Gebäude schon eher zu begeistern. Sein Bewohner hat mit viel Liebe und Geschick aus diversesten Materialen «sein Schiff» gebaut. Das erinnert uns ein wenig an die Kapverden, wo die Leute alles, was noch irgendwie nutzbar ist, wiederverwenden. Bemerkenswert: um dieses Haus haben wir auch keinen Unrat gesehen
Eine der Haupteinnahmequellen in Barbados ist der Tourismus. Dank den wunderbaren Stränden an der Süd- und Westküste mit seinen Palmen und dem türkis-blauen Wasser strömen gerade in der kalten Jahreszeit viele sonnenhungrige Menschen hauptsächlich aus dem englisch sprachigen Raum nach Barbados. Entsprechend fliesst viel Geld in Hotelanlagen und Clubs, welche mit speziellen Themen und verlockenden All Inclusive Paketen werben

Entlang der schönen Strände hat es viele Hotelanlagen und Clubs. «Perfekt!» würde man denken. Nicht so für uns. Da wir keine «all inclusive» Hotelgäste sind und auch keinerlei Club-Mitgliedschaft vorweisen können, bleibt uns der Zutritt oder die Bedienung in den zum Teil wunderschön gelegenen Bars oder Restaurants verwehrt. Schade, aber macht nichts. So sind wir motiviert, uns vom Strand zu lösen, und uns mehr für Land und Leute zu interessieren.

Auch auf Barbados wird gerne gespielt. Was uns hier auffällt: man sieht auch Frauen bei Karten- oder Glücksspiel
Was in den Kanaren das «Guaguag» und auf den Kapverden das «Alugeur» ist, wird hier schlicht und einfach als «Van» bezeichnet. Eine Fahrt kostet umgerechnet 2 Barbados Dollar (rund 1 CHF), egal wie weit man fährt. Ganz wichtig: der Radio mit der super Boombox muss immer voll aufgedreht sein, sonst könnte man ja den Motor hören 😊😊. Wenn zwei Vans sich kreuzen, wird das mit freudigem Hupkonzert gefeiert
Warten auf den nächsten Van in die Stadt

Wir erleben die Leute von Barbados als sehr offen, freundlich und hilfsbereit. Pia empfindet ihre Offenheit anfänglich als ein wenig zu aufdringlich. Als sie aber merkt, dass ein «Nein» von einem Strassenverkäufer positiv quittiert wird und er nicht mehr nachdoppelt, kann auch sie das Bad in der Menschenmenge geniessen und sich auf ein spontanes Gespräch einlassen. Immer wieder erleben wir, dass Leute von sich aus auf uns zukommen, wenn sie sehen, dass wir auf der Suche sind. Oder als wir einmal, um unsere Strassenkarte zu studieren, mit einem Mietwagen am Strassenrand stehen, macht uns ein Fussgänger von sich aus darauf aufmerksam, dass wir gerade auf der falschen Strassenseite stehen (hier herrscht Linksverkehr wie in England) und bei der Weiterfahrt aufpassen sollen.

Obwohl die Strassen gerade in und um Bridgetown sehr überlastet sind, ist Autofahren hier ein Vergnügen. Es wird sehr ruhig und zuvorkommend gefahren. Man hat Zeit und schaut füreinander. Wenn man das Auto mal nicht ganz regelkonform parkiert hat, wird man sofort darauf aufmerksam gemacht mit dem freundlich gemeinten Hinweis, dass die Polizei hier sehr streng sei. Es wird generell grosszügig Rücksicht genommen aufeinander. Diese Rücksichtnahme aufeinander stellen wir in vielen Lebenssituationen fest und wir haben ein sehr positives Bild von den Bajanern, den Einwohnern hier, erhalten.

Im Laufe der Zeit haben wir doch die eine oder andere Strandbar in unserer Nähe entdeckt, welche öffentlich zugänglich ist…
… und wo wir zur Abwechslung mal auf Festland einen Sundowner geniessen können. Sehr positiv: es hat keine lästigen Mücken, auch am Abend nicht

Während der Küstenbereich im Westen und Süden sehr dicht überbaut und bevölkert ist, gibt es im Osten und im Zentrum der Insel Landwirtschaft und viel urwaldähnliche Vegetation.

Kultiviertes Land im nördlichen Bereich von Barbados …
… und Urwald in den Bergen

Es gibt in diesem Urwaldgebiet mehrere «Parks». Hier werden die All Inclusive Touristen und Kreuzfahrtschiff-Passagiere «busweise hingekarrt» und im Schnellverfahren durch den ihnen unbekannten Urwald geschleust. Eine einstündige Rundwanderung ist für 30 USD p.P. zu haben. Für das Lohnniveau eines einheimischen Angestellten ein kaum erschwingliches Erlebnis. Uns sind auch die verhältnismässig hohen Kosten für Lebensmittel im Supermarkt aufgefallen, und wir fragen uns echt, wie das die einfache Bevölkerung hier bezahlen kann

Barbados ist übrigens nicht vulkanisch, wie man erwarten könnte, sondern ist durch Erdverwerfungen aus dem Meer gehoben worden. Der Untergrund besteht hauptsächlich aus Karst-, Sediment- und Kalkgestein. Das reichlich vorhandene Regenwasser versickert leicht darin und sorgt als Grundwasser für eine gute Trinkwasserversorgung. Auf dem Weg durch den Boden spült sich das Wasser oftmals Kavernen und Höhlen frei. Einige davon sind in den letzten Jahren entdeckt und touristisch zugänglich gemacht. Hier besuchen wir das bekannteste Höhlensystem der Insel: den Harrison’s Cave
Das Wasser braucht 1 Jahr von der Oberfläche bis zum Höhlensystem. In 100 Jahren wachsen die Stalagmiten (unten) und Stalaktiten (oben) um knappe 2 Zentimeter. Die Stalagmiten im Bild sind rund 2-3 Meter hoch
Die singende Führerin will unbedingt ein Bild von dem «verliebten Pärchen» machen…….😊😊
Auch immer wieder angetroffen unterwegs: wer ein anderes Auto braucht – hier sicher ein super-sonder günstiges Angebot

Heute Montag haben wir uns bei den Behörden von Barbados abgemeldet (in der Fachsprache: wir haben ausklariert), lichten den Anker und fahren am späten Nachmittag los in Richtung Saint Lucia, wo wir am Dienstagvormittag nach einer hoffentlich gemütlichen Nachtfahrt in der Rodney Bay ankommen sollten. Hier in Barbados haben wir uns absolut sicher gefühlt und wir haben auch nie von Diebstählen und Überfällen auf Yachten gelesen. Dies wird sich nun vermutlich ändern. Laut Internet und einschlägiger Fachliteratur gibt es gerade auf den nächsten Inseln, die wir anfahren werden, eine sehr hohe Rate an krimineller Aktivität. Das heisst für uns dann: immer alles unter Verschluss halten. Schade eigentlich!


Köbi bereitet sich auf’s Eidgenössische Turnfest in Aarau vor: hier beim Moosgummilauftraining, das ihm von Strihn aufgetragen wurde 😊

Bericht in der Aargauer Zeitung vom 2.3.2019

Um den Text besser lesen zu können, Bild einfach vergrössern. Wie geht das? Einfach „ctrl“-Taste gedrückt halten und das Rad an der Maus drehen.
Viel Spass beim Lesen.

AZ Schweiz am Wochenende vom 2.3.2019

Artikel Link:
https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/fricktal/meer-nichts-als-meer-fricktaler-weltumsegler-haben-den-atlantik-ueberquert-134151747?utm_source=shared-email&utm_medium=shared&utm_campaign=Social%20Media