Rodrigues und Mauritius – zwei Perlen im Indischen Ozean

17.7. – 8.8.2026

Am Tag der Ankunft am 16.7.2026 lassen wir es noch ruhig angehen und entspannen uns nach dem Einklarieren auf der Lupina. Es liegen noch drei weitere Segelyachten im Hafenbecken, aber es hat genügend Platz für alle.
Das Bild zeigt in grüner Farbe die bereits gefahrene Strecke, gelb die Strecke, die in diesem Bericht geschildert wird und rot die weitere Planung.

Rodrigues ist eine zu Mauritius gehörige Insel, 580 km östlich davon im Indischen Ozean gelegen. Die Hauptstadt des 109 km2 grossen Eilandes ist Port Mathurin die Hauptsprache ist, wie auf Mauritius auch, Französisch. Umgangssprache ist ein französisches Kreolisch, ein Mix aus Französisch, Englisch und Afrikanisch. Amtssprache ist Englisch. Die Insel ist Teil der Inselkette der Maskarenen und ihrerseits von mehreren kleinen Inseln umgeben. Die Insel zählt heute etwa 45’000 Einwohner, die, abgesehen von kleinen europäischen und tamilischen Minderheiten, afrikanischer Herkunft sind.

Die bis im 17. Jahrhundert unbewohnte Insel war schon den Arabern bekannt, aber die Seefahrer, die an ihr auf dem Weg nach Indien vorbeifuhren, zeigten wenig Interesse daran, sich hier niederzulassen. 1691 versuchte eine Gruppe aus Frankreich geflohener Hugenotten eine protestantische Republik namens «Eden» auf Rodrigues zu errichten. Wegen Kämpfen mit den Holländern erreichten aber nur acht Männer, unter der Führung von François Leguat, die Bucht von Mathurin. Die Insel hatte nun erstmals Bewohner, die sich auf der fruchtbaren Insel auch gut ernähren konnten. Nach zwei Jahren gaben sie jedoch aufgrund des Mangels an Frauen auf und setzten mit einer selbstgebauten Barkasse nach Mauritius über. Dort wurden sie von den Holländern als der Spionage verdächtig inhaftiert. Die Männer wurden auf der kleinen vorgelagerten Insel Île aux Fouquets ausgesetzt, starben aber, inselerfahren wie sie waren, nicht wie erwartet. Daraufhin wurden sie nach Batavia (heute Jakarta) gebracht und nach einem kurzen Prozess nach Frankreich abgeschoben. 1708 veröffentlichte Leguat eine Beschreibung seiner insgesamt siebenjährigen Reise mit detaillierten naturkundlichen Beobachtungen. Diese Erzählungen inspirierten die Franzosen 1725 zu einem erneuten Kolonisierungsversuch. Die Kolonisten fingen tausende Riesenschildkröten und verkauften sie vorbeifahrenden Schiffen als Reiseproviant. 1735 entstand die erste feste Ansiedlung, Port Mathurin. (Quelle Wikipedia)

Der Tourismus ist auf Rodrigues noch ganz spärlich vorhanden. Die Hauptattraktion ist die Natur. Kunstwerke, wie diese in Schiffsform gestaltete Kirche, sind rar.
Rodrigues ist vulkanischen Ursprungs und auf allen Seiten von einer weitläufigen Lagune umgeben. Das Korallenriff, das die Lagune umgrenzt, ist unterschiedlich weit von der Küste entfernt und bietet nur wenige schmale Durchlässe für die Schifffahrt.
Wir besuchen die Riesenschildkröten im François Leguat Reservat. Durch unkontrollierte Brandrodungen und Jagd wurden sie bis ungefähr 1800 komplett ausgerottet. Dank Leguat’s akribischen Aufzeichnungen 1691 und in den folgenden Jahren, sind die damals vorhandenen Pflanzen und Tiere sehr gut bekannt. Die Riesenschildkröten spielen eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem der Insel. So gibt es Pflanzen, deren Samen erst austreiben können, wenn sie durch den Verdauungstrakt einer Schildkröte gewandert sind. Nach jahrhundertelanger, hemmungsloser Zerstörung der Natur fand Ende des 20. Jahrhunderts ein Umdenken statt. Heute ist man bestrebt, die vom Aussterben bedrohte ursprünglichen Flora und Fauna zu retten. Da Schildkröten dabei eine entscheidende Rolle spielen, wurde im Jahre 2006 begonnen, den ausgerotteten, ursprünglichen Tieren genetisch Ähnliche von den Seychellen (Aldabra-Riesenschildkröten, Bild) und von Madagaskar (Strahlenschildkröten) einzuführen und zu züchten.
Strahlenschildkröten im François Leguat Reservat
Die Aufzucht der Schildkröten ist sehr erfolgreich. Bis heute ist die Population der Aldabra Riesenschildkröten auf über 3000 Exemplare angestiegen. Ihr Einfluss auf die Vegetation ist sehr positiv. Sie fressen das Unterholz, halten Grasflächen kurz, trampeln Pfade frei und verbreiten über ihren Kot die Samen seltener, einheimischer Bäume, die ohne die Verdauung im Schildkrötenmagen kaum noch keimen würden. Ihre Diät ist offenbar gesund! Wie die Galapagos-Riesenschildkröten gehören sie zu den langlebigsten Kreaturen der Erde. Ein Alter von über 100 bis 150 Jahren ist in freier Wildbahn normal. Einzelne Tiere in Gefangenschaft knackten nachweislich die 200-Jahre-Marke. Männliche Tiere wiegen im Schnitt 150-250 Kilogramm. Weibchen sind etwas kleiner.
Eine weitere Attraktion im François Leguat Reservat: die Grande Caverne (die grosse Höhle)
Auf Rodrigues wurden bisher 9 Höhlensysteme entdeckt. Die Grande Caverne ist die bekannteste und am besten ausgebaute Kalksteinhöhle. Der für Besucher zugängliche Bereich erstreckt sich über rund 500 Meter in einer Tiefe bis zu 50 Metern. Die Grande Caverne ist die einzige elektrifizierte Schauhöhle im südwestlichen Indischen Ozean
Die höchste Erhebung der Insel, der Mont Limon, hat eine Höhe von 398 Metern. Da wollen wir rauf!
Mont Limon, 360 Grad Rundumblick. Gut zu sehen die Kante der vorgelagerten Riffplatte, wo sich die Wellen des tiefen Ozeanes brechen.
Ein weiteres Highlight: Besuch des Grande Montagne Ökologischen Naturreservates. Unter der kundigen Führung des sehr engagierten Leiters des Reservates lernen wir viel über die Natur auf Rodrigues und deren Entwicklung über die letzten Jahrhunderte. In Zusammenarbeit mit verschiedenen internationalen Umweltorganisationen ist hier ein kleines Juwel entstanden. Seit der Gründung im Jahre 2016 ist es gelungen, mit beachtlichem Erfolg invasive Pflanzen zurückzudrängen und die vom Aussterben bedrohten einheimischen, teils endemischen (nur hier vorkommenden) Pflanzen wieder zu fördern. Auch hier spielen Riesenschildkröten eine mittragende Rolle.
Kurzer Schreck beim Blick nach oben – aber unbegründet. Diese Riesenspinnen (Afrikanische Seidenspinnen) schaffen es, ein mehrere Quadratmeter grosses Netz über unseren Köpfen in die Baumwipfel zu spannen. Die grossen Spinnen sind Weibchen, die kleinen die Männchen.
Die Afrikanische Seidenspinne ist ungefährlich für Menschen. Dieses Exemplar hat eine Körperlänge von etwa 3 Zentimetern und Beinspannweite von 10 Zentimetern.
In Rodrigues fällt uns schnell auf, dass das Leben am Morgen stattfindet. Nach dem Mittagessen beginnen die meisten Läden und Geschäfte schon früh mit dem Aufräumen. Spätestens um 16 Uhr ist praktisch alles zu und die Trottoirs leer. Auswärts Abend Essen, das gibt es hier offenbar nicht. Es ist echt schwierig, ein nettes Lokal für unseren Sundowner zu finden. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht trotzdem etwas finden – auch wenn es jeweils 30 Minuten Fussmarsch bedarf.
Der Markt im Zentrum von Port Mathurin bietet tolle Waren an.
Markt in Port Mathurin
Wir sehen öfter in der prallen Sonne aufgehängte Würste. Eine Art Salami, die auf diese Weise getrocknet und haltbar gemacht werden.
Am Markt ergattern wir eine Pampelmuse – eine der Sorte, wie wir sie in Französisch-Polynesien kennen und lieben gelernt hatten. Wir haben auch später auf unserer Weiterreise Pampelmusen gefunden, aber viel kleiner in der Grösse und eher sauer im Geschmack.
Unsere Vorfreude wird enttäuscht! Der Inhalt ist dann schon sehr unter der Erwartung – und geschmacklich kommt sie einer Zitrone verdächtig nahe.
Nun, wir überstehen die saure Pampelmuse und geniessen unseren ruhigen Liegeplatz im Hafen von Port Mathurin.
Nach und nach fühlen wir uns heimisch auf der kleinen Insel, finden sogar ein Lokal, wo auch Abendessen serviert wird. Aber …
… es warten über 350 Seemeilen auf uns. Wir haben schon länger den Wind beobachtet und eine genügend lange Phase mit gutem Wind gesucht. Seit wir in Rodrigues angekommen sind, gab es diese nie. Aber jetzt, am 27. Juli, ist es soweit. Nicht ganz ideal zwar, es hat auch Flaute dazwischen, aber doch einigermassen segelbar. Kurz vor 11 Uhr heisst es: «Anker hoch!», und Lupina schaukelt schön langsam aus dem Hafen uns offene Meer – weiter westwärts der Sonne entgegen.
Kaum geht unterwegs vor uns jeweils die Sonnen unter, erhebt sich hinter uns der Mond. Heute ist Vollmond – die Nacht wird fast zum Tag. Es ist herrlich, nachts zu segeln, wenn man etwas sieht.
Wir erreichen Mauritius morgens um 5 Uhr, es ist noch Nacht. Die Küstenwache hat uns informiert, dass wir nicht bei Tageslicht einfahren dürfen. Wir ankern direkt vor der Hafeneinfahrt und legen uns 2 Stunden schlafen. Bei Sonnenaufgang dann die übliche Zeremonie, die diesmal ganz anders ist: normalerweise setzt Pia in einem neuen Land jeweils die Gastlandflagge und den gelbe Quarantäne Wimpel. Diesmal kann sie die Gastlandflagge hängen lassen, denn Rodrigues und Mauritius haben die gleiche Fahne. Aber obwohl zum gleichen Land gehörend, muss auf beiden Inseln jeweils unabhängig voneinander ein- und ausklariert werden.
Anfahrt zum Hafen von Port Louis, Mauritius.
Im Hafen müssen wir zuerst an den Zoll Steg. Dieser erweist sich als sehr unpraktisch zum Anlanden, da sich keine Poller oder Klampen finden. Aber dank der Hilfe von Passanten gelingt es, Lupina fest zu machen. Auch für die Behörden erweist sich der Platz offenbar als sehr unpraktisch: keiner der Offiziellen übersteigt das feste Geländer und will an Bord kommen, der Gesundheitsbeamte erscheint schon gar nicht! Uns soll es recht sein 😊
Nach dem erfolgreichen Einklarieren verlegen wir in die nahe gelegene Marina. «Marina» scheint in diesem Fall recht übertrieben, denn es handelt sich eigentlich um einen alten Frachtumschlagsplatz. Stege gibt es keine, wir legen längsseits an der Quai Mauer an. Das Schöne: wir treffen hier auf Nathalie und Uwe aus Deutschland. Wir verfolgen unsere Reise gegenseitig schon lange und treffen die Beiden mit ihrer SY Artemis, einer 60 Fuss grossen Amel, zum ersten Mal. Sie liegen schon länger hier und haben uns ein Plätzchen direkt hinter ihnen freigehalten.
Das Tolle an einem Stadthafen: wir liegen mitten im Geschehen!!
Port Louis vom Hausberg aus gesehen. Der rote Kreis markiert unseren Liegeplatz.
Die Wanderung auf den Hausberg erweist sich als sehr kurzweilig und auf dem geteerten Pfad mit konstanter Steigung als sehr mühelos. Einzig die brennende Sonne sticht, aber der Wind trocknet den Schweiss gleich wieder weg. Auf unserer App (MAPS.ME) sehen wir, dass wir vom Aussichtspunkt der Bergkrete entlang rückwärts wandern können und dann einem Flusslauf entlang wieder runter ins Tal gelangen. Eine perfekte Rundwanderung! Auf halbem Weg (Bild) sind wir noch guten Mutes und unternehmungslustig. Auch der Wanderweg ist noch ein Wanderweg.
Das sollte sich aber ein paar Kilometer weiter ändern. Lange finden wir die roten Punkte der Wegmarkierung zwar noch, der Weg selber hat sich aber schon länger verflüchtigt. Rund 2 Kilometer vor dem nächsten brauchbaren Weg hat auch der Wegmarkierer aufgegeben: wir müssen uns Schritt für Schritt durch von hohem Gras überwachsene Gerölllandschaft ins Tal kämpfen. Dorngestrüpp, spitze Agavenblätter und andere stachelige Gewächse finden gefallen an unseren Füssen und Beinen. Verkratzt und mit Dornen bespickt kommen wir entkräftet unten an.
Meine Wanderschuhe haben nach dieser strengen Wanderung auch genug!
Wie üblich mieten wir uns auch auf Mauritius ein Auto und erfahren die Insel. Im Südwesten erhebt sich dieser alleinstehende Koloss, der 556 hohe «Le Morne Brabant». Er gehört zu den Wahrzeichen und schönsten Postkartenmotiven der Insel. Neben seiner natürlichen Schönheit besitzt er eine tiefe und tragische historische Bedeutung. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert diente der schwer zugängliche Berg als Versteck für entflohene Sklaven. Die Legende besagt, dass sich nach der Abschaffung der Sklaverei Soldaten dem Berg näherten, um den Menschen ihre Freiheit zu verkünden. Aus Angst vor erneuter Gefangennahme stürzten sich viele Sklaven voller Verzweiflung vom Berg in den Tod. Mit einem Monument, das wir hier besuchen, wird an diese Tragödie erinnert.
Nicht unser Ding, gehört aber auf Mauritius dazu: Touristenstrände.
Im Süden, bei St. Aubin, finden wir ein sehr schön erhaltenes Plantagenhaus aus der Koloniezeit. Das «Colonial House», das einstige Wohnhaus des Plantagebesitzers, wird heute als Restaurationsbetrieb geführt inmitten einer schönen Parklandschaft, umgeben von weiten Zuckerrohrfeldern.
Der «Eden Garden Culture & Entertainment Square» am nördlichen Stadtrand von Port Louis. Ein sehr markantes Gebäude. Es ist Teil eines grossen, von chinesischen Investoren finanziertes «Smart City» Projektes und wurde als Kultur- und Unterhaltungszentrum konzipiert. Der Bau fand zwischen 2016 und 2018 statt. Da der Innenausbau aus finanziellen Gründen bis heute nicht fertiggestellt ist, steht das ganze Gebäude und seine Umgebung bis zum heutigen Tag leer.
Die Mangal Mahadev Statue am Eingang zum Grand Bassin, einem heiligen Kratersee im Süden von Mauritius. Mit 33 Metern das höchste Monument des Inselstaates. Die Statue zeigt Shiva mit seinem Dreizack. Der heilige Kratersee ist ein Pilgerort, der jährlich anlässlich des Maha Shivaratri Festes (übersetzt die grosse Nacht von Shiva) von mehreren Hunderttausend Hindus besucht wird, die hier heiliges Wasser für Shiva aus dem See schöpfen.
Das Grand Bassin (in lokaler Sprache «Ganga Talao») wird von den Gläubigen als verlängerter Arm des heiligen Flusses Ganges angesehen. An seinem Ufer befinden sich unzählige kleine Tempel und Statuen, welche jede für sich wieder ihre Bedeutung hat.
Ausserhalb des Maha Shivaratri Festes (das abhängig vom Vollmond im Monat Februar oder März stattfindet) pilgern das ganze Jahr über gläubige Hindus zum Kratersee, um bei von ihnen ausgewählten Statuen Opfergaben zu deponieren.
Die ursprünglichen Urwälder auf Mauritius sind längst verschwunden. Die grosse Bevölkerungsdichte (über 640 Einwohner pro Quadratkilometer – die Schweiz hat gerade mal etwas mehr als 230) hat in der Vergangenheit zu grossen Abholzungen geführt. Heute versucht man mit grossem Aufwand in Reservaten und Naturparks, wieder ein Stück der so wichtigen ursprünglichen Natur zurückzuholen.
Der Chamaral-Wasserfall – mit einer Fallhöhe von knapp 100 Metern der höchste einstufige Wasserfall auf Mauritius. Er stürzt spektakulär über eine Kante aus Jahrmillionen altem, vulkanischem Gestein inmitten eines dichten Urwalds in eine bewaldete Schlucht.
Die «Siebenfarbige Erde» – ein seltsames Naturphänomen erstreckt sich über eine Fläche von 7’500 m2. Es ist das Ergebnis eines natürlichen, geologischen Prozesses, der mit der vergangenen vulkanischen Aktivität der Insel und der fortschreitenden Verwitterung des Basaltbodens zusammenhängt. Es sind vorwiegend Eisen- und Aluminiumoxide, welche für die verschiedenen Farben im lockeren, tonhaltigen Gestein an der Erdoberfläche sorgen.
Im Jahre 1598 landeten 5 holländische Schiffe auf der damals herrenlosen und unbewohnten Insel. Zu Ehren ihres damaligen Prinzen nannten sie die Insel nach seinem Namen «Mauritius». Die Holländer versuchten hier an dieser Stelle im Südosten der Insel Fuss zu fassen. Sie richteten hier 1638 einen Hafen ein, heute «Vieux Grand Port» genannt. Diesen schützten sie gegen äussere und innere Feinde (es gab mehrere Sklavenrevolten in dieser Zeit) mit einer Festung, Fort Frederik-Hendrik. Es soll das älteste Gebäude auf der Insel sein.

Die Holländer waren mit ihren Besiedelungsversuchen nicht erfolgreich und zogen 1710 wieder ab. Die Festung und eingeschleppte Sklaven liessen sie zurück. 12 Jahre später, 1722, kamen die Franzosen und begannen mit der Entwicklung zuerst auch an dieser Stelle. Sie merkten aber bald, dass ein anderes Gebiet um die heutige Hauptstadt Port Louis besser geeignet war. Danach ist die Geschichte von Mauritius geprägt durch den Wechsel verschiedener europäischen Kolonialmächte, und die Insel entwickelte sich zur multikulturellen Nation. Geprägt durch Sklaverei, den Anbau von Zuckerrohr und die Einwanderung indischer Vertragsarbeiter erreichte Mauritius im Jahr 1968 seine Unabhängigkeit.

Mauritius hat geologisch betrachtet rein vulkanischen Ursprung. Seine Entstehung begann vor rund 8 Millionen Jahren und lief in 3 Phasen ab. Die letzte Phase endete vor etwa 25’000 Jahren. Dabei bedeckte ein Spaltenvulkan fast 70% der Insel mit einer dünnen Schicht aus sehr flüssiger Basaltlava. Der sanft abfallende Norden sowie markante, flache Krater, wie der «Trou aux Cerfs» (Bild), blieben davon als Zeugen zurück.
Der markante Berg «Trois Mamelles» ist Zeitzeugen aus der ersten Phase der Entstehung von Mauritius. In dieser Phase bildete sich ein riesiger Schildvulkan mit einem Durchmesser von über 40 Kilometern. Ein massiver Einsturz der Magmakammer schuf eine gigantische Caldera. Die heutigen Bergketten sind die Überreste dieses ursprünglich imposanten Kraterrandes.
Und jetzt wird es spannend! Ein auf dem Dach liegendes Haus? Ein Sturmschaden?? Nein, es ist das «verhexte Haus»! Wir sind mutig und statten ihm einen Besuch ab.
Der Beuch ist absolut lohnenswert. Nichts ist so, wie es scheint – und nichts sieht so aus, wie es ist.
Der Spieltrieb ist geweckt – die Phantasien angeregt.
Zum Abschied von Mauritius eine schöne Überraschung. Bei unseren treuen Leserinnen und Lesern ist mittlerweile bekannt, dass wir bei Überfahrten jeweils die erduldeten Strapazen täglich mit einem Ragusa belohnen. Eine uns unbekannte Freundin vom Genfer Seglerpaar Jocelyne und Roland (SY Croix Du Sud) wohnt zeitweise auf Mauritius. Sie wurde von unseren Freunden, die sich gerade in Fiji aufhalten, gebeten, uns eine Stange der leckeren Schokolade zu bringen. Merci beaucoup!! Merci beaucoup, Christiane, de l’avoir livré !!

Die Reise geht bald weiter! Die nächste Insel ruft: La Réunion. Seit gestern beobachten wir das Wetter und suchen ein gutes Fenster für die Fahrt zur rund 135 Seemeilen westwärts gelegenen Insel. Im Laufe der kommenden Woche ist es soweit.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Tempofahrt über den Indischen Ozean

4.7. – 16.7.2026

Im Moment befindet sich unsere Lupina im Langfahrten Modus. Und bisher meistert sie das sehr gut. Bereits befinden wir uns 1’135 Seemeilen von Indonesien weg im Indischen Ozean. In den nächsten Tagen wartet nun die Königsetappe auf uns: 2’020 Seemeilen von Cocos Keeling nach Rodrigues (gelbe Strecke). Es wird ein Verschleisskampf für Material und Mensch, denn dieser Teil des Indischen Ozeanes ist bekannt für starke Winde und vor allem für seine aggressiven Wellen. Es herrscht ein dauernder Grundschwell von 3-4 Metern aus der Antarktik im Süden. Dieser trifft fast im rechten Winkel auf die normalen Windwellen, die mit 2-3 Meter auch nicht gerade gering sind. Ein richtiges Sprudelbad wartet auf uns.
Am 4.7.2026 gehen wir Anker hoch. Über Tage haben wir das Wetterfenster beobachtet und eine Windphase abgewartet, wo es beim Start nicht allzu stark bläst, so dass wir nicht gerade vom Start weg im Kampfmodus beginnen müssen. Danach erwartet uns für eine Woche kräftiger Wind aus Südost, was sehr gut ist, leider aber auch viel Regen. Aber da müssen wir halt durch.
Wir sind den auch kaum aus dem Atoll draussen, haben Segel gesetzt und den Kurs aufgenommen, als sich die ersten düsteren Regenwolken am Horizont aufbauen.
Es dauert nicht lange, sieht es aus unserem Cockpit Fenster so aus. Wir sind zum wiederholten Mal richtig froh um unser festes Cockpit: es schützt uns einfach wirklich sehr gut vor Wind und Nässe.
Dauerregen und starker Wind fegen über uns hinweg.
Zusätzlich zum schlechten Wetter kommt in der ersten Nacht ein Problem dazu! Wie immer mache ich vor Tagesende einen Kontrollrundgang und finde im Motorraum viel Wasser am Boden, auch die Wände sind verspritzt. Ein Geschmackstest auf der Zunge bestätigt: Salzwasser. Ich bin für den Moment geschockt. Nach intensiver aber vergeblicher Suche will ich den Motorraum schon wieder verlassen, als es bei einer starken Welle von der Decke spritzt. Schnell ist die Ursache, und zum Glück auch eine Lösung gefunden. Die starken Wellen und vor allem die schnelle Fahrt erzeugen im Wellenrohr einen hohen Wasserdruck. Die in Singapur eingebaute neue Wellendichtung meistert das problemlos. Über die Entlüftungsleitung der Dichtung wird aber bei diesem starken Druck Wasser bis an die Decke hochgedrückt. Mit einem Holzzapfen schliesse ich die Leitung. Problem vorerst gelöst!
Endlich: nach 2 Tagen Licht am Horizont – oder zumindest mal wieder die Sonne. Leider nur gerade in den frühen Morgenstunden.
Auch am 3. Tag auf See: viele Wolken am Himmel. Aber: der Wind bleibt konstant hoch und wir machen schnelle Fahrt.
Um unsere Flagge vor Verschleiss zu schützen bleibt sie während der ganzen Fahrt weggebunden.
Die Wellen bleiben hoch und ungemütlich. Allerdings werden sie allmählich etwas länger und damit weniger aggressiv. Trotzdem müssen wir uns immer gut verkeilen, um nicht von der Sitzbank zu fliegen. Als Pia ziemlich am Anfang unserer Reise helfen wollte, die Kuchenbude zu installieren, hat sie den Halt verloren und ist rückwärts mit dem Rücken an die Kante des Cockpits geschleudert worden. Dabei hat sie sich eine schmerzhafte Prellung und eine angerissene Rippe (wie ein Röntgenbild nach unserer Ankunft auf Rodrigues zeigen sollte) zugezogen. Also absolut verständlich, wirkt hier ihr Lachen etwas gequält. Aber sie schlägt sich für den Rest der Reise sehr tapfer!
Abendrot am 5. Tag auf See. Die Zonen mit Schlechtwetter werden kürzer und der Himmel klart allmählich auf. Immer noch schiebt der Wind uns kräftig voran. Wir haben jetzt eine stabile Lage und wir brauchen fast keine Anpassung der Segelstellung vorzunehmen.
Auch wir können es nun etwas gemütlicher angehen und kommen viel zum Ruhen.
Das Schaukeln und Rollen begleitet uns aber fast über die ganze Strecke, wie das Bild des Wasserstrahles in der Küche gut zeigt.
Unsere häufigste Segelstellung bei der Querung des Indischen Ozeanes. Bei Winden von hinten bis etwa 120 Grad schräg auf die Backbordseite (linke Seite des Schiffes) segeln wir mit der sogenannten Schmetterling-Segelstellung. Dabei zeigt das Grosssegel nach Steuerbord und des Genua Segel nach Backbord.
Dreht der Wind weiter zu Seite oder gar nach vorne wird die Genua auf die gleiche Seite geschiftet wie das Grosssegel. In dieser Segelstellung machen wir die schnellste Fahrt. Auch liegt die Lupina so am stabilsten im Wasser.
Ein Snapshot unserer Fahrt bei Wind aus südlicher Richtung. Er trifft mit über 21 Knoten aus etwa 90-100 Grad auf die Backbordseite des Schiffes (linkes Anzeigeinstrument). Zum Zeitpunkt des Bildes saust die Lupina gerade mit 12 Knoten (rechte Anzeige) eine Welle hinunter. Auf flachem Wasser würden wir bei diesem Wind etwa 8 Knoten machen, was auch sehr schnell ist für ein Schiff unserer Grösse.
Nach nicht ganz 6 Tagen haben wir die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Bergpreis – das muss gefeiert werden! Wir haben uns extra dafür 2 Bunda»berg» aufgespart – alkoholfreies Gingerbier aus Australien.
Bei einer Distanzfahrt sind meine Sinne immer besonders angespannt. Jedes unbekannte Geräusch oder dessen Veränderung kann bedeuten, dass irgendwo ein Verschleiss oder sogar ein Defekt eingetreten ist. Je früher man dies erkennt, umso grösser sind die Chancen, noch grössere Probleme abzuwenden. Während der schnellen Fahrt nehme ich immer wieder ein lautes Knarren aus dem Heckbereich wahr. Da befindet sich das Ruder! Also muss ich nachschauen. Unter erschwerten Bedingungen – es rollt und stampft im Dauerbetrieb – grabe ich mich im Heckbereich unter unsere Kojen, um zu kontrollieren, ob ich irgendetwas erkennen kann. Zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass an der Lagerung des Ruders und an seinem Verstellmechanismus alles in Ordnung ist. Das Knarren rührt von den Holzverstrebungen im Rumpf des Bootes. Diese unterliegen bei dieser Belastung natürlich grösseren elastischen Bewegungen, was das Knarren erklärt. Entwarnung also!
Ein vielleicht historisches Bild unserer Weltreise: am 11. Juli 2026 legen wir innerhalb 24 Stunden eine Distanz von 201.1 Seemeilen (373 Kilometer) zurück. Eine solche Distanz innerhalb 24 Stunden hat Lupina noch nie zurückgelegt. Obwohl die Bedingungen nicht gerade komfortabel sind, braust Lupina ungestüm Richtung Westen. Wind, Wellen und eine uns gutgesinnte Strömung unterstützen sie dabei. An diesem Tag beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit 8.4 Knoten (15.6 km/h) und einmal waren wir sogar 14.3 Knoten (26.5 km/h) schnell, vermutlich bei einer sehr hohen Welle.
Das Wetter bessert sich immer weiter auf, wir haben in dieser Phase nun kaum noch Regen. Auch der Wind reduziert sich etwas.
Leider fällt der Wind dann fast einen Tag lang so weit zusammen, dass unsere Segel immer wieder stark schlagen, wenn uns eine grosse Welle hin und her wirft. Unser Sportlerherz weigert sich, die Segel einzurollen und den Motor zu starten.
Solche Perioden mit schwachem Wind sind immer gefährlich, denn es gibt dabei sehr viel Bewegungen im Rigg. Regelmässig steige ich auf Deck, um nachzuprüfen ob alle Leinen noch fest sind, oder ob das Segel irgendwo scheuert.
Bei schlechtem Wetter bleiben wir konsequent im Cockpit und steigen nur bei Bedarf an Deck. Nun hat sich das Wetter so weit gebessert, dass «Ausflüge» auch ohne besonderen Grund möglich werden.
Sogar für ausgiebige Körperpflege sind die Bedingungen gut genug.
Der letzte Sonnenaufgang auf hoher See.
Wie immer feiern wir eine erfolgreiche Nachtfahrt mit …? Ja mit was denn??
Ja, natürlich: mit einem RAGUSA!!

Es liegen jetzt noch etwas mehr als 120 Seemeilen vor uns. Wir vermeiden normalerweise eine Ankunft bei Nacht, aus Gründen der Sicherheit. Von anderen Seglern haben wir aber Wegpunkte erhalten und die Anfahrt zum Ankerplatz ist frei von gefährlichen Hindernissen. Wenn alles gut läuft, dann liegen wir also beim nächsten Sonnenaufgang bereits vor Anker.

Und es läuft gut – sehr gut sogar: 11 Tage und 18 Stunden nach der Abfahrt in Cocos Keeling liegt Lupina sicher auf Rodrigues vor Anker. Genau 2’023 Seemeilen (3’747 Kilometer) liegen hinter uns, welche unsere Lupina mit durchschnittlich 7.1 Knoten (13.1 km/h) durchpflügt hat. Nun hat sie Ruhe verdient. Obwohl 5 Uhr früh Bordzeit (3 Uhr lokale Zeit) lassen wir es uns nicht nehmen, vor der verdienten Bettruhe noch einen Ankertrunk zu geniessen.
Normalerweise setzen wir Gastlandfahne und Q-Flagge, sobald wir ins Hoheitsgewässer eines neuen Land einfahren. Das wäre in der Nacht gewesen. Da traditionsgemäss immer Pia die Ehre zufällt, die Flaggen zu setzen, haben wir die Zeremonie auf die frühen Morgenstunden am Ankerplatz verschoben. Hier hat es keine Wellen und es ist somit sicher für Pia’s angeschlagene Rippe.
Kurz nach Sonnenaufgang werden wir per Funk von der Coast Guard aufgerufen und gebeten, mit dem Schiff an die Hafenmauer zu kommen, um dort die Einklarierung vorzunehmen. Der Reihe nach kommen alle Behörden zu uns aufs Schiff: Gesundheitsbehörde, Coast Guard (Bild), Zoll und Immigration. 2 Stunden später sind wir einklariert und legal im Land.
Nun liegt Lupina sehr gut geschützt im inneren Hafenbecken von Port Mathurin. Es ist aussergewöhnlich, dass ein Segelschiff so nahe beim Hafen ankern darf. Die Behörden sind diesbezüglich sehr entspannt. Sie informieren uns bloss, dass wir kurz Platz machen müssen, wenn ein Frachtschiff anlegen oder abfahren will. Das passiert alle 1-2 Wochen einmal.

Die nächsten 1-2 Wochen wollen wir nun Rodrigues erkunden und Lupina pflegen, bevor es dann weiter geht nach Mauritius. Mehr dazu im nächsten Bericht.

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Cocos Keeling – vom Winde verweht

22.6. – 4.7.2026

Nach einer Woche Paradies auf Christmas Island zieht es uns weiter. Der Wind ist gut und unter Schmetterling Segeln geht es weiter westwärts. Unser Ziel: das letzte australische Fleckchen Erde: Cocos Keeling
Cocos Keeling ist, wie ebenfalls Christmas Island, ein Aussenposten von Australien. Es liegt rund 535 Seemeilen südwestlich von Christmas Island. Das Meer ist in diesem Bereich zwischen 4’000-5’000 Meter tief und frei von Gefahrenstellen. Allerdings erzeugen die schmalen, hohen Türme, die vom tiefen Meeresgrund bis ein paar hundert Meter an die Wasseroberfläche reichen (erkennbar an den hellen Flecken auf dem Satellitenbild), ein paar verwirrende Strömungen.
Schönes Wetter ist angesagt mit wunderschönen Sonnen Auf- und Untergängen. Die ersten gut Zweidrittel der 535 Seemeilen langen Strecke sind wir schnell unterwegs. Dann, wir haben schon mit der Ankunft am selben Tag gerechnet, bricht der Wind fast komplett ein.
Squalls (Regenwolken) beginnen uns zu verfolgen. Es wird ungemütlich.
Das Wetter ist wohl auch für diesen gefiederten Freund (Rotfüssiger Tölpel) etwas zu öde, vor allem wird ihm der Wind gefehlt haben. Jedenfalls hat er sich eine ganze Nacht lang auf unserem Dinghi wohl gefühlt.
Am Morgen des 4. Tages auf See, am 26. Juni 2026, erreichen wir Cocos Keeling. Same Procedure as always! Zuerst die Hoheitsflagge (auch die gelbe Quarantäne Flagge natürlich, aber nicht sichtbar auf dem Bild) …
… dann die Kontrolle durch die Behörden. Alles sehr schnell und unbürokratisch.
Wir liegen an einem wunderschönen Ankerplatz hinter der schmalen «Direction Island». Wellenschutz ja, Windschutz leider nein: es sind für die nächsten Tage Windstärken von 20-25 Knoten angesagt.
Anders als Christmas Island, das aus einer grossen, hohen Insel besteht, ähnelt Cocos Keeling eher den Atollen in den Tuamotus im Pazifik. Auch hier ist der Ursprung vulkanisch, aber durch langsames Absinken und Erodieren des vulkanischen Sockels hat sich ein Atoll gebildet mit einem ringförmigen Aussenriff und einer geschützten flachen Innenbucht.

Auf Cocos Keeling leben rund 600 Menschen, die sich auf die beiden bewohnten Inseln Home Island (500 Einwohner) und West Island (100 Einwohner) verteilen. Die Geschichte von Cocos ist geprägt von einer feudalen Herrschaft, der Entstehung einer malayischen Kultur und strategischer Bedeutung in den beiden Weltkriegen. Namensgebend war auch hier der Entdecker im Jahre 1609, der britische Kapitän William Keeling, der sich nicht scheute, dem unbewohnten Atoll seinen Namen zu geben. Cocos bleibt lange unbewohnt. Erst 1826 gründete ein Britischer Händler die erste Siedlung mit Sklaven aus Malaysia für seine Copra Plantagen, die er aufzubauen begann. Das Atoll blieb aber auf der Weltkarte lange unbedeutend.

Das änderte sich schlagartig zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als weltweit eine Revolution in der Kommunikation einsetzte. Es war die Zeit, als man begann, Telegraphenleitungen in den Weltmeeren auszulegen, um entlegene Länder mit dieser neuen Technologie miteinander zu verbinden. Im Jahre 1901 wurde auf der unbewohnten Direction Island im Cocos Keeling Atoll eine Verbindungsstation errichtet und Seekabel verlegt. Cocos Keeling war ab diesem Zeitpunkt ein wichtiger Knotenpunkt, welcher Australien mit dem Rest der Welt verband. 10 Jahre später wurde zusätzlich eine Funkantenne errichtet, die es erlaubte, mit vorbeifahrenden Schiffen bis auf eine Distanz von 450km zu kommunizieren. So konnten wichtige Informationen, die über das Kabel weltweit nach Cocos gelangten, zu den vorbeifahrenden Schiffen übermittelt werden.

Auf Direction Island lebten zu Spitzenzeiten rund etwa 50 Leute, die alle für die Übermittlungsstation arbeiteten. Sie mussten sich selber ernähren, denn nur alle paar Monate kam ein Versorgungsschiff vorbei. Die beiden bewohnten Inseln, Home Island und West Island, durften sie nicht betreten oder nur zu speziellen Anlässen. Der sehr dominante und herrschsüchtige Plantagenbesitzer wollte nicht, dass es zu Kontakten kommt mit seinen Arbeitern.

Cocos Keeling spielte in beiden Weltkriegen eine wichtige Rolle:

– Im ersten Weltkrieg wurde hier ein deutsches Kriegsschiff, die SMS Emden, abgefangen, das damals die ganze Seefahrt in diesem Bereich des Indischen Ozeans verunsicherte. In den ersten 12 Wochen des 1. Weltkrieges eroberte oder versenkte die Emden 26 Handels- und Kriegsschiffe. Der Kapitän der Emden wollte die Übermittlungsstation zerstören und schlich sich bei Dunkelheit an. Eine von der Station aufgeschnappte Funkkommunikation zwischen der Emden und einem ihrer Begleitboote warnte die Leute an Land. Es gelang ihnen noch, über die Kabelleitung die Alliierten zu informieren und über die starke Funkantenne ein Kriegsschiff der Australischen Navy um Hilfe zu rufen. Nun, die Funkstation konnte von der deutschen Besatzung der Emden zerstört werden (es gab dabei aber keine Toten!), aber bis die Emden wieder losfahren konnte, war der australische Zerstörer HMAS Sydney vor Ort. Während dem nun folgenden, kurzen Kanonengefecht wurde die Emden so stark beschädigt, dass der Kapitän entschied, zur Rettung von Menschenleben das Schiff am Ufer auf Grund laufen zu lassen. Das war das Ende der berüchtigten SMS Emden – nicht aber der Übermittlungsstation: das Stationspersonal war bestens vorbereitet. In aller Eile hatten sie die wichtigsten Geräte und alle Ersatzteile im Wald versteckt. Innert kürzester Zeit war die Station wieder funktionsbereit.

– Im 2. Weltkrieg waren es die Japaner, die ihre Krallen nach der Insel ausstreckten. Auch diesmal gelang es der Besatzung der Anlage, die Einrichtung mit einer List zu retten: nach einem ersten Angriff japanischer Flugzeuge, deren Bomben ihre Ziele weit verfehlt hatten, mahlten die Leute Bombeneinschlage und Zerstörung auf Tücher und legten diese über die Dächer. Gleichzeitig übermittelten sie uncodiert nach Java, dass die ganze Anlage zerstört und nicht mehr einsatzfähig sei. Die Japaner schnappten diese Fake News (ja, es gab sie damals schon 😊!) ab, und glaubten das Märchen. Bis sie merkten, dass Cocos Keeling immer noch funktionierte, war der Krieg schon bald vorbei. Die Station überlebte auch diesen Weltkrieg.

Die Übertragungsstation musste im Verlaufe der Zeit moderner, drahtloser Übermittlung weichen. Heute dient Direction Island vor allem als Übungscamp für das australische Militär und als Naherholungsgebiet für die Einheimischen. Das erklärt diesen massiven Anlegesteg. Zwei Mal pro Woche gibt es eine Fähre, die Leute am Morgen auf die Insel bringt und sie am Abend wieder zurückholt.
Typisch Australien! Du kannst noch so weit weg von der Zivilisation sein: es braucht ein ordentliches WC – inklusive Behinderten gerechtem Zugang. Ob das hier Sinn macht – frag nicht!
Cocos Keeling ist die letzte Insel, bevor es dann westwärts in den offenen Indischen Ozean geht. Viele Segler, die diese sogenannte Südroute wählen (die Nordroute führt über Sri Lanka und die Malediven) legen hier einen Zwischenstopp ein und ruhen sich aus, bevor es in die schwierige Passage Richtung Mauritius geht. Viele verewigen sich mit ihrem Namen – wir finden auch denjenigen der Marisol, einem uns bekannten Schiff, dessen Reise wir regelmässig verfolgen.
Blick von Direction Island südwärts in Richtung Home Island. Es ist gerade Ebbe. Deutlich ist der Durchfluss durch das Riff erkennbar. Meist sind solche Durchflüsse sehr interessant zum Schnorcheln und Tauchen, aber der seit Tagen anhaltende Wind sorgt für eine sehr starke Strömung. Wir müssen es bleiben lassen.
Direction Island – der Strand zur geschützten Lagune – so feinen Sand haben wir selten gesehen.
Pier von Home Island: Hier auf Cocos Keeling wird eine Gebühr erhoben fürs Ankern. Diese Gebühr kann man aber nicht gleich den Behörden bezahlen, die das Einklarieren vornehmen («Es wird nicht gerne gesehen, wenn wir Beamten Geld annehmen!», dies die wortwörtliche Antwort auf Pia’s Frage, ob wir die Gebühr nicht gleich an sie bezahlen können). Bezahlen muss man im Verwaltungsgebäude auf Home Island, rund 25 Franken für eine Woche. Also fahren wir am Montag mit unserem Dinghi die rund 2 Kilometer zur Home Island.
Home Island: sehr zweckmässiges Fortbewegungsmittel der Einheimischen.
Nummernschilder auf Cocos: «C» für Cocos und eine fortlaufende Nummer. Dies ist das 2004. Fahrzeug, seit der Einführung von Fahrzeugen auf Cocos.
«Einkaufszentrum» auf Home Island – mit Apotheke, Supermarkt, Beauty-Salon und Souvenir-Laden. Nicht schlecht für einen Ort mit nur 500 Einwohnern.
Auch auf Home Island finden wir Postkarten Strände vor.
Home Island ist gerade mal 2 Kilometer lang und an seiner breitesten Stelle rund 1 Kilometer weit. Wir umrunden sie zu Fuss. Auf der dem offenen Meer ausgesetzten Seite machen wir einen interessanten Fund: eine von indonesischen Fischern oft benutzte Markierung von Fischfangstellen. Die hat sich offensichtlich losgerissen und ist hier, über 1’000 Seemeilen weiter westlich, gestrandet. Falls du dich fragst, warum Pia eine lange Hose und Blus trägt: aus Respekt vor den Lokalen, welche alle Malayischer Abstammung und somit Moslems sind.
Wir sind gerade mal 3 Tage auf Cocos, hatten am Freitag, unserem Ankunftstag, und am Montag gutes Wetter. Nun, gegen Montagabend nimmt der Wind stark zu und eine Störung schiebt sich über das ganze Gebiet. Es wird ungemütlich – auch am Anker.
Während der nächsten Tage huschen unsere Augen immer wieder über die Windanzeige. Aber der Wind lässt nicht locker und die Zahl bleibt hoch. Fast die ganze Woche sinkt der Wind nie unter 20 Knoten, liegt meist um die 25 Knoten, pfeift aber eine beträchtliche Zeit auch mit mehr als 30 Knoten. Für nicht Segler: bei diesem Wind ist es ungemütlich! Denn mit dem Dinghi grosse Erkundungsfahrten zu unternehmen, macht bei Starkwind keinen grossen Spass. Auch das Schnorcheln bringt bei aufgewühltem Wasser nicht sehr viel. Wir sind tagelang ans Schiff gebunden.
Ist ja eigentlich auch nicht sooo schlimm. Da wäre ja da noch die Fussball WM, und auch sonst gibt es immer viel zu tun. Einzig das Wäsche Trocknen muss unter erschwerten Verhältnissen durchgeführt werden, denn draussen regnet es immer wieder.
Und Bürokram gibt es auch auf einem Schiff zu erledigen 😉
Der Regen hat auch seine schönen Seiten!

Jetzt, für das kommende Wochenende, zeichnet sich eine kurze Wetterbesserung ab. Der Wind fällt unter 20kn und der Himmel soll sich aufhellen. Diese Gelegenheit wollen wir nutzen, um die 2’000 Seemeilen nach Rodrigues (Nachbarinsel von Mauritius), unserem nächsten geplanten Stopp in Angriff zu nehmen. Wir wissen von anderen Seglern und aus diversen Segelbüchern, dass es eine ungemütliche und schwierige Passage sein soll.

Wir werden also morgen Samstag, 4. Juli 2026, Anker hoch gehen und die Reise starten. Diesen Bericht schliesse ich noch vor unserer Abreise ab – ich weiss ja nie ob es von unterwegs klappen wird. Wenn du diese Zeilen also liest, sind wir schon seit ein paar Tagen im Indischen Ozean. Wenn du wissen willst, wie weit wir schon sind:

Unsere Position auf Explore (diese aktualisiert sich, auch wenn wir kein Internet haben)

Unsere Position auf Noforeignland (dazu brauchen wir Internet – wir schalten dieses 2x pro Tag ein)

Es würde uns freuen, wenn du uns auf unserer Reise begleitest. Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Weihnachts-Insel im Indischen Ozean

11. – 21.6.2026

In diesem Bericht nehmen wir dich mit auf die Reise von Bali (Finger) in die Flying Fish Cove auf der Weihnachts-Insel. Im ersten Teil der Strecke erwarten wir noch viele indonesische Fischerboote. Deshalb fahren wir zuerst rund 10 Meilen von der Küste weg südwärts, bevor wir dann direkten Kurs aufnehmen auf unser Ziel. Gemäss Navigationsgerät warten 592.2 Seemeilen (DTD = distance to destination) auf uns.
Bali Gapura Marina, direkt nach dem Frühstück heisst es: Leinen los und Fender hoch. Hier im Hafenbereich weht kein Lüftchen, das Wasser ist spiegelglatt.
Kaum sind wir aus dem Hafen raus, nimmt der Querabwind (also Wind von der Seite) auf angenehme 8-10 Knoten zu, wir können Segel setzen und von der Küste weg südwärts rauschen.
Kurz vor Sonnenuntergang auf unserem nun direkten Kurs Richtung Weihnachts-Insel. Es war ein sehr angenehmer Segel Tag. In der folgenden Nacht sollten uns aber viele indonesische Fischkutter in angespannter Alarmbereitschaft halten.
Am nächsten Morgen ist die Anspannung während der Nacht vergessen. Motiviert und mit Freude bereitet die Lupina Smutje (Schiffskoch) das Frühstück vor.
Im Laufe des Tages wird der Schwell, der nach einem Sturm in antarktischen Gewässern Richtung Norden ausläuft, intensiver. Die seitlichen Wellen sind nun bis zu 3 Metern hoch und bringen die Lupina auf ihrem Vorwind-Kurs arg ins Rollen.
Nach über 8 Jahren auf dem Schiff gefällt uns das Rollen zwar immer noch nicht, aber es hindert uns nicht mehr an den täglichen Routinen, wie zum Beispiel Wetterdaten abzurufen, oder Logbuch Eintragungen am PC vorzunehmen.
Letzter Sonnenuntergang auf unserer Fahrt. Das Meer ist immer noch kabbelig, aber morgen werden wir ankommen.
Traurig – leider passiert es immer wieder: Fliegende Fische landen auf ihren nächtlichen Flügen auf unserem Deck. Wenn wir sie erst Stunden später finden, ist es zu spät für sie.
Die Winde in dieser Gegend bleiben recht stabil. Diese Bild zeigt in 2 Diagrammen die Windrichtung (links) und die Windstärke (rechts). Die jeweiligen Daten werden über 60 Minuten aufgezeichnet. Die gestrichelte Linie stellt den gemittelten Wert dar. Die mittlere Geschwindigkeit über die letzten 60 Minuten beträgt 17.6 Knoten, und der Wind bläst aus rund 100 Grad. Wir fahren einen Kurs von 263 Grad westwärts, was bedeutet, der Wind kommt leicht schräg achterlich. Ein schöner und stabiler Kurs. Sorry, das war jetzt etwas Segeltechnisches! 😊
Am letzten Tag auf See werden wir wiederum von herrlichem Wetter begleitet.
Kurz vor Ankunft: die Flagge von Christmas Island (wie die Weihnachts-Insel in der lokalen Sprache heisst) wird gehisst.
Angekommen im einzigen Hafen der Christmas Island (kurz CI): Flying Fish Cove. Wir machen unsere Lupina direkt vor dem Pier an einem Mooring (Boje) fest. Ankern ist zum Schutz der Korallen nicht erlaubt. Wäre auch sehr schwierig: schon 50 Meter weiter draussen ist das Wasser zu tief für den Anker.
Auf der rechten Seite des Hafenbeckens sehr schön zu sehen: die Verladestation für Phosphat. CI hat sehr grosse Phosphatvorkommen. Dieses wird im Tagebau abgebaut und hauptsächlich nach China. Malaysia, Indonesien, Australien und Neuseeland verschifft zur Herstellung von wertvollem, natürlichem Pflanzendünger. Das australische Küstenwachschiff «MV Ocean Protector» (links im Bild) bewacht die Anlage während unseres ganzen Aufenthaltes. Ob das etwas mit den Querelen Iran/USA zu tun hat? Möglich, denn nebst Erdöl ist auch Dünger durch die Blockaden betroffen.
CI verdankt ihren Namen dem britischen Kapitän W. Mynors, der die abgelegene und damals unbewohnte Insel am 25. Dezember 1643 entdeckt hat. Anlanden konnte er nicht. Er war in anderer Mission unterwegs und die steilen Ufer sowie ungünstiges Wetter hielten ihn von einem Zwischenstopp ab. Es sollte noch viele Jahre dauern, bis die Britische Krone sie 1888 annektierte, nachdem weitere britische Erkundungen Phosphatvorkommen entdeckt hatten. 1958 im Jahre wurde die Souveränität über die Inseln an Australien übertragen.

CI hat vulkanischen Ursprung. Sie ragt wie ein Kamin über 5’000 Meter vom Meeresgrund bis zu 361 Meter über Meer empor. Die Ufer sind extrem steil. Schon 300 Meter im Meer draussen ist das Wasser 1’000 Meter tief. Im Umkreis von 20 Kilometern beträgt die Meerestiefe überall 5’000 Meter oder mehr. Die Einwohnerzahl der 135 Quadratkilometer grossen Insel pendelt irgendwo zwischen 1’500 und 2’000 – so genau weiss das niemand. Für den Abbau von Phosphat wurden von den Briten vor allem Chinesen und Malayen geholt. Diese stellen auch heute die Mehrheit Bevölkerung dar. Phosphat ist die Lebensader der Insel, die über eine solide und gut ausgebaute Infrastruktur verfügt.

Wir sind positiv überrascht von diesem tropischen Naturparadies im Indischen Ozean. Ähnlich wie die Galapagos Inseln im Pazifik verfügt CI über eine einmalige Tierwelt mit vielen Spezien, die es nur hier gibt. Weltberühmt ist die Insel für ihre jährliche Krabbenwanderung. Millionen von roten Landkrabben wandern im Zeitraum Oktober/November aus den Regenwäldern an die Küste, um ihre Eier im Meer abzulegen. Gesteuert wird ihr Verhalten durch den Mond. Es zeigt auch, dass die Herkunft der Landkrabben eigentlich das Meer ist, denn ohne das könnten sie sich nicht vermehren.

Typische Küstenlandschaft im Westen von CI. In dieser Jahreszeit ist das Meer auf dieser Seite der Insel ruhig. Zur Monsun-Zeit tobt hier die See
Die Küste im Norden. Hier brandet das Meer das ganze Jahr in seiner ganzen Heftigkeit auf das Festland. Hier möchtest du als Schiffbrüchiger nicht angespült werden.
Obwohl es nur sehr wenig Tourismus gibt auf der Insel, ist die Infrastruktur dazu vorhanden. Wir finden herrliche, perfekt hergerichtete und gut unterhaltene Wanderwege.
Nur ab und zu öffnet sich eine kleine Bucht mit einladendem Sandstrand. Aber Vorsicht ist angesagt! Die Strömungen um CI sind stark und unberechenbar.
Dieses Strassenschild sehen wir zum ersten Mal. Es warnt die spärlichen Automobilisten vor dem Überfahren der roten Landkrabben. Während der Phase der Krabbenwanderung werden viele Küstenstrassen für den Verkehr komplett gesperrt.
Man braucht nicht danach zu suchen – sie sind einfach überall! Die nur auf CI vorkommenden roten Landkrabben.
CI ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Die Tiere zeigen scheinbar absolut keine Scheu und lassen die Kamera sehr nahe an sich ran. Es gibt 7 Landvogelarten und 3 Seevogelarten, die nur auf CI vorkommen, so wie etwa dieser schwarz gefiederte Tölpel mit blauem Schnabel, der es und gleichtut und mit seinem Küken ebenfalls auf dem Wanderweg spazieren geht.
Wenn wir schon bei Vögeln sind: eine herrliche Vogelperspektive von einem Aussichtspunkt weit über dem Golfplatz. Dieser Platz hat eine dunkle Vergangenheit. Als CI im 2. Weltkrieg von den Japanern besetzt wurde, war der Nachschub von Lebensmitteln nicht mehr gewährleistet. In der Not wurde das Gebiet des heutigen Golfplatzes gerodet, um Gemüse anzubauen. Ein nach dem Krieg entlassener Kriegsgefangener erfüllte sein Versprechen und machte daraus 1955 einen Golfplatz.
Ein Zeitzeuge der Phosphatabbaugeschichte wird von der Natur zurückgeholt. Im letzten Jahrhundert wurde das Phosphat per Eisenbahn zur Verladestation transportiert. Heute erledigen die typischen Trucks, Australien Size, diesen Job. Die Bahnschienen wurden ins Ausland verkauft, der Rest der Bahnanlagen verschwindet im Urwald.
Angeschwemmtes Übel. Dieser Unrat an der Ostseite der Insel stammt sicher nicht von CI, aber er wird hier bleiben, da er nicht mehr aus der Bucht rauskommt. Schlimm zu sehen, wie die Plastikteile durch die Brandung wie in einer Mühle zu Mikropartikeln zermahlen werden.
Am Startpunkt des Pfades zum Strand wird darum gebeten, man soll doch bitte etwas von dem Müll einsammeln und im Dorf ordentlich entsorgen. Machen wir!!
Südküste von CI. Auch diese Küste ist einer starken Brandung ausgesetzt. Seit seiner Entstehung ist CI in mehreren Schüben in die Höhe gedrückt worden. Jede Terrasse war ursprünglich ein Korallenriff unterhalb der Meeresoberfläche. Nun der Sonne, dem Wind und den Gezeiten ausgesetzt, erodieren die toten Korallen langsam, zurück bleibt ein schroffes, messerscharfes Gestein.
Entlang der Südküste gibt es in diesem erodierenden Korallenboden viele Blowholes («Blaslöcher»), aus denen es immer wieder zuerst zischt und faucht, dann mit einem Ausspucken von Gischt und Wasserfontänen endet. Unterirdische Verbindungen zum Meer sorgen dafür, dass die Dynamik der Wellen immer wieder Wasser und Luft durch diese Kanäle an die Oberfläche pumpen kann.
Nebst der berühmten roten Landkrabbe gibt es noch über 20 weitere Krabbenarten. Eine davon ist der «Palmendieb» (birgus latro), die grösste Landkrabbe der Welt. Dies Krabbe kann bis zu 4 Kilo schwer werden und hat eine Lebenserwartung von 50 Jahren. Er ist ein Allesfresser und beseitigt unter anderem auch gerne andere tote Tiere. Wie es sein Name aber erahnen lässt: Lieblingsnahrung sind Kokosnüsse und totes Palmenholz. Im Gegensatz zur agilen, schnellen Roten Landkrabbe ist der Palmendieb eher langsam. Sein Verhalten bei Gefahr: Warten. Auf der Strasse eine gefährliche Strategie! Dieses Exemplar stellt sich uns mutig in den Weg!
Ich bin auch mutig, pack das Tier und trage es an den sicheren Strassenrand. Ihm und mir ist nichts passiert 😊
Christmas Island – CI – eine Perle im Indischen Ozean. Wir sind glücklich, hier auf unserer Reise westwärts einen Zwischenstopp eingelegt zu haben. Nun warten weitere Entdeckungen auf uns. Wir freuen uns darauf!

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!