Die letzten Tage auf Mauritius verbringen wir hauptsächlich mit Flanieren, Büroarbeiten (die Anträge für die Einreisebewilligungen in Madagaskar müssen gestellt werden) und Putzen. Ja, der Liegeplatz direkt am Stadtquai ist zwar super bequem. Mit jedem kräftigen Windstoss fliegen aber Staub, Strassendreck und Sandkörner auf unser Deck. Unser Staubsauger ist fast im Dauereinsatz.
Am 11.8.2026 passt dann das Wetter und es heisst wieder einmal «Leinen los!». Zuerst müssen wir aber noch ausklarieren. Freundlicherweise erlauben uns die Behörden (Immigration und Zoll) ohne Schiff bei ihnen vorbei zu kommen. Wir sind froh darüber, denn es herrscht gerade Spring-Ebbe, das heisst, der Wasserstand ist infolge des Mondstandes (Neumond) besonders niedrig. Es wäre am Zollsteg sehr knapp geworden. Kurz vor 10 Uhr sind wir klar und können unsere Lupina aus dem engen Parkfeld manövrieren (Bild verdankt an SY Pajé).Pia räumt noch die letzten Leinen und Fender weg, während Lupina sich durch die Hafeneinfahrt schlängelt und sich auf das offene Meer freut (Bild verdankt an SY Artemis)Letzter Blick zurück auf Mauritius.
Es liegen rund 135 Seemeilen vor uns. Gemäss Wetterprognose haben wir anfänglich sehr schwachen Wind, der dann in den ersten Stunden etwas zunehmen und dann bis 20 Meilen vor dem Ziel konstant bleiben soll. In der Realität stimmt es dann in etwa so. Zum Glück ist der Wind sogar leicht stärker, als angesagt. Von der Küste weg, noch ohne Wellen, ist die Lupina ab 5 Knoten Wind schräg achterlich gerade noch segelbar. Mit Wellen würden die Segel zu stark schlagen. Je weiter wir von Mauritius wegkommen, umso mehr frischt der Wind auf (10-12 Knoten), leider aber auch die Wellen. Da kurz und steil sind diese überraschend aggressiv. Es dauert nicht lange, meldet sich bei Pia eine leichte Übelkeit an, insbesondere als bei einem heftigen Squall (kurzes Gewitter) noch ein wenig Anspannung ins Spiel kommt. Da wir nur einen Tag unterwegs sind, beeinträchtigt uns das nicht. Für mich als Nachtmensch ist eine verlängerte Nachtschicht eh kein Problem.
Anfahrt von La Réunion in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages.Beim Setzen von Gastlandflagge und Q-Fahne kann Pia schon wieder lachen. Ja, du siehst richtig: wir setzen die französische Fahne, die offizielle Flagge von La Réunion. Später erfahren wir, dass es sehr wohl eine lokale Flagge gibt. Sie zeigt einen roten Vulkan mit 5 Sonnenstrahlen auf blauem Grund. An Land bekommen wir ein Exemplar mit der Zahl 974. Es ist die offizielle französische Postleitzahlen-Kennung und Nummer des Übersee-Départements. Jetzt trägt Lupina stolz die Flagge von La Réunion.Wir sind noch etwas zu früh. Die Küstenwache hat uns per Funk mitgeteilt, dass wir erst ab 8:30 Uhr ins Hafenbecken einfahren dürfen. Also rollen wir einfach alle Segel weg, lassen uns treiben und geniessen ein kräftigendes Frühstück. Um 8 Uhr starten wir dann den Motor und legen die letzten 4 Meilen unter Maschine zurück. Genügend Zeit, um Festmacherleinen und Fender vorzubereiten.Marina Pointe de Galets, Le Port: Das professionellste und speditivste Einklarieren, das wir bisher erlebt haben. Ein Mitarbeiter der Marina und sein Helfer nehmen unsere Leinen in Empfang und machen diese fachkundig fest. Kaum ist der Motor aus, wird mir, dem Skipper, ein Willkommenspaket in die Hand gedrückt, das unter anderem auch einen Stadtplan, eine WiFi Karte und Zugangsschlüssen beinhaltet. Kaum ist der Marinero mit seiner Begrüssung fertig stehen die Behörden am Steg, stellen ein paar Fragen und keine 15 Minuten nach der Einfahrt in die Marina sind wir vollständig einklariert – ohne einen einzigen Gang in irgendein Büro! Wow!!Da alles so schnell erledigt ist, haben wir den ganzen Tag Zeit für erste Entdeckungen. Mit dem Stadtplan der Marina bewaffnet machen wir uns auf den Weg. Uns ist nach Grün, Natur und Park zu Mute. Im Parc Boise sind wir auch schnell im grössten Park der Stadt, merken hier aber schnell: er trifft nicht unbedingt den Geschmack der Bewohner von Le Port – der Park ist fast menschenleer.
Die Stadt Le Port ist sehr industriell geprägt und hat als wirtschaftliches Herzstück und einziger Industrie- und Handelshafen der Insel enorme Bedeutung. Im Gegensatz zu den touristischen Badeorten an der Westküste ist Le Port eine reine Arbeiter- und Industriestadt, die am Reissbrett geplant wurde. Die Stadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts gezielt rund um den Hafenbau gegründet. Heute wickelt der Hafen (Grand Port Maritime) fast den gesamten Warenverkehr der Insel ab.
Ein Haus aus der Anfangszeit der Stadt. Strassenkünstler haben in den letzten Jahren etwas Farbe in die Stadt gebracht.Was wir vorher nicht wussten: wir sind in der EU, in Frankreich! Die Währung ist der Euro, die Flaggen an öffentlichen Gebäuden ist die Trikolore, Autos laufen unter französischen Nummernschildern (Bild), gesprochen wird ausschliesslich Französisch, manchmal etwas Kreolisch aber fast kein Englisch. La Réunion zählt als eine eigene Region von Frankreich, ist voll in den französischen Staat integriert und das Staatsoberhaupt ist der französische Präsident.Einen grossen Unterschied zu Frankreich stellen wir aber schnell fest: die Restaurants und Bars, am Vormittag und über Mittag jeweils rege besucht (Bild), schliessen bereits am frühen Nachmittag. Ab 14 Uhr erscheint die Stadt menschenleer. Erst gegen Abend öffnen vereinzelt Lokale für eine kurze Zeit.Es ist deutlich kälter geworden. Temperaturen am Morgen unter 20 Grad sind keine Seltenheit. Trotzdem frühstücken wir wie immer im offenen Cockpit. Gut eingepackt stört uns das ganz offensichtlich nicht.
Die Vulkaninsel La Réunion entstand vor rund 3 Millionen Jahren im Indischen Ozean. Im Gegensatz zu den meisten Vulkanen der Erde liegt die Insel nicht an den Grenzen von tektonischen Platten, sondern entstand mitten auf der Afrikanischen Platte. Vor etwa 2 Millionen Jahren wuchs der Vulkan so hoch, dass er die Meeresoberfläche durchbrach und als Insel sichtbar wurde.
Aussicht von Cap Noir (Dos d’Âne): Das heutige Erscheinungsbild von La Réunion wurde durch zwei riesige Schildvulkane geprägt. Einer davon ist der Piton des Neiges, mit 3.070 Metern der höchste Berg im Indischen Ozean. Er ist der ältere Vulkan und baute den gesamten Nordwesten der Insel auf. Seine Aktivität endete vor rund 12’000 Jahren. Nach dem Einsturz seiner riesigen Magmakammern und durch starke Erosion entstanden tiefe Talkessel, wie derjenige von Mafate (Bild).Um die Insel zu bereisen mieten wir uns für 5 Tage ein Auto. Schon am ersten Tag, beim Parkieren zu unserer ersten Wanderung bei Cap Noir, passiert ein Missgeschick: der Parkplatz ist voll und ich will, wie andere Autos auch schon, in die Grasnarbe parkieren. Eine abgesägte metallische Halterung eines Schildes, die im 10 Zentimeter hohen Gras versteckt ist, sehe ich nicht. Als es laut zischt ist es zu spät: der rechte Vorderreifen ist hin, an seiner Aussenwand klafft ein grosser Riss.Kurzes Stossgebet (oder so etwas Ähnliches) gegen Himmel und der Entscheid, jetzt zuerst die Wanderung zu machen, sorgen dafür, dass die gute Laune schnell wieder Oberhand gewinnt. Der abenteuerliche, spannende Aufstieg zum Aussichtspunkt lässt den Frust über den platten Reifen definitiv vergessen.Aufstieg nach Cap Noir: Im Hintergrund der Indische Ozean und die Stadt Le Port, im Vordergrund Pia bei Kraxeln.Blick von Cap Noir über das Gebiet von Mafate: eine tief zerklüftete Caldera-Landschaft Der Wanderweg führt teilweise spektakulär auf dem Kamm der Abbruchkante entlang.Moralisch und seelisch gestärkt von der herrlichen Wanderung und den fantastisch schönen Eindrücken, klappt das Wechseln des Rades mit Links. Gelernt ist gelernt 😊Das defekte Rad ist nun im Kofferraum verstaut. Es ist Wochenende und wir wollen niemanden mit dem Ersatz des Pneus belästigen. Von der Autovermietungsfirma haben wir telefonisch 2 Garagen genannt bekommen, wo wir den Pneu ersetzen können. Für den Moment alles gut also. Da bei uns in Le Port das Nachtleben nicht zu existieren scheint, fahren wir in die nahe gelegene Touristenstadt Saint Denis. Im Stadtzentrum werden wir schnell fündig.Am nächsten Tag fahren wir an die Westküste der Insel. Wie üblich bei Schichtvulkanen finden sich der Küste entlang immer wieder Stellen, wo die flüssige Lava ins Meer geflossen ist, wie hier das Trou de Cuisinier bei Saint-Paul. Meist bleiben an den Abbruchkanten die Fliesskanäle der Lava als Höhlen mit glatten Innenwänden zurück.Ausflug zu einem anderen spektakulären Aussichtspunkt, nach Maido. Allein die Anfahrt über eine gut ausgebaute, äusserst kurvenreiche Bergstrasse ist die Reise wert. Je höher wir kommen, umso mehr dominiert ein Strauch mit gelben Blüten: der Europäischen Stechginster. Die Sträucher tragen wunderschöne, leuchtend gelbe Blüten, die in der warmen Sonne intensiv nach Kokosnuss duften. Die Zweige sind jedoch mit extrem spitzen, harten Dornen übersät. Ein schönes Landschaftsbild – denken wir, lesen aber später auf «Wikipedia»: Die Pflanze wurde um 1850 von europäischen Siedlern als natürlicher Weidezaun für das Vieh eingeführt. In den Höhenlagen hat sie sich jedoch zu einer hochinvasiven Art entwickelt, welche die langmütige, heimische Flora regelrecht erstickt.Der Piton Maido ist einer der spektakulärsten und meistbesuchten Aussichtspunkte auf La Réunion. Er liegt auf rund 2.200 Metern Höhe im Westen der Insel und wird wegen seiner atemberaubenden Kulisse oft als der „Balkon von La Réunion“ bezeichnet. Er bietet ein fantastisches Zwei-Seiten-Panorama.Blickt man gegen Westen, breiten sich vor einem die sanft abfallenden Hänge der Westküste aus, die bis hin zu den weissen Sandstränden und Korallenriffen des Indischen Ozeans reichen.Dreht man sich um, öffnet sich einem der tiefe, stark zerklüftete Vulkankessel des Piton des Neiges.Von einer hölzernen Aussichtsplateau blickt man senkrecht an einer fast 1.000 Meter tiefen Steilwand hinab in den isolierten Talkessel Mafate. Man sieht die winzigen, abgelegenen Dörfer (Inselchen oder Ìlets genannt), die wie Vogelnester auf engen Hochebenen ihren Platz gefunden haben.Am Montag früh stehen wir vor dem Pneu-Haus und lassen den defekten Pneu ersetzen. Da sie dieselbe Pneu Marke nicht vorrätig haben, müssen wir in den sauren Apfel beissen und auch den noch guten Pneu auf der Vorderachse ersetzen. Die ist eine gesetzliche Bestimmung und betrifft die Sicherheit – auch in der Schweiz.
Die Geschichte mit den Pneus sollte dann noch weiter gehen, unschön, und bis jetzt noch ohne Ende: Die Mietwagenfirma will einen Vorteil aus der Situation ziehen, indem sie darauf besteht, dass die beiden Reifen auf die ursprüngliche Marke zu wechseln sind. Dafür haben sie 400 Euro von der Kaution zurückbehalten. All dies erst nach der Fahrzeug Rückgabe. Bei der wurde uns nämlich noch schriftlich bestätigt, dass mit dem Fahrzeug alles in Ordnung sei. Erst spät in der Nacht kam dann das Schreiben wegen der «falschen» Marke – gleich zusammen mit der Rechnung. Wir haben dann noch telefonisch versucht, eine Einigung zu erzielen. Fruchtlos.
Der Gang zur lokalen Polizei und ein gepfeffertes Telefonat des zuständigen Beamten mit den Betrügern sorgte dann kurzfristig für Hoffnung bei uns. Grand merci à la Police National!! Leider aber hat die Autovermietung die 400 Euro bis heute noch nicht zurückerstattet. Wir bleiben dran!Mit neuen Vorderpneus geht es weiter, diesmal in den Süden, ins Gebiet des zweiten Vulkanes. Der Piton de la Fournaise ist noch aktiv. Er entstand vor etwa 500’000 Jahren im Südosten der Insel auf den Ausläufern des Piton des Neiges. Er gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde und bricht fast jedes Jahr aus, letztmals im Februar 2026. Da das Wetter schlecht ist, entscheiden wir uns für eine Fahrt ins Gebiet des stark zerklüfteten Vulkankessels, der in Richtung Südosten ausläuft. Hier sind die Talhänge besonders steil und die Gegend ist bekannt für ihre unzähligen Wasserfälle, die manchmal direkt irgendwo aus der Felswand sprudeln, wie hier im Gebiet Cascades de Takamaka.Einer von vielen wunderschönen Wasserfällen17. August 2026 – ein Tag zum Feiern: 3’000 Tage unterwegs mit der SY Lupina, 6. HochzeitstagWir versuchen es noch einmal mit dem Piton de la Fournaise. Der Tag bricht gerade an, als wir von der Lupina losfahren. Nicht das kleinste Wölklein ist am bereits stahlblauen Himmel zu finden. Perfekte Bedingungen also, den aktiven Vulkan zu besuchen. Aber genau als wir von der Hauptstrasse auf die Zufahrtsstrasse zum Vulkan abbiegen, schiebt sich vom Meer her eine dünnen Wolkenschicht in unsere Richtung. Wir sind noch nicht ganz oben angelangt, befinden wir uns in dichtem Nebel, aus dem es sogar leicht regnet. Vulkanstrasse. Bei solchen Löchern im Belag geht es nur noch im SchritttempoWir befinden uns auf 2’200 Metern mitten in der Wolkendecke. Es ist mittlerweile kalt geworden, gerade mal 10 Grad! Keine Aussichten auf Besserung. Nebel ist also alles, was wir vom Vulkan zu sehen bekommen ☹So könnte es bei schönem Wetter aussehen (Google-Bild)Mittlerweile regnet es über der ganzen Insel. Stört uns nicht! Gerne würden wir davon etwas in die Schweiz schicken, von wo wir traurige Bilder erhalten. Sainte-Rose an der Ostküste zieht uns wegen seiner Geschichte an. Ein Denkmal (auf der Anhöhe hinter der Marina) erinnert hier an die koloniale Rivalität zwischen Frankreich und Grossbritannien zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Im August 1809 unternahm die britische Marine mit einer Fregatte und zwei Korvetten den Versuch, die damals französische Île Bonaparte (heute La Réunion) über den Hafen von Sainte-Rose zu überfallen und zu besetzen. Der Angriff wurde erfolgreich zurückgeschlagen.Bei jedem Vulkanausbruch fliesst Lava über die Hänge hinunter und überzieht alles, was darunter liegt, mit einer über 1’200 Grad heissen, glühenden Teigmasse, die, wenn sie abgekühlt ist, alles unter einem schwarzen, harten Steinmantel versteckt. Wie ein Wunder ist diese Kirche bei einem Ausbruch im April 1977 zwar von Lava umflossen worden, aber ihre Steinmauern hielten dem Druck stand. Einzig die fest verriegelte Holztüre verkohlte, und eine geringe Menge der Lava konnte in die Kirche gelangen. Der angerichtete Schaden blieb aber sehr gering.Weiter im Süden, nahe der Küstenstrasse, erneut Wasserfälle, die scheinbar aus den Felsen fliessen. Das stille Rauschen des Wassers und das wohltuende Grün wirken sehr beruhigend und erzeugen positive Gefühle.An der Südostküste vergrössert sich La Réunion auch heute noch. Bei jedem neuen Vulkanausbruch lassen erkaltende Lavaströme die Landmasse stetig weiter in den Ozean hineinwachsen. Auch entlang der Südküste existieren viele Stellen, wo sich Lava und Meer getroffen haben. Kannst du dir vorstellen, wie es dabei zischt und dampft? Wie sich durch das schockartig gekühlte Gestein klirrend und knallend Risse bilden? Ein Kampf Wasser gegen Stein – wer gewinnt?Die Stelle, wo die Lava beim neuesten Ausbruch im Februar 2026 über die Küstenstrasse floss. Die Strasse wurde erst wieder vor ein paar Wochen repariert und über den entstandenen Steinteppich gebaut. Die Oberfläche sieht jetzt noch glatt aus, wie eine Teigmasse. Dieses Material ist sehr porös und wird schnell verwittern. Die enthaltenen Mineralien sorgen für einen nährreichen Boden. Schon nach nur 3 Jahren werden die ersten Pflanzen darauf wachsen können und nach 30 Jahren wird alles schon übergrünt sein.Während wir uns auf der Insel erkunden, liegt unsere Lupina sicher in der Marina.Zurzeit hat es keinen Wind – das Meer ist spiegelglatt – vorerst werden wir also noch einige Tage in La Réunion bleiben. Nach dieser Aufnahme mit der Drohne eine Schrecksekunde für mich …… zum 2. Mal passiert es mir nun, dass die Steuerkonsole (graues Teil) ihren Geist aufgibt. Vor etwas mehr als einem Jahr, nach einem Software-Update, als ich die Drohne starten wollte – plötzlich kein Strom mehr auf dem Gerät. Jetzt mit einer anderen Konsole, die ich seit knapp einem Jahr in Betrieb habe, passiert das Gleiche, aber diesmal im Flug! Maximaler Adrenalinausstoss: wie krieg ich die Drohne wieder heil aufs Schiff? Zum Glück ist sie so programmiert, dass sie zum Startpunkt zurückkehrt. Nur gibt es auf dem Schiff keinen wirklich geeigneten Landeplatz und viele Hindernisse. Mit einem Fischernetz bewaffnet gelingt es mir, die Drohne rechtzeitig abzufangen, bevor sie mit dem Rigg kollidiert. Sollte zufällig jemand mitlesen, der sich mit DJI-Drohnen auskennt: ich brauche eine neue Steuerung, die mit einer Mavic Air 2 zusammen funktioniert. Jeder Tipp ist willkommen.Den Frust über den Ausfall der Drohnen-Steuerung spülen wir in einer unserer zwei Lieblingsbars runter. Ja, richtig gelesen: mittlerweile haben wir Lokale gefunden, die nicht schon am Mittag Luken dicht machen 😉 Dieses passt besonders gut zu uns, «Le Boucanier» oder zu Deutsch: der Seeräuber.Wir sind nun bereits 2 Wochen auf La Réunion, und so langsam steigt die Reiselust wieder. Das merke ich vor allem dann, wenn Pia Kochpläne schmiedet und beginnt Frischwaren, für eine Überfahrt zu bunkern. Was feine Früchte und frisches Gemüse anbelangt, ist La Réunion ein Schlaraffenland. Am jeweils Mitte der Woche stattfindenden Markt können wir uns üppig eindecken.Auch auf La Réunion gibt’s den Sankt Nikolaus 😉Unser nächstes Ziel ist Madagaskar. Wir warten noch die uns passenden Windverhältnisse und vor allem Wellenhöhe ab. Auf dieses Wochenende ist eine Front angesagt, die 6 Meter hohe Wellen aus dem Süden zu uns schickt. Das wollen wir uns nicht zumuten. Aber sobald die Verhältnisse für uns stimmen, heisst es wieder: «Leinen los und auf zu neuen Ufern!» Bis dahin pflegen wir noch Seglerfreundschaften (diese Woche sind 3 uns bekannte Schiffe eingetroffen) und geniessen einfach das Leben auf der Insel mit dem so wohlklingenden Namen «La Réunion»