Von Singapur zurück nach Indonesien

2. – 27.2.2026

Unser Schiff ist nun schon fast 2 Wochen in der Werft. Die Arbeiten machen gute Fortschritte. Wir sind mit dem Yard sehr zufrieden. Alles läuft nach Plan und wie vereinbart. Weniger Freude haben wir an der Volvo Vertretung «Pamarine», die uns falsche Teile liefert und viel zu hohe Arbeitskosten verrechnen will. So müssen wir kurzerhand umdisponieren und die Werft mit dem Ersatz der Wellendichtung und der Motorfundamente beauftragen. Diese macht dann auch einen ausgezeichneten Job in weniger als der halben Zeit, wie «Pamarine» veranschlagt hatte.

Singapur, Marina Bay Sands und Bayfront by Night. Der gute Service der Werft ermöglicht es uns, viel Zeit in der Stadt zu verbringen und Singapur weiter zu erkunden.
Mit den Silentblöcken (Motorfundamente, roter Kreis auf dem Bild), die extra von Volvo in Schweden bestellt werden mussten, haben wir Glück. In weniger als einer Woche erreichen sie die Werft und können von dieser umgehend eingebaut werden, noch vor den einwöchigen Betriebsferien anlässlich des chinesischen neuen Jahres am 17. Februar.
Wir nutzen die Gelegenheit, um Sachen zu reparieren oder zu ersetzen, die schon länger auf unserer Projektliste stehen. So haben wir zum Beispiel in Fiji wegen Mangels an Ersatzteilen die Endkappe unseres Auspuffwassersammlers (am Boden liegend), welche total verrostet war, reparieren müssen. Wir haben dann bei unserem nächsten Urlaub in der Schweiz einen neuen Wassersammler besorgt, und führen diesen seither auf dem Schiff mit. Nun wird der Neue eingebaut.
Die Reparatur der Endkappe in Fiji hat 2 Jahre gehalten. Dass es nun aber höchste Zeit wurde für den Austausch, zeigt dieses Bild: die Korrosion ist deutlich fortgeschritten.
Wir lassen uns von der Werft dazu überreden, unseren Propeller mit einem speziellen Lack zu beschichten, welcher den Bewuchs von Muscheln und anderen Lebewesen verhindern soll. Wäre super, wenn es funktioniert!
Seit wir unsere Lupina besitzen, hat die manuelle Bilgenpumpe nicht richtig funktioniert. Bisher haben wir diesem Problem kein grosses Augenmerk geschenkt, da sie einerseits sehr eng verbaut ist und andererseits ja noch eine automatische Pumpe vorhanden ist. Zudem ist unsere Bilge eigentlich immer trocken und die Pumpe kommt fast nie zum Einsatz. Das Problem mit der tropfenden Wellendichtung hat uns aber gezeigt, dass es schon noch gut wäre, wenn auch die Handpumpe funktionieren würde. Ich nutze also die Gelegenheit in der Werft, baue das Ding aus und zerlege es.
Eine kleine Überraschung: die Austrittsklappe der Pumpe ist verkehrt herum eingebaut. Ich drehe sie um, so dass die flache Seite richtig abdichten kann. Siehe da, das Teil funktioniert jetzt einwandfrei.
Eine Woche früher als geplant sind alle Arbeiten bis auf den hydraulischen Achterstag-Spanner in der Werft erledigt. Unsere Lupina wird in die Hebegurten des Liftes gehängt und für die Fahrt ins Wasser vorbereitet.
Das Einwassern des Schiffes ist immer ein kitzliger Moment: ist alles dicht? Der Chauffeur des Travel-Liftes scheint sehr zuversichtlich zu sein.
Lupina auf dem Weg ins Wasser. Alles dicht! Auch der darauffolgende Seatrial (Probefahrt) verläuft positiv. Lupina ist bis auf den oben erwähnten Achterstag-Spanner wieder reisefertig. Dieser braucht neue Dichtungen und ist von der Werft an eine auf hydraulische Geräte spezialisierte Firma vergeben worden. Kein Problem, wir haben ja die Marina noch für eine Woche gebucht, und das Teil kann auch eingebaut werden, wenn das Schiff am Steg schwimmt.
Das Einwassern der Lupina kommt gerade rechtzeitig zu Pia’s Geburtstag.

Nach einer gründlichen Reinigung des Schiffes zügeln wir vom Hotel wieder auf die Lupina. Kurz vor dem Wochenende wird auch der revidierte hydraulische Achterstag-Spanner angeliefert. Böse Überraschung: er funktioniert nicht mehr richtig, es kann kein Druck aufgebaut werden. Das Handbuch meint für diesen Fall: Luft im System oder zu wenig Öl. Kein Problem, meint der Spezialist und nimmt ihn wieder mit. Er verspricht, ihn Anfangs der folgenden Woche wieder zu bringen. Wir sind zuversichtlich.

Nach getaner Arbeit, das Vergnügen. Erneut fahren wir in die Stadt, diesmal zu den Gärten an der Bay, «Gardens by the Bay». Das Bild zeigt den Libellen Teich mit einer der vielen Skulpturen, im Hintergrund das Marina Bay Sands Gebäude
Ein weiteres Wahrzeichen von Singapur: die künstlichen Bäume. Im Wald der Super Bäume (Supertree Grove) steigen wir in die Baumkronen und besuchen das Observatorium.
Teil des Parks sind die beiden riesigen Gewächshäuser «Cloud Forest» und «Flower Dome». Wir entscheiden uns für den Ersten, insbesondere auch, weil hier kürzlich der Jurassic Park Einzug gehalten hat. Eine riesige, geschlossene Glaskuppel überspannt einen Berg, der von Pflanzen aus dem tropischen Regenwald bewachsen ist. Der Zugang auf den Berg und in sein Inneres erfolgt über kühn geschwungene Brücken und Rampen. Echte Wasserfälle, künstliche Wolken und sich bewegende Saurier versetzen einem in eine andere Welt.
Diverse Saurier entrücken uns mitten in den Jurassic Park. Wir sind froh, ist dieser T-Rex zwar naturgetreu, aber nicht echt.
Nach dem Bummel durch die Natur zieht es uns ins moderne Singapur. Die Hotel Lobby des Marina Bay Sands Hotel ist gewaltig.
Die «Helix Brücke» – eine Fussgängerbrücke – hat die Form einer DNA Doppelhelix, inspiriert von der genetischen Struktur des Lebens selbst.
Der Merlion – Singapurs Wahrzeichen. Die Statue mit dem Kopf eines Löwen und dem Körper eines Fisches steht an der Marina Bay und spritz Wasser aus ihrem Mund. Der Name Merlion kommt von Meerjungfrau (Mermaid) und Löwe (Lion). Der Löwe signalisiert Stärke und Mut und passt als Symbol perfekt zu Singapur, der Löwenstadt (Singha = Löwe, Pura = Stadt). Der Legende nach ist Singapur zu ihrem Namen gekommen, als ein indonesischer Prinz hier einen der seltenen Löwen gesehen haben will. Er sei von der Begegnung so beeindruckt gewesen, dass er in der Folge den Ort Singapur nannte.
Chinatown: Der Bazar wird dominiert vom chinesischen neuen Jahr. Ins Auge stechen einem dabei die Farbe Rot und der Mandarinenbaum. Rot ist die Glücksfarbe schlechthin im chinesischen Kulturkreis. Der Mandarinenbaum verkörpert Wohlstand und Reichtum. Die Früchte symbolisieren mit ihrer runden Form Vollkommenheit und Einheit in der Familie. Sie stehen für Frische und einen guten Start ins neue Jahr.
Chinatown: yummie!! Leckeres chinesisches Essen. Und schau dir mal die Preise an!! (1 Singapur Dollar entspricht etwa 0.6 Schweizer Franken)
Singapur – eine Stadt der Gegensätze: hier eine top moderne Shopping Mall mit allen namhaften Marken ….
… und direkt um die Ecke ein einfacher Schuhmacher, der mit Arbeit gut ausgelastet ist.
Hochzeit im «The Fullerton Bay Hotel». Ich geb’s ja zu: die Autos haben mich mehr beeindruckt als die Braut😊

Unsere Marina liegt am westlichen Rand von Singapur. Direkt vor dem Marina Gelände befindet sich die Endstation der Ost-West Bahn. Der öffentliche Verkehr ist effizient und sehr preiswert. Wir nehmen die rund einstündige Fahrt ins Stadtzentrum jeweils gerne in Kauf. Da unsere Pendenzen auf der Lupina bis auf den Achterstag-Spanner erledigt sind, können wir die Tage unbeschwert geniessen. Aber ….

… auch nach dem 5. Versuch, das Gerät richtig zu entlüften und mit Hydraulik Öl zu befüllen: es funktioniert nicht mehr. Beim 6. und letzten Versuch bin ich persönlich dabei und beobachte jeden Schritt. Wir bekommen es nicht hin! Ich vermute, irgendwo ist ein der neu eingesetzten Dichtungen falsch oder fehlerhaft.
Da unsere Visa ablaufen, beschliessen wir, das Achterstag mit Gewindestangen zu sichern. Zur Sicherheit kommt noch ein Spannset dazu. Das nun defekte Gerät nehmen wir an Bord und lassen es bei nächster Gelegenheit von einem anderen Fachspezialisten nochmals prüfen.
Letzter Ausflug in die City. Wunderbare Abendstimmung über das Business Center.
Den letzten Tag vor unserer Abreise sind wir mit Bunkern von Frischwaren (Gemüse / Früchte) beschäftigt. Den Sonnenuntergang über der malaysischen Stadt Kampung geniessen wir vom Pier der Raffles Marina.
Am Valentinstag (14. Februar) klarieren wir aus und verlassen Singapur in Richtung Indonesien. Dabei müssen wir eine der am dichtest befahrenen Seestrassen der Welt, die Singapur Strait, überqueren. Spannend! Alles läuft ohne Probleme. Der Blick in Richtung unseres Kielwassers zeigt einen regen Schiffsverkehr.
Wir sind glücklich! Nach rund 3 Monaten in Singapur sind wir endlich wieder unterwegs.
Am 16. Februar klarieren wir in der Nongsa Point Marina in Batam (Indonesien) ein. Wie immer übernimmt Pia die Aufgabe, Gastlandflagge und gelben Quarantänewimpel zu setzen.
Da der Marina Besitzer ein Chinese ist, wird auch hier das chinesische neue Jahr gefeiert. Ideales Timing für uns: am Vorabend des neuen Jahres findet bei uns auf der Marina Pier (Bild) ein grosses Fest mit Buffet statt …
… und am Neujahrestag, dem 17. Februar, findet ein ähnliches Fest mit traditionellem Löwentanz (Bild) in einem rund fünf Gehminuten entfernten Resort statt, das ebenfalls dem Besitzer der Marina gehört.
Einer unserer Lieblingsplätze in Batam: die Turi Island Bar verwöhnt uns mit ihren Happy Hour Drinks.
Am 18. Februar heissen wir Robin (rechts im Bild), den Sohn von guten Walliser Freunden, auf unserer Lupina willkommen. Er heuert für die nächsten rund 8 Wochen als Crewmitglied auf der Lupina an. Die ersten Fahrten hat er hinter sich und er scheint Freude daran zu haben.

Für die Weiterreise ab Batam haben wir einen Törn über Borneo (wir hoffen, dort eine Expedition zu den Orang-Utans machen zu können) und Sulawesi nach Flores vorgesehen. Unser neues Crewmitglied, Robin, scheint seetauglich zu sein. Die Fahrt südwärts durch die Chinese Sea bis zur Insel Belitung hat er bereits erfolgreich absolviert. Ist er auch seefest über die ungemütliche Java See? Wir werden es bald aus seiner eigenen Feder erfahren. Ich darf als Schreiberling nun für die nächsten Wochen Pause machen 😊

Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!

Eine Antwort auf „Von Singapur zurück nach Indonesien“

  1. Wie sich die Bootsarbeiten an unseren (Schwester-)Booten gleichen, leider jetzt auch bei Eurem Achterstagspanner. Wir hatten ja das Problem auf dem Weg nach Toau und mussten ebenfalls erst einmal improvisieren.
    Und die Endkappe vom Wassersammler war schon in den USA fällig, also deutlich eher als bei Euch.
    Super schaut sie jetzt wieder aus, Eure Lupina. Und sie glänzt wunderbar!
    Liebe Grüße aus NZ,
    Wiebke und Ralf

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