Nachtfahrten, Hominiden, gemeine Fischernetze und ein schwimmender Markt auf Borneo (Kalimantan)
Das Reiselogbuch des «Kepiting Batu» (auch bekannt unter Robin Locher) 7.3. – 17.3.2026
Die Insel Borneo hat es in sich. In zehn kurzen Tagen haben wir eine üppige Vielzahl unterschiedlichster Eindrücke eingesammelt. Ich hoffe nun, der Leser möge sich für unsere Erlebnisse in Kalimantan (indonesischer Teil von Borneo) ebenso begeistern wie wir, auch wenn dieser Bericht etwas länger ausgefallen ist.
Die Miniinsel Ayam, unser letzter Stopp in Küstennähe von Belitung. Hier beginnt die zweite Etappe meiner Reise auf der Segelyacht Lupina. Zwei Tage und zwei Nächte soll die nächste Fahrt dauern – meine erste Doppelnachtfahrt. Im Dämmerlicht verwandelt sich unsere liebliche Insel mit ihren hohen Kokospalmen in ein «Krokodil auf Stelzen», das uns den Weg in die Javasee weist, Richtung Borneo. Welch ein sinniger Abschied!Die Javasee zeigt sich erst einmal von ihrer unruhigen Seite. Lange Zeit bläst der Wind mit über 20 Knoten, am Wind Kurs 60° aufs Schiff. Wir hissen das die Fock, das Segel für starke Winde. Bei Manövern auf Deck sichert sich Köbi mit Schwimmweste und Leine.Am Tag darauf erreichen wir die Südküste Borneos. Die Windabdeckung durch die Landmasse im Norden schenkt uns eine total ruhige See. Beinahe ohne Wind sind nur noch kleine Kringel auf der Wasseroberfläche zu sehen. Ein Gefühl des Schwebens stellt sich ein, bei glattem Meer. Doldrums, Doldrums, Doldrums. Streckenweise gleiten wir unter Motor durch das diesige Licht, welches die Horizontlinie rund um uns verschwimmen lässt.Unser erstes Ziel in Kalimantan ist die Stadt Kumai, von wo aus wir eine drei tägige Bootsexkursion in den Tanjung Puting Nationalpark unternehmen wollen. Von der Meeresmündung fahren wir etwa 15 Meilen den breiten Kumai-Fluss hinauf, vorbei an malerischen Frachtern, bis vor die Stadt. Majid, unser Tourorganisator und Urheber dieses Bildes, offeriert uns ein Nachtessen in seinem Hotel. Wir nehmen gerne an, es mundet vorzüglich. Zum selber Googeln: Hotel Majid, Kumai.Das Ankern im Fluss hat seine Tücken: Bei Flut ändert sich die Fliessrichtung und das Meerwasser drückt hoch in den Flusslauf und kurz nach unserer Ankunft rupft ein Gewitter mit 30 Knoten Wind an der Lupina. Nach einer ersten Nacht sind wir zuversichtlich, dass der Anker hält. Atman, hier im Bild, wird während unserer Abwesenheit auf der Lupina Wache halten, sollte doch etwas schiefgehen. Merci Adi, für den sagenhaften Tropenexkursionshut! 😉Los geht der Spass! Eine Handvoll Flussboote verlässt heute mit uns den Kumai-Fluss und biegt in einen Zubringer, der uns zu den drei Orang-Utan-Futterstellen im Nationalpark bringen soll. Nördlich des Zubringers breiten sich weite Palmölplantagen aus, weiter oben am Fluss werden Goldminen betrieben und auf der Südseite erstreckt sich der Tanjung Puting Nationalpark bis hinunter ans Kapp. In unseren drei Tagen und zwei Nächten auf dem Fluss bekommen wir nur den nördlichsten Rand des Schutzgebietes zu Gesicht.Ein paar erlesene Fakten zum Naturpark.Die Flussboote (Klotoks) sehen je nach Tourenanbieter ein bisschen anders aus, der Service scheint aber bei allen derselbe zu sein. Unser Tourguide und Übersetzer Arya bemerkt, dass zu Spitzentagen bis zu 50 Boote auf die Stecke gehen. In der Nebensaison ist es wunderbar ruhig. Ab und zu winken wir einem vorbeiziehenden Boot. Unser Kapitän zeigt keine Eile.Majid hat uns mit themengerechten T-Shirts ausgerüstet. Sie zeigen eine 500-Rupia-Note mit Orang-Utan-Emblem. Heutzutage ist die Note nicht mehr im Gebrauch – aufgrund der Entwertung ausgestorben, sozusagen. Wir freuen uns tierisch auf die Menschenaffen (Fachausdruck: Hominide)!Und da sind sie, die Waldmenschen (Indonesisch: orang = Mann, hutan = Wald)! Sie kennen die Fütterungszeiten und erwarten uns. Zügig aber elegant wandern sie über unseren Köpfen von Ast zu Ast, von Baum zu Baum. Die Orang-Utans springen nicht, wie ihre kleineren Verwandten, sie schaukeln sich an einem Ast oder Baum solange hin und her, bis sie den Nächsten zu greifen bekommen.Ein Weibchen mit Nachwuchs: Die Verbindung Mutter-Kind ist äusserst ausgeprägt. Das Junge bleibt die ersten beiden Lebensjahre stets bei seiner Mutter und lässt sich überallhin tragen. Für bis zu sieben Jahre wird es von der Mutter in den Lebenstechniken unterwiesen, sei es bei der Futterbeschaffung, der medizinalen Wirkung von Pflanzenteilen, bis hin zum Nestbau für die Nacht.Das Alpha-Männchen, territorial, lebt meist solitär und kümmert sich nicht um die Kindererziehung. Die bezeichnenden Gesichtswülste und Halslappen entwickeln sich erst beim Erwachsenwerden, etwa ums 18. Lebensjahr. Mächtige Beisser haben sie auch! Disclaimer: Jegliche Ähnlichkeit mit (euch) bekannten Personen, haben sich diese selbst zuzuschreiben.Pondok Tanggui ist eine von mehreren Futterstationen. Warum werden die Orang-Utans überhaupt gefüttert, und warum mit Bananen, Maiskolben oder anderen Kulturpflanzen? An diesen Stellen wurden zur Arterhaltung Orang-Utans aus Zoobeständen ausgewildert. Um ihnen den Einstieg in die Wildnis zu erleichtern und ihre Entwicklung zu beobachten, wurden sie anfänglich gefüttert. Die Population hat sich gut entwickelt und die Fütterungen wären nicht mehr nötig. Unser Tourführer Arya ergänzt, dass die tägliche Fütterung um 15 Uhr vor allem aus touristischen Gründen weitergeführt wird. Nicht von ungefähr ist der Tanjung Puting Nationalpark Kalimantans berühmteste Touristendestination (laut Lonely Planet).Ein Alpha-Männchen besetzt das Buffet. Arya erklärt weiter, dass die spezifische Weise, wie die ausgewilderten Orang-Utans eine Banane zu vertilgen pflegen, in den Rehabilitierungszentren erlernt wurde. Seither lernen es die Jüngeren von der vorangehenden Generation.Vorhang auf im Camp Leakey! Das Ganze hat etwas von einer Impro-Theater-Aufführung. Weder Schauspieler noch Zuschauer wissen, was noch alles passiert. Zu den Stars der Manege gesellt sich hier ein kleinerer, flinker Gibbon-Affe (er sitzt oben im Baum, leider schwerlich zu erkennen) und mischt die Szenerie auf!Zurück auf dem Klotok geht’s weiter zum nächsten Posten. Unser Kapitän Yon ist der Stimmungsgarant auf dem Boot. Good vibes, Yon!Das Küchenteam Rossi und Ruby: Sie zaubern uns 3x täglich ein Kunstwerk. Schnippeln direkt über dem Motor, wo es laut und heiss ist. Kein Zuckerschlecken!Selbstverständlich geht es bei der Flussfahrt nicht nur um die Orang-Utans. Rudi hält Ausschau nach Krokodilen, Nasenaffen, Makaken, Kingfisher, Uhus, Wasserschlangen, Anlegestellen und Gewitterwolken.Während unser Klotok weiter den Sekonyer-Fluss hinauftuckert, wird unter Deck gewerkelt und gekocht. Rudi und Arya machen das Boot mit zwei Leinen an einem Büschel Pandanus-Sträucher fest und wir werden zum Znacht mit Kerzenlicht gerufen. Auf einer Nachtexkursion finden wir Fledermäuse, Insekten, Riesenameisen, Glühwürmchen und Baumpilze, deren Sporen wie dicke Rauchschwaden aus dem Dickicht aufsteigen. Hier ein Kingfisher, erstarrt zur Salzsäule im Blendelicht unserer Taschenlampen.Am Morgen darauf ist Köbi wieder früh auf. Die Sonne ist noch mild, die Fauna auf allen Seiten aktiv und das Licht stimmt für das erste von tausend täglichen Fotos…Unser Dschungeltour neigt sich dem Ende zu – leider viel zu schnell. Pia mit Rossi und Ruby auf dem unteren Deck. Die anfängliche Zurückhaltung ist einer Herzlichkeit gewichen. Am letzten Morgen hockt sich die Crew zu uns aufs Touristendeck und wir führen radebrechend Gespräche über die Arbeit, den Ramadan, das Leben in Kumai und den Schnee in der Schweiz, halt so gut wie’s geht. Endlich kann ich wieder jemandem mit meinen ach so spannenden Fotos meiner Trockenmauerprojekte zu Leibe rücken. Ich bin in Hochstimmung!Von links nach rechts: Pia, Chef Ruby, Kapitän Yon, Assistenz Rudi, Köbi und Robin, Guide Arya. Vielen Dank für alles! Bei Interesse: Majid Hotel in KumaiZurück in Kumai: am späteren Nachmittag ist mächtig was los, die Leute erledigen ihre Besorgungen und die Warungs (kleine Restaurants) bereiten die Abendmahlzeiten vor. Es ist noch immer Ramadan, zwischen 4 Uhr morgens und 18 Uhr wird nicht gegessen!Eine Momentaufnahme: der kleine Frachter wird beladen und ein heimgekehrter Fischer reinigt seine Utensilien.Wir wollen uns für die nächste Doppelnachtfahrt mit dem Nötigsten eindecken. In der Nähe des Fährhafens finden wir den Lebensmittelmarkt. Eine Familie hat ihren eigenen, mobilen Stand vor der Markthalle aufgestellt.In der Fischabteilung der Markthalle wird der heutige Fang ausgenommen und feilgeboten.Pia und Köbi in der Fruchtabteilung. Zahlenbeträge werden mittels Taschenrechneranzeige kommuniziert. Ich freue mich aufs obligate Müesli morgen früh.Handtasche von Gutschi oder Luis Wuiton? Indonesien mit seinen gut 285 Mio. Einwohnern (viert grösstes Land der Welt) verfügt über einen riesigen Binnenmarkt. Uns fällt auf, dass wir – ausser dem allgegenwärtigen Coca-Cola – selten ausländische Produkte sehen, vieles scheint in Eigenmarke produziert zu werden. Apropos: Hat jemand schon mal Zigaretten mit Colageschmack probiert? Gibt’s hier.Am darauffolgenden Tag sind wir wieder unterwegs, den Kumai Fluss runter bei Ebbe, dann südwärts entlang der Küste des Nationalparkes. Eine starke Gewitterbildung über der Landmasse beschert uns einen Wind aus dem Südwesten, wir müssen aufkreuzen. Pia und Köbi beim Znacht vor dem Eindunkeln. Die Schichten für die Nachtwache sind eingeteilt und wir sind bereit für die erste von zwei Nächten unter Segeln.
Im Fischnetz gefangen
Mittlerweilen ist es dunkel geworden und plötzlich ist der südliche Horizont vor uns erleuchtet von den Bootslampen der lokalen Fischer. Das Meer ist hier viel flacher als auf der Seekarte vermerkt. Seit einer Weile messen wir nur noch 4.5 bis 5m Wassertiefe und unser Kiel braucht gut zwei Meter. Der Boden ist zwar topfeben und sandig, aber wir sind beunruhigt und behalten die Tiefenanzeige konstant im Auge.
Gegen 19:30 Uhr passiert’s! Ein schabendes Geräusch am Unterwasserschiff lässt uns aufschrecken. Wir verlieren an Fahrt und es ist sofort klar, dass wir etwas eingefangen haben. Schnellstmöglich nehmen wir die Segel runter!
Mit unseren Lampen zünden wir ins mondlose Dunkel und entdecken eine nicht endende Reihe weisser Styropor-Schwimmer mit welchen die Netze der Fischer in der Schwebe gehalten werden. Offensichtlich hat sich das Netz im Ruder oder gar an der Schiffsschraube verhakt. Was kann passieren? Im schlimmsten Fall und bei hohem Seegang kann ein Netz das Ruder abreissen (beschädigen) oder das Heck des Schiffes wird vom Netz soweit hinuntergezogen, dass die Wellen aufs Boot und in den Schiffsbauch laufen können. Ich bemerke, dass ich plötzlich an die Erzählungen über Hunde denken muss, die angeblich bei Stress unverzüglich in einen tiefen Schlaf fallen, also in den «Freeze-Modus» wechseln… wie gern würde ich jetzt unter Deck in meiner Koje liegen und mich weit wegträumen! In geändertem Aggregatszustand hin zu Orten, wo mich keine unbekannten Netze in die dunklen Tiefen einer unruhigen See ziehen!
Zum guten Glück sind Wind und Wetter nicht allzu garstig. Als erstes: Schwimmwesten an! Wir versuchen das Netz mit dem Bootshaken zu greifen. Die tragenden Seile am Netz sind straff gespannt und die Strömung treibt uns weiterhin ins Netz. Einfach Motor an und rückwärts raus ist keine Option. Wir wissen nicht, ob die Schiffsschraube frei ist. Wir werfen den Anker. Die Dunkelheit, die Strömung, die fehlende Fahrt und der Zug des Netzes: Ich habe Mühe mich zu orientieren. Drehen wir uns? Verheddern wir uns weiter? Löst uns eine glückliche Welle oder Strömung aus dem Netz? Leider nicht.
Mit den Lampen versuchen wir uns bei den Schiffen in der Umgebung bemerkbar zu machen. Diese sind nur schwach beleuchtet und bei Nacht ist es schwierig, ihre Entfernung einzuschätzen. Ein Fischerboot antwortet und nimmt Kurs auf uns. Wir entscheiden zuzuwarten, bevor wir uns am Netz zu schaffen machen, schreiben eilig ein paar nützliche Wörter aus dem Indonesisch-Diktionäre heraus, um uns bestmöglich verständigen zu können (musste reichen: tolong = Hilfe, tali = Seil, di bawah = unten, lagi = noch immer und sauh = Anker). Langsam holt das Fischerboot sein Netz ein. Als wir in Rufdistanz sind, signalisieren sie uns, das Netz durchzuschneiden. Darauf haben wir gewartet! Köbi hat bereits alles vorbereitet – bei dem Wellengang ist es trotzdem eine Herausforderung. Das Netz und die Seile rupfen und ziehen, sind schwer zu bändigen. Schliesslich gelingt es uns, dass Netz zu kappen, aber immer noch hängt es ums Ruder fest.
Unterdessen ist ein junger Fischer über die Verbindungsleine zu uns herübergeklettert und hilft dabei, die verhedderten Resten loszuwerden. Am Heck hängend versucht er das Netz am Ruder entlang mit seinen Füssen runter zu strampeln. Das hilft, bald sind wir frei und wir können die verbleibenden Resten losschneiden. Köbi taucht zur Sichtkontrolle mit Schnorchel und Brille unters Schiff und ich zünde von oben her, damit er was sieht.Ruder und Schraube sind endlich wieder frei und nach drei Stunden etwa um 22:30 Uhr haben wir die Segel wieder gehisst. Was für ein Glück, was für eine Erleichterung – aber nee, aus diesem Seemannsgarn knüpf’ ich mir bestimmt keinen Traumfänger!Der folgende Tag sowie die zweite Nachfahrt ziehen – zu unserer Erleichterung – ereignislos an uns vorüber. Wir nähern uns der Mündung des Barito-Flusses und werden Zeugen eines Naturspektakels: kilometerweit strömen das dunkle Meerwasser und das braune Flusswasser einander entlang, ohne sich zu verwirbeln.Ein Spektakel der etwas anderen Art erwartet uns wenig später, näher an der Mündung des Barito Rivers. Der Plotter am Pilotentisch zeigt eine wollknäuelartige Anhäufung grosser Frachter, Schlepper und Barges (nicht-motorisierter Lastkahn). Ein logistischer Knotenpunkt, der selbst den Gewässern vor Singapur Konkurrenz macht! Eine Skyline der Kohlefrachter, wie wir später herausfinden. Hier müssen wir durchzirkeln. Banjarmasin, die Stadt am Barito, liegt wieder einige Meilen flussaufwärts. Wir biegen in die Mündung und reihen uns ein zwischen den Schleppern mit ihren leeren Bargen, die weiter oben am Fluss ihre neue Fracht abholen.Wie überall bisher auf unserer Reise, werden wir von vielen freundlich winkenden Bootfahrern willkommen geheissenWir ankern auf Höhe des Hafens, wo die Kontainerfrachten gelöscht werden. Ein in der Flussmitte liegendes, halbversunkenes Schiffwrack dient uns als Schutz vor den grösseren, vorbeiziehenden Brummern.Frühmorgens um viertel vor vier holt uns Tailah – unser Tourguide für den Tag – per Holzboot direkt bei der Lupina ab. Der alte Kahn hat schon unzählige Anstriche bekommen und wieder verloren. Er ist bunt wie die Schwanzfedern eines Hahnes und sein Motor knattert wie eine Royal Enfield auf Steroiden. Einzig Pia, als echter Reiseroutinier, denkt frühmorgens daran, die Ohrenstöpsel einzupacken. Nach indonesischer Manier geht’s ohne grosses Halli-Hallo gleich los, gut zwei Stunden durch die Kanäle des nächtliche Banjarmasin, hinaus ins Hinterland. Wir besuchen einen schwimmenden Markt.Der schwimmende Markt von Pasar Terapung Lok Baintan: Täglich verkaufen Kleinbäuerinnen ihre Produkte direkt ab Kanu an Händler und Marktfahrer aus der Stadt. Die meisten Deals laufen noch vor Sonnenaufgang. Bei unserem Eintreffen ist die Stimmung unter den Verkäuferinnen entspannt.Tanggui, der grosse Blätterhut mit Überzug, ist Sonnen- und Regenschutz in einem. Wir decken uns ein mit Eiern, Gemüse und Früchten für die kommenden Tage auf See.Pia und ich kriegen je eine für Touristen obligate, persönliche Kanurundfahrt bei zwei der Marktfahrerinnen. «Jalan-jalan!» (spazieren gehen) und rein ins Gewimmel. Der spitze Bug des Kanus fädelt sich ein ins schaukelnde Gewebe aus Rufen in fremder Sprache, Gerüchen reifer Früchte und Feilschereien um Bananenchips. Am Ende war die kleine Spazierfahrt natürlich nicht ganz gratis.Köbi übt sich unterdessen in Kommunikation mit der lokalen Jugend.Mittlerweilen ist die Welt zum Leben erwacht. Ob die Landstrasse ebenso belebt ist wie der Fluss?Zurück in Banjarmasin biegen wir ein ins «Venedig von Kalimantan».Die meisten Häuser stehen auf Pfählen aus sogenanntem «Ironwood». Vorne grenzen sie meist an eine Strasse. Tailah meint, die reinen Baukosten für so ein Haus belaufen sich auf etwa 30 Mio. Rupiah (1’500 CHF!) – sofern ich ihn richtig verstanden habe. Die traditionelle und günstigere Variante ist das schwimmende Haus auf Bambusflossen. Die Bambusunterlage muss etwa alle 5 Jahre erneuert werden.Viele Eindrücke nach wenigen Stunden Schlaf! Die beiden scheinen glücklich und zufrieden. Otto der Fuhrmann ebenso.Zurück auf der Lupina reinigen wir unsere neuen Vorräte von Ameisen und sonstigem Gefläuche. Ich freue mich auf Kürbissuppe und das morgendliche Müesli mit Papaya und Banane! Der Blätterhut «Topi purun» wird zu meinem täglichen Begleiter. Entschuldige Adi.Zum Abschluss bekommen unsere Tourguides noch eine Tour durch die Lupina. Otto kommt ins Schwärmen für die weichen Sofapolster. Von links: Fuhrmann Otto, Guide Tailah und Kollege Yusuf. Merci für den Einblick, das war spannend!Mit der Gezeitenänderung ändert sich die Flussrichtung des Barito wieder zu unseren Gunsten. Unsere Zeit in Kalimantan kommt zu einem Ende und wir starten flussabwärts, vorbei an schwer beladenen Kohleschleppern. Der grösste Teil der indonesischen Kohle wird auf Borneo gescheffelt. Von den Minen im Landesinnern wird sie per Lastwagen zum Flussterminal gefahren, auf die Bargen umgeladen und zum Meer transportiert.
Wer sich zum Thema Kohleabbau im Einzugsgebiet des Barito schlau machen möchte: Public Eye, 2023, «Die schmutzigen Methoden einer Zuger Rohstoffgruppe auf Borneo».
Draussen vor der Flussmündung wird die Kohle auf die Frachter umgeladen. Dies geschieht mittels speziellen schwimmenden Kran-Plattformen (Bild) oder mit Kränen, die direkt auf den Frachtern montiert sind. Richtig grosse Bulldozer stossen das lose Frachtgut auf den Bargen immer wieder flott zusammen, damit ordentlich geräumt werden kann. Von hier aus geht die Kohle auf Weltreise, vor allem nach China, Indien und Thailand.
Wer sich für die Verbindungen der Schweiz mit Indonesien interessiert, findet einen guten Einstieg auf der Seite des CDE der Universität Bern. Stichwort: Handelsabkommen EFTA-Indonesien.
Grüsse an alle die es bis hierhin geschafft haben! Kepiting Batu schliesst sein Logbuch für heute. Die nächste Etappe führt uns weiter ‘gen Südosten: zu abgelegenen Inseln, bunten Unterwasserwelten, über die Javasee nach Südsulawesi und über die Flores-See bis nach Labuan Bajo auf der Insel Flores.
Ahoi Kameradis!
5 Antworten auf „Nachtfahrten, Hominiden, gemeine Fischernetze und ein schwimmender Markt auf Borneo (Kalimantan)“
Danke sehr !!!!
(Kann man das ins Französische übersetzen? Herzliche Grüße! ✨
Danke sehr !!!!
(Kann man das ins Französische übersetzen? Herzliche Grüße! ✨
J‘ ai trouvé comment traduire !!!!
Merci !!!!
Béatrice NICOLAS Bateau Fayal
Merci de etre avec nous!
Immer sehr intressante Berichte. Danke
Danke fürs Dabeisein