Wir schreiben heute den 19. August 2024. Morgen reisen unsere Freunde Ursi und Martin aus unserem Heimatdorf wieder zurück in die Schweiz. Gut haben wir noch helfende Hände an Bord, denn es ist noch eine wichtige Sache zu erledigen: endlich kriegen wir unsere Rettungsinsel zurück auf die Lupina. Sie ist während unseres Segeltörns durch die Yasawa Inseln vom amerikanischen Segelschiff Diva von Neuseeland nach Fiji gebracht worden.
Mit vereinten Kräften wird die 38kg schwere Rettungsinsel in ihren Korb an der Heck-Reling bugsiert und festgezurrt.Dann, am nächsten Morgen, heisst es leider Abschied nehmen von Martin und Ursi. Sie haben sich als perfekte Crew auf der Lupina ausgezeichnet und dabei richtige See Beine gekriegt.
Es ist wieder Ruhe eingekehrt auf der Lupina. Das Wetterfenster ist noch ungünstig für die rund 470 Seemeilen lange Strecke nach Vanuatu. Das gibt uns Zeit und Musse, noch ein paar Tage in der schönen Vuda Marina zu geniessen und die letzten Vorbereitungen in Ruhe zu treffen.
Nach dem Upgrade der Bordbatterien auf LiFePO4 (oder kurz «Lithium») Batterien funktioniert das Bugstrahlruder nicht mehr. Es zieht beim Anlaufen zu viel Strom, die Schutzregelung der Batterien wird aktiv und der Strom wird unterbrochen. Ich studiere hier die Kabelverbindungen im Stromschaltkasten mit dem Ziel, eine Verbindung zur konventionellen Starterbatterie zu schaffen. Ich finde da eine Möglichkeit, da mir aber das Material fehlt, belasse ich für den Moment alles so, wie es ist.Es gibt weitere Kleinigkeiten zu erledigen: der Motorraum kriegt eine neue Beleuchtung.Nebst den üblichen Einkäufen am Markt wird auch der «Keller» (Raum unter den Bodenbrettern) wieder mit Getränken gefüllt.Am Abend ist «Brändi Dog Time»! Wir haben mit unseren Besuchern jeweils eifrig «Brändi Dog» (eine Art Eile mit Weile) gespielt. Das ziehen wir durch und spielen jetzt, wo wir auf den guten Wind warten, jeweils nach dem Nachtessen auch immer ein paar Partien.Natürlich kommt beim Warten auch das Gesellschaftliche nicht zu kurz. Wir nutzen die Gelegenheit, um mit der einen oder anderen Crew (hier Jocelyne und Roland von der SY Croix de Sud) näher in Kontakt zu kommen.Und dann ist da noch der Rollmechanismus (Furler genannt) des Genua Segels. Manchmal funktioniert er, manchmal nicht. Ich nutze die Zeit und baue die zwei Motoren aus. Ralf und Angi haben mir die benötigte Spezialzange, um die Sicherungsringe zu entfernen, mitgebracht.Ein lokaler Elektriker revidiert uns die beiden Motoren in seiner open Air Werkstatt. Die Feuchtigkeit des Salzwassers, das in den Furler eingedrungen war, ist auch in die Motoren gelangt und hat dort zu Rost geführt. Dieser hat die freie Beweglichkeit der Bürsten der Elektromotoren verhindert und zum teilweisen Ausfall geführt.Gegen Ende des Monates ist es so weit. Der Wind dreht in südöstliche Richtung – ideal für unsere Fahrt von Fiji nach Vanuatu. Die Strecke beträgt rund 470 Seemeilen. Sobald wir das Gebiet von Fiji verlassen, erwarten uns keine Hindernisse im Meer. Wir können die direkte Linie (rot) wählen. Wir planen konservativ mit 4 Tagen: Leinen los am Freitag, 30.8. gegen Mittag und Ankunft in Port Resolution auf der Insel Tanna (Vanuatu) am Dienstag 3.9. nach Tagesanbruch.Letzter Sonnenuntergang in der Vuda Marina.Wir freuen uns auf neue Abenteuer.Am Tag der Abfahrt, 30. August 2024, legen wir zunächst an der Tankstelle an, um unseren Tank noch mit dem günstigen Treibstoff (der Liter kostet knapp 1 Franken) zu füllen.Eine wunderschöne Tradition in Fiji: nach dem Ausklarieren und vor dem Verlassen des letzten Hafens wird ein Schiff mit einem gebundenen Blumenkranz an der Reeling und schönem Gesang (hier vorgetragen von der ganzen Marina-Crew) verabschiedet. Ein sehr emotionales Erlebnis.Während der ersten 2 Stunden befinden wir uns noch in der Windabdeckung der Hauptinsel von Fiji und der Motor muss uns etwas helfen. Danach können wir die Segel setzen. Unter herrlichen Wetterbedingungen segeln wir in unsere erste Nacht hinein.Wir erleben eine ruhige erste Nacht und machen dabei gute Fahrt. Der Eine auf Wache im Cockpit, die Andere friedlich träumend in der Koje.Sonnenaufgang auf dem Meer. Da wir westwärts fahren, begrüsst uns jeweils die Sonne jeden Tag etwas später.Wir machen deutlich mehr Fahrt als geplant. Schon nach der ersten Nacht und zu Beginn des 2. Tages auf See ändern wir unsere Ankunftszeit und beschliessen, unsere Geschwindigkeit so zu kontrollieren, dass wir bereits am Montag den 2. September, also schon nach 3 Tagen, unser Ziel erreichen. Kurz nach Sonnenaufgang kann Pia die Flagge von Vanuatu und die gelbe Quarantäne Fahne hissen.Die letzten Seemeilen bis zur sicheren Ankerbucht werden noch etwas ruppig, die Wellen in Küstennähe schütteln uns noch einmal kräftig durch, dann haben wir es geschafft. Genau 72 Stunden nach der Abfahrt von Fiji rasselt die Kette und der Anker krallt sich im dunklen Sand fest.Die Bucht von Port Resolution auf der Insel Tanna im Süden von Vanuatu empfängt uns bei besten Wetterverhältnissen.
Eigentlich ist Port Resolution kein Einklarierungshafen. Wir müssten zum Einklarieren mit dem Schiff auf die andere Seite der Insel zum Hauptort Lenaka segeln. Dort sind aber die Ankerbedingungen und der Schutz vor Wellen deutlich schlechter. Wenn man sich vorgängig bei den Behörden meldet und entsprechend um eine Bewilligung bittet, erhält man die Erlaubnis, in Port Resolution anzulanden. In einer rund zweistündigen Autofahrt begeben sich dann die Beamten von Zoll, Immigration und Gesundheitsamt nach Port Resolution. Fahrtkosten und Zeit müssen von der einklarierenden Yacht getragen werden.
Wir haben die Bewilligung, um in Port Resolution einklarieren zu dürfen, und haben nun auch noch Glück: von den 8 Yachten, die bei unserer Ankunft vor Anker liegen (Bild), müssen 5 ebenfalls noch einklariert werden. Die Kosten für die Beamten und ihre Fahrt (total rund 50 CHF) können somit auf 6 Schiffe verteilt werden.«Yacht Club» von Port Resolution, wo uns die Behörden erwarten.Open Air Büro der sehr freundlichen, zuvorkommenden und unbürokratischen Beamten.
Vanuatu, früher Neue Hebriden genannt, ist eine Gruppe von über 80 vulkanischen Inseln im Westpazifik. Weil Vanuatu im Vergleich zu anderen pazifischen Inselreichen das Interesse der Europäer erst viel später weckte, bedeutete die Begegnung mit dem modernen Zeitalter einen grossen Sprung für die Inseln. Auf Vanuatu wird die melanesische Kultur nach wie vor sehr gepflegt. Es lässt sich nicht genau sagen, woher die ersten Einwohner stammen, aber man nimmt an, dass die Melanesier vor Tausenden von Jahren aus Afrika hierher kamen. Sie breiteten sich von Papua bis Neukaledonien und Vanuatu über den Westpazifik aus (eben die Region, die heute Melanesien genannt wird).
Mehr als 150 Jahre nach der Erstentdeckung 1606 wurde das Gebiet von Vanuatu durch James Cook kartographiert und «Neue Hebriden» genannt, obschon die Inselgruppe nur wenig Ähnlichkeiten hatte mit den heimatlichen Hebriden. Wie auch in anderen Teilen des Pazifiks folgten Walfänger, Missionare, Sandelholz- und Sklavenhändler, jedoch gelang es diesen nie, die melanesische Kultur hier in Vanuatu auszurotten. Die Einheimischen machten oft kurzen Prozess mit unbeliebten Eindringlingen und steckten sie in den Kochtopf. Ab 1906 setzte eine Besiedelung durch Briten und Franzosen ein, was zur Folge hatte, dass es auf den Inseln zwei Arten von Gesetzen gab, zwei Schulsysteme und auch zwei Sprachen. Neben der offiziellen Landessprache «Bislama» spricht daher heute fast jeder auch Englisch oder Französisch.
Diese alte Kultur vereint mit der einmaligen, weitestgehend unberührten Natur übt eine magische Wirkung auf uns aus. Ein Entdeckungsgang durch das Dorf von Port Resolution lässt uns eine Zeitreise von 100 bis 150 Jahren machen. Elektrizität oder Wasserversorgung in den Häusern gibt es noch nicht.Das Leben findet in einfachsten Verhältnissen statt. Aber überall, wo wir hinschauen, blicken wir in lachende und fröhliche Gesichter.Johnson, der Bruder von Stanley, dem Leiter des Yacht Clubs (sämtliche Geldeinnahmen gehören dem Dorf), winkt uns zu sich und eines seiner Grosskinder reicht Pia eine grosse Papaya. Geschenke Überreichen ist eine Respektbezeugung. Zum Glück haben wir eine lange Schnur in unserem Rucksack, die wir gerne der Familie überlassen.Einbaum mit Ausleger. Mit diesen zu hundert Prozent aus Naturprodukten gefertigten Booten rudern die Fischer seit hunderten von Jahren täglich auf das Meer hinaus. Das Boot selbst ist schlank und tief geschnitten, so dass die Männer beim Einholen des Netzes gut darin stehen können.Familien Waschtag an einem Süsswasserteich.Die Frau hütet ihre Grosskinder und besorgt die Wäsche für den ganzen Clan.Port Resolution liegt auf einer Landzunge ganz im Osten der Insel Tanna. Die Verbindungsstrasse zum Rest der Insel ist in einem erbärmlichen Zustand und wird bei starken Regenfällen (was hier oft vorkommt) immer wieder unpassierbar. Ohne gutes 4×4 Offroad-Fahrzeug ist auch bei trockenem Wetter kein Durchkommen.
Die Hauptattraktion auf der Insel Tanna ist der aktive Vulkan Yasur. Hier kann man direkt auf dem Rand des 361 Meter hohen Kraters umherwandern und in den zischenden, blubbernden und manchmal heftig fauchenden Abgrund hinabschauen. Nirgends auf der Welt kommt man so nahe an einen aktiven Vulkan heran.
Eingang zum Vulkan Yasur NationalparkSkulptur aus Lavagestein am Wegrand zum KraterMit dem 4×4 Offroad-Truck fahren wir bis auf rund 300 Meter zum Kraterrand, die restlichen rund 50 Höhenmeter absolvieren wir zu Fuss auf gut ausgebautem Pfad. Führer Philipp sorgt für unsere Sicherheit. Er hat es einfach heute: wie schon im Truck sind wir auch hier die einzigen Touristen.Oben auf dem Kraterrand eröffnet sich ostwärts ein herrlicher Ausblick über den darunter liegenden, sattgrünen Urwald. Weit im Hintergrund das Meer, über das wir vor einigen Tagen von Fiji her gesegelt sind.Drehen wir uns um, eröffnet sich uns der tiefe Schlund des Vulkanes. Aus der Tiefe heraus steigen mächtige Wolken, manchmal braune aus dem heissen Lavaschlund, dann weisse Wasserdampfschwaden oder bläuliche Schwefelwolken aus einem der Nebenkrater.Es raucht und qualmt, zischt, pfeift, faucht und brüllt aus der Tiefe. Ab und zu vibriert der Boden, und mit einem lauten Donnergrollen kommt es zu kleinen Eruptionen, bei denen dicke Rauchwolken und glühende Lavafetzen aus den feurigen Kaminen geschleudert werden. Ein tolles Spektakel im Gegenlicht der untergehenden Sonne!Fast anderthalb Stunden lang streifen unsere Augen vom Kraterrand aus in die Tiefe, die aus dem Erdinnern kommt. Es ist Abend und die Sonne ist mittlerweile untergegangen. Je dunkler es am Himmel wird, umso spektakulärer leuchten die aktiven Kamine, du vom Kratergrund nochmals über 300 Meter in die Tiefe reichen.
Weil bei Grenzübertritten meist strikte Regeln bezüglich erlaubter Nahrungsmittel herrschen, versuchen wir, beim Einklarieren in ein neues Land so gut wie möglich nichts dabei zu haben, was Probleme machen könnte. Dazu zählt in der Regel auch frisches Gemüse. Also hatten wir nur wenig davon an Bord, als wir Fiji verlassen haben. Auch das wenige Vanuatu Bargeld, das wir in Fiji auftreiben konnten, geht langsam zur Neige und wir brauchen dringend Nachschub. Beides, frisches Gemüse und Bancomat, gibt es im Hauptort der Insel, in Lenaka.
Wir reservieren uns im Port Resolution Yacht Club für den Mittwochmorgen einen Platz im 4×4 Truck, der täglich meist um 7 Uhr von Port Resolution in den 50 Kilometer entfernten Hauptort fährt. Die Fahrt dauert rund 2 Stunden.Die ersten fast 10 Kilometer führen über die sich in traurigem Zustand befindende Naturstrasse. Die restlichen 40 Kilometer der Strecke sind geteert, oder, wie hier auf dem Bild, betoniert. Dieser Teil der Strasse ist in sehr gutem Zustand, da noch sehr neu. Sie ist in den letzten Jahren durch ein chinesisches Generalunternehmen gebaut worden und soll schlussendlich bis Port Resolution verlängert werden. Insgeheim wünschen wir uns, dass das nie stattfindet und dass das fast unberührte Stück Natur bis Port Resolution noch lange so bleibt, wie es ist.Marktplatz in Lenaka mit viel feinem, lokal produziertem Gemüse, das sich sehr farbenprächtig präsentiert. Erstaunlicherweise finden sich fast keine Früchte: ausser Bananen und ein paar Pampelmusen finden wir nichts Fruchtiges.Die Köchin der Lupina kann aus dem Vollen schöpfen.Uns fällt auf: die Frauen in Vanuatu tragen gerne bunte Kleider, sehr oft in den Farben der National-Flagge: rot, gelb, grün und schwarz.Idylle an der Bushaltestelle: Frauen warten nach ihrem Einkauf auf dem Markt auf den Bus oder Truck, der sie wieder zurück in ihr Dorf fährt.
Im Moment weht ein starker Wind aus Südosten über die Inseln. Er soll bis und mit Sonntag anhalten und dann am Montag deutlich nachlassen. Spätestens dann wollen wir weiter nordwärts zu den Inseln Erromango und Efate mit der Hauptstadt Port Vila. In Erromango gab es die letzten Menschenfresser, aber «diese Zeiten sind schon lange vorbei», wurde uns versichert. Hoffen wir, es stimmt auch so!
Aussicht über das Ankerfeld in der Bucht von Port Resolution (Lupina ist das 3. Boot von links). Bald geht es weiter.
Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!
25. Juli – 20. August 2024 (Autoren: Ursi und Martin Müller, Wölflinswil, Schweiz)
Bula Fiji! Frühmorgens am 25. Juli betreten wir fijianischen Boden. Zuerst begrüssen uns drei Sänger mit ihren Instrumenten und Fiji-Musik. Nach den Einreiseformalitäten nehmen uns Pia und Köbi sehr herzlich in Empfang.
Am Steg vor der SY Lupina in der Vuda Marina
Als erstes fahren wir zur Vuda Marina und machen uns mit dem Einsteigeprozedere auf die Segelyacht Lupina vertraut. Wir packen die verschiedenen Mitbringsel, Ersatzteile für den Motor und Lektüre zur Vorbereitung der nächsten Reiseziele von Pia und Köbi, aus. Dann heisst es Einkaufen und Auffüllen der Vorräte auf der Lupina für die nächsten paar Wochen.
Der örtliche Markt von Lautoka überrascht uns mit seiner Vielfalt, seinen Farben und Gerüchen. Selbstverständlich darf auch Kava für das Sevusevu nicht fehlen.
Auf der Wiese neben dem Supermarkt startet gerade ein fijianisches Musik-Festival. Spannend, wie diverse Würdenträger wie z.B. der Ministerpräsident begrüsst, mit einem Blumenarrangement bekränzt und mit verschiedenen Gaben beschenkt wird. Die Funktion des Vermittlers oder Sprechers zwischen Würdenträger und normalem Volk gehört zur Fiji-Kultur. Interessant, dies zu beobachten und mitzuerleben!
Festival in Lautoka
Zurück in der Marina verstauen wir alle Vorräte. Dabei überrascht uns das Platzangebot und die zweckmässige Raumaufteilung in der Lupina. So viel Raum für Betten, sanitäre Einrichtungen, Küche, usw. erwartet man beim Blick von aussen gar nicht. Und jede Menge Kästlein und Bodenluken bieten sehr viel Stauraum, den Pia mit ihrem Organisationstalent optimal verwaltet.
Früchte und Gemüse vom Markt werden vor dem Verstauen gewaschen
Anschliessend machen wir uns auf einen Rundgang durch das Hafenareal. Ein feines Nachtessen im Hafenrestaurant beschliesst unseren ersten, überaus erlebnisreichen Tag auf Fiji.
Der Freitag beginnt mit einem feinen Morgenessen. Köbi und Pia studieren die Winddaten für die nächsten paar Tage. Es sieht gut aus: Wind aus Südost mit etwa 15 Knoten. Geplant ist eine rund fünfstündige Überfahrt in nordwestlicher Richtung zur Insel Waya. Pia und Köbi weisen uns in die Abläufe vor dem Ablegen der Yacht ein: Mannschaft bereitmachen, Schiff bereitmachen, Autopilot programmieren. Dann verlassen wir die Vuda Marina.
Ausfahrt aus der Vuda Marina
Vor der Küste setzen wir das Gross-Segel und die Genua und schalten den Autopiloten ein. Pia und Köbi erklären uns alle Handgriffe und beantworten alle unsere Fragen zur Ausrüstung der Lupina, zu den Verkehrsregeln auf See, zur Segelsetz-Strategie und vielem mehr. Wir sind tief beeindruckt, wie Lupina Fahrt aufnimmt und mit 6 bis 7 Knoten Richtung Nalauwaki auf der Insel Waya fährt.
Unter vollen Segeln geht es westwärts
Für die Einfahrt in die Bucht reffen wir die Segel und starten den Motor. Das Ankern geschieht nach einem genau festgelegten Prozedere. Köbi und Pia weisen uns wieder kompetent in die Abläufe ein. Der obligate Ankertrunk schliesst diese Fahrt-Etappe ab.
Das Wasser ist herrlich warm und lädt zum Bade. Köbi führt dabei auch den obligaten Anker-Tauchgang durch und kontrolliert die Lage des Ankers.
Ein überaus erfreulicher Programmpunkt erwartet uns als nächstes: der tägliche Sundowner, ein feiner Drink mit Knabber-Beilage. Ein wunderbares Nachtessen aus Pia’s Küche beschliesst diesen spannenden Tag.
Am nächsten Morgen steht der Besuch beim Chief des Dorfes Nalauwaki an. Mit dem Dinghi machen wir uns auf den Weg, im Gepäck die Kava-Wurzeln als Geschenk. Auch den Sulu, ein um die Hüfte gewickeltes Tuch als standesgemässe rockähnliche Kleidung, haben wir dabei. Ein Mitglied der Dorfgemeinschaft führt uns zum Chief. Er empfängt uns und nimmt das Kava entgegen. Zum Kava-Trinken sei es allerdings noch zu früh. Dann erteilt er uns die Erlaubnis, uns im Dorf umzusehen.
Zum Besuch des Chiefs gehört es sich, einen traditionellen Sulu (Köbi) oder ein Wickeltuch zu tragen. Kopfbedeckung oder Sonnenbrille trägt man in einem Dorf nicht.
Wir bestaunen die schön gebaute Kirche. Die Tochter der Lehrerin öffnet uns extra das Schulgebäude und wir können einen Blick in das Schulzimmer werfen: Kleine Holzpulte und Stühle, aufgehängte Lehrtafeln für Anatomie, Zahlen und Buchstaben, Zeichnungen, eine kleine Wandtafel, ähnlich wie es früher auch in Schweizer Primarschulzimmern ausgesehen hat. Aber der Computer hat auch hier Einzug gehalten.
Die Dorfbewohner begegnen uns überaus freundlich und offen. Zwei Frauen möchten selbstgefertigten Schmuck verkaufen. Da ist Ursi sofort dabei und sucht sich ein mit Ornamenten versehenes Armband und ein aus Muscheln gefertigtes Fussketteli aus.
Nach unserem Dorfbesuch überqueren wir den Inselrücken und genehmigen uns im Restaurant des Octopus-Resorts ein erfrischendes Getränk.
Am Nachmittag ist es nun wirklich Zeit, auf das SUP zu steigen …… oder mit Schnorchel, Brille und Flossen ausgerüstet die eindrückliche Welt der Korallen und Riff-Fische zu erkunden.
Der Sonntag ist Ruhetag im Dorf Nalauwaki. Wir wollen diese Ruhe respektieren und unternehmen deshalb einen Ausflug mit dem Dinghi in die entgegengesetzte Richtung. Den Korallenbänken entlang schnorchelnd bewegen wir uns dann langsam wieder zur Lupina zurück.
Abendunterhaltung auf der Lupina: Brändi-Dog, das Lieblingsspiel von Pia und Köbi. Köbi und Ursi spielen gegen Pia und Martin. Am Ende steht es 2:0. Es wird noch viele Partien geben…
Bula Peak (blauer Pfeil) auf der Insel Waya
Montag. Unser Ziel: Die Spitze des Berges Bula Peak bzw. Ului Nakauka. Es sind rund 350 Höhenmeter. Der Pfad ist relativ steil. Köbi kennt den Weg. Zu Beginn gibt es noch eine kleine Unstimmigkeit zu klären: ein Einwohner des Dorfes Nalauwaki ist nicht damit einverstanden, dass wir ohne örtlichen Führer den Berg besteigen. Nach einer kurzen Diskussion ziehen wir dennoch ohne Führer los.
Bula Peak – Ursula und MartinEine grandiose Aussicht über die Bucht belohnt uns für den Aufstieg. Lupina ist das Schiff ganz links.
Eine weitere Seglercrew ist unterdessen mit dem jungen Führer Ben auf dem Gipfel angekommen. Wir geniessen unseren mitgebrachten Lunch und machen uns dann hinter der anderen Gruppe an den Abstieg. Unten angekommen, zahlt Köbi Ben noch etwas, womit die finanzielle Schuld dem Dorf gegenüber auch abgegolten ist. Mit gutem Gewissen fahren wir zur Lupina zurück.
Am Dienstag wechseln wir die Bucht. Der Wind stimmt, wir lichten den Anker und segeln zur Insel Naviti, in die Bucht südlich vom Korokulu Point. Der Strand erscheint beinahe leer, trotz der beiden hier ansässigen Resorts. Das Tourismusgeschäft beginnt erst langsam wieder anzulaufen. Am Nachmittag fahren wir mit dem Dinghi Richtung Korokulu Point und schnorcheln den Korallenbänken entlang zur Lupina zurück. Bei jedem Schnorchelgang beobachten wir neue Fischarten. Die Farbenpracht beeindruckt uns sehr.
Am nächsten Tag sind wir zu Fuss unterwegs. Vom Coconut Bay-Resort aus marschieren wir über den Hügel an die Honeymoon-Beach und wieder zurück.
Rast am Honeymoon-Beach
Der Donnerstag bringt den nächsten Ortswechsel. Die Fahrt ist kurz. Mit Motorhilfe umrunden wir die Nordspitze von Naviti beim Vakaweitathi Point und biegen in die Bucht von Narewa Point ein. Die Lupina ist im Moment die einzige Yacht hier. Am Nachmittag rekognosziert Köbi mit Dinghi und Schnorchel, wo es die schönsten Korallenvorkommen in der Bucht gibt.
Am nächsten Tag geht es auf Entdeckertour. Im Jahr 1943 musste eine amerikanische P39 Airacobra in der Bucht auf der anderen Seite des Hügelzuges im seichten Wasser notlanden. Einige Überreste des Flugzeugwracks liegen immer noch dort unter Wasser. Wir wollen sie suchen gehen.
Zuerst müssen wir uns auf die andere Seite der Insel kämpfen. Zum Glück waren Köbi und Pia vor einem Jahr schon einmal hier und können sich an den Weg erinnern. Zuerst geht es auf einem gut sichtbaren Pfad ins Dickicht. Bald verliert sich dieser Weg aber und Köbi führt uns, mit GPS-Unterstützung und guter Spürnase, durch das Unterholz auf die andere Seite.
Wo geht’s denn nun weiter??
Wo liegt nun das Wrack? Köbi kontrolliert die Koordinaten. Offenbar ist das Wrack auch mit einer gelben Boje markiert. Tatsächlich, die Orte stimmen überein und wir rüsten uns mit den Schnorchel-Utensilien aus.
Da liegt die P39! Oder wenigstens das, was von ihr übriggeblieben ist. Wir erkennen Teile des Rumpfes. Letztes Jahr fanden Pia und Köbi den Motor und einen Propeller. Diese Teile können wir nicht entdecken, die Sicht unter Wasser ist heute aber auch etwas getrübt.Nach der erfolgreichen Schatzsuche wandern wir noch dem Strand entlang und üben uns im Balancieren.Den Rückweg zum Dinghi finden wir nun ohne Probleme. Und weil wir schon hier an Land sind, ergänzen wir unsere Vorräte noch mit ein paar Papayas, die Ursi vom Baum schüttelt. Köbi zeigt Martin, wie man Kokosnüsse fachmännisch von ihrer Schale befreit. So fehlen die Zutaten zum nächsten Sundowner garantiert nicht.Die nächsten zwei Tage schnorcheln wir in der Umgebung des Ankerplatzes. Unglücklicherweise erleidet Pia’s GoPro-Kamera einen elektrischen Defekt. So sind keine Unterwasser-Aufnahmen mehr möglich und dieses Bild wird vorläufig das letzte Unterwasserbild sein.Dafür lässt Köbi die Drohne steigen, um schöne Übersichtsaufnahmen zu erhalten.
Nun verlassen wir die Bucht von Narewa Point und nehmen Kurs Richtung Yasawa, der nördlichsten Insel in dieser Gruppe. Nach rund sechs Stunden Fahrt ankern wir in der Bucht beim Dorf Yasawa-i-Rara.
Am nächsten Morgen besuchen wir das Dorf. Wie üblich überbringen wir dem Chief bzw. seinem Sprecher Kava-Wurzeln und fragen ihn um Erlaubnis, uns im Dorf bewegen zu dürfen. Dazu sind wir entsprechend den Regeln mit dem Sulu bekleidet.
Das Dorf wird öfters von Touristengruppen besucht. So stehen auch schon Einwohner bereit, um Schmuck oder Tücher zu verkaufen. Ursi sucht sich eine Halskette mit Haifischzähnen aus.Wir gehen weiter zur Schule. Eine Lehrerin unterrichtet dort acht Kinder in der 1. bis 4. Klasse. Wir werden ins Schulzimmer eingeladen. Köbi zeigt hier den Kindern, wo die Schweiz auf der Karte zu finden ist. Die Kinder singen uns Lieder vor und begleiten sie mit rhythmischem Klatschen und Tanz-Schritten.Wir machen uns noch auf die Suche nach frischen Bananen. Dabei werden wir in ein Haus eingeladen, in welchem Frauen am Korbflechten sind. Dazu benützen sie Fasern aus den Blättern der Kokospalme, die sie mit getrockneten Pandanusblatt-Streifen umwickeln. Pia kauft ein solches Körbchen, das sich wunderbar als Fruchtschale eignet. Beladen mit einer ganzen Bananenstaude kehren wir zur Lupina zurück. Bis zum Sundowner bleibt noch Zeit zum Schnorcheln.
Freitag: Es geht wieder südlich. Wir segeln nach Nacula Island, wo wir in der Bucht vor dem Dorf Malakati ankern. Unterwegs erhalten wir Besuch von etwa 15 Spinner-Delfinen, die uns eine Viertelstunde lang begleiten. Ursi ist komplett aus dem Häuschen!
Spinner-Delfine spielen in unserem BugwasserAm Nachmittag besuchen wir den Dorf-Chief für das Sevusevu und besteigen dann eine Anhöhe mit einer wunderbaren Rundsicht.Am nächsten Tag machen wir einen Spaziergang der Küste entlang zum Blue Lagoon Resort. In der dortigen Bar geniessen wir unsere Drinks und kehren dann wieder zur Lupina zurück.
Der Sonntag gilt auf Fiji als absoluter Ruhetag. Wir nehmen an einer Messe teil. Statt mit Glocken werden die Leute mit Trommelschlägen zur Kirche gerufen. Die Bibel, aus welcher der Pfarrer vorliest, ist schon ziemlich zerfleddert. Den Textinhalt verstehen wir natürlich nicht. Man spürt aber, mit welcher Überzeugung die Messe gefeiert wird. Viele mehrstimmig und mit Inbrunst gesungene Lieder umrahmen den Gottesdienst. Auch die Kinder, die mucksmäuschenstill in den Bänken sitzen, singen im Chor ein Lied. Wir Touristen werden während des Gottesdienstes sogar speziell begrüsst. Nach Abschluss der Messe verabschiedet der Pfarrer jeden Besucher mit Handschlag.
Besuch der sonntäglichen Messe. Neugierige Kinderaugen beobachten uns Fremde.
Wir führen anschliessend eine Wanderung auf den höchsten Punkt in der Umgebung durch. Eine grandiose Aussicht ist der Lohn für den Aufstieg.
Wir verlassen die Bucht vor Malakati Village und segeln zur Insel Nanuya Lailai, wo wir vor dem gleichnamigen Resort ankern. Den Sundowner geniessen wir im Restaurant des Resorts.
Am nächsten Tag besuchen wir das Dorf Matacawalevu. Das Sevusevu beim Dorf-Chief entwickelt sich zu einer spannenden Angelegenheit. Der Chief persönlich zeigt uns, unter tatkräftiger Mithilfe von Köbi und Martin, wie man die Kava-Wurzel in einem grossen gusseisernen Mörser pulverisiert.
Martin beim Zermalmen der Kava WurzelnDas Endprodukt der schweisstreibenden Arbeit: Kava-PulverAnschliessend stellt der Chief das Getränk her und reicht es uns in drei Runden. Diese Menge reicht allerdings noch nicht, um sich anschliessend völlig entspannt zu fühlen. Der Chief meint, es müssten schon 15-20 Runden sein!
Unterdessen hat seine Frau Cassava-Wurzeln gekocht. So können wir auch dieses Gemüse probieren. Es erinnert im Geschmack an Kartoffeln. Köbi führt noch eine Reparatur an der Solarbeleuchtung des Hauses des Chiefs durch und Ursi kauft zwei schöne Tücher. Mit vielen neuen Eindrücken verlassen wir das Dorf.
Das Abendessen nehmen wir im Restaurant des Resorts ein. Ein grosses Lovo-Buffet ist vorbereitet, überaus reichhaltig mit Schweinefleisch, Geflügel, Fisch, Kartoffeln, Kassava, Reis, etc., traditionell im Erdfeuer zubereitet. Eine richtige Gaumenfreude! Anschliessend findet eine Darbietung von fijianischen Gesängen und Tänzen statt. Wir sind einmal mehr beeindruckt, wie die einheimische Kultur gelebt wird.
Singen und Tanzen scheint in den Genen der Fijianer verankert zu sein. Schon die Jüngsten machen eifrig mit.
Einen Tag später wandern wir über den Hügelzug auf die andere Seite der Insel und kehren in Lo’s Tea House ein. Ihre unter Seglern weltberühmten Fiji-Donuts schmecken phänomenal!
Die nächsten Tage verbringen wir mit Relaxen, Schnorcheln und Wassersport. Das Sundowner-Highlight bildet unser Lagerfeuer am Strand, auf dem wir kleine Brötchen backen.
Nun geht es dem Ende unserer Reise entgegen. Wir segeln rund 50 Meilen zurück zur Vuda Marina auf der Hauptinsel. Es war eine eindrucksvolle und unvergessliche Zeit auf der Lupina mit Pia und Köbi als wunderbare Gastgeber. Wir bedanken uns aufs herzlichste, dass ihr uns Einblick in euer Seglerleben gegeben habt und wünschen euch alles Gute auf eurer Weiterreise Richtung Vanuata.
Nachtrag: Wer hat jetzt das Brändi-Dog-Duell gewonnen? Nach über vierzig Partien haben wir den Überblick verloren ….
Endlich angekommen! Nach 30 Stunden Reise um die halbe Welt werden wir von der Lupina Crew am Flughafen Nadi herzlich in Empfang genommen und betreten kurze Zeit später die Lupina in der Vuda Marina auf Fiji. Wir, das sind Pias Tochter Angie und ihr Partner Ralf, nehmen die einmalige Gelegenheit wahr, uns 3 Wochen lang in ein Segelabenteuer in der Südsee zu stürzen. Auf Bonaire haben wir bereits Tagesauflüge mit der Lupina Crew gemacht, jedoch sind wir noch nie mehrere Tage auf einem Segelboot gewesen und freuen uns nun darauf, mal so richtig in das Seglerleben einzutauchen. Gut, dass wir bei warmen Temperaturen kaum Kleider benötigen, daher können wir einmal Surfgepäck mit Wingfoil Ausrüstung anstelle eines Koffers mitnehmen.
Flughafen Ankunft, Wiedersehen
Beim Koffer Auspacken übergeben wir der Crew all die Mitbringsel, die sie in den vergangenen Monaten bei uns bestellt haben. Unter anderem auch kleinere Ersatzteile, an die sie sich gar nicht mehr erinnern ;), daher es ist für die Beiden ein bisschen wie Weihnachten.
Als Erstes müssen wir uns mit Essen und Getränken für die nächsten 3 Wochen eindecken, da es auf der Yasawa Inselgruppe kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt. Auf dem lokalen Markt in Lautoka gibt es ein riesiges Angebot an Früchten und Gemüse, wo wir gefühlt Unmengen einkaufen. Zum Glück hat Pia genügend Taschen dabei, um all diese frischen Köstlichkeiten mit zu nehmen. Dazu kaufen wir noch reichlich Kava ein, dies dient als Besuchergeschenk zum Einlass in die Dörfer.
Markt in LautokaKavaPia und Köbi haben für uns eine interessante Segelroute in AussichtGleich am nächsten Tag heisst es: Leinen los! Wir fahren aus der Marina, setzen die Segel und beginnen mit Champagnersegeln. Bye-bye Mosquitos und Hitze, Hallo angenehme Brise mit Kurs zur Yasawa Inselgruppe. Stetig nehmen Wind und Welle zu und die Schaukelei beginnt. Unsere Seetauglichkeit wird direkt auf die Probe gestellt. Wir Hochseeneulinge bestehen den Test nicht. Selbst eine Delfinschule, die uns begleitet und eine richtige Show bietet, kann Ralf nicht aus dem Rumpf des Schiffes locken.Kaum erreichen wir ruhigere Gewässer, wird Unbehagen in Hunger getauscht, wie Pia aus jahrelanger Erfahrung prophezeit hat. Der Anker fällt nach der obligatorischen Umrundung des Schwingkreises vor dem Dorf Nalauwaki auf der Insel Waya.
Die Aussicht auf den Sandstrand, unzählige Palmen unterhalb von grün bewachsenen Bergen ist traumhaft. Kaum ist der Anker gesetzt und auf Halt geprüft, wird der obligatorische Ankertrunk serviert. Der Sonntag ist den Einheimischen heilig, daher relaxen wir auf der Lupina und gehen erst am Montag an Land.
Waya Strand
Kaum mit dem Dinghi an Land angekommen, werden wir von den Dorfbewohnern mit «Bula Bula!» begrüsst. Wir übergeben ihnen das Kava und dürfen uns nun frei auf der Insel bewegen. Als wir am Abend zurück an den Strand kommen, hat der Wind gedreht und kommt nun direkt auflandig auf den Strand. Sogleich wartet die nächste Challenge. Bei Wellen mit dem Dinghi übers Riff zurück zur Lupina. Auch das Hochziehen des Dinghis auf das Schiff ist nicht einfach. Das Heck des Segelbootes schwingt stark in den Wellen auf und ab. Nur mit grosser Mühe rettet Köbi das Dinghi, bevor es vom Segelboot ertränkt wird. Da wird uns bewusst, wie schnell man beim Segeln in heikle Situationen kommen kann. Wir hoffen, dass der Anker hält und halten beim Abendessen die Gläser gut fest, damit sie nicht umkippen. Die Nacht wird sehr schauklig und wir sind noch nicht sicher, ob man sich tatsächlich daran gewöhnen kann.
Besser erholt als gedacht lassen wir es uns nicht nehmen, einen der beiden auffälligen Berggipfel zu erklimmen. Ein lokaler Guide führt uns barfuss zielsicher zum Gipfel mit spektakulärer Aussicht auf die Bucht. Fantastische Aussicht auf unsere AnkerbuchtVon einer hohen Palme erntet unser barfüssige Guide für uns Kokosnüsse und schenkt uns Papayas aus den Dorfeigenen Plantagen.
Im Anschluss segeln wir 2 Stunden weiter nordöstlich zu einer schmalen, flachen Insel. Dort sind wir gut vor den Wellen geschützt, der Wind bläst ablandig ist aber recht konstant. Das Lupina Wassersportcenter wird eröffnet! Die Wingfoil-Ausrüstung aufgebaut, die SUPs aufgepumpt und ins Wasser gelegt, um uns auszutoben. Nach einer Runde Wingen paddeln wir mit den SUPs zum einsamen Sandstrand, um Kokosnüsse zu sammeln.
Aufzeichnung der Wingfoil Session von RalfDen Wing legen wir zum Trocknen auf das Vordeck des Segelbootes.Zubereitung der Snacks zum Sundowner: KokosnussGemäss Lupina Richtlinien gibt es jeden Abend einen Sundowner, bestehend aus einen erfrischenden Drink mit Snacks.Auch nach dem Abendessen hat der Skipper strenge Richtlinien angeordnet. Pia befolgt die Anordnung mit Freude 😉Die Lupina Richtlinie für nach dem Abendessen besagt, dass auf eine leckere Speise aus Pias Bordrestaurant immer noch Eiscreme zu folgen hat 🙂 🙂An einem ruhigen Ankerplätzchen tauschen wir auch die Hülle vom Rettungsring, die wir aus Europa mitgebracht haben. Mit zwei handwerklich geschickten Ingenieuren ist das in kürzester Zeit erledigt. Auf einem Segelboot gibt es immer etwas zu tun.
Am Freitag den 12.7. segeln wir weiter nach Nakula Island zum Dorf Malakati. Wir setzen das Grosssegel und die Genua und rauschen unter vollen Segeln los. Der Wind frischt nach und nach auf, die Fahrt wird ruppiger und wir reffen die Segel. Schliesslich tauschen wir sogar die Genua gegen die kleinere Fock.
Das Wasser ist gespickt mit Korallenköpfen, die sich nur wenige Meter unterhalb der Wasseroberfläche befinden. Teilweise sind diese Untiefen nicht in den Seekarten eingetragen. Daher prüft Skipper Köbi parallel Satelliten Bild Aufnahmen und gleicht helle Stellen mit der Karte ab.Um nicht auf Grund zu laufen, müssen wir geschickt navigieren – kein Problem für Ralf!Bei einer Ausweichwende reisst die Fock an der oberen Lasche. Materialermüdung!Köbi nimmt das Segel gekonnt runter und bindet es vorne am Schiff fest, damit es nicht wegfliegt. Zu diesem Aktion auf Deck starten wir den Motor. Auch danach fahren wir zur Sicherheit unter Maschine weiter, um zusätzliche Schäden bei dem vielen Wind zu vermeiden.
Wir ankern in einer tiefen Bucht, in dieser ist das Wasser richtig flach, was ruhige Nächte verspricht. Wie auch schon zuvor sind wir das einzige Boot vor Ort. In den nächsten Tagen gesellen sich weitere hinzu. Am folgenden Tag besuchen wir das Dorf und werden zum Sevusevu direkt in die Comunity Hall eingeladen und vom Chief des Dorfes persönlich begrüsst. Da Samstag ist, sitzen die Männer vom Dorf beim Kava Trinken zusammen. Das Getränk wird frisch zubereitet. Dazu werden die gemahlenen Wurzeln der Kava-Pflanze mit Wasser in einer grossen Schale von Hand gemischt. In Kokosnussschalen wird das Getränk im Kreis rumgereicht. Zuerst bekommen die Ranghöchsten. Wir trinken bis zu zwei Schalen je nach Wunsch High oder Low Tide für grosse bzw. kleine Portionen. Grössere Mengen Kava hat eine entspannende und schläfrig machende Wirkung. Vor allem Ralf, der eh schon tiefenentspannt ist, trifft die Wirkung. Auf dem nachfolgenden Spaziergang dem Ufer entlang trottet er gemächlich hinterher.
Kava TrinkzeremonieSpaziergang am Strand von Nanuya BalavuAngi steigt auf die Palme, Malakati
Spazieren wir durch ein Dorf werden wir von allen herzlich mit „Bula!“ begrüsst. Es ist ein ganz spezielles Erlebnis zu sehen wie freundlich, offen und vertrauensvoll diese Menschen auf all den Inseln gegenüber Besuchern sind. Wir werden sogar für den nächsten Tag zum gemeinsamen Dorfmittagessen nach der Kirche eingeladen, was wir natürlich gerne annehmen. Dies wird zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Am Sonntag tragen Frauen bunte Röcke und Männer einen schwarzen Sulu und dazu meist ein farbiges Hemd. Wir befolgen diese Tradition.Die Töpfe sind für das sonntägliche Essen bereit.Leckeres lokales Essen für das Dorf und Gäste wie wir.Es ist richtig lecker!
Am nächsten Tag wollen wir uns etwas am Strand die Beine vertreten. Doch aus dem vermeintlich kurzen Spaziergang wird nach und nach eine Wanderung ins nächste Resort. Begleitet von zwei Hunden und angetrieben von Hunger, treffen wir 2 Stunden später im Blue Lagoon Resort ein. Auf den Tischen der Gäste stehen Köstlichkeiten und unsere Mägen knurren. Leider bekommen Segler hier nur etwas zu trinken. Um den Rückweg zu verkürzen, handeln wir mit der örtlichen Tauchschule einen Deal aus, der uns per Boot zurückbringt. Gesteuert vom Sohn des Chiefs vom Dorf, wo wir ankern, werden wir kurz später an der Lupina abgesetzt. An Bord stillen wir unseren Hunger mit selbstgemachten Pommes.
Zwei Tage später geht es weiter zum nördlichsten Ankerplatz der Yasawa Inseln. Nach einem entspannten Segeltörn erreichen wir die Bucht. Gefühlt ist jeder Ankerplatz schöner als der vorherige. So ist klar, dass dieser nun unser Lieblingsspot wird. Der Wind ist hier konstant, das Wasser klar und wir können Wingfoilen, bis wir abends todmüde in die Koje fallen.
An Land besuchen wir die Grundschule und bekommen eine spontane Aufführung der Schüler. Von einer Dorfbewohnerin kaufen wir üppig Obst ein, da die Vorräte langsam knapp werden. Hier bleiben wir noch ein paar Tage, geniessen die Ruhe und machen Ausflüge mit dem Dinghi zum Schnorcheln. Fiji ist einfach paradiesisch. Die Unterwasserwelt ist atemberaubend, unendlich viele bunte Korallen und Fische, wir sehen sogar einen Haifisch und Schildkröten.
Herrliche Unterwasserwelt mit vielen bunten Fischen und gesunden Korallen.Beladen mit frischem ObstAn einem ruhigen Nachmittag wird Angie in den Bootsmannstuhl gesetzt und am Mast hochgezogen. Ihr Auftrag: das andere Ende der abgerissenen Focksegel Lasche runter holen. Natürlich wird dabei auch die einzigartige Aussicht genossen 🙂
Aufgrund der Windvorhersage für die nächsten Tage beschliessen wir, mit Wind aus Nordost in die Blue Lagoon weiter zu segeln. Von dort aus kann man in einem Tagestörn zurück in die Vuda Marina auf der Hauptinsel Viti Levu segeln. Zur Abwechslung kein einsamer Ort, es liegen bereits mehr als 10 Boote vor Anker. Dort gibt es auch ein Restaurant auf welches wir uns bereits seit ein paar Tagen freuen. Frisch geduscht und in Schale geworfen stehen wir pünktlich zur Happy Hour vor verschlossenen Türen. Der Besitzer teilt uns mit, dass die Stromversorgung der Insel zusammengebrochen ist. Enttäuscht fahren wir zurück zur Lupina und Pia zaubert schnell ein chinesisches Gericht auf den Tisch, was unsere Laune wieder deutlich bessert.
Nach dem einzigen verregneten Tag geht es dann zurück Richtung Ausgangspunkt unserer Reise. Auch auf dieser Fahrt müssen wir geschickt durch die engen felsigen Riffe cruisen (siehe Bild). Der Wind meint es gut mit uns. Für die knapp 50 Seemeilen benötigen wir gerade mal 6.5h, die Lupina ist ein schnelles Boot. Auch die Windrichtung passt perfekt und wir können bis vor die Einfahrt der Marina segeln.Im «Boat Shed», dem Restaurant der Marina, stossen wir auf die schöne, gemeinsame Zeit an.
Vielen Dank Lupina Crew für all die tollen Eindrücke – wir kommen gerne wieder an Bord. Angie und Ralf
Wir liegen vor Leleuvia, einem wunderschönen Inselchen in ruhigem, glasklarem Wasser am Anker. Den Tipp, hier einen Zwischenstopp einzulegen, haben wir von Thomas Spielmann, einem meiner Primarschullehrer, erhalten. Er hat in jungen Jahren hier sein Padi-Tauchbrevet gemacht und war damals begeistert von der Einfachheit und Abgeschiedenheit des Resorts. Wir sind es auch: ein wunderschönes Stück Erde, das dem Paradies sehr nahe kommt.Empfangs-Pier des gleichnamigen Resorts. Wir werden mit offenen Armen empfangen und dürfen mit unserem Dinghi den prominentesten Patz am Kopf des Steges belegen.Die Insel ist gerade mal 500 Meter lang und 200 Meter breit. Sie wird umsäumt von einem herrlichen Sandstrand, der in eine flache Lagune ausläuft.Die flache Lagune sorgt auch auf der Wind zugewandten Seite von Leleuvia für einen schönen, wilden Sandstrand. Hier finden wir ein altes Einbaum Kanu aus Holz, das wohl schon länger hier angespült wurde. Sein Zustand ist noch ausgezeichnet und es würde sich in einem Museum perfekt präsentieren.Wir umrunden die von dichtem, tropischem Urwald überwachsene Insel Leleuvia zu Fuss dem Ufer entlang. Unerwartet treffen wir auf eine vermeintlich tote Schlange auf einem Stein. Ihre etwas abgeflachte Form liess mich fälschlicherweise darauf schliessen, dass sie schon länger hier liegt und am Austrocknen ist. Weit gefehlt! Das Reptil, eine Plattschwanz-Natter (Banded Sea Krait) ist eine von 3 giftigen Seeschlangen, die es in Fiji gibt. Sie ernährt sich von Aalen, kleinen Muränen und Fischen. Zum Ausruhen und Verdauen kommt sie oft an Land. Sie ist sehr giftig (etwa 10x giftiger als eine Klapperschlange) aber nicht aggressiv. Das Exemplar hier geniesst gerade die wärmende Sonne und erweist sich als putzmunter, als ich sie vorsichtig mit meiner Flip-Flop bewehrten Hand berühre.Wir wollen die Nordküste von Fiji umrunden (gelbe Linie). Dazu brauchen wir zuerst Ost-Südost Wind, dann Ost-Nordost Wind. Wir haben Glück. Genau diese Windsituation haben wir gerade. Deshalb gehen wir schon nach 2 Tagen Anker hoch und beginnen die Umrundung.Unser nächster Anker Stopp: die Insel Naigani. Wir liegen gut geschützt vor Wind und Welle auf der Leeseite.Auch hier finden wir glasklares Wasser und schöne Strände vor.Die nächste Etappe ist recht kniffelig, da sie durch mehrere Riff-Barrieren führt. Aber wir haben beste Wetterverhältnisse mit guter Sicht. Unsere Augen dauernd auf die Seekarten, Satellitenbilder und Meeresoberfläche geheftet, verläuft die Fahrt unter Genua-Segel durch das heikle Gebiet ohne unerwünschte Vorkommnisse. Wir erreichen das nächste Etappenziel, die Insel Nananu-I-Thake, nach 34 Seemeilen ohne Probleme. Heftige Fall Böen schütteln uns beim Anker setzen kurzeitig heftig durch, aber schlussendlich liegen wir hier trotzdem ruhig für die eine Nacht.Bei der Weiterfahrt zum nächsten Ankerplatz beim Dorf Vatutavui haben wir noch guten Wind und wir können alles segeln. Erst am Abend stellt der Wind komplett ab, und das Wasser wird spiegelglatt. Für die Weiterfahrt zum letzten geplanten Stopp in der Saweni Bucht müssen wir dann halt auf Kari, unseren Volvo-Penta Antrieb, zurückgreifen. Nach den vielen Starkwindtagen in den letzten Wochen eine richtig gemütliche Fahrt.Zurück in der Vuda Marina in unserem Lieblingsrestaurant: The Boat Shed. Die Rundfahrt um Fiji über das Kadavu Archipel und dann entlang der Nordroute war sowohl seglerisch als auch wettermässig anspruchsvoll, aber äusserst interessant und eindrücklich. Wir sind glücklich, dass es uns beim dritten Anlauf nun gelungen ist.Treffen unter Seglern. In der Vuda Marina trifft sich die ganze Welt – und die Schweizer. Es liegen gleich 3 Schiffe aus unserer kleinen Nation im Hafen: SY Kianga (mit Daniela, links, und Beat neben Pia) und SY Croix Du Sud (Jocelyne, hinter der Kamera, und Roland). Auch wenn wir uns beide recht gut in anderen Sprachen unterhalten können, ist es doch immer wieder schön, so zu sprechen, wie einem der Schnabel gewachsen ist.Die vordere Koje auf der Lupina ist geleert und die Betten frisch bezogen: Besuch steht an! Frühmorgens am 5. Juli 2024 begrüssen wir Angela und ihren Partner Ralf am Flughafen von Nadi. Mit Ersatzteilen für die Lupina und diversen Sportgeräten bepackt freuen sie sich auf drei Wochen Seglerleben in der Südsee.Wir wollen mit Angela und Ralf die Yasawa Inseln, die westlich von Fiji liegende Inselgruppe, besegeln. Gerade im nördlichen Bereich der Yasawas gibt es abgelegene Dörfer, die ihre alten Traditionen bewahrt haben. Eine dieser Traditionen ist die Respekterweisung, welche die Dorfbewohner von Besuchern erwarten. Mit einer speziellen Zeremonie, Sevusevu genannt, bitten die Besucher dabei das Oberhaupt des Dorfes, den Chief, um Erlaubnis, vor seinem Dorf ankern und das Land betreten zu dürfen. Dazu braucht es ein Geschenk. Hier sind wir gerade dabei, am lokalen Markt von Lautoka dieses traditionelle Geschenk zu kaufen: getrocknete Kava-Wurzeln, ein Strauch aus der Familie der Pfefferpflanzen.Die getrockneten Kava-Wurzeln werden zu einem zopfartigen Bündel zusammengebunden, in Zeitungspapier gehüllt und mit bunter Schleife verziert. Dieses Kava Geschenk wird dann dem Headman oder Speaker (Sprecher) übergeben, der es mit rituellen Worten begleitet dem Chief übergibt. Ist der Chief zufrieden mit dem Geschenk, heisst er die Überbringer willkommen und erteilt die Erlaubnis, sich in seinem Dorf wie Einheimische bewegen zu dürfen.Die getrockneten Kava Wurzeln werden dann zu Pulver zerrieben und mit Wasser zu einem leicht berauschenden Getränk, das einen erdigen Geschmack hat, aufgegossen. Für unsere Geschmacksnerven kein Highlight, aber ein fast tägliches Getränk der Einheimischen. Ob Angela und Ralf wohl auch in den Genuss von Kava kommen? Vorerst geniessen sie mal lokal produzierte Ananas
Der Schreiberling darf nun wieder Pause machen. Wie es den Landratten auf der Lupina gefällt, ob sie ihre sportlichen Ambitionen ausleben können und was wir in den nächsten Wochen zusammen erforschen und erleben werden – das schildert euch die Crew dann gleich selber.
Es bleibt spannend! Folge der Lupina im Kielwasser!
Als wir den letzten Bericht am Freitagabend geschrieben haben, waren wir noch nicht sicher, ob es klappen wird. Ravi hatte uns zwar zugesagt, dass er am Montag mit der Arbeit beginnen werde. Aber wir sind in Fiji, und hier hat das Wort Zeit eine ganz andere Bedeutung. Hat man in unserer Heimat immer zu wenig davon, gibt es in Fiji so viel Zeit, dass man sie gar nicht mehr beachtet. Aber es klappt! Ravi erscheint im Laufe des Montag Vormittages mit allen benötigten Geräten für den Umbau von Blei-Säure Batterien auf moderne Lithium Batterien (LiFePO4).
Unsere alte Service Batterie Bank, bestehend aus sechs 6Volt Batterien, von denen jede rund 35 Kilogramm schwer ist.Der Ausbau der alten Batterien verläuft zügig und schnell. Gemeinsam entscheiden wir, wie wir die neue Anlage am optimalsten in die leere Batteriebox unterbringen wollen.Ravi, der Elektrotechniker mit eigener Firma (Revmarine), platziert die ersten Geräte und deren Verkabelungen.Am Mittwochmorgen, nach 15 Stunden Arbeit, ist der Umbau abgeschlossen. Unsere neue Service Batterien sind nun viel kleiner und leichter (2 Batterien zu je 25kg), die ganze Anlage aber einiges komplexer. Wer genaueres über unsere Anlage wissen will, dem empfehle ich unser nächstes Video #77 (ab 6.7.2024 aufgeschaltet) oder beantworte gerne entsprechende Anfragen direkt an mich.Der ganze Umbau hat uns umgerechnet rund 5’400 CHF gekostet (Material, Arbeit). Dazu kommen Versandkosten von Neuseeland nach Fiji. Diese waren mit rund 800 CHF überraschend hoch, wurde aber mit «Gefahrengut» begründet. Ebenfalls überraschend: die benötigten Zusatzaggregate und Kabel waren fast gleich teuer wie die Batterien selber. Also nicht ganz billig, aber die modernen Batterien stellen definitiv eine Aufwertung unserer Lupina dar.
Wir sind sehr zufrieden mit der Ausführung der Arbeiten und sind froh, dass schlussendlich alles so gut geklappt hat. Bei der Wegfahrt aus der Marina dann aber eine kleine negative Überraschung: unser Bugstrahlruder funktioniert nicht mehr. Als ich unser Problem am nächsten Aufenthaltsort, zurück in der Vuda Marina, einem befreundeten Segler schildere, bringt er mich gleich auf den richtigen Pfad: unser Bugstrahlruder zieht offenbar so viel Anfahrstrom, dass der Batterieschutz eingreift. Ein kurzes Mail an den Batterielieferanten in Neuseeland und Ravi bestätigt die Vermutung. Noch sind wir nun am Abklären, ob eine andere Einstellung der Überwachungsgeräte das Problem lösen könnte, oder ob wir die Stromversorgung des Bugstrahlruders umhängen müssen auf die Starterbatterie, eine traditionelle Blei-Säure Autobatterie.
Zum Glück brauchen wir das Bugstrahlruder fast nie. So bremst es uns nicht ein und wir können unsere weiteren Segelpläne ohne Einschränkung weiter schmieden. Bei einem unserer nächsten Aufenthalte in der Marina werden wir das Problem dann beheben. Wir füllen unseren Proviant wieder auf und studieren die Wetterentwicklung in den nächsten Tagen.
Wir haben Glück! Es weht zurzeit ein konstanter Nordostwind. Nicht ungewöhnlich, aber trotzdem selten. Wir haben nun schon zweimal vergeblich versucht, das Archipel von Kadavu anzulaufen. Wetterbedingt mussten wir das Vorhaben immer abbrechen. Nun scheint es zu klappen und wir planen die im Bild eingezeichnete Strecke.Gesagt – getan! Am Nachmittag des 16. Juni verlassen wir die Vuda Marina, übernachten in der Momi Bay (noch auf der Hauptinsel) und segeln dann die 90 Seemeilen nach Kadavu am folgenden Abend in einer Nachtfahrt. Bei herrlichem Wetter und guter Sicht erreichen wir unser Ziel. Da wir noch etwas früh dran sind, die Sonne ist erst gerade aufgegangen, drehen wir bei und frühstücken gut gelaunt noch auf dem offenen Meer draussen.Unser Ankerplatz beim Dorf Vunisea gleich neben dem Flughafen der Hauptinsel Kadavu. Lupina liegt als einziges Schiff in der Bucht etwas weiter draussen (nicht auf dem Bild)Bunte Farben prägen das Schulareal von Vunisea.Auf der Hauptinsel Kadavu gibt es zwar vereinzelt Strassenverbindungen zwischen den Hauptdörfern, aber Haupttransportmittel ist und bleibt das Boot.Unsere Segel Route im Kadavu Archipel. Nach Osten hin sind die Inseln durch das viertgrösste Barrier Riff der Welt, dem Great Astrolabe Reef, gut vor dem Heranstürmen der mächtigen Pazifikwellen abgeschirmt. Unseren ersten Ankerplatz haben wir so gewählt, dass wir ihn auch bei schlechtem Wetter hätten anlaufen können. Für die weiteren Ankerplätze bedarf es guter Sicht, weil die Einfahrten gespickt sind von Korallenfeldern und Bommies (Korallenköpfe).Beim kleinen Dörfchen Vunisei, unserem nächsten Ankerplatz an der Nordküste von Kadavu, liegen wir absolut ruhig und gut geschützt in einem Mangrovenwald. Über unsere Köpfe, von den umliegenden Bergen gut abgeschirmt, weht ein kräftiger Wind. Auf der Insel Ono ankern wir in einer tief eingeschnittenen, zum Ufer hin langsam flach auslaufenden Bucht. Das Anlanden mit dem Dinghi muss gut mit Ebbe und Flut abgestimmt werden. Wir planen unseren Landausflug bei auslaufender Flut, rund 2 Stunden vor Erreichen der Ebbe. Nach etwa 4 Stunden erreicht das wieder ansteigende Wasser dann etwa das gleiche Niveau. Kommen wir später zum Dinghi zurück, müssen wir durch das Wasser waten. Sind wir früher, müssen wir es weit bis zum Wasser tragen.Wir übergeben dem Headman (der Chief ist leider gerade im Nachbardorf) unser Sevusevu (Kava Bündel, Höflichkeitsgeschenk mit dem man um Erlaubnis bittet, hier an Land gehen zu dürfen und sich im Dorf umzuschauen). Seine Frau, Marida, zeigt uns dann das 70 Seelendorf. Eine eigene Schule gibt es keine. Die Kinder werden am Sonntagabend mit Booten auf eine Nachbarinsel gefahren, wo sie die Schule besuchen und bei Verwandten oder Bekannten wohnen können. Am Freitagabend kehren sie dann für das Wochenende mit Booten wieder nach Hause zurück.Marida führt uns zu einer heissen Quelle und sammelt unterwegs braune Kokosnüsse für uns.Wir haben nun schon oft zugeschaut, wie die Kokosnüsse aus ihrer äusserst robusten Pflanzenschale geschält werden. Aber so schnell und geschickt wie Marida das macht, haben wir es selten gesehen.Als wir Marita fragen, ob auch wir etwas für sie tun können, bittet sie uns mit leuchtenden Augen darum, einmal ein Segelboot aus der Nähe anschauen zu dürfen. Machen wir doch! Wir transportieren sie in unser Dinghi. Marida fühlt sich sichtlich unwohl darin, denn es schaukelt viel mehr, als die Boote, welche sie gewohnt ist. Auch die Bewegungen im geschlossenen Raum des Schiffes sind ihr etwas mulmig.Abendstimmung am Ankerplatz in Ono …… natürlich mit dem obligaten Sun-DownerNach 2 Tagen auf Ono segeln wir weiter zu einer kleinen Insel, welche direkt nördlich an Ono anschliesst. Vurolevu ist viel besuchter Schnorchel- und Tauchspot wegen seiner Mantas und Riff Haie. Auch hier finden wir einen völlig leeren Ankerplatz vor und können uns das beste Plätzchen frei aussuchen. Der Strand ist fantastisch!Wir freuen uns sehr darauf, endlich mal die riesigen Mantarochen aus der Nähe beobachten zu können. Leider sehen wir trotz viel Zeit im Wasser keinen Einzigen. Ausbeute unserer Unterwasser Safaris bleiben ein riesig grosser Weissspitzenhai (leider zu schnell für die Kamera) und viele bunte Korallen und kleinere Fische.Nach 2 Tagen gehen wir Anker hoch und verlassen Vurolevu in Richtung unserem letzten Ankerstopp: Dravuni IslandDie längliche Insel von Dravuni ist rund 2 Kilometer lang und maximal 500 Meter breit. Sie verfügt über wunderschöne Sandstrände. Wie schon auf allen bisherigen Ankerplätzen ist auch hier die Lupina das einzige Schiff vor der Küste.Zu unserem grossen Erstaunen finden wir sehr gut gepflegte und perfekt unterhaltene Wanderwege an. Einer führt zum höchsten Punkt der Insel und dann die ganze Länge der Insel entlang auf dem Bergkamm. Hier sind wir auf dem Anstieg zum Gipfel.In unserem Rücken der wunderschöne Ankerplatz und unsere Lupina.Lupina am Anker vor Dravuni.Tolle Aussicht in Richtung Great Astrolabe Reef (hellere Linie am Horizont)Das schöne Wetter, die tolle Aussicht, die fantastische Natur macht es aus: happy wife – happy lifeVom Gipfel aus wandern wir die 2 Kilometer dem Bergkamm entlang zum nördlichen Ende der Insel. Wir befinden uns nun über dem Dorf und geniessen einen anderen Blickwinkel auf den Ankerplatz.
Wir könnten noch mehr Zeit im spannenden Archipel Kadavu verbringen, aber die Zeit drängt. Am 5. Juli erwarten wir Besuch: Pia’s Tochter Angi und ihr Lebenspartner Ralf haben ihre Koffer gepackt und freuen sich auf fast 3 Wochen Südsee Feeling. Also müssen wir den nun vorherrschenden Südostwind nutzen und uns von Dravuni verabschieden. Die Distanz zum nächsten Ziel an der Ostküste von Viti Levu beträgt rund 65 Seemeilen. Die Einfahrt ins dortige Riff zum Ankerplatz ist knifflig. Wir entscheiden uns für eine Nachtfahrt, so dass wir am nächsten Morgen ohne Zeitdruck den Ankerplatz anfahren können. Die Wettervorhersage lässt uns auf eine gemütliche Nachtfahrt freuen. Wie schon oft, wird es auch diesmal anders. Statt sanftem Wind von schräg hinten, haben wir eine steife Briese fast auf der Nase. Das wäre an und für sich nicht gross störend. Aber, was uns wirklich zu schaffen macht, sind die sehr kurzen, 2 Meter hohen Wellen, die aus allen Richtungen auf uns zuschiessen und die Lupina (und damit vor allem auch uns) kräftig durchschüttelt. Heute, Freitagmorgen 28.6.2024, sind wir nach einer schlaflosen Nacht bei starkem Regen sicher auf der kleinen Insel Leleuvia angekommen. Nach dem ersehnten Frühstück schreibe ich anstelle von Ausruhen den Bericht fertig und hoffe auf ein gutes Internet. Danach geht es an Land.
Die Weiterfahrt vom Osten entlang der Nordseite von Viti Levu zurück in den Westen verspricht viel Spannung und Nervenkitzel: dieser Bereich der Insel ist mit vielen Untiefen und gefürchteten Riffen gespickt.
Ob wir die geplante Strecke so absolvieren können, und was wir auf der Fahrt so alles erleben? Mehr dazu im nächsten Bericht.
Es bleibt spannend – folge der Lupina im Kielwasser.
Einen Tag später als geplant stechen wir am Montag, 13.5.2024, von der Vuda Marina aus in See. Starker Wind hat uns am Vortag noch davon abgehalten. Nicht, dass es nicht möglich gewesen wäre. Aber nach gut sechsmonatiger Segelpause wollten wir nicht gleich unter erschwerten Bedingungen los.
Ein guter Entscheid, denn heute herrscht Sonnenschein und eine gemütliche Brise, die uns zur in der Segelwelt berühmten Musket Cove trägt. Ein gut geschützter Ankerplatz erwartet uns, und endlich wieder glasklares Wasser, das uns zum Schnorcheln einlädt.
Musket Cove befindet sich auf der Insel Malolo, auch bekannt als Plantageninsel. Sie liegt 20 Kilometer westlich von Fijis Hauptinsel Viti Levu. Malolo ist das Tourismuszentrum der Mamanuca-Inseln und besteht heute aus vier Resorts, mehreren Wohnhäusern, einem Yachthafen und einem Golfplatz.
Ein Häuptling verkaufte die unbewohnte Insel 1872 an einen ausländischen Investor zum Baumwollanbau. Der Baumwollanbau entwickelte sich aber nicht wie gewünscht, und in der Folge wechselte die Insel mehrmals den Besitzer. Im November 1891 verpachtete der neue Inhaber die Insel für 70 Jahre an die chinesische Familie Wong Ket, die erfolgreich Kokospalmen anpflanzte und Kopra erntete. In den frühen 1960er Jahren kamen die heutigen Besitzer ins Spiel. Die Kokosplantage wurde weitergeführt, aber neu kam nun der Tourismus auf die Insel. Heute gibt es vier Resorts auf der Insel, von denen jedes seinen Charme hat.
Das wohl bekannteste Resort ist Musket Cove, das 1975 mit zwölf Buren (Bungalows) eröffnet wurde.Wir geniessen es, unserer Entdeckerlust wieder einmal freien Lauf zu lassen. Es gibt zwar anfänglich einen Wanderweg, der verliert sich aber schnell in der üppig wachsenden Vegetation.Aussicht auf einer kleinen Anhöhe in Richtung Aussenriff, mit Lupina vor Anker im ruhigen Wasser (Bildmitte)Etwas zum Schmunzeln: eine Instruktion für Fussgänger, welche die Flugpiste der Insel überqueren wollen: luege – loose – laufe! (deutsch: gucken – horchen – gehen)Wir verlegen in die Momi Bay, eine südliche Bucht auf der Hauptinsel. Endlich wieder am Anker den Sonnenuntergang geniessen. Nach Westen sieht es so aus, …… nach Osten so, ebenso fantastisch schön.Bei der Wegfahrt von Denarau, wo wir die Anzahlung für die Batterien geleistet haben, ereilt uns eine Panne: der Rollmechanismus (Furler) des Vorsegels, der Genua, steigt aus. Zuerst bemerken wir, dass er viel langsamer läuft, wie normal, dann bleibt er stehen. Vor Anker in der Momi Bay beginnen wir sofort mit der Ursachenanalyse. Eine Kontrolle der Sicherungen bringt keine Antwort zur Frage, warum der Furler nicht mehr dreht. Eine Messung des Stromes zeigt, dass bis zum Eingang in den Furler Strom vorhanden ist. Um weiter zu untersuchen, ob es im Furler drin einen Stromunterbruch gibt, oder ob allenfalls beide Motoren gleichzeitig ausgestiegen sind (was eher unwahrscheinlich ist), beginnen wir am geschützten Ankerplatz mit der Zerlegung. Die Seite mit den Elektromotoren sieht gut aus …… aber auf der Seite des Antriebes kommt Wasser raus, als wie den Deckel lösen. Bis zur roten Linie sieht man eine Wasserstands-Linie. Gut möglich also, dass ein Stromkabel im Wasser lag und durchkorrodiert ist. Leider kann ich das System nicht weiter zerlegen, da mir das Werkzeug fehlt, die Zahnräder abzuziehen. Die Reparatur muss warten, bis wir nächstes Mal in einer Marina sind.Nächster Tag – perfektes Wetter. Wir Segeln weiter südostwärts der Hauptinsel entlang zu einer kleinen Insel Yanuca. Der Wind hat aufgefrischt aber auf der Leeseite der Insel liegen wir gut geschützt im klaren Wasser. Das Tauchen des Ankers macht richtig Freude.
Nach 3 Tagen vor Yanuca gehen wir Anker hoch und verlegen weiter ostwärts. Das Wetter ist schlechter geworden. Es ist meist stark bewölkt und ab und zu regnet es. Wir haben deshalb unsere Landausflüge nur auf den Strandbereich beschränkt. Für die Weiterfahrt zur nächsten Insel Beqa haben wir Tracks von anderen Schiffen. Die Sicht wäre meist zu schlecht, um allenfalls Korallenköpfe aus der Distanz rechtzeitig zu sehen. Aber mit Satellitenbildern, einem genauen GPS und den Aufzeichnungen anderer Segler trauen wir uns die rund 2-stündige Weiterfahrt zu.
Den Ankerplatz in der Malumu Bay auf Beqa erreichen wir problemlos – leider findet ihn auch der Regen. Der Wetterbericht sagt nichts Gutes voraus: alle Programme, die wir konsultieren, zeigen nur eines: Regen – Regen – Regen48 Stunden Dauerregen.Eine gute Gelegenheit, einmal die notorischen Leckage-Stellen im Bootsdach zu suchen, die sich sporadisch immer wieder mit Wasserflecken bemerkbar machen. In diesem Fall hilft ein Nachziehen der Schrauben der Umlenkrolle für die Aushole-Leine des Grossegels. Natürlich sind diese gut versteckt unter dem Dachhimmel im hinteren Bord WC.
Wir haben im letzten Bericht geschildert, dass wir nach unserer Rückkehr auf die Lupina mehrere Wochen mit Unterhaltsarbeiten beschäftigt waren, und dass nun alles abgeschlossen sei. Nun, etwas fehlt noch: wir wollen unsere Energieversorgung aufpeppen mit Lithium-Batterien.
Ein Schiff hat meistens 2 Batteriebanken. Das eine ist eine ganz normale Autobatterie für das Starten des Motors. Das andere (im Bild) ist die sogenannte Servicebatterie, auch Hausbatterie genannt. Diese versorgt alle Stromverbraucher an Bord mit, in unserem Falle, 12 Volt Strom. Unsere Servicebatterie besteht aus insgesamt 6x 6 Volt Batterien zu je 250Ah. Von denen sind immer 2 in Serie geschaltet zu einem 12 Volt Paket. Parallel geschaltet ergeben dann diese 3x 12 Volt Pakete eine totale Kapazität von 750Ah – alles klar?
Unsere traditionellen Blei-Säure Servicebatterien sind in die Jahre gekommen und verlieren langsam ihre Kapazität. Das Aufladen geht immer länger – und immer schneller fällt die Spannung zusammen. Zeit für einen Wechsel. Nach längerem Abwägen haben wir uns entschieden, ein Upgrade auf Lithium vorzunehmen. Über Vor- und Nachteile eines solchen Upgrades gibt’s unzählige Artikel in Fachzeitschriften. Wir haben uns vor allem bei anderen Seglern erkundigt, welche kürzlich Batterien gewechselt haben. Darunter gibt es einige richtig gute Fachleute. An dieser Stelle möchte ich mich bei Reto von der SY Shi Shan bedanken, der mir durch seine Blog Einträge und persönliche Mails wertvolle Ratschläge und Hilfestellung gegeben hat.
Einer der wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung war für uns die Sicherheit. Man hört und liest viel über Unfälle mit Lithium Batterien, vor allem Brände von Autos werden immer wieder gerne von Elektromobilgegnern ins Netz gestellt. Wir haben aber gelernt, dass die Lithium Batterien für die Marine Anwendung sogenannte Lithium-Eisen-Phosphat (LiFePO4) Batterien sind. Dieser Typ von Lithium Batterien gilt in der Industrie als sehr sicher. Trotz intensiver Suche sind wir bei unseren Abklärungen auf keinen einzigen Fall gestossen, bei dem es wegen der LiFePO4 Batterien auf einem Schiff zum Brand gekommen ist. Sämtliche namhaften Zertifizierungsgesellschaften haben diese Batterietypen für die Anwendung auf Schiffen frei gegeben.
Die Auswahl der richtigen Produkte und der weiteren benötigten Geräte für das Upgrade war ziemlich mühsam. Über einen Lieferanten in Neuseeland und seinen lokalen Vertreter hier in Fiji haben wir aber in einem sehr langwierigen Prozess nun endlich die Spezifikationen festgelegt. Um eine Bestellung aber schlussendlich in die Wege zu leiten, mussten wir 50% der Investition in bar anzahlen. Eine Bankzahlung war nicht möglich, weil für unsere Schweizer Banken die Währung FJD (Fiji Dollar) einfach nicht existiert. Wir mussten also nochmals zurück auf die Hauptinsel, um dem lokalen Vertreter die Anzahlung persönlich zu überreichen. Das war der Grund, weshalb wir von Musket Cove zuerst noch nach Denarau fuhren, bevor es weiter in den Süden ging. Macht nichts – wir haben Zeit. Die Bestellung ist nun in Auftrag und die Auslieferung für Mitte Juni vorgesehen.
Trotz des Dauerregens auf Beqa sind wir noch optimistisch. Wir haben noch genügend Lesestoff auf dem Schiff und bisher war das Wetter meist eh nicht so, wie vorausgesagt. Aber diesmal sollte es stimmen. Auch in den nächsten Tagen prasselt ein Dauerregen auf die Lupina, meist als feiner, aber sehr intensiver Nieselregen. Das Positive daran: die von mir abgedichteten Stellen, wo wir Wasser ins Boot bekamen, sind nun alle dicht! Juhuii!
Nach 3 weiteren Tagen sieht der Wetterbericht immer noch katastrophal aus. Für unsere geplante Weiterfahrt zur Insel Kadavu, 40 Seemeilen südlich von uns, brauchen wir den geeigneten Wind und vor allem für die Ankunft dann gute Sicht, da es auch wieder viele Riffe und Korallen gibt. Die Windvorhersage ist aber deprimierend. Für die nächsten 6 Tage ist starker Südwind um die 20-25 Knoten angesagt. Die Wellen bauen sich von Tag zu Tag mehr auf. Zudem weiterhin dicke Wolken mit viel Niederschlag.
Zum wiederholten Mal sehen wir uns in Fiji nun gezwungen, unseren Segelplan anzupassen. Schweren Herzens entscheiden wir, auf Kadavu zu verzichten und uns stattdessen der Südküste von Viti Levu entlang auf die Leeseite der Hauptinsel zu verziehen. Dort soll es angeblich noch ein paar verwaiste Sonnenstrahlen geben. Die gelbe, durchgezogene Linie zeigt unsere Fahrt bis zum Umkehr-Entscheid, die gelbe, gestrichelte Linie war die geplante Route und die rote Linie ist die nun gewählte Rückfahrt.
Die Stimmung an Bord ist kurzzeitig wie das Wetter – düster. Aber nur für kurze Zeit. Soeben erhalten wir ein Mail, das uns informiert, dass die Lithiumbatterien ein Frachtschiff früher kommen und somit eine Woche eher in Fiji sind. Am 28. Mai verlassen wir ohne Regen aber bei stark bewölktem Himmel die Insel Beqa und setzen über in die Bay von Somosomo auf der Hauptinsel. Dort liegen wir gut geschützt vor dem immer grösser werdenden Schwell sehr ruhig und wettern die nächste Regenfront ab.
Nach 2 weiteren düsteren Tagen bessert sich endlich auch das Wetter wieder und die Sonne ist zurück. Der Wind bläst kräftig, und baut über die kommenden Tage grosse Wellen auf. Da wir jetzt mit Wind und Welle segeln, ist es trotzdem komfortabel auf der Lupina. Wir segeln bei diesen Verhältnissen aber nur mit einem Segel – meist der Fock. Nur wenn der Wind platt von hinten kommt steht das gereffte Grosssegel besser.Die nächste Bucht, Cuvu Harbour, kennen wir bereits von der Hinfahrt. Hier gibt es ein Resort (der aber nur Hotelgästen Zutritt gewährt) und Zugang zu einem Dorf mit Einkaufsmöglichkeiten. Im Dorfzentrum bieten die Frauen Früchte und frisches Gemüse feil. Kommt gerade rechtzeitig für unsere allmählich leere Bordküche.Weiter geht’s bei immer noch starkem Wind (25-30 Knoten) bis zur kleinen Likuri Insel. Die ganze Insel ist ein wunderschönes, weil natürlich angelegtes Resort. Die Insel ist auch bekannt unter dem Namen Robinson Crusoe Insel – und so präsentiert sie sich auch: wild und gleichzeitig sehr lieblich. Wir ankern direkt im Kanal, der sich schlangenförmig durch das Riff windet, welches jeglichen Schwell vom offenen Meer fernhält.Der Tidenhub beträgt hier etwas mehr als 1 Meter. Da aber der Meeresboden um die Insel sehr flach ist, sieht man sich plötzlich weit weg vom Wasser. Für uns ist es umgekehrt, wir wollen an Land um die Insel zu umwandern, sehen uns aber plötzlich weit weg von der Insel. Schnell umdisponiert und statt Dinghi die SUPs bestiegen. Diese lassen sich einfacher über das trocken gelaufene Gelände tragen.Die Rückseite der Insel mit dem Festland im Hintergrund. Jetzt, bei Ebbe, ist die ganze Fläche begehbar. 6 Stunden später, bei Flut, dann entsprechend von 1 Meter tiefem Wasser überflutet.Endlich “Sun, Fun and nothing to do!”, da macht auch Pia Freudensprünge.Dieser Kerl, eine noch eher kleine Kokoskrabbe, hat weniger Freude an uns Spaziergängern und geht gleich in Abwehrstellung.Der Kanal, der unseren Ankerplatz bildet, führt weiter ins Mangrovendickicht hinein und windet sich als Fluss ins Hinterland von Fiji. Bestens geeignet für eine Erkundung mit dem Boot.Das Resort auf der Robinson Crusoe Insel ist sehr Segler freundlich. Das belohnen wir natürlich und geniessen unseren Ankunftsdrink gleich nachdem die Inselumrundung geschafft ist. Im Hintergrund, schön friedlich aber ganz alleine an der Kette zuckelnd, unsere Lupina.Das Resort ist weitherum bekannt für seine Shows, die regelmässig gezeigt werden. Wir sind gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Mit drei Schiffen werden vom Festland rund 100 Gäste herübergebracht.Eine wunderschöne Tradition in Fiji: immer, wenn ein Schiff kommt oder geht, werden seine Passagiere mit Gesang und Musik durch die Angestellten der Anlage begrüsst oder verabschiedet.Die Unterhaltungsblock besteht aus einem Dinner und einer gut anderthalbstündigen Show. Das Essen (Lobo) wurde nach alter Tradition über mehrere Stunden im Erdofen zubereitet und wird jetzt vor den Gästen geöffnet.Dann auch für uns etwas Neues: es gibt in Fiji offenbar eine Insel (Beqa), wo es üblich ist, dass nach dem Öffnen des Erdofens und nach der Entnahme der Speisen Feuerläufer über die noch heissen Steine laufen. Damit sollen die Geister positiv gestimmt werden. Offenbar sind einzelne Angestellte in diesem Resort von Beqa und zelebrieren hier (natürlich auch etwas showmässig) den Feuerlauf.Nach dem Buffet-Dinner dürfen wir die von den Angestellten gut einstudierte Show geniessen. Sie findet auf dem ganzen Gelände statt und wir Zuschauer wechseln dabei mehrmals die Plätze.Der Feuertanz ist eines der Highlights – richtig gut und spektakulär.Der feurige Abschluss der Show dann am Beach. Die Besucher wurden extra gebeten, ihre Kinder in sicherer Distanz unter Kontrolle zu halten.Bei einem Glas Rotwein in der Bar-Lounge sitzend verfolgen wir, wie die herbeigeschifften Besucher zu vorgerückter Stunde sich mehr oder weniger elegant auf die Schiffe verladen, mit Klang und Gesang verabschiedet und dann wieder zum Festland gefahren werden. Wir geniessen den Moment der einkehrenden Ruhe noch ein Weilchen und es wird etwas später, wie sonst. Trotzdem lassen wir (oder zumindest ich) es uns nicht nehmen, am nächsten Tag das Erwachen der Sonne zu verfolgen.
Es ist Freitag der 7. Juni. Wir sind nun schon fast eine ganze Woche an diesem schönen Ankerplatz. Wir wollen heute weiter in die nächste Bucht, in die Momi Bay, die wir nun mittlerweile gut kennen. Aber ein Blick auf unsere Computer und Smartphones beunruhigt uns: wir haben kein Internet mehr. Mist! Normalerweise kriegen wir eine Warnung, wenn unsere Daten abgelaufen sind. Wir beschaffen uns in jedem Land jeweils eine lokale SIM-Karte. Darauf laden wir ein Pre-Pay Abo für Daten. Das ist meist die günstigste Lösung. Hier in Fiji, zum Beispiel, erhalten wir für monatlich rund 15 CHF ein 500GB dickes Datenpaket. Wenn dann die Daten verbraucht sind, oder der Monat abgelaufen ist, erhalten wir einen Link, der uns auffordert, die SIM-Karte wieder aufzuladen. Das geht dann einfach via Internet und Kreditkarte. Diesmal aber ist das Internet bereits abgestellt – also müssen wir das Aufladen in einem Shop an Land vornehmen. Das gibt es in der Momi Bay leider nicht. Wir beschliessen, gleich bis Port Denarau weiter zu segeln. Eigentlich auch nicht schlecht, so können wir gleich wieder mal beim Batterielieferanten vorbei und schauen, wo unsere Batterien sind.
Wir ankern in der etwas rolligen Bucht (sogar bei wenig Wind gibt es leichten Schwell) vor Denarau und fahren mit dem Dinghi an Land um die SIM-Karte aufzuladen und dem Batterielieferanten einen Besuch abzustatten. Und wir werden positiv überrascht: da liegt doch tatsächlich ein soeben angeliefertes, noch eingepacktes Packet mit unseren Batterien drin!
Wir verabreden mit Ravi, dem Chef der Firma, dass wir mit dem Einbau der Batterien gleich am Montagmorgen starten werden. Wie das klappt, und ob vielleicht doch noch eine Umrundung von Fiji und ein Tripp in den Süden nach Kadavu drin liegt, bis Angi und Ralf uns besuchen kommen?
Es bleibt spannend – folge der Lupina im Kielwasser.
Genau zur flugplanmässigen Zeit hebt am 8. April frühmorgens unsere Maschine in Auckland ab. Knapp 3 Stunden später erreichen wir schon die Küste von Fiji.Wir deponieren unser Gepäck in der Kabine, die wir von der Marina für die ersten Tage gemietet haben, und statten sofort unserer Lupina einen Besuch ab. Sie steht noch genau so da, wie wir sie verlassen haben. Das grüne Baunetz, das wir zum Schutz gegen die gleissende Sonne über das Deck gespannt haben, ist noch völlig intakt und hat seinen Zweck hervorragend erfüllt.Im Cockpit finden wir unsere 3 Segel vor, die wir vor unserer Abreise im November 2023 dem lokalen Segelmacher zur Inspektion und Reparatur übergeben hatten. Wie abgemacht hat uns die äusserst zuverlässige Firma die Segel nach Erledigung der Arbeit ins Cockpit gelegt.Das Innere der Lupina finden wir in perfektem Zustand vor. Obwohl wir kein Entfeuchtungsgerät installiert hatten, ist kein Anzeichen von Schimmelbildung erkennbar. Wir sind total happy – diese Zyklon Saison war eher trocken. Viele Segler sind positiv überrascht und nur wenige finden ein verschimmeltes Schiff vor. Es hat sich wieder einmal bewährt, dass wir alle Kästen und geschlossenen Räume geöffnet und so für eine gute Luftzirkulation gesorgt haben.Werkzeug und Ersatzteile erinnern uns daran, dass viel Arbeit wartet.Oh Schreck! Wir finden an mehreren Orten Mäuse-Kegel (Kot). Wir hatten von Ratten gehört und alle grösseren Öffnungen am Schiff verschlossen. Trotzdem muss ein oder mehrere dieser Viecher ins Schiff gekommen sein? Mäuse sind etwa das Schlimmste, was man an Bord haben kann. Sie nagen an den Elektrokabeln und können teure Schäden verursachen. Entwarnung kommt von unserer Schiffsnachbarin. Sie erklärt uns, dass diese Häufchen nicht von Mäusen stammen, sondern von Geckos – die kleinen Echsen, die sich von Insekten ernähren. Diese haben wir natürlich viiiiel lieber als Mäuse.Der Nachmittag ist schnell vorbei und wir lassen den Tag mit einem Sundowner in der Boat Shed Bar ausklingen.Am nächsten Morgen schleppen wir unseren schweren Ersatzteil-Koffer aufs Schiff …… und verteilen sie nach Sparte sortiert auf dem Schiff. Hier Teile für den Motor.Heute kommt, wie schon bei der Abreise vereinbart, der Motor-Mechaniker an Bord. Zu meinem Erstaunen beginnt er nicht mit der Montage der mitgebrachten Teile, sondern zerlegt den Motor noch weiter. Offenbar ein kleines, aber nicht unerhebliches Missverständnis. Ich war der Meinung, die Dichtungen der Kühler können direkt am Motor gewechselt werden, was aber bei den engen Räumen unmöglich ist. Hätte ich das gewusst, dann hätten wir den Ausbau des Kühlaggregates (im Bild bereits abgebaut) schon im November vornehmen können.
Wie es so ist, stellen wir bei der weiteren Zerlegung des Kühlers Schäden fest. Auch zerbricht die Dichtung am Motorblock. Wäre alles kein Problem, hätte ich das alles vorher gewusst. Dann wären die zusätzlich benötigten Teile nämlich im Koffer. Nun haben wir aber nichts dabei und müssen lokal für Lösungen sorgen. Noch am späten Nachmittag ruft mich der Mechaniker an und bittet mich, in seine Werkstatt zu kommen und mit ihm zusammen über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
Mit dem Taxi fahre ich fast eine Stunde lang zur Werkstatt des Mechanikers (Bild). Zum Glück bin ich schon viel gereist und weiss mittlerweile, dass in solchen «Werkstätten» oftmals bessere Arbeit geleistet wird als in auf Hochglanz polierten Prunkbauten. So ist es auch in unserem Fall. Der Mechaniker arbeitet sehr zuverlässig, gewissenhaft und kompetent. Er zeigt und erklärt mir die gefundenen Problemstellen und analysiert mit mir die Reparaturmöglichkeiten.Wärmetauscher Motor (wo das Meerwasser das Kühlwasser des Motors kühlt). Er weist an den Dichtflächen grössere Korrosion Stellen auf. Diese können mit Metallfüller repariert werden.Kühlereinsatz. Das Salzwasser fliesst durch das Bündel aus kleinen Röhrchen und kühlt das Motorwasser, welches aussen herum fliesst. Weil an den Dichtstellen Salzwasser mit dem Kühlwasser des Motors in Kontakt kam, gibt es auch hier massive Korrosionsschäden. Wir beschliessen eine gründliche Reinigung, Drucktest (die Röhrchen müssen dicht sein) und Nacharbeit der Dichtfläche.Zurück in der Marina beim obligaten SundownerNach ein paar Tagen ist die Lupina soweit bereit, um aus der Zyklon-Grube gehoben zu werden. Sie kommt nun auf Stelzen, so dass das Antifouling erneuert werden kann.Kaum ist Lupina am neuen Ort parkiert, kommt Ritesh, unser Motor-Mechaniker, mit den revidierten Kühlerteilen und beginnt mit dem Zusammenbau des Motors.Den Wärmetauscher für das Hydrauliköl habe ich neu aus der Schweiz mitgebracht.Das Kühlsystem (Wasserkühler Motor / Ladeluftkühler / Ölkühler) ist eingebaut und auch Turbolader mit Abgaskrümmer (silbriges Teil, neu) sind wieder an ihrem Platz.Wir machen einen Testlauf. Alles, was ersetzt oder repariert wurde, ist dicht. Aber wir stellen eine Leckage am Auspuff fest. Offenbar hat während der rund 6-monatigen Liegezeit Restwasser im Auspuff für ein grosses Korrosionsloch (gelber Pfeil) in der Endkappe gesorgt. Durch Reparaturschweissen kann sie provisorisch repariert werden, aber da muss ich für Ersatz sorgen.Als nächstes geht es an die Seeventile. Wir haben uns entschieden, die am schwierigsten zugänglichen Seeventile vorsorglich durch die Werft ersetzen zu lassen. Seeventile sind sicherheitsrelevant. Bricht eines auf offenem Ozean könnte das im schlimmsten Fall zum Sinken des Schiffes führen. Das Bild zeigt 2 der insgesamt 4 ersetzten Ventile. Sie zeigen Spuren von Korrosion, sind aber sonst noch in gutem Zustand.Die neuen Seeventile sind aus Kunststoff und versprechen ewige Lebensdauer. Die alten Borddurchlässe der Seeventile werden von aussen mit der Trennscheibe abgeflext und dann das Loch für die etwas grösseren Teile leicht vergrössert (Bild)Mit einem Spezialkleber wird der neue Borddurchlass fest in die Bordwand eingeklebt.2 der 4 neuen Borddurchlässe. Das Ruder hat an der hinteren Kante leichte Schäden abgekriegt. Diese werden mit Epoxi repariert.Unser Wellenlager ist verschlissen. Das wurde uns durch grössere Vibrationen bei Motorbetrieb angedeutet und nun durch eine Spielmessung bestätigt. Das Lager muss ersetzt werden.Für den Austausch des Wellenlagers (mit Pfeil markiert) muss in einem ersten Schritt der Propeller entfernt werden. Damit man dann mit einem Werkzeug die Lagerbüchse aus dem Rumpf ziehen kann, wird ein Teil des Glasfaser verstärkten Kunststoffes (GFK) mit einer Metallsäge entfernt.Propeller ist mit einer Abzugsvorrichtung abgebaut und die Lagerbüchse am Anfang freigelegt. Wir versuchen nun zuerst mit Rohrzange, dann mit dem Aufschrauben einer Abzugsvorrichtung die Büchse aus ihrem Sitz zu lösen. Es gelingt uns auch mit viel Schweiss und Beschwörung nicht, die Büchse auch nur ansatzweise zu bewegen. Sie sitzt bombenfest.Die letzte Möglichkeit, die uns bleibt, ist, die Welle in Richtung Motor aus der Büchse zu schieben, die Büchse zu zerstören und so aus ihrem Sitz zu lösen. Tönt einfach, ist aber aufwändig. Um genügend Platz für die Wellenverschiebung zu schaffen, muss das hydraulische Getriebe (Bild) ausgebaut werden.Die Welle wird in der richtigen Flucht zum Motor hin geschoben und fixiert, damit sie sich nicht im Borddurchlass verklemmt und diesen beschädigt.Trotz dieser Vorbereitung ragt das Wellenende immer noch leicht in die Lagerbüchse. Wir lösen die 4 Motorhalterungen und verschieben den Motor um rund 10 Zentimeter nach vorne (gelbe Markierung) – nun liegt die Lagerbüchse komplett frei.Zuerst versuchen wir, von Hand mit einem Sägeblatt die Büchse in axialer Richtung aufzusägen. Natürlich nicht möglich. Erst eine elektrische Stichsäge schafft es dann, die Büchse aufzutrennen.Ein kleiner Streifen ist aus der Lagerbüchse herausgetrennt. Nun lässt sie sich mit einer Rohrzange etwas zusammendrücken und aus dem Rumpf ziehen.Der Einbau der neuen Büchse (die wir schon seit der Übernahme des Schiffes an Bord hatten) verläuft speditiv und einfach. Am Schluss wird das abgetrennte GFK wieder angeklebt und mit einer Schicht Epoxi gut verleimt.Die mechanischen Arbeiten aussen am Schiffrumpf sind fertig. Als Letztes steht noch das neue Antifouling an.Bevor wir wieder ins Wasser können, muss ich noch das Steuergetriebe, das aus der Halterung gerissen war und wo einer der 3 Füsse abgebrochen war, montieren. Der Fuss konnte durch einen lokalen Schweisser wieder fixiert werden. Mit 10 Millimeter längeren Schrauben, die etwas tiefer ins Gewinde der Halteplatte eingreifen, gelingt es mir, ohne weitere Modifikation das Getriebe wieder sicher zu befestigen.Am 25. April ist es soweit: Lupina kommt wieder in ihr geliebtes ElementFast gleichzeitig wird die neue Kette angeliefert, welche vom Lieferanten aus Deutschland in Garantie ersetzt wird. Die erste gelieferte Kette weist Oberflächenfehler auf. Auf 2 Schubkarren fugen wir die 120kg schwere Alte vom Schiff und die und Neue zum Schiff.Es sind nur noch 2 Baustellen offen. Die Erste ist der Wassermacher (Bild). Hier wollen wir eine neue Membran einbauen. Unsere ist schon über 6 Jahre alt und die Wasserwerte sind nicht mehr so toll.Die neue Membran wird in das Gehäuse eingebaut.Und nun die letzte Baustelle: der Generator. Schon vor unserer Heimreise haben sich Probleme angemeldet. So zum Beispiel hatte die Spannung zu schwanken begonnen. Ein untrügliches Zeichen, dass die Kondensatoren (Bild) das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Ich habe neue Kondensatoren im Koffer, und sie sind schnell gewechselt. Die Lösung für die Startprobleme hat sich schlussendlich als einfach herausgestellt: alle 4 Sicherungen waren tot. Vermutlich durch interne Korrosion während unserer Abwesenheit.So, nun ist fertig mit Technik. Es gibt auch andere Vergnügen, als sich in den engen und heissen Motorraum zu quetschen. Mit Daniela und Beat vom Schweizer Katamaran Kianga unternehmen wir eine Wanderung über die Singatoka Sand Dünen. Zum Glück ist es bewölkt, sonst wurden wir uns wohl die Füsse verbrennen.Singatoka Sand Dünen: der Sand ist extrem fein und bergauf geht es nur im mehrfüssler Antrieb.Ein kleines Überbleibsel des Landurlaubes unserer Lupina: Ameisen! Jetzt, wo wir wieder im Wasser sind, ist es Zeit, sich um die Ausrottung dieser Freunde zu kümmern. Unser Haustierchen, der Gecko, ist zu wenig hungrig, um deren Ausbreitung Einhalt zu gebieten.Und dann geht es mit der Crew der SY Kianga noch einmal in die Höhe, diesmal wollen wir auf einen der höchsten Berge von Fiji: Mount Batilamu (1’110m, the Sleeping Giant, der schlafende Riese) im Koroyanitu Nationalpark. Tropischer Trockenwald mit viel Regen in den Monaten Dezember bis April und mehrheitlich Trockenheit im restlichen Jahr locken. Wildnis pur und leuchtendes Grün. Der Aufstieg ist sehr steil. Rund 300 Meter unterhalb des Gipfels fällt dichter Nebel ein und der Pfad wird extrem glitschig. Wir riskieren nichts und kehren, leicht enttäuscht, um.Das Dorf Abaca am Fusse des Sleeping Giants (Mt. Batilamu) – man fühlt sich wie in einem botanischen Garten. Bei einer Familie können wir ein traditionelles einheimisches Essen geniessen.Die Arbeiten am Schiff sind abgeschlossen. So langsam lockt wieder das Meer und die Weite. Wir beginnen, unser Lager an Lebensmitteln wieder aufzustocken.Für die Besuche auf den abgelegenen Inseln decken wir uns am lokalen Markt in Lautoka mit Kava für die Sevusevu Zeremonie ein (Geschenk für den Chief um Einlass ins Dorf zu bitten).Schiff bereit, Crew bereit! Aber nicht das Wetter. Heute, Sonntagmorgen, weht ein heftiger Wind über den Steg, an dem Lupina noch festgemacht ist. Eigentlich möchten wir nun los auf die Ausseninseln. Als wir draussen die unruhige See und die vielen weissen Schaumkronen sehen, entscheiden wir spontan, unsere Abfahrt auf Montag zu verschieben und freuen uns dafür live am Sieg von Nemo an der European Song Contest (ESC).
Ob es morgen mit dem Start zu neuen Segelabenteuern klappt, was wir auf den Inseln erleben und was das Wort LiFePO4 bedeutet? Es bleibt spannend – folge der Lupina im Kielwasser.
Wir liegen in der Vuda Marina, sehr gut geschützt vor Wind und Welle. Alle Arbeiten, die wir im Wasser durchführen wollten, sind erledigt: Dinghi auf Deck festgebunden, defekter Drucksensor des Wassermachers ersetzt und System erfolgreich getestet, nicht benötigtes Tauwerk unter Deck verstaut, Backs-Kisten ausgemistet, mit Frischwasser gespült und wieder ordentlich eingeräumt. Während sich das Schiff aussen immer mehr leert, wird der Schiffsbauch immer voller. Pia holt schon früh unsere Koffer hervor und verstaut darin die Sachen, die wir nach Hause nehmen wollen. Anspruchsvoll erweist sich die Suche nach guten Handwerkern, die während unseres Aufenthaltes zum Teil schon länger anstehende Reparatur- und Wartungsarbeiten durchführen sollen: Rigger, Motormechaniker, Segelmacher, Elektriker, Schlosser, Bootsbauer – viele bezeichnen sich als solche, aber nur wenige können es wirklich. Wir verlassen uns da meist auf Mund zu Mund Propaganda oder versuchen im persönlichen Gespräch herauszufinden, ob der Mann einen kompetenten Eindruck macht, oder nicht.
In der Marina selber herrscht reges Treiben. Immer noch kehren Segler zurück zu ihrem Schiff, das sie zu Covid Zeiten in den Zyklon sicheren Gruben zurückgelassen haben. Es ist jetzt höchste Zeit, wenn man noch nach Norden oder Süden aus dem Zyklon Gebiet heraus segeln will. Während die einen ihr sicheres Plätzchen verlassen, kommen andere wie wir und nehmen die noch wenig leeren Zyklon Gruben in Anspruch. Der Lift, der die Boote ins Wasser bringt oder zu den Gruben fährt, hat jetzt viel zu tun. Die Mitarbeiter der Marina leisten tolle Arbeit. Wir können es da etwas ruhiger angehen und geniessen noch ein paar arbeitsarme Tage, bis dann die Lupina ausgewassert wird.
Unsere Freunde aus der Zeit in Bonaire, Mel und Brian (SY Sava), haben ihr Einrumpf-Schiff hier in der Vuda Marina verkauft und gegen einen geräumigeren Katamaran umgetauscht. Hier verlassen sie gerade die Marina und machen sich auf nach Neuseeland (ca. 900 Seemeilen, 8-10 Tage)Auch ein anderes Seglerpaar, das wir in Bonaire kennen gelernt hatten, treffen wir wieder in der Vuda Marina: Jenn und Chris von der Segeljacht «Diva» warten auf ein gutes Wetterfenster nach Neuseeland. Ihnen können wir unsere Rettungsinsel mitgeben. Diese muss alle paar Jahre gewartet werden und in Neuseeland gibt es eine Vertretung, die das machen darf.Endlich! Am 4. November, einen Tag später als ursprünglich geplant, ist es soweit und die Lupina kommt an Land. Mit einem Traktor werden alte Pneus herangekarrt …… und die Lupina wird sanft mit dem Kiel in eine Vertiefung gestellt.Mit den alten Pneus wird der Rumpf seitlich abgestützt.Die Pneu-Unterlage am Bug sorgt für eine leichte Neigung des Bootes nach hinten, so dass das Regenwasser auf Deck gut ablaufen kann.Der Lift ist weg – Lupina liegt sicher und fest in ihrer «Zyklon-Pit».Nach getaner Arbeit verwöhnen wir uns mit «Frozen Margaritas» an der Bar der Marina, denn in den nächsten Tagen wartet richtig viel Arbeit auf uns!Das vom Riffkontakt beschädigte (Fuss abgebrochen, Pfeil) Umlenkgetriebe der Steuerung wird ausgebaut und mögliche Reparaturen evaluiert. Wir haben ein paar Ideen, werden diese aber erst nach der unsere Rückkehr umsetzen.Während ich mich zuerst hauptsächlich im Motorraum beschäftige, putzt und schrubbt Pia an Deck. Hier befreit sie die Festmacherleinen vom Dreck, der sich im Wasser des Hafenbeckens über die paar Tage daran festgesetzt hat.Alle 3 Segel werden abgeschlagen, fein säuberlich gefaltet und zur Kontrolle zum Segelmacher gebracht. Insbesondere die Nähte am Sonnenschutzband sind verschlissen und brauchen ein Nachnähen.Der Kutterstag hat schon länger zu wenig Spannung, obwohl die Spannschraube maximal angezogen ist. Mit Unterstützung durch den Rigger bauen wir den Stag ab und verkürzen die untere Fixierung.Eine weitere, schon länger schwelende Baustelle packe ich an: der Generator hat immer wieder Startschwierigkeiten, da die Treibstoffpumpe ab und zu Aussetzer hat. Nach langer Suche und etlichen Ein- und Ausstiegen in den Motorraum meine ich, die Ursache in einer beschädigten Platine (grünes Teil) gefunden zu haben. Da werde ich mir in der Schweiz eine Neue besorgen müssen.Seit einiger Zeit tropft Wasser aus dem Wärmetauscher, der das Getriebeöl kühlen soll. Wir hatten ihn schon einmal in Panama reparieren lassen mittels löten, aber nun leckt er wieder. Auch diesen werde ich nun ersetzen durch einen Neuen.Und hier die grösste Baustelle! Seit einiger Zeit haben wir gemerkt, dass der Motor nicht mehr die volle Leistung abgibt. Meine Ursachenanalyse und Hinweise anderer Volvo-Penta Motor Betreiber haben mich vermuten lassen, dass entweder der Turbolader oder der Abgaskrümmer verstopft sein könnten. Mit Unterstützung eines lokalen Mechanikers, der das benötigte Werkzeug mitbringt, bauen wir den Abgaskrümmer ab. Natürlich bricht eine der 5 Schrauben ab, der Job wäre ja sonst zu einfach. Egal! Die Vermutung entpuppt sich als richtig: der Kanal ist fast komplett zugesetzt mit einer harten Ablagerung.Eine grobe Reinigung des Krümmers zeigt ein Loch (Pfeile) im Bereich, wo das Kühlwasser in den Mantel des Krümmers tritt. Somit floss ein Teil des Kühlwassers direkt in den Abgasstrom, statt zuerst den Krümmer zu kühlen und erst später vom Abgas erfasst und durch den Auspuff nach aussen gefördert zu werden. Dies dürfte auch ein möglicher Grund für die starken Ablagerungen im Krümmer sein. Er muss ersetzt werden.Es sind ein paar strenge Tage an Land. Wir arbeiten jeweils mehrere Stunden bei Temperaturen über 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit. Bevor wir aber abends todmüde in die Koje fallen, verwöhnen wir uns bei herrlichen Sonnenuntergängen jeweils in der Marina-Bar mit einem meist gut geimpften Drink und einem leckeren Essen.Am letzten Tag vor der Abreise wird die Lupina noch mit soliden Spannsets am Boden festgezurrt. Die Marina hat hier einen guten Job gemacht und auf jeder Seite des Schiffes 3 solide Verankerungen in den Boden gerammt und einbetoniert.Unsere letzte Aktion: Lupina vor der sengenden Sonne schützen. Dieses Netz, das wir in der Stadt auf einem Baumarkt erstanden haben, lässt die Luft gut durch und gibt trotzdem einen einigermassen guten Sonnenschutz ab. Wir hoffen, dass dieses Netz auch sehr starke Winde unbeschadet überstehen kann. Wir sind ja jetzt schon gespannt, wie es aussieht, wenn wir im April 2024 wieder aufs Schiff kommen.9. November 2023, morgens um 8 Uhr: unsere lange Heimreise beginnt. Über Melbourne (Australien) und Doha (Katar) fliegen wir nach München, wo wir Tochter Angela besuchen, bevor es dann ein paar Tage später nach Hause in die Schweiz geht.Natürlich ein «Muss» für mich: Besuch eines Fussballspieles von Bayern München! Ralf, Angelas Partner, ist ein eingefleischter FC Bayern München FanDie Allianz Arena in München – ein tolles StadionRalf stattet mich mit den wichtigsten Utensilien aus – ab heute bin ich FC Bayern Fan!Während ich im Stadion der beissenden Kälte trotze, sucht Pia ein warmes Plätzchen und kuschelt mit Angi unter einer flauschigen Decke.Mary Poppins – oder: nach dem Regen folgt der Sonnenschein. Egal wie das Wetter ist: wir geniessen es bei Angela und Ralf in München.In der Schweiz angelangt. Wir freuen uns auf unsere Freunde, Familien und Grosskinder. Hier backen wir schon die ersten Weihnachts-Guezli mit ihnen.
Lupina verbringt nun gut gesichert Ferien auf Fiji und wir werden bis Mitte Januar in der Schweiz bleiben. Danach geht’s wieder zurück in die Südsee. Zuerst werden wir rund 3 Monate Neuseeland zu Lande bereisen und fliegen dann im April zurück zur Lupina. Bis dann macht der Schreiberling auch Pause und meldet sich wieder von Neuseeland. Euch treuen Lesern wünschen wir besinnliche Festtage, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten, energievollen Rutsch ins neue Jahr.
Es bleibt spannend – folge der Lupina im Kielwasser!
Es ist heute der 14. September 2023 und wir liegen an einem sehr gut geschützten Ankerplatz auf der Insel Fulaga (ausgesprochen «Fulanga», oft auch Vulaga geschrieben)Wir geniessen gerade gut ausgeruht das Morgenessen, als ein grosses Dinghi mit sechs Männern in Uniform an Bord auf uns zu braust. Sie kommen alle auf die Lupina und wollen die Schiffsdokumente und weitere Papiere sehen. Sie sind von Zoll und Marine und wollen kontrollieren, ob wir korrekt einklariert haben. Hier in den östlichsten Inseln von Fiji ist das Einklarieren nicht möglich. Es gibt aber Segler, die von Osten kommend hier trotzdem einen Stopp machen. Dank Pias und Köbis Gründlichkeit ist alles in Ordnung. Nach einer kurzen Bootsbesichtigung sausen sie wieder ab. Inzwischen ankert neben uns ein Versorgungsschiff, das einmal im Monat kommt. Wir erfahren, dass auch einige Passagiere an Bord sind, die eine Inselrundfahrt ferienhalber buchen können.Auf der Insel sind drei Dörfer. Wir ziehen los zum Hauptdorf mit dem unaussprechbaren Namen Muana I Cake. Ein gepflegter Fussweg führt uns durch tropischen Wald quer über die Insel.Kurz vor dem Dorf erreicht der Weg das südliche Ufer: herrlich Palmenhaine und wunderbare Farben begleiten uns.Nach zwanzig Minuten erreichen wir das Dorf. Uns fallen die meist mit Blech umfassten Häuslein auf, die zum Teil noch in der traditionellen ovalen Form gebaut sind. Keine Autos, Fahrräder oder sonstige fahrbare Untersätze, keine laute Musik.Die freundlichen Bewohner strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Eine Gruppe Frauen sitzt und verarbeitet die Kokosnüsse zu Milch und Oel. Das Fruchtfleisch wird dann zum Kochen gebraucht.Eine der Frauen führt uns zum Headman (Sprecher) und dieser dann zum Dorfoberhaupt, dem Chief. Er empfängt uns in seinem traditionellen Haus für die Sevusevu-Zeremonie.Michi, der Sprecher, teilt uns mit, er und seine Familie seien vom Chief als Gastgeber bestimmt worden. In seinem Haus machen wir bei Zitronengras-Tee und feinem Kokosgebäck Bekanntschaft mit seiner Ehefrau Lani, eine Frau mit grossem Herz, weich und gelassen, und trotzdem das Familienoberhaupt.Michi ist Holzschnitzer. Er begleitet uns zur Werkstatt, wo er gemeinsam mit anderen Holzschnitzern des Dorfes seinem Handwerk nachgeht. Die hier gefertigten Kunstwerke werden dann später nach Suva oder zu anderen grösseren Touristenorten gebracht und verkauft.Wir kaufen verzierte Kava-Schüsseln, in welche die Handwerker «Lupina» und «Fulaga 2023» gravieren. Hier überreicht mir Michi meinen Kauf, in den er gerade die letzten Kerben geschnitzt hat.Lani zeigt uns die Schule, an der aktuell etwa 70 Kinder unterrichtet werden. Es ist gerade Mittagspause. Neugierig werden wir Fremden von den Kinderaugen beobachtet. Fast etwas stolz reichen sie uns die Hand.Am Dorfeingang ist eine Krankenstation. Die Pflegefachfrau Pua erklärt uns ihre Arbeit in den drei Dörfern der Insel und die häufigsten Krankheitsbilder. Das Material und die nötigen Medikamente kann sie monatlich in Suva bestellen. Ihr Gehalt und die Behandlungen werden vom Staat bezahlt. Ein Arzt praktiziert auf einer Nachbarinsel und kommt ab und zu vorbei. Sie kann ihn auch telefonisch um Rat fragen.Wir stellen fest, dass Pua nicht so gut sieht. Pia bringt ihr am nächsten Tag eine Brille, die Pua ausprobiert und mit viel Freude entgegennimmt.Auf dem Rückweg vom Dorf über die Insel zur Lupina. Rast auf dem einzigen Bänklein weit und breit.Zurück auf der Lupina mit unseren Schätzen vom ersten Landgang.Nach 2 Tagen vor Anker beim Dorf beschliessen wir, in eine andere Bucht zu verlegen. Wir wählen uns einen traumhaften Ankerplatz mit Sandstrand aus. Pia hüpft nach drei Wochen auf dem Trockenen sofort aufs SUP, Köbi und ich fahren an den Sandstrand, wo er die Drohne steigen lässt.Während Köbi mit seiner Drohne tolle Bilder schiesst, geniesse ich endlich ein erfrischendes Bad im glasklaren Wasser an einem wunderschönen Sandstrand.Am Sonntag machen wir uns auf zur Kirche. Ausgehölte Holzstämme dienen als Glocken. Die beiden Männer haben soeben die ganze Gemeinschaft zum Gottesdienst getrommelt (Bild). Wir lassen eine lange Droh- und Mahnrede vom Priester über uns ergehen, von der wir zwar kein Wort verstehen, aber seine Stimme und Gestik sprechen Bände.Im Haus der Gastfamilie erwartet uns ein üppiges und köstliches Essen. Es wurde den ganzen Vormittag in dieser einfachen Küche von Lani zubereitet.Wir sitzen mit der ganzen Familie, den Eltern, der Tochter und deren fünf Kinder, auf Matten und geniessen gefüllte Meerkrabben, Algensalat, Brotfrucht, Maniok, Süsskartoffeln und vieles mehr. Sämtliche Nahrungsmittel wachsen auf der Insel oder kommen vom Meer.Mit vollem Bauch machen wir uns auf den Rückweg. Lani begleitet uns ein Stück.Bei der Krankenstation werde ich gefragt, ob ich bei einer Patientin eine venöse Leitung legen könnte. Zum Glück helfen mir meine Afrika und Haiti Erfahrungen, in dieser etwas chaotischen Umgebung zurechtzukommen. Zum Dank schenkt sie mir eine kleine geschnitzte Kava-Schüssel.Zurück auf der Lupina ist nun mal eine Siesta fällig
Gerne wären wir noch länger geblieben, aber Pia und Köbi wollen mir noch mehr zeigen, die Weiterreise ruft. Also heisst es am 18. September: Anker hoch! Bei Ebbe schlüpfen wir durch den engen Pass ins offene Meer. Wir sind unterwegs zur Insel Matuku, etwa 120 Seemeilen, bei gutem, achterlichem Wind. Meine zweite Nachtfahrt steht an. Die Wellen werden immer höher, über drei Meter, und die Lupina rollt mit im Mittel fünf Knoten durch die Nacht. Das Rollen begeistert mich gar nicht, Schräglage ist mir sympathischer. Der Anker fällt nach 21 Stunden in einer sehr windigen Bucht mit vielen Korallenköpfen. Beim Navigieren ist grosse Vorsicht angesagt. Ob der Anker hält mit Fall Böen bis zu 35 Knoten? Er hält….
Unser Ankerplatz auf Matuku vor dem Dorf Makadru. Wir liegen weit draussen vor Anker (Pfeil), die flachen Korallen erlauben kein Ankern näher am Ufer. Bei Ebbe zieht sich das Meer weit zurück.Das Dorf Makadru
Wieder ist eine Sevusevu Zeremonie fällig. Diesmal ist sie kurz und bündig: der Dorf Chief ist abwesend, sein Sohn und ein Sprecher übernehmen diese Rolle und erlauben uns, die Insel zu erkunden. Viele Blumen und kleine Gärten schmücken dieses am Hang liegende Dorf. Auf einem betonierten Weg steigen wir zur Schule auf, da können wir für 40 Rappen eine Stunde lang vom Internet profitieren. Die Schüler sitzen in verschiedenen Klassenzimmern und schauen neugierig, wer da vorbeizieht. Ein Junge bringt uns auf Geheiss seiner Lehrerin freundlicherweise drei Stühle. Um 12 Uhr ertönen zwölf Schläge, von einem Knaben auf der Holztrommel geschlagen. Ruhig und diszipliniert strömen die Schüler aus den Klassenräumen. Einige gehen nach Hause, andere geniessen den Lunch vor Ort.
Nach einem Spaziergang über einen kleinen, holprigen Waldweg zum nächsten Dorf, geht es dem Strand entlang zurück zum Dinghi und dann auf die Lupina.
Trotz klarem Wasser und farbigen Korallenbänken in der Nähe schaffe ich es nicht, ins Wasser zu hüpfen. Der Wind bläst mir zu stark. «Beim nächsten Ankerplatz», sage ich mir. Aber es soll anders kommen. Die Wetterdaten zeigen für die nächsten Tage stark zunehmenden Wind. Die gemeinsame Entscheidung fällt, bereits am nächsten Tag zur Insel Kadavu aufzubrechen.
Der Abschied am nächsten Tag fällt uns leicht. Noch mehr Wind und schlechtes Wetter drohen. Jetzt noch ist die Lage günstig und wir haben Glück, die Sicht ist noch gut. Köbi manövriert uns sicher durch den Pass.
Unser nächstes Ziel ist die 90 Seemeilen entfernte Insel Kadavu. Meine dritte Nachtfahrt. Dauerregen und hohe Wellen machen uns das Leben schwer.
Die zunehmend schlechtere Sicht macht eine Durchfahrt durch einen der Pässe auf Kadavu zu gefährlich. Noch in der Nacht entscheiden wir uns, nach Norden abzudrehen und bis Suva, dem Hauptort von Fiji, zu segeln. Nach 24 Stunden ruppiger Fahrt fällt der Anker in der weiten, offenen, aber gut geschützten Bucht von Suva. Welch ein Unterschied, jetzt zwischen Fracht- und Fischerflotten zu ankern.
Der Himmel bleibt den ganzen Tag grau und verhangen. Immer wieder zieht Regen über uns durch. In den nächsten Tagen bleibt das Wetter wechselhaft. Unsere Landgänge bleiben kurz, immer aber führt der Rückweg durch die Bar des Royal Suva Yacht Clubs, wo Köbi ein Mitglied werden muss, damit wir den Dinghi Steg nutzen dürfen.
Am Samstag ist dann grosser Markttag. Den besuchen wir und staunen über die Anzahl Stände, etwa 370 an der Zahl, und die grosse Auswahl an Gemüse und Früchten. So ist der Proviant Einkauf eine wahre Freude.Beim Fischmarkt werden wir so richtig nass und warten bei einem Schwatz, dass sich der Regen beruhigt. Die Marktfrau erzählt uns, dass sie jeden Samstag mit dem Bus und voll beladen mit ihrer Ernte zum Markt fährt.Gleich neben dem Markt ist die Kunsthandwerker Halle. Da freut sich das Auge, der Geldbeutel weniger. Aber wie soll man all diesen schönen Handarbeiten widerstehen? Bei einer sehr freundlichen Inderin, sie ist die vierte Generation, die in Fiji lebt, finde ich Handtasche, kleine Geschenke für meine Familie und einiges mehr.
Zwischen zwei Regengüssen flüchten wir ins Mac Donalds nebenan. Wir besichtigen noch eine katholische Kirche (wo gerade wunderschöne Gesänge von einer jungen Musiker Crew auf Tonband gebracht werden), dann ist unsere Motivation durchgenässt und wir kehren zur Lupina zurück. Natürlich will Köbi auf dem Weg dorthin in seine Royal Suva Yacht Club Bar.
Blick über die Marina – der Himmel ist grau und es regnet weiter. In der Bar sind wir im Trockenen. Zusammen mit anderen Seglern geniessen wir den Sundowner (diesmal aber definitiv ohne «Sun»). Um die Moral der Truppe zu bewahren, es regnet einfach immer noch, gönnen wir uns zum Abschied ein köstliches indisches Nachtessen.Unser nächstes Ziel: in zwei Tagesetappen dem südlichen Ufer entlang und dann an der Westküste nordwärts Richtung Nadi. Aber das Wetter macht uns erneut einen Strich durch die Rechnung. Die Sicht für die Einfahrt in die Buchten unterwegs ist sehr schlecht. Mit einer weiteren Nachtfahrt, es ist bereits meine vierte, segeln wir direkt zur Momi Bucht im Südwesten von Fiji. Die Einfahrt durch das Riff bei Momi ist hier breit und tief und die Einfahrt zum Ankerplatz ist einfach. Am frühen Vormittag fällt der Anker. Genau zu diesem Zeitpunkt beginnt sich das Wetter zu bessern. Wir bleiben aber den ganzen Tag auf dem Schiff und benutzen die Gelegenheit, die Bordapotheke der Lupina nach abgelaufenen Medikamenten zu durchforsten und mit meinem Fachwissen wieder mal Ordnung zu schaffen. Ich mach das gerne für die Lupina. Pia hält meine Informationen und Tipps in ihrer Medikamentenliste fest.Am nächsten Tag ist die Sonne zurück. Lupina vor Anker in der Momi BuchtKöbi hat auf seinen Karten einen Flusslauf durch die Mangroven entdeckt. Diesen wollen wir erkunden.Die Flut ist am Sinken und hinterlässt einen in der Luft stehenden Mangrovenwald. Wir können sehr weit mit unserem Dinghi in den sich stark windenden Fluss vordringen, bis die Luftwurzeln uns schlussendlich die Weiterfahrt versperren.Hmm – dumm gelaufen! Der Rückweg zur Lupina ist nun bei Ebbe versperrt. Eine grosse Sandbank stellt sich uns in den Weg. Köbi weiss auch hier eine Lösung. Flugs ist er im knöcheltiefen Wasser und schleppt Dinghi und Frauen-Crew wieder ins tiefere Wasser. Erleichtert, wieder mit dem Motor angetrieben zu werden, fahren wir mit dem Dinghi den Rest der Momi Bucht ab und finden im Süden ein Resort der Marriott Hotelkette. Vom Pool-Restaurant haben wir einen herrlichen Blick nach Nordwesten zu den Yasawa Inseln.Zwei Tage später segeln wir, nun bei schönem Wetter zwar aber immer noch mit Starkwind, nach Nadi in die Bucht von Port Denarau (Bild). Da wir weit vom Ufer weg ankern müssen, werden unsere Dinghi Fahrten an Land bei starkem Wind zum nassen Vergnügen.Wegen des ungemütlichen Windes fahren wir nur einmal nach Nadi zur Stadtbesichtigung. Unter anderem besuchen wir einen bekannten Hindi Tempel (Bild)Die zurück gekehrte Sonne scheint Pia kreativ werden zu lassenNach 2 Tagen vor Anker bei Port Denarau meine letzten Segelmeilen: wir verlegen in die wunderschön gemütliche Vuda Point Marina.
Schon sind die fünf Wochen vorbei, es heisst Abschied nehmen von Pia, Köbi und Lupina. Es war eine sehr schöne und ereignisreiche Zeit. Einsame Buchten, Naturwunder, hübsche Dörfer und sehr freundliche Bewohner haben mein Herz und Auge erfreut. Wind und Wellen, Schräglage und rollige Fahrten tagsüber mag ich ganz gern. Nachtfahrten hingegen sind definitiv nicht mein Ding.
Im gemütlichen Restaurant der Vuda Point Marina geniessen wir unser Abschiedsessen
Von Herzen DANKE für diese schöne Zeit mit euch. Es war eine einmalige Gelegenheit, diese entfernte Gegend zu erkunden. Geduldig habt ihr immer meine Fragen beantwortet, ins Dinghi rein und raus geholfen und vieles mehr.
Wie immer werde ich euch im Kielwasser folgen und kann mir jetzt auch besser vorstellen, wie es sich in gewissen Situationen anfühlt.
Abschied von FijiAnmerkung der Lupina Crew: Nelly, wir haben uns sehr gefreut, dich an Bord haben zu dürfen. 722 segel- und wettertechnisch anspruchsvolle Seemeilen haben wir gemeinsam zurückgelegt und dabei tolle Abenteuer erlebt. Zusammen waren wir ein herrliches Trio und wir haben jede Minute mit dir genossen. Komm bald wieder!
Es bleibt spannend – folge der Lupina im Kielwasser!
Im letzten Bericht habe ich versprochen, noch etwas vertiefter zum Auflaufen auf ein Riff mitten im Meer einzugehen.
Der Vorfall ereignete sich am 12.9.2023 auf unserer Fahrt von Vanua Balavu in den nördlichen Lau Inseln von Fiji Richtung Süden nach Vulaga.Wir fuhren einen harten Am-Wind Kurs, mussten aber einmal aufkreuzen vor der Insel Lakeba, um die Durchfahrt zwischen den Insel Lakeba und dem Riff im Osten schaffen zu können. Im Bereich des roten Kreises ist eine Unregelmässigkeit vermerkt mit Steinen/Korallen, gemäss Karte aber mindestens 46 Meter tief. Gleich weiter südlich (am unteren Rand des roten Kreises) wieder ein Riff, das blau (weniger als 20 Meter Tiefe) und grün (kommt teilweise aus dem Wasser) eingetragen ist.
Es ist dunkle Nacht kurz nach 21 Uhr. Wir haben beide Segel stark gerefft und kämpfen uns bei 20 Knoten südöstlichem Wind gegen Süden. Wir wollen so gut wie möglich die östliche Höhe halten, damit wir auch die nächste Insel, Alwa Island, sicher umrunden können. Wir machen zwischen 4.5 bis 6 Knoten Fahrt und es scheint zu klappen. Eigentlich wollen wir die mit mindestens 46 Meter Tiefe eingezeichnete Untiefe östlich umfahren. Der Wind dreht aber wieder und wir entscheiden uns, westlich daran, also auf der Leeseite, vorbei zu segeln.
Unsere Fahrt durch die Untiefe (gelb). Der Ort der Grundberührung ist mit dem Pfeil markiert. Deutlich zu erkennen: die Tiefenangaben stimmen bei Weitem nicht.
Pia und ich sind beide im Cockpit und versuchen, in der Nacht etwas zu erkennen. Nelly liegt schlafend im Lee-Bett in der Mitte des Schiffes. Ich bin am Steuer und beobachten regelmässig den Tiefenmesser. Die Tiefe ist zu gross, der Tiefenmesser zeigt «out of range an». Plötzlich springt die Zahl kurz auf 10 Meter, und steigt dann scheinbar wieder an. Sofort drehe ich ab, aber leider zu wenig resolut. Denn ich bin immer noch am überlegen, was diese Sprünge des Messgerätes bedeuten sollen, als ein Ruck durch das ganze Boot fährt, begleitet von einem hässlichen Knirschen, Kratzen und rumpeln. Ächzend und mit leichtem Beben kommt das Schiff zum Stehen. Wir sind auf Grund gelaufen!! Die schlimmsten Gedanken schiessen durch den Kopf. Pia ist kreidebleich – ich wohl auch. Ich starte sofort den Motor, Pia schnappt die Schwimmwesten. Ich lege den Rückwärtsgang ein, drehe kurz etwas hoch. Es ächzt und knirscht wieder unter dem Bauch der Lupina. Die Geräusche schmerzen mir im Herz. Langsam dreht sich das Schiff quer zum Wind. Weil die Segel immer noch gesetzt sind und wir nun quer zum Wind zu stehen kommen, beginnt sich das Schiff zu neigen. Das ist unser Glück, denn dadurch wird der Kiel etwas angehoben und das Schiff löst sich aus dem Riff. Es beginnt ein gefühlt unendlich langsames Schleifen und Kratzen des Kieles über den Untergrund. Ich rufe Pia zu, mir die Lampe zu holen, damit ich vielleicht im Wasser sehen kann, wie das Riff verläuft. In diesem Moment richtet sich die Lupina auf und das hässliche Kratzgeräusch hört auf. Sind wir frei? Nein! Nochmals ein heftiges Kratzen und ein Schlag, der mir das Steuer aus den Händen reisst – dann sind wir frei. Ich verfolge unsere Position auf dem Bildschirm, lege den Vorwärtsgang ein und gebe leichten Schub vorwärts. Das Steuer kann ich bewegen und das Boot reagiert! Was für eine Erleichterung! Das Ruder und die Steuerung scheinen noch zu funktionieren. Ich steure das Schiff senkrecht zur vorherigen Fahrtrichtung und hoffe, dass es uns in tieferes Wasser bringt. Der Tiefenmesser zeigt 3 Meter an, immer noch Gefahrenbereich. Nach und nach nimmt die Tiefe zu, und fällt dann plötzlich über 100m ab. Gleichzeitig meldet Pia, unten im Schiff sei noch alles normal. Bei mir kommt erste Erleichterung auf.
In der Zwischenzeit ist Nelly, total erschreckt von den brutalen Geräuschen, aus ihrer Koje gehüpft, und hat wie Pia automatisch die Schwimmweste angezogen. Beide stehen mit bleichen Gesichtern im Niedergang und erwarten das Schlimmste. Aber wir haben Glück im Unglück. Die Lupina schwimmt wieder aufrecht und geräuschfrei. Die Steuerung funktioniert. Bevor ich aber Entwarnung geben kann, müssen wir kontrollieren, ob wir nirgends Wassereinbruch haben. Pia übernimmt von mir das Steuer, und ich öffne alle Bodenbretter und suche systematisch von vorne nach hinten alle Kammern ab. Ein riesiger Stein fällt mir von den Schultern: alles dicht, nirgends eine Spur von Wassereinbruch.
Da es dunkle Nacht ist, beschliessen wir, die Fahrt wie geplant fortzusetzen, und den entstandenen Schaden dann vor Anker an unserem Zielort auf der Insel Vulaga weiter zu untersuchen. Obwohl der Rest der Fahrt ruhig und ohne weitere Ereignisse verläuft, macht niemand von uns in dieser Nacht ein Auge zu.
Ein Tauchgang bei Tageslicht zeigt das Ausmass des Schadens: deutliche Einkerbungen vom Aufprall gegen das Riff vorne am Blei-KielKratzspuren unten am Kiel vom seitlichen Schleifen über das RiffLeichte Beschädigung am Ruder unten. Vor allem die hintere Kante ist angekratztBei der vorderen Kante des Ruders ist die Farbe zwar weg, aber die Struktur ist weitestgehend unbeschädigtDie schlagartige Drehkraft, die beim Aufsetzen des Ruders auf dem Riff entstanden ist, hat ein starkes Moment auf das Übersetzungsgetriebe der Lenkung ausgeübt. Dadurch ist eine von insgesamt 3 Fundamentlaschen gebrochen …… und bei einer zweiten Lasche ist die Schraube ausgerissen.Vor Anker in Vulaga gelingt es mir, das Umlenkgetriebe mit einem Bügel behelfsmässig wieder zu fixieren. Definitiv können wir das dann erst in einem guten Yard reparieren.
Nun, wo ich die Ereignisse dieser Unglücksnacht zu Papier bringe, und wir unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen mehrmals untereinander ausgetauscht haben, ist der grösste Schock vorbei. Unmittelbar am Tag nach dem Unglück habe ich die Behörden über die nicht richtig dargestellte Gefahrenstelle informiert. Ebenso habe ich den Lieferanten meiner Karten von unserem Erlebnis berichtet und verlangt, dass diese Stell auf den Charts korrigiert wird. Mit den relativ geringen Schäden an Ruder, Kiel und Steuerung sind wir sehr glimpflich davongekommen. Es hätte viel schlimmer ausgehen können. Es ist noch nicht lange her, da haben Freunde von uns ihr Schiff an einem Riff verloren.
Wir haben unheimlich Glück gehabt.
Und was lernen wir daraus? – Reisevorbereitung: Google Maps / Bing Maps (Satellitenbilder) wenn immer möglich lokal speichern, so dass sie offline verwendbar sind. Mit Apps wie openCPN oder Alpine Quest können kritische Gebiete unterwegs aus der Vogelperspektive auf Gefahrenstellen untersucht werden. – In der Nacht oder bei schlechter Sicht konsequent „komische“ Gebiete weiträumig umfahren – auch wenn es Aufkreuzen und mehrere Stunden Umweg bedarf. – Dass wir uns nicht auf Seekarten (oder in unserem Falle Navionics Charts) verlassen dürfen, das wissen wir. In der Nacht schwierig! Also: schwierige Gebiete wenn möglich nur bei Tag befahren. Falls jemand noch weitere hilfreiche Tipps/Anregungen hat, dann warten wir gespannt darauf.
Es bleibt spannend – folge der Lupina im Kielwasser!